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Tesla: Warum Elon Musk den Kurs der Tesla-Aktie pusht

Elon Musk könnte mit seiner Firma zum reichsten Menschen der Welt werden, ohne mit dem Verkauf der Autos überhaupt Gewinne erwirtschaftet zu haben

Warum Elon Musk den Kurs der Aktie von Tesla nach oben treibt

Der Kursanstieg der Aktie von Tesla ist atemberaubend. Von umgerechnet etwa 2,80 Euro bei der Emission im Juni 2010 bis auf den bisherigen Höchststand im Januar 2021 von 732 Euro ist der Wert gestiegen – splittbereinigt auf das 260-Fache. Aber genauso gewaltig ist der Anstieg des Vermögens des Unternehmensgründers Elon Musk, nicht nur wegen seiner Beteiligung an der Firma. Es ist sein langjähriger Vertrag als Firmenchef auf Optionsbasis, der zum Zeitpunkt des Abschlusses noch für für Kopfschütteln sorgte. Jetzt trägt das Konstrukt mehr und mehr Früchte und der Unternehmensvertrag des E-Autopioniers entwickelt sich ins Exponentielle.

Tesla: Ein Rückblick auf den August 2020

Am 28.8. wurde in dem Artikel „Tesla und die Kursfantasien“ der abnorme Vergütungsvertrag von Elon Musk von mir so beschrieben:

„Hatte er nicht im Jahr 2018 mit dem Aufsichtsrat einen Vergütungsplan vereinbart, der selbst heute irgendwie noch surreal erscheint. Er wollte kein reguläres Gehalt als CEO, sondern einen Vertrag auf Optionsbasis für die Aktie, der sich in 12 Schritten anhand der Marktkapitalisierung der Aktie bis zu einer Höhe von astronomischen 650 Milliarden Dollar aufbaut. Damals befand sich der Titel im Bereich von 250 Dollar und einer MK in der Nähe von 50 Milliarden Dollar. Ab 100 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung über ein halbes Jahr und jeweils in 50-er-Schritten sollte es Zuteilungen geben: Erste Tranche mit 1,7 Millionen Aktien, zugeteilt bei einem Kurs von 806 Dollar ist erfolgt, elf weitere Schritte bis zu den genannten 650 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung sind vereinbart. Was für ein irrer Plan. Die Aktie ist bereits bei über 380 Milliarden Dollar Börsenwert angekommen und sollte dieser Hype tatsächlich so weiter gehen, würde dies eine Vergütung in Milliardenhöhe bedeuten. Der Pferdefuß dabei ist, dass der Unternehmenschefs die Aktien fünf Jahre halten muss. Aber eigentlich ist auch das hyperoptimistische Vertragswerk nur eine Nebeneinnahme, schließlich besitzt der Firmenchef bereits 22 Prozent der Aktien des Unternehmens.“

Das war zu einem Zeitpunkt, bevor die Aktie gesplittet wurde. Der Kursanstieg im Jahr 2020 betrug sagenhafte 612 Prozent auf Eurobasis. Das Kursziel aus dem Optionsvertrag wurde auch schon erreicht, nur nicht die zeitlichen Vorgaben

Die neueste Optionsrate für Elon Musk

„Elon Musk kann Millionen Tesla-Aktien zum Spottpreis von 70 Dollar kaufen“, so lautete eine Schlagzeile kurz nach der Bekanntabe der Q1-Zahlen für das Unternehmen.

Damit wurde über den von mir schon angerissenen Arbeitsvertrag von 2018 berichtet, mit 10 Jahren Laufzeit, der dem Unternehmenschef erlaubt, Optionen in Höhe von etwa 11 Milliarden US-Dollar auszuüben. Dabei handelt es sich um die fünfte und sechste Tranche der insgesamt 12 im ausgehandelten Vergütungs-Vertrag, so die Pressemitteilung.

Wie bereits dargestellt, kann Elon Musk laut Vertrag jeweils 8,4 Millionen Tesla-Aktie für je 70 US-Dollar das Stück kaufen. Das würde auch bedeuten, dass er bei einem Verkauf einer der erworbenen Tranchen am Tag der Bilanzierung 6,2 Milliarden Dollar einnehmen könnte – bei nur einem einzigen Teilpaket.

Was die Presse gleich zu der Kalkulation veranlasste, dass Elon Musk mit seinem Optionsgeschäft den im Bloomberg Billionaires Index (Stand 27. April 2021) führenden Amazon-Chef Jeff Bezos als reichsten Mensch der Welt ablösen könnte.

Wie ein Märchen. Elon Musk könnte mit seiner Firma zum reichsten Menschen der Welt werden, ohne mit dem Verkauf der Autos (netto ohne CO2-Verkäufe) überhaupt Gewinne erwirtschaftet zu haben.

Fazit

Tesla und Elon Musk sprengen alle Maßstäbe.

Der kleine Pferdefuß an diesem waghalsigen Optionsgeschäft ist jedoch der Umstand, dass der Unternehmenschef die auf Optionsbasis erhaltenen Aktien fünf Jahre in seinem Bestand muss, bevor er die Titel verkaufen kann. Was könnte man daraus schlussfolgern? Elon Musk wird die nächsten Jahre all sein Marketing-Talent daran setzen, um dafür zu sorgen, dass sich der Kurs auf den jetzigen luftigen Höhen weiter halten kann.

Allerdings dürfte es für Musk auch nicht einfach sein, größere Aktienpakete von Tesla auf dem Markt zu positionieren, ohne dass diese riesigen Verkaufsaufträge den Kurs schreddern. „Extremistan“ geht in eine neue Runde!



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3 Kommentare

  1. Avatar
    Dirk & Hermann Albrecht3

    Statt über ihn herzuziehen, ? Zeichen hätten wir auch viele.
    Gönnen wir ihm seinen bisherigen Erfolg.
    Mit dieser Einkommensstrategie nur über Aktien,muss man immer grosse Sprüche klopfen. Ins Risiko gehen halt ein Unternehmer sein. BITCOIN DAZU ZIEHEN. Der Druck ist da.
    IM GEGENSATZ ZU PALANTIER, DA HAT SICH DAS MANAGEMENT MAL EBEN 250 MILLIONEN DOLLAR GEGÖNNT.
    HÄTTE ABER OHNE DIESES, 100 MILLIONEN DOLLAR GEWINN GEMACHT.
    DIE AKTIONÄRE BEDANKEN SICH RECHT HERZLICH.
    Schlussfolgerungen für die Vergütung der Manager, die ja man ach so gut, mit viel Geld halten muss und andere Gedanken gehen immer in unendlichen Diskussionen und Streit weiter. WAS FOLGT WIR GRÜNDEN EINE GENOSSENSCHAFT, ERFOLGREICHES BEISPIEL DATEV.
    WAS UNS NICHT PASST ALS AKTIONÄRE, IST DAS DIE GIER NICHT BEFRIEDIGT WIRD BEI ANDEREN KAPITELFORMEN.

  2. Avatar
    Achim Bezirk Hannover

    Er Verkauft 5 Jahre seine 22 % Stück für Stück

  3. Ja genau Achim,bevor Tesla im Meer von EV der anderen Hersteller verschwindet und er an der fehlenden
    Marge der CO Zertifikate der Anderen, in Bilanzturbulenzen kommt.Und ohnehin sich noch später herausstellt,
    dass ein EV Batterie nach 5-6 Jahren nicht mehr normal zu Nutzen ist (gegenüber dem bezahlten Neupreis) und es als Gebrauchtwagen garnicht mehr zu verkaufen ist . Dann platzt der ganze grüne Traum an
    hoffnungsloser Ineffizienz. Aber der Staat kann ja dann Steuergelder für billige grüne Kredite zur Verfügung stellen. Das Schlimme ist ,wenn nicht immer alles so unfassbar ideologisch überfrachtet wäre…….. es ist eigentlich zum Heulen,weil möglich wäre es….

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