Folgen Sie uns
Giovannie Cicivelli Tradingchancen

Devisen

Theresa May erschummelt Brexit-Aufschub – der Devisenmarkt ist erfreut

Veröffentlicht

am

„Schummeln“ oder „Erschummeln“ klingt ja nicht wirklich nach Betrug oder Hintergehen, sondern ist etwas Harmloseres, richtig? Theresa May ist in den letzten Wochen wohl zu einer Art Überlebenskünstlerin und Schummel-Expertin geworden. Sie muss den Brexit bewerkstelligen, und das ohne Mehrheit im Parlament, welche ihr einen Brexit-Deal genehmigen könnte.

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

Bislang war ihre Linie klar. Brexit ist Brexit, am 29. März wird ausgetreten, fertig, aus. Erst gestern berichteten wir über ihre Manöver, und bezeichneten ihre Strategie als Trichter, der immer enger zusammenläuft. Sie entzog den Parlamentariern in den letzten Wochen alle Fluchtmöglichkeiten aus diesem Trichter, um so (jedenfalls ist das unsere Meinung) Panik vor einem harten Brexit zu erzeugen, damit die Parlamentarier kurz vor Ende März doch noch ihrem Deal mit der EU zustimmen. Aber dazu erneut unser Hinweis: Auch dieser Deal ist nur ein Provisorium un kein richtiger neuer Handelsvertrag mit der EU. Der muss erst noch verhandelt werden.

Will Theresa May den Brexit-Tag nun doch verschieben?

Und jetzt? Gestern war Theresa May mal wieder im Parlament und brachte einen neuen Fahrplan für die nächsten Tage auf den Weg. Bis zum 12. März soll das Parlament über den schon bestehenden Deal-Vorschlag von Theresa May abstimmen, den man schon im Januar mit eindeutiger Mehrheit abgelehnt hatte. Also dürfte May klar sein, dass er auch dieses Mal abgelehnt wird, da sie in Brüssel in den letzten Tagen de facto keine neuen Zugeständnisse für UK rausschlagen konnte.

Wenn man davon ausgeht, dass das Parlament diesen Deal bis zum 12. März erneut ablehnt, soll es kurz darauf abstimmen, ob man einem harten Brexit zustimmen würde. Das würde volle Grenzkontrollen und Zölle bedeuten. Auch dafür ist im Parlament wohl keinerlei Mehrheit zu haben. Also wird wohl auch diese Abstimmung scheitern. Und das weiß Theresa May ja auch. Und dann folgt wohl am 14. März eine dritte Abstimmung im Parlament. Hier will May die Abgeordneten entscheiden lassen, ob sie die EU-Kommission um eine Verschiebung des Brexit-Termins bitten soll. Die würde so einer Bitte wohl zustimmen.

Geschickt gemacht von Theresa May, möchte man dazu sagen. Damit schiebt sie das Problem auf das Parlament, und kann weiterhin behaupten, dass sie als Premier am 29. März austreten wollte. Aber das Parlament wollte halt eine Verschiebung haben. Dem Devisenmarkt scheint dieses Manöver zu gefallen. Wohl gemerkt – Probleme werden damit nicht gelöst, sondern wieder mal nur ein paar Wochen oder Monate in die Zukunft geschoben. Das Kernproblem bleibt, und scheint unlösbar. Die Briten wollen nach dem Brexit weiterhin freien Zugang zum EU-Binnenmarkt, müssten dafür aber die Personenfreizügigkeit innerhalb der EU akzeptieren. Und genau das wollen sie aber nicht.

Wie auch immer. Der Devisenmarkt sieht das wie gesagt positiv, und seit gestern früh ist das Pfund gegen den US-Dollar bis jetzt um 120 Pips gestiegen auf 1,3276 (im Chart der Verlauf seit August). Wir sehen diesen Anstieg als problematisch, wenn nicht gar als falsch an. Aber der Markt hat ja immer recht, und wir wollen hier auch keinerlei Handelsempfehlung aussprechen! Bilden Sie sich bitte ihre eigene Meinung. Mehrere Hochpunkte hat der Kurs jetzt überlaufen, und muss nur noch das Hoch bei 1,33 aus September 2018 überlaufen, damit mehr Platz nach oben ist im Chartbild. Jetzt steht man kurz vor Erreichen dieses Hochs.

Theresa May verhilft dem Pfund unverhofft zum Anstieg

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Anleihen

Türkei: Warum der Druck auf Lira, Aktien und Anleihen bald enorm steigen könnte

Veröffentlicht

am

Von

Aktuell schwächelt der türkische Kapitalmarkt bereits. Nach den jüngsten Vorgängen (Präsident Erdogan lässt die Wahl in Istanbul wiederholen) war das Vertrauen ausländischer Investoren in die Rechtsstaatlichkeit in der Türkei erneut geschwächt worden.

Die türkische Lira befindet sich seit Monaten in einem langsamen schleichenden Abwärtstrend. Die Aktienkurse in der Türkei befinden sich im Absturz. Heute notiert der türkische Leitindex BIST100 mit -1,5%, und ist nun seit sechs Tagen hintereinander am Fallen. Mit einem Tiefststand seit Anfang 2017 hat er aktuell auch den Zustand eines Bärenmarktes erreicht. Die Rendite für zehnjährige türkische Staatsanleihen steigt alleine heute um fast einen ganzen Prozentpunkt (Wahnsinn) auf aktuell 19,26%. Im Februar waren es noch 14%.

Und jetzt Achtung! In den nächsten Tagen könnte sich die Lage dramatisch verschärfen. Denn die Türkei will von Russland Raketensysteme kaufen. Laut einem offenbar auf Insiderquellen in US-Militärkreisen beruhenden Bericht von CNBC habe die Türkei noch zwei Wochen Zeit diesen Deal mit Russland zu stornieren. Die US-Regierung übt also massiven Druck aus. Man solle doch lieber Patriot-Raketen vom US-Hersteller Raytheon kaufen. Würde die Türkei ihre Bestellung nicht „umbuchen“, würden die USA der Türkei die Lieferung von F35-Flugzeugen aus US-Produktion verweigern, und womöglich würden die USA Sanktionen gegen die Türkei einführen. Man bedenke abseits von Donald Trumps „launigem“ Gemüt: Die Türkei ist NATO-Mitglied, und die Mitgliedsstaaten sollen Waffensysteme kaufen, die innerhalb der Gruppe kompatibel sind. Und das wird auf russische Raketen wohl kaum zutreffen.

Geht man davon aus, dass die Reporterin von CNBC richtig recherchiert hat (der Bericht klingt doch recht glaubwürdig), könnte es bald hoch her gehen zwischen der Türkei und den USA. Es ist kaum vorstellbar, dass Präsident Erdogan den Russen-Deal jetzt noch absagt. Dies wäre ein Gesichtsverlust in der Öffentlichkeit, weil er sich von den USA hätte diktieren lassen, wo er seine Waffen einkaufen darf.

Man bedenke, welche Turbulenzen die winzigen US-Sanktionen am Kapitalmarkt verursachten, als die Türkei einen US-Pastor freilassen sollte. Was wäre erst los bei dieser Verweigerung der Türken in Sachen Raketen-Einkauf? Es dürfte die US-Rüstungshersteller verdammt hart treffen solch große Aufträge nicht zu erhalten, also Raketen und 100 Kampfjets. Die Reaktion aus dem Weißen Haus könnte also heftig ausfallen, und damit auch die Turbulenzen am türkischen Kapitalmarkt.

Noch sind wir in dieser Sache im „Wenn-Modus“. Wenn dies passiert, könnte danach dies und jenes passieren. Aber wer in türkischen Aktien, der Lira oder in Anleihen unterwegs ist, sollte dieses Szenario für die nächsten Tage im Hinterkopf behalten!

Türkei Istanbul
Die Hagia Sophia in Instanbul. Foto: Julian Nitzsche CC BY-SA 4.0

weiterlesen

Devisen

Theresa Mays Untergang, der Handelskrieg und die Fed

Veröffentlicht

am

Von Naeem Aslam, chief market strategist bei ThinkMarkets

 

Das politische Ende von Theresa May

Die Sonne geht für Theresa May unter, ihre Tage als Premierministerin sind gezählt. Der britischen Abgeordneten haben deutlich gemacht, dass May offenkundig nicht in der Lage ist, den Job bei der Übergabe des Brexit-Deals auszuführen. Es ist also an der Zeit, das Büro zu verlassen.

Spekulanten wetten, dass sie innerhalb weniger Tage zurücktreten wird, was für das Pfund Sterling mehr Volatilität bedeutet. Sie hat gestern ihren letzten Trick ausprobiert: May bot engere Beziehungen zur Zollunion und auch die Möglichkeit eines weiteren Referendums an. Die Nachrichten brachten zunächst viel Aufregung für das Pfund Sterling mit sich, und wir erlebten einen enormen Anstieg des Preises – aber das begann zu verblassen, als die Händler erkannten, dass das, was sie anbot, nichts Neues war. Labour-Parteichef Jeremy Corbyn machte deutlich, dass der Deal nicht willkommen ist und es nichts Neues gibt, außer der Verpackung.

 

Der Handelskrieg

Was die globalen Aktienmärkte betrifft, so hatten wir in Asien einen ziemlich unspektakulären Verlauf, die US-Futures notierten kaum verändert. Der Schwerpunkt liegt auf dem Handelskrieg, und die Führer beider Länder, der USA und Chinas, scheinen dies als Schachspiel wahrzunehmen. Sie sind sich der Folgen ihres Handelns für das globale Wachstum scheinbar nicht bewusst. Ihre Disney-Welt sagt ihnen, dass die andere Partei mehr leidet – aber die Realität ist, dass in einem Handelskrieg niemand wirklich gewinnt.

Die chinesischen Beamten haben gestern ein weiteres positives Signal an die Trump-Administration gesendet, dass das Land bereit ist zu verhandeln, aber die USA müssten dafür ihr „Mobbingverhalten“ aufgeben.

 

Die Fed und der Dollar

An den Devisenmärkten dreht sich alles um die Stärke des mächtigen Dollars. Seit März hat er an Fahrt gewonnen, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich dies ändert. Dies trotz der Tatsache, dass die Fed in Bezug auf ihre Geldpolitik einen dvishen Ton angeschlagen hat. Noch gestern bestätigte James Bullard, St. Louis Fed, dass das Inflationswachstum überhaupt nicht beeindruckend sei, und wenn es so weitergehe, habe er kein Problem damit, eine Zinssenkung zu unterstützen. Aber wenn man sich den Dollar-Index ansieht, scheint es nicht so zu sein, dass Händler darauf achten. Der allmächtige Dollar scheiterte erst beim Widerstand von 98,32 und handelt derzeit bei 98,08.

Im Laufe des Tages haben wir das Protokoll der FOMC-Sitzung, und die Händler werden sich sehr genau damit befassen, um den Standpunkt der Fed gegenüber ihrer Geldpolitik zu beurteilen. Was in diesem Protokoll ganz wichtig sein wird, ist die Reaktion der Fed auf den anhaltenden Handelskrieg und die Verlangsamung des globalen Wachstums. Wir erwarten nichts Neues von der Fed, es ist sehr wahrscheinlich, dass die Fed den anhaltenden Handelskrieg zwischen den USA und China ignoriert.

 

 

Naeem Aslam

weiterlesen

Devisen

Britisches Pfund: Enttäuschung über May´s x-te Brexit-Luftnummer

Veröffentlicht

am

Und mal wieder. Wie oft hat Theresa May schon einen „neuen Brexit-Deal“ versprochen? Und nein, es kam anders. Schon drei Mal hat sie den selben Plan, der selbst nur ein Provisorium ist, im Parlament zur Abstimmung vorgelegt. Und drei Mal wurde er abgelehnt. Eigentlich wäre das schon lange genug gewesen um als Premier zurückzutreten. Das Pfund zeigt sich enttäsucht. Aber dazu gleich noch mehr.

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

May´s „neuer“ Plan für den Brexit

Gestern kam die Meldung auf, dass Theresa May nun wirklich eine Idee habe, und etwas Neues präsentieren würde. Und worum geht es? Sie will den Brexit erneut als Referendum möglich machen – aber nur, wenn das Parlament vorher ihrem Brexit-Plan zustimmt. Im Klartext: Wenn die Wähler erneut für den Brexit stimmen, kann er nur noch so umgesetzt werden, wie Theresa May es will. Alles klar? Wer wird sich auf so eine merkwürdige Konstruktion einlassen?

May´s eigene Partei wird es niemals zulassen, dass das Volk erneut über den Brexit abstimmt. Das ist mal fast sicher. Und Jeremy Corbyn hat für die Opposition klargestellt, dass er Theresa May eh nichts mehr glaubt. Also, warum sollten die Parlamentarier Anfang Juni im vierten Anlauf May´s Brexit-Plan zustimmen?

Jeremy Corbyn sagte vor wenigen Stunden, dass May´s neuer Deal in Wirklichkeit der alte, schlechte Deal sei, nur in einer neuen Hülle. Das könne man (als Opposition) nicht unterstützen. Mal ehrlich. Wer kann Theresa May noch glauben oder ihr trauen? Gefühlt tausend Mal sagte sie im Parlament in den letzten Monaten und Jahren, dass Brexit auch Brexit bedeute, und dass es keine neue Volksabstimmung geben werde.

Und nun das? May´s Gesetzentwurf, der Anfang Juni von den Parlamentariern wohl abgelehnt werden wird, sieht also einerseits vor, dass die Parlamentarier selbst entscheiden, ob die Bürger neu abstimmen dürfen. Das ginge aber nur, wenn die Parlamentarier vorher May´s Deal zustimmen. Und das Parlament soll auch darüber abstimmen dürfen, ob UK für eine bestimmte Zeit in der Zollunion mit der EU verbleiben soll.

Pfund fällt weiter

Welche Steigerungsform von Chaos gibt es? „May“? Wirklich. Es ist kaum vorstellbar, dass sie Anfang Juni im Parlament eine Mehrheit bekommt. Der Devisenmarkt, der gestern doch tatsächlich hoffe, dass May etwas wirklich Neues präsentiert, hat inzwischen die Hoffnung verloren. Das Pfund fällt heute weiter. Mit 1,2666 liegt es aktuell tiefer als gestern und auch auf den tiefsten Stand seit Januar! Heute will Theresa May das Parlament über die Details zu ihrem „neuen Plan“ informieren. Luftnummer Teil 4!?!

Pfund vs USD seit Oktober 2018
Pfund vs USD seit Oktober 2018.

May Brexit
EU-Parlament Präsident Antonio Tajani und Theresa May. Foto: European Parliament „CC-BY-4.0: © European Union 20XY – Source: EP“ CC BY 2.0

weiterlesen
Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen