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Theresa May: Heute wird vermutlich der „Brexit-Zar“ ernannt – und Parallelen zu Merkel

Was May und Merkel verbindet, was ein „Brexit-Zar“ ist – und warum ein Spruch von Margaret Thatcher so wahr ist wie nie..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Heute wird bekanntlich Theresa May die neue britische Premierministern. Und da UK mindestens noch zwei Jahre in der EU verbleiben wird, stehen nun zwei Frauen an der Spitze der wichtigsten Länder Europas. Und es gibt viele auffallende Parallelen zwischen May und Merkel: beide sind als Erstgeborene in einem Pfarrer-Haushalt aufgewachsen, beide sind Kinder der 1950er-Jahre, beide sind verheiratet und kinderlos, haben ähnliche Hobbies (Kochen und Wandern), beide sind erst vergleichsweise spät in die Politik eingestiegen – Merkel war am Zentralinstitut für physikalische Chemie in Ostberlin, May arbeitete bei der Bank of England, ist also eigentlich Notenbankerin, bevor sie bei einem Unternehmen arbeitete, das Finanzdienstleister beriet.

Theresa_May_2015
Neue Premierminsterin von Großbritannien: Theresa May
Foto: Foto: UK Home Office, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Die Voraussetzungen sind also eigentlich – aufgrund der vielen Parallelen – sehr gut, dass die beiden sich gut verstehen. Was May helfen könnte ist, dass sie aufgrund ihrer Arbeitsbiografie Erfahrung im Finanzsektor hat – ein wichtiges Kriterium bei der Umsetzung des Brexit.

Eines scheint klar: das Kabinett, das May ernennen wird, wird deutlich weiblicher als das unter Cameron der Fall war – das hat ihr Büro in einer Email schon anklingen lassen. Und an zentraler Stelle wird sie eine Funktion neu schaffen, die in britischen Medien als „Brexit-Zar“ bezeichnet wird: also eine Person, die die Austritts-Verhandlungen mit der EU zentral steuert und verantwortet. Eine mögliche Kandidatin für den Job als „Brexit-Zar“ ist Amber Rudd, die derzeit als Staatssekretärin im Energieministerium arbeitet.

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Amber Rudd, die neue „Brexit-Zarin“?
Foto: Amber Rudd
CC BY-SA 3.0

Weitere Kandidaten sind der derzeitige Aussenminister Philip Hammond – oder mit der Staatssekretärin im Entwicklungshilfe-Ministerium, Justine Greening, eine weitere Frau.

Da die Briten seit den 1970er-Jahren keinen eigenen Handelvertrag mehr abgeschlossen haben, wird wohl nun dem „Brexit-Zar“ eine ganze Heerschar an Personen zugeteilt, die hier unterstützen: Anwälte, Berater, Beamte, die teilweise wohl aus dem Ruhestand wieder aktiviert werden. Insgesamt geht man von 300 neuen Jobs noch in diesem Jahr aus – womit klar ist, aus welchen Berufsgruppen die „Brexit-Gewinnler“ stammen werden.

Während also die führenden männlichen Brexit-Befürworter Boris Johnson, Michael Gove, Nigel Farage etc. alle in der Eben verschwunden sind, dürfte nun vor allem ein mit hohem Frauen-Anteil besetztes Team aus Großbritannien den Brexit in der Praxis organisieren.

Wie sagte einst Margreth Thatcher Anfang der 1970er-Jahre: „Wenn du etwas gesagt haben willst – frag einen Mann. Wenn du etwas erledigt haben willst – frag eine Frau“. Dieser Satz war nie wahrer als im heutigen Großbritannien!

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    gerd

    13. Juli 2016 12:52 at 12:52

    Immer wieder bemerkenswert für mich zu lesen, was ihr neben dem Finanz/Börsenhandwerk noch so alles drauf habt und wisst.

    In dem Falle, dass euch das Zitat von Frau Thatcher noch in den Sinn gekommen ist.

  2. Avatar

    sabine

    13. Juli 2016 20:48 at 20:48

    In England weiß man mehr: Nicht weil Männer Waschlappen sind und nur das Maul aufreißen können, ist Farage zurückgetreten.
    Das hier steht immerhin im express, also keine alternative Verschwörungs-Zeitung:
    http://www.express.co.uk/news/politics/686146/Strain-family-life-death-threats-Nigel-Farage-Ukip-leader-resignation
    „The charismatic politician, whose shock resignation yesterday had Westminster reeling, has told friends of his growing concern about a series of death threats made towards him and members of his family by Left-wing thugs. He said Ukip’s success had been a „huge chunk“ of his life, but added: „It has come at a cost to me and perhaps to those around me.“ “
    http://www.schweizmagazin.ch/nachrichten/ausland/27490-Nigel-Farage-Brexit-Gegner-drohten-mit-Vergewaltigung.html

  3. Avatar

    sabine

    13. Juli 2016 21:35 at 21:35

    http://www.info-direkt.eu/wer-hat-farage-erpresst/
    Hier ist der richtige Ansatz: Nicht die Frauen sind die Mutigen, sondern die Männer. Wo war beim Brexit-Kampf eine Frau vorne, bitte? Nur Männer.
    Jetzt, wo die Schlacht geschlagen ist, aus der 2. Reihe antanzen und breit daherstolzieren? Wow – mutig.

    Die Lügenpresse verdreht die Dinge mal wieder.
    http://genderama.blogspot.de/2014/03/lesermail-familienfreundliche.html
    https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2014/09/08/frauen-in-der-bundeswehr-ein-ratselspiel/
    http://www.liveleak.com/view?i=372_1348501060

  4. Avatar

    gerd

    14. Juli 2016 01:00 at 01:00

    Liest zwar so spät und nach Verschwinden des Artikels im Archiv niemand mehr, aber @Sabine hat dahingehend Recht, dass ich mich auch schon wieder maßlos über die Kommentare unserere Medien geärgert hatte – was den Rücktritt der Brexit-Macher anging.

  5. Avatar

    sabine

    14. Juli 2016 18:52 at 18:52

    Die haben ja sogar „Farague der Brexsack“ geschrieben. Was sind denn das für asoziale Schweine? Wenn das einer von der AFD oder ein Bischof gesagt hätte, wär die Hölle los gewesen und Frau Merkel wäre persönlich eingeschritten! Aber so betrifft es ja nur die Achse des Bösen. Da darf jeder der politisch Korrekten alles. Wie in der DDR, UDSSR, Zimbabwe, braunsozialistisches Deutschland usw.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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