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Tesla: Wertvollster Autohersteller der Welt, prellt Kunden und Aktionäre serienmäßig?

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Innenansicht eines Tesla-Autos

Tesla ist inzwischen mit weitem Abstand der am höchsten bewertete Autohersteller der Welt. Erstaunlich für einen Konzern ohne Wachstum seit 18 Monaten, einem unprofitablen Kerngeschäft und nur mit allerhand Buchhaltungstricks, Kostenstreichungen und aufgeschobenen Investitionen erkauften Mini-Gewinn in den vergangenen Quartalen. Die Zeichen mehren sich zudem, dass sich Tesla bei den Buchhaltungstricks nicht immer nur in Graubereichen bewegt, sondern auch Regeln bricht. Zum Beispiel beim Thema Garantie-Reparaturen.

Entweder gar keine Reparatur oder Goodwill – Tesla drückt sich vor Garantie-Fällen

Dass Tesla offensichtliche Garantie-Reparaturen frech gänzlich verweigert, fiel zahlreichen Besitzern der Fahrzeuge schon seit Jahren auf. Ob es defekte Batterien, sich auflösende Sitzbezüge, schlicht während der Fahrt abfallende Stoßfänger oder sich delaminierende Displays sind – die Ablehnung des Reparaturwunsches gemäß Teslas eigener Garantiebedingungen wird immer wieder versucht. Und wird doch repariert, so findet sich auf den Reparaturrechnungen häufig einmal das Wort „Goodwill“. Tesla deklariert die Reparaturen dann als Gefälligkeit und nicht als Rechtsanspruch des Kunden auf eine Garantie-Reparatur.

Buchhalterisch hat das gleich mehrere Auswirkungen:

1) Tesla kann die Reparatur unter laufenden Kosten verbuchen, statt unter Herstellungskosten des Autos. Damit täuscht Tesla die Aktionäre über die wahren Kosten der Autoproduktion. Für gewöhnlich steigen die laufenden Kosten langsamer als die Zahl verkaufter Autos. Auf der Annahme, dass es bei Tesla genauso ist, fußt der ganze Wachstumsmythos des Unternehmens. Das Narrativ ist stets, dass Tesla nur noch ein klein wenig mehr wachsen müsse, um endlich dauerhaft hoch profitabel arbeiten zu können. Werden jedoch Teile der Kosten falsch verbucht, in einem Bilanzposten, der weitgehend unabhängig ist von der Anzahl verkaufter Autos, wird eine zu hohe Bruttomarge der Fahrzeugproduktion suggeriert und damit die Vermutung bestärkt, durch mehr Absatz könnte Tesla profitabel werden.

2) Tesla muss Rückstellungen für die wahrscheinlich in der Zukunft anfallenden Garantie-Reparaturen in der Bilanz einstellen. Die Rückstellungen vermindern direkt den aktuellen Gewinne. Wird offiziell weniger auf Garantie repariert, können auch die Rückstellungen kleiner ausfallen, als sie es bei korrekter Darstellung der Realität sein müssten. Damit weist Tesla in der Gegenwart einen zu hohen Gewinn (oder niedrigeren Verlust) aus.

Goodwill-Reparaturen verhindern Rückrufe und verhindern übermäßigen Restwertverfall

Das für weitgehend Tesla-freundliche Berichterstattung bekannte US-OnlinemagazinInsideEVs befasst sich bereits seit geraumer Zeit mit Teslas Goodwill-Reparaturen. Indem Garantie-Reparaturen als Goodwill deklariert werden, umgeht Tesla die in vielen US-Bundesstaaten üblichen Lemon Laws. Als Lemon wird ein Fahrzeug bezeichnet, das durch ständige Probleme auffällig wird. Genauso wie Kunden in Deutschland nach zu vielen erfolglosen Reparaturen auf Wandlung des Kaufvertrages bestehen können, dürfen US-Kunden in vielen Bundesstaaten auf den Rückkauf des dauerdefekten Fahrzeugs bestehen.

Es gibt gegensätzliche Meinungen darüber, ob Goodwill-Reparaturen die Lemon Laws aushebeln oder nicht. Zumindest ein Anwalt ist jedoch der Ansicht, dass die Lemon Laws nicht greifen, wenn es keine Garantie-Reparaturen gab. Zudem müssen Gefälligkeitsreparaturen nicht der NHTSA, der National Highway Traffic Safety Administration, gemeldet werden. Bei gehäuften Meldungen kann die NHTSA jedoch kostspielige Rückrufe anordnen, die Tesla durch die Falschdeklarierung der Reparaturen auch umgeht. Und kann Tesla eine Wandlung bzw. Rückkauf kaum mehr verhindern, bietet Tesla gern „großzügige“ Rücknahmen an, die allerdings mit Verschwiegenheitserklärungen des Kunden einhergehen. Tesla vermeidet so erstens negative Publicity und Mundpropaganda durch den unzufriedenen Kunden.

Und zweitens kann Tesla das dauerdefekte Fahrzeug an den nächsten nichtsahnenden Kunden weiterverkaufen. Käme es zu einem Rückkauf auf Basis eines gesetzlichen Anspruchs gemäß der Lemon Laws, müsste Tesla vor dem Weiterverkauf jeden potentiellen Kunden darüber informieren, dass es sich um eine „Lemon“, ein dauerdefektes Problemfahrzeug, handelt. Das hat natürlich entscheidenden Einfluss auf den Preis des Fahrzeugs. In den USA sind etliche Prozesse sich geprellt fühlender Kunden gegen Tesla anhängig, die genau dieses Verfahren dokumentieren. Es gibt sogar einen Whistleblower, einen ehemaligen Mitarbeiter, der dieses Verfahren bestätigt. Ich bin mir unsicher, ob die sich aus Teslas anrüchigen buchhalterischen Praktiken, dem Nichtservice bei verweigerten Garantie-Reparaturen und dem Umgehen der Lemon Laws ergebenden Risiken bereits im Aktienkurs eingepreist wurden.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Marko

    13. Juli 2020 20:47 at 20:47

    Tesla ist eben ein Sinnbild für Apple (Technologieführer).

    Wobei Apple wirklich qualitativ gute (Luxus-) Güter verkauft. Der Steve Job, der konnte das, woran Samsung & Co scheiterten, nämlich die Computerwelt in die reale Welt zu transformieren und dies für „Otto-Normalverbraucher“ verständlich zu machen. Siehe I-Phone.

    Während die Teslas , na ja „ausbaufähig“ sind, definitiv… Und dazu noch überteuert.

  2. Avatar

    Marko

    13. Juli 2020 21:07 at 21:07

    sogar die Amis halten von Tesla nix, siehe J.D.

    https://ecomento.de/2020/06/29/tesla-qualitaet-in-usa-unter-beschuss-computer-batterie-probleme/

    „Elektroauto-Branchenprimus Tesla haftet der Ruf an, insbesondere in klassischen Disziplinen wie den Spaltmaßen etwa an Türen oder der Premium-Anmutung im Inneren schlechter als die Konkurrenz abzuschneiden. Einer in den USA durchgeführten Befragung zufolge gibt es tatsächlich Qualitätsprobleme….

    Auch die Kernkompetenzen des Herstellers – die Batterie- und Digitaltechnologie – sind auf dem Heimatmarkt derzeit unter Beschuss. Die Kunden stört das offenbar weiter wenig.

    In einer aktuellen US-Qualitätsstudie zu Autos landete Tesla auf dem letzten Platz.“

    “ Der Autobauer aus Kalifornien kam in einer Umfrage des Marktanalysten J.D. Power auf einen Wert von 250 Fehlermeldungen pro 100 Neuwagen.“ (!!!!)

    Und da wundert sich der Herr Trump, wieso so viele deutsche Autos durch New York fahren .. ? :D

    Na, der Donald…

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    Marko

    13. Juli 2020 21:27 at 21:27

    Und ich gebe Euch Bären recht, Tesla müsste eigentlich runter.

    das hier, bei allem nötigen Respekt vor der Firma Tesla, ist charttechnisch eine Fahnenstange.

    Und offenbar wird bei Tesla mit zweierlei Maß gemessen, siehe VW ?

    würde ich einen Tesla kaufen ? Nein, nie und nimmer….

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SAP meldet Quartalszahlen – Aktie fällt dramatisch! Übertrieben? Kaufchance?

Claudio Kummerfeld

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Frau arbeitet an Schreibtisch in Büro

SAP hat heute seine Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 6,53 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 6,79). Der Gewinn nach Steuern liegt bei 1,65 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 1,26 Milliarden Euro).

Während die Finanzdaten des letzten Quartals halbwegs ok sind, scheint die Börse regelrecht geschockt zu sein von einem anderen Aspekt der Veröffentlichung von SAP. Denn die Aktie verliert heute dramatische 20 Prozent, wegen der Aussichten für das laufende Gesamtjahr 2020. Umsatz- und Gewinnerwartungen werden nur ganz leicht nach unten revidiert, aufgrund der zweiten Corona-Welle und den damit einhergehenden neuen Restriktionen, die sich auch auf Unternehmen und ihre Aufträge auswirken. Und dafür gleich 20 Prozent Bestrafung im Aktienkurs? Ist das nicht zu viel? Hier könnten sich die Anleger mal überlegen, ob das eine Kaufchance für die Aktie ist (das ist keine Kaufempfehlung unsererseits, sondern nur ein Gedankenspiel).

SAP auszugsweise im Zitat zur Gesamtjahresaussicht:

Der bisherige, am 8. April 2020 veröffentlichte Ausblick der SAP für das Gesamtjahr 2020 spiegelte die bestmögliche Schätzung der SAP hinsichtlich des Zeitpunkts und der Geschwindigkeit einer Erholung von der Corona-Krise wider. Dieser Ausblick
ging davon aus, dass die Länder ihre Wirtschaft hochfahren und die Einschränkungen für die Bevölkerung gelockert würden,
sodass sich die Nachfrage im dritten und vierten Quartal allmählich verbessert.

Auch wenn weiterhin ein stabiles Interesse an den Digitalisierungslösungen der SAP besteht, da Kunden widerstandsfähiger
und agiler aus der Krise hervorgehen möchten, wurde kürzlich in manchen Regionen das öffentliche und wirtschaftliche Leben erneut eingeschränkt, und die Belebung der Nachfrage fiel verhaltener aus als erwartet. Des Weiteren geht die SAP aus
denselben Gründen nicht mehr davon aus, dass sich die SAP-Concur-Erlöse aus Geschäftsreisen in den verbleibenden Monaten des Jahres 2020 deutlich erholen werden.

Die SAP aktualisiert deshalb ihren Ausblick für das Gesamtjahr 2020 und erwartet nun, dass:

• die Clouderlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 8,0 Mrd. € und 8,2 Mrd. € liegen werden (zuvor
zwischen 8,3 Mrd. € und 8,7 Mrd. €).
• die Cloud- und Softwareerlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 23,1 Mrd. € und 23,6 Mrd. € liegen werden (zuvor zwischen 23,4 Mrd. € und 24,0 Mrd. €).
• die Umsatzerlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 27,2 Mrd. € und 27,8 Mrd. € liegen werden
(zuvor zwischen 27,8 Mrd. € und 28,5 Mrd. €).
• das Betriebsergebnis (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 8,1 Mrd. € und 8,5 Mrd. € liegen wird (zuvor zwischen 8,1 Mrd. € und 8,7 Mrd. €).

CEO-Kommentar im Wortlaut:

Aufgrund der Corona-Krise befinden sich unsere Kunden an einem Wendepunkt. Für Unternehmen ist der Umstieg in die Cloud, verbunden mit einer echten Neuausrichtung ihres Geschäfts, unerlässlich geworden. Denn nur so können sie widerstandsfähiger werden und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie gestärkt aus der Krise hervorgehen können. Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern werden wir Innovationen entwickeln und Unternehmen neue Möglichkeiten für die Abwicklung von Geschäftsprozessen in einer digitalen Welt bieten. Die SAP wird ihr Wachstum in der Cloud auf über 22 Mrd. € im Jahr 2025 steigern und den Anteil der besser planbaren Umsätze auf etwa 85 % ausbauen.“

Details der Quartalszahlen von SAP

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Corona und SAP

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Corona-Anstiege in den USA und Europa sind heute ein Thema. Aber auch die aktuelle Revision der Aussichten von SAP sind in New York aktuell Thema.

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Tesla krempelt die Autoindustrie um – Werbung

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Lieber Börsianer,

Tesla hat gerade den fünften Quartalsgewinn in Folge gemeldet. Während die Gewinne in der Vergangenheit vor allem den Erlösen aus dem Zertifikatehandel zu verdanken waren, erwirtschaftet Tesla mittlerweile auch im operativen Geschäft einen Überschuss. Der Elektropionier straft damit die Kritiker Lügen.

Bisher musste sich Tesla die Kritik gefallen lassen, dass der Autobauer zwar die Mobilität revolutioniert, jedoch unprofitabel arbeitet. Tatsächlich fielen in der Aufbauphase des Unternehmens horrende Verluste an, die manchen Beobachter auf einen baldigen Untergang von Tesla wetten ließ. Mittlerweile hat sich das Blatt jedoch gewendet. Tesla ist der höchstbewertete Autobauer der Welt.

Tesla treibt eine ganze Branche vor sich her

Die Zeit des klassischen Verbrennungsmotors ist vorbei. Tesla präsentiert sich als Vorreiter einer neuen Zeit. Sicher ist, dass die Automobilbranche vor einer beispiellosen Transformation steht. Tesla hat die technische Entwicklung maßgeblich vorangetrieben und beim Elektromotor und der Batterietechnik mittlerweile einen Vorsprung von mehreren Jahren vor der Konkurrenz. Deshalb pumpen die Anleger viel Geld in Tesla.

Ob sich der Vorsprung verteidigen lässt, ist allerdings noch lange nicht ausgemacht. Klar ist jedoch schon jetzt, dass einige etablierte Konzerne auf der Strecke bleiben werden, wenn sie sich nicht schnell genug anpassen. Gleichzeitig kann aber auch einer der alteingesessenen Autohersteller durch seine enormen Finanzreserven plötzlich zum Marktführer im E-Auto-Segment werden. Entsprechende Strategien gibt es mittlerweile nicht nur bei den Volumenherstellern wie Volkswagen oder Renault, sondern auch im Luxussegment bei Daimler und BMW.

Der Elektromotor ist nicht das einzige Erfolgsgeheimnis von Tesla

Tesla hat nicht nur bei der Entwicklung des Antriebs für seine Fahrzeuge Neuland betreten. Die gesamte Organisation des Unternehmens stellt die Branche auf den Kopf. Es ist verrückt, dass dies die meisten Analysten übersehen.

Üblicherweise ist die Autoindustrie sehr stark von Zulieferbetrieben abhängig. Die Produktion der Einzelteile ist auf der ganzen Welt verteilt. Im Autowerk eines klassischen Konzerns wie BMW, Volkswagen oder Daimler werden die Teile, die aus aller…..

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