Folgen Sie uns
  • Börsenseminar
  • Brokervergleich
  • Kostenlos das TRADERS´ Magazine erhalten

Devisen

Theresa May in Brüssel: EU blockiert und bietet merkwürdige Hilfe an

Veröffentlicht

am

Es kam wie erwartet. Theresa May flog heute nach Brüssel, und sicher gab es ein leckeres Mittagessen. May dachte sie könnte durch einen Zaubertrick irgendwas erreichen, aber den Trick gab es nicht. Den offiziellen Text vom Ergebnis des Treffens hatten die Presseleute der EU-Kommission vielleicht schon vorher verfasst? Denn genau so klingt er. Ein nettes Treffen war es, und bis Ende Februar wolle man sich erneut treffen usw.

Ach ja, ein Almosen hat Jean-Claude Juncker der lieben Theresa May dann noch angeboten. Über EU-EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger wurde heute der Vorschlag übermittelt, dass im Falle eines harten Brexit ein Notfallhaushalt durch die EU für UK aufgestellt werden könne. Großbritannien könne auch bei einem harten Brexit weiterhin Gelder aus EU-Töpfen erhalten zum Beispiel für Forschung und Landwirtschaft auf der Insel, müsste dafür aber auch weiter in die EU-Kasse einzahlen.

Und das bei einem harten Brexit? Klingt eigentlich mehr nach Satire oder Veralberung als nach einem Almosen – aber wie auch immer. So ein Notfall-Haushaltsplan solle die schlimmsten finanziellen Auswirkungen für beide Seiten abfedern, wie es die EU-Kommission heute ausdrückt. Das klingt eher danach, dass man versucht aus Höflichkeit überhaupt irgendwas anzubieten.

Aber der Witz an der Sache ist: Dieser Vorschlag behandelt ja den Fall eines harten Brexit. Und May kam heute nach Brüssel, um alles dafür zu tun, dass der harte Brexit vermieden wird. Was für eine Lachnummer. Der Devisenmarkt scheint irgendetwas Hoffnungsvolles in dem Treffen gesehen zu haben. Nur was? Um 13 Uhr fiel das Pfund nach der Zinsentscheidung der Bank of England. Aber danach stieg es spürbar an gegen den USD um gut 80 Pips. Tja, die Hoffnung stirbt zuletzt. So wird es also weitere Treffen geben. Und die Zeit rennt dahin.

Wer die Aussagen der EU-Kommission gerne lesen möchte, hier die Worte aus Brüssel im Zitat:

Kommissionspräsident Juncker und die britische Premierministerin May sind heute (Donnerstag) in Brüssel zusammengekommen, um die nächsten Schritte für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union zu besprechen. In einer gemeinsamen Erklärung betonten Juncker und May ihre Entschlossenheit, „eine starke Partnerschaft für die Zukunft zu erreichen, angesichts der globalen Herausforderungen, denen EU und Vereinigtes Königreich gemeinsam gegenüberstehen, bei der Aufrechterhaltung eines offenen und fairen Handels, der Zusammenarbeit beim Kampf gegen Klimawandel und Terrorismus sowie der Verteidigung des regelbasierten internationalen Systems.“ Präsident Juncker unterstrich, dass die EU27 das Austrittsabkommen nicht neu verhandeln werde, betonte aber seine Bereitschaft, die politische Erklärung über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich zu ergänzen. Beide Seiten vereinbarten ein weiteres Treffen vor Ende Februar.

In der gemeinsamen Erklärung heißt es weiter: „Die Premierministerin beschrieb den Kontext im britischen Parlament und die Beweggründe für die Abstimmung im Unterhaus in der vergangenen Woche, die eine rechtsverbindliche Änderung der Bedingungen für den Backstop anstrebt. Sie sprach verschiedene Optionen an, um diese Bedenken im Rahmen des Austrittsabkommens im Einklang mit ihren Verpflichtungen gegenüber dem Parlament zu behandeln.

Präsident Juncker betonte, dass die EU27 das Austrittsabkommen nicht aufschnüren wird, das einen sorgfältig ausgewogenen Kompromiss zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich darstellt, in dem beide Seiten erhebliche Zugeständnisse gemacht haben, um zu einem Abkommen zu gelangen. Präsident Juncker erklärte sich jedoch bereit, den Wortlaut der von der EU27 und dem Vereinigten Königreich vereinbarten politische Erklärung zu ergänzen, um ehrgeiziger zu sein in Bezug auf Inhalt und Geschwindigkeit, wenn es um die künftigen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich geht. Präsident Juncker wies darauf hin, dass jede Lösung zwischen dem Europäischen Parlament und der EU27 vereinbart werden müsse.

Die Diskussion war robust, aber konstruktiv. Trotz der Herausforderungen waren sich die beiden Seiten einig, dass ihre Teams Gespräche darüber führen sollten, ob ein Weg gefunden werden kann, der im britischen Parlament die größtmögliche Unterstützung findet und die vom Europäischen Rat vereinbarten Leitlinien respektiert.“

May und Juncker heute in Brüssel
May und Juncker heute in Brüssel. Foto: © European Union, 2019 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Etienne Ansotte

3 Kommentare

3 Comments

  1. leftutti

    7. Februar 2019 16:43 at 16:43

    Das satirische Almosen war auf alle Fälle gut genug für 142 Pips nach oben beim GBP. Und ich hatte mittags noch genau in diese Richtung ein Witzchen hier gerissen 😀
    https://finanzmarktwelt.de/tusk-brueskiert-may-116417/#comment-53800

  2. leftutti

    7. Februar 2019 17:41 at 17:41

    @Markus Fugmann, ist denn das GBP nicht eher um 142 Pips gestiegen? Um 14 Uhr erreichte es sein Tief bei 1,28535, danach kam der rapide Anstieg bis auf 1,29958. Um diese Uhrzeit habe ich zum ersten Mal von dem Almosenangebot gelesen.

  3. leftutti

    7. Februar 2019 22:06 at 22:06

    @Markus Fugmann, ist ja auch nicht so wichtig, ich wollte nur sicher gehen, da in letzter Zeit präzise Daten und Fakten im Fokus stehen. Und 77% Divergenz könnten meinen schlechten Ruf zementieren, sachliche Diskussionen, Fakten und Wahrheiten zu verweigern.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Devisen

Rüdiger Born: Indizes und Euro im Fokus

Veröffentlicht

am

Erlahmt der Aufwärtsschwung in den Indizes derzeit? Das schaue ich mir im folgenden Video direkt am Chart genauer an. Aufwärts- und Abwärts-Chancen bespreche ich im Detail. Auch die Lage bei EURUSD will ich ansprechen. Der Dax ist heute mein „Trade des Tages“. Wollen Sie diese und alle kommenden Analysen im Detail lesen, dann melden Sie sich gerne hier an. Der Service ist vollkommen kostenfrei!

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

weiterlesen

Devisen

Pfund fällt auf tiefsten Stand seit zwei Jahren – Johnson-Horror im Anflug

Veröffentlicht

am

Wir „Kleingeistigen“ bei FMW predigen es schon seit Monaten. Nur warum hört der Markt nicht auf uns? (Scherz) Nein, wir geben natürlich keine Handelsempfehlungen, und wollen auch niemanden zu seinem Glück/Pech verleiten. Aber uns fiel doch seit Monaten auf, dass das britische Pfund noch viel zu hoch notierte, wenn man bedenkt, was für ein Chaos rund um den Brexit herrscht. Kurzzeitig half in den letzten Wochen der schwache Dollar (USA senken Zinsen), der noch schwächer war als das britische Pfund. Somit wurde das schwache Pfund davon abgehalten gegen den US-Dollar weiter zu fallen. Bis jetzt.

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

Heute fällt das britische Pfund auf den tiefsten Stand seit April 2017, wenn man von einem winzigen Down-Tick im Januar 2019 absieht, wo GBPUSD bis auf 1,2397 fiel. Aber im Chart sieht man gut, dass dieser Januar-Absturz nur ein Ausbrecher nach unten war, und keine echte Abwärtsbewegung. Heute aber ist die Abwärtsbewegung echt, wie der rechte Rand am Chart gut zeigt. Die große Klippe bei 1,2480 hatte das Pfund gegen den USD schon vor Tagen unterschritten, aber der weitere Abwärtsruck fehlte. Nun ist GBPUSD durchgerutscht von 1,2517 auf 1,2408 (aktuell 1,2422).

Irgendwie scheint den Devisenhändlern in London erst jetzt so richtig klar zu werden, dass Boris Johnson doch tatsächlich neuer Premier werden wird? Ohhhh, möchte man fast sagen… was für eine neue Erkenntnis? Unter Johnson wird der Chaos- und Horror-Brexit für die Briten nur noch schlimmer werden – so darf man es vermuten!

Ein kurzer Rückblick auf heute früh. Die britischen Löhne für Mai wurden heute mit +3,4% besser als erwartet vermeldet (+3,1%). Eigentlich wäre das ein kleines Indiz für steigende Zinsen in UK gewesen, und somit auch für ein steigendes Pfund. Gut, diese eine Zahl ist nur ein winziger Teil der Gesamtbetrachtung für die Zinssituation. Aber dennoch ist es erstaunlich, dass diese Zahl heute früh dem Pfund nicht geholfen hat. Nein, die Devisenhändler fokussieren sich jetzt weniger auf Zinsen, sondern mehr auf Boris Johnson. Die parteiinterne Wahl eines neuen Chefs und somit die Wahl des neuen britischen Premiers geht in die Endphase. Johnson und sein Kontrahent Jeremy Hunt sprachen mal wieder über den Brexit und das Nordirland-Problem.

Beide Kandidaten machten klar, dass sie bezüglich des Backstop für Nordirland keine fünfjährige Frist oder einseitige Ausstiegsklausel akzeptieren würden. Wir ersparen uns an dieser Stelle weitere ermüdende Details. Denn es ist immer das selbe Bla Bla. Aber offenbar ist heute so einigen Tradern klar geworden, dass die Zeit bis zum Oktober (dann soll UK wirklich endlich austreten) wie ein Trichter ohne Fluchtmöglichkeit abläuft. Und besser werden kann die Situation für die Briten zumindest nach aktuellem Stand nicht. Der Weg für das britische Pfund scheint nach unten erst einmal offen zu sein! (dies ist KEINE Handelsempfehlung).

Pfund vs USD seit 2016
GBPUSD seit 2016.

weiterlesen

Devisen

USDJPY: Zeit für eine Erholung – Dollar wieder stärker erwartet

Veröffentlicht

am

In den letzten Handelstagen haben wir beim USDJPY eine Seitwärtstrend beobachtet. Es hat sich ein starker Boden bei 107,81 ausgebildet, der den Kurs auf der Unterseite stoppt. Es hat mehrere Versuche gegeben diese Unterstützung zu brechen. So wie es aber aussieht, sitzen in diesem Bereich viele größere Kauforders, die immer wieder dafür sorgen, dass der Preis nicht tiefer fallen kann. Der Kurs bewegt sich aktuell in einer engen Spanne, da die Marke von 108,01 auf der Oberseite einen massiven Widerstand darstellt. Die Indikatoren generieren Long-Signale. Also ist von der technischen Seite mit einem Ausbruch Richtung Norden zu rechnen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es nach dem Break-Out zu einer erhöhten Volatilität kommen wird. Als nächstes Ziel kann man im kurzfristigen Bereich den Preis von ca. 108,27 erkennen (MA 120-blaue Linie). Sollte diese Hürde ebenfalls genommen werden, ist der Weg bis 108,59 frei. Hier sollte man allerdings langsam an den Ausstieg denken oder wenigstens die Long-Positionen absichern.

 
Werbung: Trade.com bietet einen der geringsten Spredas aller CFD-Broker beim Germany 30 CFD. Vollständiger Kunden-Support in deutscher Sprache! Und wir bieten Ihnen ein umfangreiches und kostenloses Ausbildungspaket für Ihr zukünftiges Trading. Handeln Sie zum Beispiel Google, Apple, GBP/USD, EUR/GBP, Gold, FTSE, DAX und über 2.100 weitere globale CFDs, einschließlich den neuen Cannabis-Aktien Mehr dazu erfahren Sie beim Klick an dieser Stelle.

Sollte es wider erwartend zu einer Enttäuschung im Markt kommen, wird der Support bei 107,81 erneut angegriffen. Hier empfiehlt es sich jedoch wirklich die Bestätigung abzuwarten, bevor man sich für die Short-Seite entscheidet. Als Kursziel kann man dann den Level bei 107,53 sehen, wo sich das letzte signifikante Low befindet.

Korrelationen von USDJPY zu den anderen Majors unbedingt beachten

Beim Devisenhandel spielen die Korrelationen zwischen den Währungspaaren häufig eine wichtige Rolle. Es ist also für jeden Forex-Trader ratsam, sich mit diesem Thema genauer zu beschäftigen. USDJPY korreliert zum Beispiel gerne mit EURUSD und EURJPY. Es ist natürlich nicht immer 1 zu 1 zu nehmen. Denn auch andere Faktoren wie zum Beispiel die Wirtschaftsdaten spielen eine wichtige Rolle. Trotzdem ist es empfehlenswert den Kursverlauf bei den anderen Majors mitzuverfolgen.

Wer den Yen gerne handelt, sollte den Wirtschaftskalender aus Japan immer im Blick behalten. Oft entstehen dann die größten Kurssprünge. Da es aber meistens nachts unserer Zeit stattfindet, empfiehlt es sich, die Positionen immer auf beiden Seiten abzusichern, damit es nach dem Aufwachen zu keinen bösen Überraschungen kommt. Wer dagegen klug und verantwortungsvoll mit seinem Kapital umgeht, kann oft in der Nacht schöne Gewinne erzielen und sein Geld im Schlaf verdienen.

USDJPY Charttechnik

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

weiterlesen
Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen