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„The Big Short“ verpasst? Pech gehabt – wen interessiert schon die Finanzkrise

Claudio Kummerfeld

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am

The Big Short - die Kulisse von Lower Manhattan

Schon mal was von „The Big Short“ gehört? Haben Sie jemals genau verstanden, wie die Finanzkrise 2008 überhaupt entstehen konnte? Selbst die „hohe deutsche Politik“ sprach ja davon, dass die Finanzkrise 2008 durch die Pleite von Lehman Brothers ausgelöst wurde. Was für ein Quatsch. Lehman war nicht Auslöser der Finanzkrise, Lehman war eines der Resultate der Finanzkrise, die schon Jahre vorher begonnen hatte. Durch die Lehman-Pleite wurde die Finanzkrise bloß erst für die breite Öffentlichkeit sichtbar.

„The Big Short“ – die Wette auf den Systemcrash

Einfachen Amerikanern mit schlechten Jobs oder sogar Arbeitslosen wurden Hauskredite mit horrenden Zinssätzen aufgeschwatzt. Wertlose Hypotheken wurden als gigantische Pakete kreuz und quer durch das Finanzsystem gejagt. Einige ganz wenige „relativ kleine“ Investoren erkannten, dass dieser Häusermarkt faul war, und baten die großen Banken darum, gegen den Häusermarkt wetten zu dürfen – wodurch Derivate geschaffen wurden, mit denen man auf den Crash am US-Immobilienmarkt wetten konnte.

Diese Spekulanten hatten mit der Krise selbst nichts zu tun. Sie hatten sie lediglich als Erste erkannt, und verdienten nach Ausbruch der Finanzkrise am Immobiliencrash Milliarden. Vereinfacht gesagt: Könnten Sie eine Feuerversicherung auf das Haus ihres Nachbarn abschließen, und dessen Haus brennt ab, verdienen sie gutes Geld damit, wenn die Versicherung bezahlt. So ungefähr lief das auch kurz vor dem öffentlich sichtbaren Ausbruch der Finanzkrise 2008 ab. In keinem anderen Film (meine Meinung) wurde diese Thematik jemals so einfach und anschaulich dargestellt wie im Film „The Big Short“ aus dem Jahr 2015.

The Big Short bedeutet auf dieses Thema bezogen sinngemäß übersetzt „Die große Wette auf den Crash“. Wäre es wichtig dem deutschen TV-Konsumenten dieses Thema mal begreiflich zu machen? Denn die breite Masse der Menschen hat wohl auch heute keine Ahnung, was damals überhaupt genau passierte. Kein Witz… so ein Film und dazu auch Filme wie „Margin Call“ mit Kevin Spacey und Demi Moore (zeigte den damaligen Ablauf in einer Investmentbank) könnten einer großen Masse an Menschen, die mit der Thematik gar nichts am Hut haben, die Abläufe einfach und anschaulich erklären.

Nächtliche Ausstrahlung in der ARD

Das wäre im Sinne des „Bildungsauftrags“ der ARD doch genau der richtige Film gewesen, um ihn sagen wir mal an einem Montag um 20:15 Uhr direkt nach der Tagesschau auszustrahlen? Aber nein… die ARD schaffte es den Film „The Big Short“ doch tatsächlich gestern um 23:35 Uhr auszustrahlen. Dazu gab es negative Kommentare von potenziellen Zuschauern. Dazu, dass die ARD den Film nicht online in ihrer Mediathek zur Verfügung stellt (Verleih-rechtliche Gründe?), sagt die ARD „Ein Angebot in der Mediathek ist leider nicht möglich.“

Tja, was lief denn gestern stattdessen um 20:15 Uhr in der ARD? Polizeiruf 110. Und heute am Montag 20:15 Uhr? Da beglückt die ARD die nach Bildung und Demokratie-Informationen gierenden Zuschauer mit der Sendung „2019 – das Quiz“. Amen und Halleluja, möchte man da sagen. Die ARD wird ihrem Bildungsauftrag wirklich gerecht! (Sarkasmus) Sicher haben heute Nacht Millionen von Menschen bis 2 Uhr in der Früh „The Big Short“ noch in der ARD geschaut? Verschwörungstheorie? Möchte eine böse dunkle Macht dem dummen deutschen Michel diese wichtige Sicht auf den Finanzmarkt vorenthalten? Nein, daran glaube ich natürlich nicht.

Es ist letztlich wohl viel einfacher. Die Entscheider über das TV-Programm bei der ARD werden sich wohl einfach gesagt haben, dass sich die Masse der TV-Zuschauer für diese Materie nicht interessiert. Also ab damit ins Nachtprogramm. Denn die Zuschauer möchten doch lieber mit sanften Quiz-Schows, Gesangssendungen und anderen lustigen und seichten Glücksformaten berieselt werden? Wer interessiert sich schon für die letzte oder die nächste Finanzkrise? Richtig, niemand. Wichtiger sind Promi-Shows, Helene Fischer, Silvester Galas und die große Glückseligkeit.

Sie wollen „The Big Short“ doch noch sehen? Dann müssen sie entweder hoffen, dass irgendwann in ferner Zukunft erneut zu Grusel-Zeiten eine Ausstrahlung in frei zugänglichen Sendern erfolgt, oder sie müssen sich in Pay TV-Formaten rumtreiben oder gleich die DVD kaufen. Aber wir sind hier nicht fürs Marketing zuständig. Wir wollen Sie natürlich nicht dazu animieren irgendetwas käuflich zu erwerben.

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16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    30. Dezember 2019 12:23 at 12:23

    Ich stelle mal einfach die dreiste und freche Behauptung auf, das 90 % der Bevölkerung dass sowieso nicht verstehen um was es da geht aufgrund eines mangelnden Intelligenzniveaus. Der Film ist genau wie Margin Call einer besten zu der Thematik Finanzkrise, kann ich nur bestätigen. Genau so kann ich jedem der sich dafür interessiert nur empfehlen dass Buch „The Big Short“ zu lesen, äußerst spannend!

    Das öffentlich rechtliche Fernsehen beschäftigt sich lieber damit Meinungsdiktatur im Sinne der Politik zu betreiben als sich wirklich um Bildung und aufklärung zu kümmern.

    • Avatar

      leftutti

      30. Dezember 2019 18:06 at 18:06

      @Marcus, es klingt leicht überheblich, wenn jemand 90% der Bevölkerung mangelnde Intelligenz unterstellt. Vielleicht eher mangelndes Fachwissen auf einem sehr speziellen und undurchsichtigen Gebiet, oder mangelndes Interesse?! Wer sich nicht andauernd mit dem Thema befasst, verzweifelt bei solchen Filmen schnell an den vielen unbekannten und seltsamen Fachbegriffen, die er zum ersten Mal in schneller Abfolge hört. Short, Derivate, Margin Call, gehebelt, Intrabankenmarkt, Repo… Vergleichbar mit dem Desinteresse sehr vieler Börsen- und Wirtschaftsmenschen gegenüber den komplexen Zusammenhängen von Wirtschaft, Umwelt und Klima oder bei Dokus über Physik, Mathematik, Geologie uvm.

      Und ob man Polizeiruf 110, das Quiz oder Helene Fischer als Meinungsdiktatur bezeichnen kann, steht auf einem anderen Blatt. Am Ende geht es um Quoten, um wirtschaftliches Denken und Handeln bei den Sendern. Um Gewinnmaximierung für die oberen paar Promille.
      Und um Berieselung, Verdrängung, Schönreden beim Zuschauer. SUV, Zweitwagen und drei Urlaubsreisen pro Jahr sind unantastbar, man will ja schließlich „leben“. Was kann man denn schon machen als Einzelner, damit rettet man doch nicht die Welt. Solange USA und China nicht beginnen, ist alles sinnlos.

      Also, wie gesagt, nicht fehlendes Intelligenzniveau, sondern fehlendes Interesse, andere Prioritäten, erfolgreiche Verdrängungsmechanismen, die Einsicht, dass Börsen und Wirtschaft nicht alles sind. Selbst das Verständnis vom ultimativen Kapitalismus im Land der maximalen globalen Ausbeuter würde wozu führen? Zu einer 3000%igen Steigerung empörter Kommentare im virtuellen Raum, zu 5 weiteren deutschen Gelbwesten auf der realen Straße, zu 10 Prostestwählern, die der Wahl fernbleiben?

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        Marcus

        30. Dezember 2019 20:34 at 20:34

        Sicher ist das leicht überheblich, stimme ich definitiv zu. Aber Tatsache ist ja nun mal das die übergroße Mehrheit für diese interessanten Dinge nichts übrig hat. Der Polizeiruf ein Quiz oder Helene Fischer meinte ich nicht mit Meinungsdiktatur, aber ich denke Sie wissen was ich damit meinte.

        Im Kern hat Herr Kummerfeld definitiv recht mit dem was er schreibt.

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        herrmann meier

        31. Dezember 2019 09:58 at 09:58

        Was ist das für eine Logik, Kritik an Propaganda-TV gleich ein SUV-Fahrer😂 Es ergibt keinen Sinn.
        Sind irgendwie auf die ganze Menschheit sauer oder einfach nur mit Ihrem Leben unzufrieden?

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          leftutti

          31. Dezember 2019 11:59 at 11:59

          @herrmann meier, diese Logik konstruieren Sie sich selber zusammen, weil Sie offensichtlich meinen Text nicht oder nur sehr oberflächlich gelesen haben. Und das, obwohl ich meine Kernaussagen extra zweimal geschrieben habe, damit es auch der Dümmste versteht 😂

          Weder schreibe ich etwas über oder gegen eine Kritik an Propaganda-TV (die ich schon auch für gerechtfertigt halte), noch stelle ich einen Zusammenhang oder eine Gleichsetzung dieser Kritik zum SUV-Fahrer her. Ich schreibe lediglich auf die Unterstellung von @Marcus bezüglich eines fehlenden Intelligenzniveaus von 90% der Gesamtbevölkerung (evtl. alle Nicht-AfD-Wähler?), dass meiner Meinung nach nicht fehlende Intelligenz, sondern fehlendes Interesse und andere Prioritäten ursächlich sind. Prioritäten, wie eben SUV, Zweitwagen und drei Urlaube pro Jahr.

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            stina

            31. Dezember 2019 18:07 at 18:07

            @Michael
            Ich mache mit meinen vier Kindern fünf-sechs Urlaube pro Jahr und trotzdem finde ich AfD, SUV’s und fehlende Intelligenz ganz schlimm.

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            Michael

            1. Januar 2020 00:12 at 00:12

            @Forentroll, Sie müssen sich ob Ihrer fehlenden Intelligenz nicht grämen. Das ist auch kein Grund, sich laufend die Namen anderer anzueignen. Leben Sie damit, akzeptieren Sie es, man kann nicht alles im Leben haben ;)

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          Prof. Dr.Donald Marx

          31. Dezember 2019 14:03 at 14:03

          …ist doch ganz einfach, man nennt es Margin Call 😂😂😂

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    Quintus

    30. Dezember 2019 16:49 at 16:49

    Sorry, erzählen sie doch bitte einmal einem jemandem aus ihrem Bekanntenkreis wie die Geldvermehrung funktioniert und wer das Recht zur Geldschöpfung innehält. Die halten sie alle für verrückt, denn schließlich weiß doch jeder, daß die Hausbank nur das Geld, welches die Anleger bei ihr geparkt haben, verleiht….
    Soviel zur monetären Bildung dieser meist studierten Klientel.

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      Michael

      30. Dezember 2019 19:07 at 19:07

      @Quintus, was bitte genau ist denn eine monetäre Bildung?

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        Quintus

        31. Dezember 2019 07:49 at 07:49

        @Michael
        Laut Duden:
        monetär:„finanziell, das Geld betreffend“
        Bildung: von althochdeutsch bildunga ‚Schöpfung, Bildnis, Gestalt‘
        Meine Kritik richtet sich hauptsächlich an die Institution Schule und öffentliche Medien.
        Daraus ergebend muß ich leftutti zustimmen und komme zu dem Schluß, daß nicht „fehlendes Intelligenzniveau, sondern fehlendes Interesse, andere Prioritäten, erfolgreiche Verdrängungsmechanismen, die Einsicht, dass Börsen und Wirtschaft nicht alles sind“ ihre Ursache in der fehlenden Vermittlung grundlegender Zusammenhänge am Anfang zu suchen sind.
        Sollten noch grundsätzliche Fragen zum Geldwesen ihrerseits bestehen, so verweise ich sie gerne auf die Seiten der Bundesbank, welche sehr gut geeignet sind für ein umfassendes Verständnis des Geldwesens.
        https://www.bundesbank.de/resource/blob/614528/1fad6735c298fa9aed9b58f288219dc5/mL/haeufig-gestellte-fragen-geldschoepfung-data.pdf
        Ich hoffe ihre Frage damit ausreichend beantwortet zu haben.
        Mit freundlichen Grüßen
        Quintus

        • Avatar

          Michael

          31. Dezember 2019 14:37 at 14:37

          @Quintus, nach dieser Definition ließe sich „monetäre Bildung“ natürlich wunderbar mit „Geldschöpfung“ übersetzen. Das hätten Sie aber auch gleich so schreiben können, anstelle eines Begriffskonstruktes, das es so nicht gibt. Aber ggf. war es ein originelles Wortspiel ;)

          Im Zusammenhang mit der „studierten Klientel“ hatte ich es eher im Kontext zur anderen Bedeutung von „Bildung“ verstanden: Wissen, Verständnis, Erkenntnisgewinn. Und da mir der Begriff in dieser Kombination noch nie begegnet ist, habe ich eben nachgefragt. Was die fehlende Vermittlung grundlegender Zusammenhänge in den Institutionen Schule und öffentliche Medien angeht, könnten Sie recht haben.

          Den Themenkomplex Geldwesen, Bankbilanz und Geldschöpfung habe ich inzwischen einigermaßen begriffen und intus, nachdem ich von @barthez72 vor etwa 3 Wochen einen super Video-Link erhalten habe. Danke nochmal dafür @barthez72 !!!

    • Avatar

      Stina

      30. Dezember 2019 20:48 at 20:48

      Ist wie erzählen im Bekanntenkreis, wenn es um CO2-Zertifikate geht. Mit jedem SUV-Kilometer In Deutschland wird ein Baumschößling in der Sahara gepflanzt. So funktioniert CO2-Reduktion an der Börse, alle halten Sie für verrückt. Fehlende monetäre und marktwirtschaftliche Bildung, die Märkte regeln doch alles. Fragt sich nur, für wen?!

      • Avatar

        claudia

        31. Dezember 2019 10:04 at 10:04

        @Michael
        Was ist denn aus Ihrer Sicht monitäre und marktwirtschaftliche Bildung?

        • Avatar

          Michael

          31. Dezember 2019 14:40 at 14:40

          @claudia, monitäre Bildung kenne ich nicht, hat das was mit Moni zu tun? :)

  3. Avatar

    Lis

    30. Dezember 2019 19:46 at 19:46

    Danke für den Artikel. Ich habe mich genau so aufgeregt, als ich feststellen musste, dass der Super-Film nicht einmal mehr in der ARD Mediathek zu finden ist. Was soll das denn?

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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am

Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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