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Tesla: Warum der Battery Day KEIN Game Changer sein wird!

Innenansicht eines E-Autos von Tesla

Die Fan-Medien überschlagen sich schon seit geraumer Zeit mit Mutmaßungen, welche grandiosen Neuigkeiten Tesla wohl auf dem schon vor fast einem Jahr angekündigten Battery Day vorstellen wird. Einig sind sie sich darin, dass es die Branche verändernde Neuigkeiten sein werden, die Tesla natürlich wieder einmal für Jahre in Führung bringen werden. So wie alles, was Tesla ankündigt und dann nicht, nicht in der angekündigten Form oder stark verspätet liefert. Hinweise auf einen echten Durchbruch in Sachen Fahrzeugbatterien gibt es keine. Der Game Changer, der Tesla auch endlich dauerhaft profitabel machen könnte, dürfte weiter auf sich warten lassen.

Batterien für Elektroautos sind in vielfacher Hinsicht optimierungsfähig. Sie könnten günstiger, leichter, weniger voluminös, leistungsstärker, haltbarer, umweltfreundlicher oder sicherer werden. Für jede dieser Eigenschaften gibt es eine Batterie-Chemie, die eine Eigenschaft perfektioniert, dafür aber bei anderen Eigenschaften versagt. So sind zum Beispiel die von Mitsubishi in Japan optional angebotenen Toshiba-Zellen auf Lithium-Titanat-Basis extrem haltbar, extrem schnell nachladbar, unempfindlich für sehr tiefe Temperaturen, dafür aber schwer, teuer und hoch voluminös. Ein Tesla Model S mit diesen Zellen wäre zwar in 6min von 0% auf 100% geladen und könnte das ganze schadlos 10.000x durchführen. Doch das Auto könnte nur noch 40kWh statt 100kWh Kapazität bekommen.

Teslas 1-Million-Meilen-Batterie wird mit Nachteilen erkauft

Teslas derzeit genutzte NCA-Zellen sind relativ günstig, haben eine relativ hohe Energiedichte, sind dafür aber nicht sonderlich lange haltbar und zählen auch nicht gerade zu den sichersten Zellen. Die aus tausenden kleinen Zellen aufgebauten Batteriepacks zeigen nach etwa 500 Zyklen das Problem der unterschiedlichen Zellalterung, die dazu führt, dass das Auto stehen bleibt, obwohl es noch zum Teil etliche dutzend oder gar mehr als 100km Reichweite anzeigt.

Schon seit Jahren geht daher das Gerücht der 1-Million-Meilen Batterie durch die Fan-Szene. Korrekter wäre, die Haltbarkeit in Ladezyklen anzugeben. Eine 16kWh-Batterie in einem Mitsubishi Kleinwagen, die 1.500x aufladbar ist und damit 150.000km schafft, ist schließlich besser als eine 80kWh-Tesla-Batterie, die zwar dank ihrer fünffachen Speicherkapazität 180.000km schafft, aber schon nach 500 Ladezyklen Ausfallerscheinungen zeigt. Um mit einem aktuellen Tesla Model S eine Million Meilen (1,6 Millionen Kilometer) fahren zu können, dürften 3.000 bis 4.000 Zyklen notwendig sein.

Eine echte Herausforderung ist das also nicht, gibt es doch schon seit Jahren Lithium-Zellen, die das mühelos schaffen. Wichtig ist, welche anderen Eigenschaften geopfert werden müssen, um diese Haltbarkeit zu erzielen. Das Besondere bei Teslas Ankündigungen ist stets, dass erzielte Erfolge in einem Bereich nie mit Nachteilen in anderen Bereichen einhergehen sollen. So ist anzunehmen, dass uns Tesla erzählen wird, dass sie die leistungsstärksten, haltbarsten, umweltfreundlichsten und natürlich günstigsten Zellen entwickelt haben werden.

Tesla hat weder Erfahrung noch Geld für eigene Zellenfertigung

Obwohl Tesla in der gesamten Unternehmensgeschichte noch keine eigene Batteriezelle herstellte, sondern dabei stets auf Zulieferer zurückgriff, soll nun beim gerade erst wieder coronabedingt verschobenen Battery Day der Durchbruch präsentiert werden. Dank der Übernahme von Maxwell im vergangenen Jahr sollen nun kobaltfreie Batterien mit höherer Energiedichte präsentiert werden können.
Maxwell war ein Unternehmen, das nach Aussagen in der eigenen Bilanz kurz vor der Übernahme vor der Insolvenz stand. Der Aufsichtsrat versuchte nach Teslas Gebot, andere mögliche Aufkäufer zu animieren, ein Gegengebot abzugeben. Von zehn von der Investmentbank Barclays gefragten Unternehmen antworteten 70% erst gar nicht. Die drei anderen sagten ohne tiefergehende Prüfung sehr schnell ab. Sonderlich interessant schien das KnowHow von Maxwell also nicht gewesen zu sein. Weder verdiente Maxwell damit genügend Geld, um nicht der Insolvenz entgegen zu sehen, noch interessierte sich außer Tesla jemand anderes für das Unternehmen.

Es liegt natürlich im Bereich des Möglichen, dass ein Unternehmen ohne Erfahrung in der Batteriezellherstellung mit einer Historie von Übertreibungen bei vorherigen Ankündigungen, das in den vergangenen Quartalen das Budget für Forschung und Entwicklung kürzte, das kein Kapital für eine Zellfertigung hat und das erst vor wenigen Wochen einen neuen Liefervertrag für Batteriezellen mit CATL abschloss, dass dieses Unternehmen aus dem Nichts eine Wunder-Batterie entwickelte. Für deutlich wahrscheinlicher halte ich jedoch, dass Tesla etwas ankündigen wird, das sich nahtlos in die Liste der seit Jahren angekündigten, angeblich revolutionären aber bis heute nicht lieferbaren Produkte einreiht.



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8 Kommentare

  1. Der Artikel spielt für den Kurs keine Rolle, offenbar nährt die Illusion die nächste Kursrally

  2. Quellenangabe hierfür: „sind dafür aber nicht sonderlich lange haltbar“? Oder doch nur schlecht reden und dann auf fallende Kurse setzen.

    Ich habe diese Zellen 8 Jahre im Einsatz. Sie haben jetzt 10 % Reichweitenverlust. Das ist Fakt, der im Logfile des Autos steht.

    1. @Saftwerk, nicht wundern, bestenfalls staunen, am besten nur mehr Kopfschütteln ob all der Ignoranz. Fakten sind OUT, pseudowissenschaftliche Publikationen dafür IN. Es gibt auch keinen weltweiten Klimawandel, weil der Mai in Deutschland durchschnittlich etwas zu kühl war.

      Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Spaß mit Ihrem Auto, bis die schwerfällige, korrupte und unfähige DE-Auto-Industrie auch nur im Ansatz soweit ist, müssen wir sie noch dreimal mit milliardenschweren Abwrackprämien „retten“.

    2. Wieder ein Artikel aus der Abteilung „Saudummes Geschwätz“ … .

      Was war nochmal die Qualifikation des Autors – Tesla Shorter oder Redenschreiber für Trump? Ahnung scheint er jedenfalls keine zu haben, was aber wohl kein Hinderungsgrund für derartige Publikationen ist.

      Also mal wieder Danke für gar nix außer Lesern die Zeit zu stehlen.

      Wenn der Aluhut juckt, sollte das Finger weg von der Tastatur heißen!

  3. Wie kann man nur so einen Schwachsinn schreiben? Passt wohl zu der Sammlung hier. Kein Wunder das die Kurse jetzt so steigen. Wenn mal wieder Börsenaktoren… die sich Jahrelange so wertlose Artikel rein gezogen haben … nun Angst haben was zu verpassen. Wie schon oft. Ist mal ganz interessant historische Artikel über den erfolglosen Amazone-Online-Buchladen zu lesen.

    1. Weder Fakten noch Tatsachen, hast sich der Schreiberling schon man über Tesla Batterien informiert? Eher nur das gelesen und gehört was er möchte und in sein Bild passt, das ist aber kein Journalismus. Ev auch sauer weil die Aktie leerverkauft und dauernd Verluste macht aber auch das ist kein Journalismus, das ist einfach ein ganz mieser Job. Wenn Ärzte ein solcher Job machen würden dann gäbe es wirklich sehr viele tote im Spital und jeder andere der einen solchen Job abliefert wird entlassen.

  4. Krass, wie dieser Artikel mit Anlauf an der Realität vorbeipropagiert. Mutig, die Kommentarfunktion aktiv zu lassen.

  5. Ich bin froh über solche Artikel, Leute die glauben was hier steht, verkaufen ihre TSLA Aktien oder reden mit Leuten die keine Ahnung haben schlecht über ihre TSLA Aktien, die diese wiederum verkaufen. Gut für mich, ich nehm euch die gerne ab. Hat bei Amazon genauso funktioniert. Das Spiel ist fast schon zu einfach :).

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