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Theresa May droht Boeing – und den USA. Handelskrieg statt Freihandelsbakommen?

FMW-Redaktion

Theresa May hat ziemlich eindeutig gedroht, dass die britische Regierung bzw. britische Fluglinien in Zukunft keine Boeing-Flugzeuge mehr bestellen werden. Hintergrund ist die Klage von Boeing gegen den kanadischen Flugzeughersteller Bombardier – woraufhin das amerikanische Handelsministerium einen Strafzoll von knapp 220% auf die C-Linie von Bombardier verhängt hatte (siehe dazu unseren gestrigen Artikel „Trump zeigt Theresa May die kalte Schulter – das hatten sich die Brexit-Befürworter anders vorgestellt!“).

Gegenüber Reportern sagte May heute vormittag, dass das Vorgehen Boeings Konsequenzen haben werde, wenn die Amerikaner die Klage nicht fallen lassen:

“We have a long-term partnership with Boeing, in various aspects of government, and this is not the kind of behavior we expect from a long-term partner and it undermines that partnership.”

Sie werde sich nun, so May, mit der kanadischen Regierung abstimmen, um den Druck auf die amerikanische Regierung zu erhöhen (“how we can work together to impress on the American government the importance of Bombardier to Northern Ireland.”).

Mit dem Strafzoll für die Flugzeuge der C-Linie von Bombardier würden diese Flugzeuge faktisch nicht mehr in den USA verkauft werden können. Bombardier aber ist der größte industrielle Arbeitgeber Nordirlands, tausende von Jobs sind daher in Gefahr.

Bereits gestern hatte der britische Verteidigungsminister Michael Fallon von einem „feindlichen Akt“ gesprochen („hostile act“), der die Beziehungen zwischen UK und den USA belaste. Für Theresa May dagegen ist ein Freihandelsabkommen mit den USA ein zentraler Stützpfeiler des Brexit, um in den Brexit-Verhandlungen mit der EU eine bessere Verhandlungsposition zu haben.

May hatte mehrfach in Telefonaten und auch bei Treffen mit Trump versucht, Druck auf Trump auszuüben mit dem Ziel, dass Boeing die Klage gegen Bomardier fallen lässt. Vergeblich. Boeing wirft den Kanadiern vor, sich einen unfairen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, weil das Unternehmen angeblich Subventionen der Lokalregierung von Quebec erhalte.

Und so könnte, wenn die Dinge schlecht laufen sollten, aus der Hoffnung auf ein Freihandelsabkommen mit den USA bald ein Handelskrieg zwischen den beiden Ländern entstehen. Das aber wäre das letzte, was sich die britische May-Regierung leisten kann..


Theresa May. Foto: Foreign and Commonwealth Office/Wikipedia (CC BY 2.0)



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3 Kommentare

  1. Man kann es sehen wie man möchte, aber die Briten kämpfen für ihre Projekte. Dito die Franzosen (Herr Macron würde ebenso handeln). Selbst der vor Zurückhaltung strotzende D. Trump würde alles tun, was US-Interessen dient.
    Nun der Unterschied zur BRD. Würde ein dt. Politiker in selbiger Art und Weise für dt. Interessen auftreten, wäre zunächst die Antifa auf dem Plan, dann der Verfassungschutz, wir hätten Talkshows ohne Ende, selbstverständlich würde auch die Kirche ihren Senf dazu präsentieren, einen Untersuchungsausschuss gäbe es selbstverständlich auch und Herr Özdemir würde uns Germanen erklären, wie wir die Sitution zu sehen hätten.
    Fazit: Es gibt emanzipierte Staaten und welche die es nicht sind.

    1. Tja, da es nur einen Exportweltmeister gibt, sollte sich Frau May hier vielleicht Rat suchen. Das deutsche Kooperationsmodell funktioniert offensichtlich besser als das angelsächsische Konfrontationsmodell, aber das werdet ihr nationalen Fanatiker wohl nie begreifen.

  2. Das Problem von Frau May ist, sie sitzt in einer Pokerrunde mit ganz miesen Karten auf der Hand. Jetzt muß sie bluffen, was aber nicht laufen wird, weil ihr der Gegner in die Karten schauen kann.

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