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Theresa May: Aufbruchstimmung, Steuern kräftig runter, Kapitalismus soll allen helfen

Großbritanniens Premierministerin Theresa May schreibt heute auf Facebook in einem offenen Brief gleich am Anfang sie glaube an den Kapitalismus, freie Märkte und freien Handel. Man müsse bereit sein…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Großbritanniens Premierministerin Theresa May schreibt heute auf Facebook in einem offenen Brief gleich am Anfang sie glaube an den Kapitalismus, freie Märkte und freien Handel. Man müsse bereit sein sich anzupassen und zu ändern! Ob May all das wird umsetzen können, und ob die Quadratur des Kreises doch möglich ist, sei dahingestellt. Aber im Gegensatz zu Angela Merkel´s gestriger Einschlaf-Rede für ihre 4. Kanzlerschaft bringt Theresa May einen Appell zustande, der Aufbruch signalisieren soll. Das muss man zumindest anerkennen!

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Theresa May. Foto: Foreign and Commonwealth Office/Wikipedia (CC BY 2.0)

So hat Theresa May bei der Jahreskonferenz der „Confederation für British Industry“ eine kräftige Steuersenkung für Unternehmen angekündigt von aktuell 20% Körperschaftssteuer (bei uns 30%) auf wohl unter 15%. Sie wolle den niedrigsten Satz unter Industrienationen erreichen. Auf Facebook veröffentlichte May heute auch diesen grundsätzlichen „Appell“ jetzt mal kräftig in die Hände zu spucken, so nennen wir es mal (wie gesagt, bei Mutti ist davon nichts zu spüren). Einerseits kräftig runter mit den Steuern, andererseits will May auch die Schuldenlast des Staates sowie das Außenhandelsdefizit absenken. Zitat:

„This government will continue the tasks of bringing the deficit down and getting our debt falling so that we live within our means, while doing more to boost Britain’s long-term economic success.“

Phantastisch. Niedrigere Steuern, weniger Schulden, toll. Wie das gehen soll? Wir wissen es nicht. Ach ja, mehr investieren will man auch noch. Es gehe ganz konkret um einen 2 Milliarden Pfund-Fonds (pro Jahr) für Forschung und Entwicklung im Bereich Hightech und Wissenschaft. Man wolle Robotertechnologie unterstützen, Biotechnologie usw. Die Regierung werde eine Industrie-Strategie auflegen, die die Wirtschaft dazu bringen werde „aus allen Rohren zu feuern“, so übersetzen wir es mal sinngemäß.

Damit würden UK´s Stärken in den Bereichen Wissenschaft und Innovation verstärkt, und Probleme wie die niedrige Produktivität würden bekämpft. Auch schreibt May, dass man (UK) zeigen werde, dass Kapitalismus und freier Markt weiterhin der beste Weg sei um Wohlstand zu schaffen, und es Menschen ermögliche ein besseres Leben zu führen. Erinnern solche Formulierungen vielleicht ein ganz klein wenig an einer andere britische Premierministerin aus den 80ern? Damals ging das irgendwie nach hinten los.

Auch die Menschen, die sich abgehängt fühlen, spricht May in ihrem offenen Brief an. Durch ihre neue Politik des Wachstums sollten auch diese Briten teilhaben. Hört sich doch alles super an, oder? Aber nochmal kurz zurück zu den Steuersenkungen. Ist es nicht merkwürdig, was sich parallel dazu abspielt? Erst vor Kurzem hatte Nissan, der ausländische Hersteller mit der größten Autofabrik auf der Insel, angekündigt „nach Zusicherungen“ der britischen Regierung seinen Standort sogar auszubauen. Was genau man dafür als Gegenleistung erhalten hat, wurde bisher nicht bekannt.

Dann hatte Apple angekündigt ein neues Hauptquartiert mit 1.400 Mitarbeiter in London beziehen zu wollen. Erst letzte Woche bestätigte Google-Chef Sundar Pichai bei einem Besuch in London die UK-Zentrale von Google wie geplant erweitern zu wollen. Bis zu 3.000 zusätzliche Arbeitsplätze sollen entstehen. Und dann heute Facebook. Ganz aktuell kündigt man an in 2017 einen neuen Firmensitz in London beziehen zu wollen, und 500 zusätzliche Jobs zu schaffen. Irgendwie merkwürdig, dass diese 3 Mega-Schwergewichte alle genau jetzt in dieser extrem kritischen Phase voll in die Bresche springen und sich auf UK fixieren.

Dabei wissen sie alle nicht, wie es mit dem Zugang zum Festland weitergeht nach dem Brexit. Wirklich erstaunlich. Ähnlich wie bei Nissan darf die Frage erlaubt sein, was die Firmen für ihre öffentlichen Bekenntnisse erhalten haben. Monetäre Garantien im Fall eines harten Brexit? Genau das munkelt man ja vor allem bei Nissan. Aber natürlich gibt es für sowas keine Beweise. Oder hat die verlockende niedrige Körperschaftssteuer als Lockmittel gereicht? Auch wenn diese niedrige Steuer einige neue Unternehmen oder Jobs nach UK lockt, so bleibt doch ein Grundproblem: ALLE in UK bereits vorhandenen Unternehmen kommen ja in den Genuss so einer Steuersenkung. Daher geht dem britischen Staat bei einer großen Einnahmequelle ein großer Batzen an Einnahmen verloren.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Dreistein

    21. November 2016 15:22 at 15:22

    Daher geht dem britischen Staat bei einer großen Einnahmequelle ein großer Batzen an Einnahmen verloren.
    Da entstehen aber laut diesen Schwergewichten knapp 5000 neue Arbeitsplätze. Diese werden auch noch gut bezahlt, das Geld kommt in den Handel also ganz so schlecht stehen die Briten damit nicht da.
    Hier werden gerage durch VW 20000 Arbeitsplätze vernichtet.

  2. Avatar

    Walter

    21. November 2016 16:09 at 16:09

    Eins habe ich über Wirtschaft u Politik gelernt es kommt immer anders als die Mehrheiten (Mainstream) denkt. Ich sage euch in 20-30jahren ist GB die größte wirt.macht in Europa! Die Briten sind vermutlich das Gegenteil von dessen was man sagt wie dümmstes volk Europas etc. Die verlassen das sinkende Schiff (EUdSSR) und machen sich auf in die Zukunft während sich die anderen Gutvölker/gutmenschen um die Verwaltung ihrer näherrückenden Bedeutungslosigkeit kümmern (siehe angepeilte 4 Amtszeit Merkels ) , ja so kann man das natürlich auch machen nur zeigt ein Blick in die Vergangenheit was am Ende immer funktioniert u sich durchgesetzt hat , nähmlich freie Märkte u kapitalismus u ein schlanker Effizienzter Staat. Genau in diese Richtung geht man in GB weiter so u lang lebe die Queen!

  3. Avatar

    Tomasz

    21. November 2016 21:06 at 21:06

    Wird zeit für protektionismus auch hier zu sorgen.allerdings anders als uk.statt großuntegnehmen zu päppeln würde ich alle gewinnverachiebungsmöglichkeiten ins ausland kappen und den steuersatz von privatpersonen und unternehmen angleichen.schluss mit dem kapitalismusblabla und wohlfahrt für alle.wenn may oder wer auch immer sowas äußert,dann frag ich mich wieso vermögen so ungleich verteilt sind.es wird zeit sich gegen umverteilung von unten nach oben zu wehren.aber die lämmer wählen ja bekanntlich gern ihre schlächter.

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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