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Theresa May: Heute wird vermutlich der „Brexit-Zar“ ernannt – und Parallelen zu Merkel

Was May und Merkel verbindet, was ein "Brexit-Zar" ist - und warum ein Spruch von Margaret Thatcher so wahr ist wie nie..

FMW-Redaktion

Heute wird bekanntlich Theresa May die neue britische Premierministern. Und da UK mindestens noch zwei Jahre in der EU verbleiben wird, stehen nun zwei Frauen an der Spitze der wichtigsten Länder Europas. Und es gibt viele auffallende Parallelen zwischen May und Merkel: beide sind als Erstgeborene in einem Pfarrer-Haushalt aufgewachsen, beide sind Kinder der 1950er-Jahre, beide sind verheiratet und kinderlos, haben ähnliche Hobbies (Kochen und Wandern), beide sind erst vergleichsweise spät in die Politik eingestiegen – Merkel war am Zentralinstitut für physikalische Chemie in Ostberlin, May arbeitete bei der Bank of England, ist also eigentlich Notenbankerin, bevor sie bei einem Unternehmen arbeitete, das Finanzdienstleister beriet.

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Neue Premierminsterin von Großbritannien: Theresa May
Foto: Foto: UK Home Office, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Die Voraussetzungen sind also eigentlich – aufgrund der vielen Parallelen – sehr gut, dass die beiden sich gut verstehen. Was May helfen könnte ist, dass sie aufgrund ihrer Arbeitsbiografie Erfahrung im Finanzsektor hat – ein wichtiges Kriterium bei der Umsetzung des Brexit.

Eines scheint klar: das Kabinett, das May ernennen wird, wird deutlich weiblicher als das unter Cameron der Fall war – das hat ihr Büro in einer Email schon anklingen lassen. Und an zentraler Stelle wird sie eine Funktion neu schaffen, die in britischen Medien als „Brexit-Zar“ bezeichnet wird: also eine Person, die die Austritts-Verhandlungen mit der EU zentral steuert und verantwortet. Eine mögliche Kandidatin für den Job als „Brexit-Zar“ ist Amber Rudd, die derzeit als Staatssekretärin im Energieministerium arbeitet.

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Amber Rudd, die neue „Brexit-Zarin“?
Foto: Amber Rudd
CC BY-SA 3.0

Weitere Kandidaten sind der derzeitige Aussenminister Philip Hammond – oder mit der Staatssekretärin im Entwicklungshilfe-Ministerium, Justine Greening, eine weitere Frau.

Da die Briten seit den 1970er-Jahren keinen eigenen Handelvertrag mehr abgeschlossen haben, wird wohl nun dem „Brexit-Zar“ eine ganze Heerschar an Personen zugeteilt, die hier unterstützen: Anwälte, Berater, Beamte, die teilweise wohl aus dem Ruhestand wieder aktiviert werden. Insgesamt geht man von 300 neuen Jobs noch in diesem Jahr aus – womit klar ist, aus welchen Berufsgruppen die „Brexit-Gewinnler“ stammen werden.

Während also die führenden männlichen Brexit-Befürworter Boris Johnson, Michael Gove, Nigel Farage etc. alle in der Eben verschwunden sind, dürfte nun vor allem ein mit hohem Frauen-Anteil besetztes Team aus Großbritannien den Brexit in der Praxis organisieren.

Wie sagte einst Margreth Thatcher Anfang der 1970er-Jahre: „Wenn du etwas gesagt haben willst – frag einen Mann. Wenn du etwas erledigt haben willst – frag eine Frau“. Dieser Satz war nie wahrer als im heutigen Großbritannien!



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5 Kommentare

  1. Immer wieder bemerkenswert für mich zu lesen, was ihr neben dem Finanz/Börsenhandwerk noch so alles drauf habt und wisst.

    In dem Falle, dass euch das Zitat von Frau Thatcher noch in den Sinn gekommen ist.

  2. In England weiß man mehr: Nicht weil Männer Waschlappen sind und nur das Maul aufreißen können, ist Farage zurückgetreten.
    Das hier steht immerhin im express, also keine alternative Verschwörungs-Zeitung:
    http://www.express.co.uk/news/politics/686146/Strain-family-life-death-threats-Nigel-Farage-Ukip-leader-resignation
    „The charismatic politician, whose shock resignation yesterday had Westminster reeling, has told friends of his growing concern about a series of death threats made towards him and members of his family by Left-wing thugs. He said Ukip’s success had been a „huge chunk“ of his life, but added: „It has come at a cost to me and perhaps to those around me.“ “
    http://www.schweizmagazin.ch/nachrichten/ausland/27490-Nigel-Farage-Brexit-Gegner-drohten-mit-Vergewaltigung.html

  3. http://www.info-direkt.eu/wer-hat-farage-erpresst/
    Hier ist der richtige Ansatz: Nicht die Frauen sind die Mutigen, sondern die Männer. Wo war beim Brexit-Kampf eine Frau vorne, bitte? Nur Männer.
    Jetzt, wo die Schlacht geschlagen ist, aus der 2. Reihe antanzen und breit daherstolzieren? Wow – mutig.

    Die Lügenpresse verdreht die Dinge mal wieder.
    http://genderama.blogspot.de/2014/03/lesermail-familienfreundliche.html
    https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2014/09/08/frauen-in-der-bundeswehr-ein-ratselspiel/
    http://www.liveleak.com/view?i=372_1348501060

  4. Liest zwar so spät und nach Verschwinden des Artikels im Archiv niemand mehr, aber @Sabine hat dahingehend Recht, dass ich mich auch schon wieder maßlos über die Kommentare unserere Medien geärgert hatte – was den Rücktritt der Brexit-Macher anging.

  5. Die haben ja sogar „Farague der Brexsack“ geschrieben. Was sind denn das für asoziale Schweine? Wenn das einer von der AFD oder ein Bischof gesagt hätte, wär die Hölle los gewesen und Frau Merkel wäre persönlich eingeschritten! Aber so betrifft es ja nur die Achse des Bösen. Da darf jeder der politisch Korrekten alles. Wie in der DDR, UDSSR, Zimbabwe, braunsozialistisches Deutschland usw.

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