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Devisen

Theresa Mays Untergang, der Handelskrieg und die Fed

Markus Fugmann

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am

Von Naeem Aslam, chief market strategist bei ThinkMarkets

 

Das politische Ende von Theresa May

Die Sonne geht für Theresa May unter, ihre Tage als Premierministerin sind gezählt. Der britischen Abgeordneten haben deutlich gemacht, dass May offenkundig nicht in der Lage ist, den Job bei der Übergabe des Brexit-Deals auszuführen. Es ist also an der Zeit, das Büro zu verlassen.

Spekulanten wetten, dass sie innerhalb weniger Tage zurücktreten wird, was für das Pfund Sterling mehr Volatilität bedeutet. Sie hat gestern ihren letzten Trick ausprobiert: May bot engere Beziehungen zur Zollunion und auch die Möglichkeit eines weiteren Referendums an. Die Nachrichten brachten zunächst viel Aufregung für das Pfund Sterling mit sich, und wir erlebten einen enormen Anstieg des Preises – aber das begann zu verblassen, als die Händler erkannten, dass das, was sie anbot, nichts Neues war. Labour-Parteichef Jeremy Corbyn machte deutlich, dass der Deal nicht willkommen ist und es nichts Neues gibt, außer der Verpackung.

 

Der Handelskrieg

Was die globalen Aktienmärkte betrifft, so hatten wir in Asien einen ziemlich unspektakulären Verlauf, die US-Futures notierten kaum verändert. Der Schwerpunkt liegt auf dem Handelskrieg, und die Führer beider Länder, der USA und Chinas, scheinen dies als Schachspiel wahrzunehmen. Sie sind sich der Folgen ihres Handelns für das globale Wachstum scheinbar nicht bewusst. Ihre Disney-Welt sagt ihnen, dass die andere Partei mehr leidet – aber die Realität ist, dass in einem Handelskrieg niemand wirklich gewinnt.

Die chinesischen Beamten haben gestern ein weiteres positives Signal an die Trump-Administration gesendet, dass das Land bereit ist zu verhandeln, aber die USA müssten dafür ihr „Mobbingverhalten“ aufgeben.

 

Die Fed und der Dollar

An den Devisenmärkten dreht sich alles um die Stärke des mächtigen Dollars. Seit März hat er an Fahrt gewonnen, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich dies ändert. Dies trotz der Tatsache, dass die Fed in Bezug auf ihre Geldpolitik einen dvishen Ton angeschlagen hat. Noch gestern bestätigte James Bullard, St. Louis Fed, dass das Inflationswachstum überhaupt nicht beeindruckend sei, und wenn es so weitergehe, habe er kein Problem damit, eine Zinssenkung zu unterstützen. Aber wenn man sich den Dollar-Index ansieht, scheint es nicht so zu sein, dass Händler darauf achten. Der allmächtige Dollar scheiterte erst beim Widerstand von 98,32 und handelt derzeit bei 98,08.

Im Laufe des Tages haben wir das Protokoll der FOMC-Sitzung, und die Händler werden sich sehr genau damit befassen, um den Standpunkt der Fed gegenüber ihrer Geldpolitik zu beurteilen. Was in diesem Protokoll ganz wichtig sein wird, ist die Reaktion der Fed auf den anhaltenden Handelskrieg und die Verlangsamung des globalen Wachstums. Wir erwarten nichts Neues von der Fed, es ist sehr wahrscheinlich, dass die Fed den anhaltenden Handelskrieg zwischen den USA und China ignoriert.

 

 

Naeem Aslam

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Warnsignal

    22. Mai 2019 14:36 at 14:36

    Apropos „Mobbingverhalten“ der USA: (Reuters News) – Das Bundeswirtschaftsministerium hat die US-Sanktionsdrohungen gegen das deutsch-russische Pipelineprojekt zur Kenntnis genommen und lehnt extraterritoriale Sanktionen grundsätzlich ab.

    Die Amis wollen alle an dem Projekt beteiligten Unternehmen mit Sanktionen belegen (auch Deutsche). Offiziell wegen der Sorge um die Energieabhängigkeit Deutschlands von Russland, inoffiziell geht es aber wohl um Absatzkonkurrenz bei Gas.

    Soviel zu der Illusion, Trump will keinen Zweifrontenkrieg. Man denke nur an die Sanktionen gegen Venezuela, den Iran, die Türkei, Russland und demnächst eben auch gegen Deutschland. Soviel Interventionismus wie unter Trump gab es lange nicht. Würde Obama das alles verzapfen, hätte Trump sicher schon brutal dagegen getwittert.

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Rüdiger Born: Aktuelle Lage im Dow, mögliche Idee für den Yen

Rüdiger Born

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Warum sich der Goldpreis vor dem Wochenende gestärkt zeigt

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis zeigt sich auch heute gestärkt. Wir hatten es gestern bereits angesprochen. Der diese Woche gelaufene Aufwärtstrend im Gold scheint noch nicht nachhaltig zu sein, weil in den letzten Tagen die Anlegergelder weiterhin aus Gold-ETF abflossen. Von daher sollte man dem Aufwärtstrend bei Gold noch nicht blind vertrauen. Aber es ist ein ordentlicher Anstieg.

Der Goldpreis stürzte in den letzten Wochen fast 200 Dollar in den Keller, weil die Kapitalmärkte deutlich mehr Hoffnung auf die Corona-Imfpungen hatten, und daher bereit waren in riskantere Geldanlagen zu investieren. Gold war weniger interessant. Seit dieser Woche ist aber (wir erwähnten es gestern) die wichtige negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar wieder angesprungen. Der Dollar fiel immer weiter, und der Goldpreis stieg. Auch heute sehen wir eine weitere Dollar-Abwertung, und Gold (Montag noch bei 1.764 Dollar) konnte sich bis vorhin noch robust bei 1.840 Dollar behaupten (aktuell 1.836 Dollar).

Den Vergleichschart von gestern zwischen Gold und US-Dollar setzten wir hiermit aktualisiert fort. Die Trends sind weiterhin intakt – zumindest in diesem Augenblick. Wir sehen den gegenläufigen Verlauf seit Anfang der Woche. Auch wenn der Goldpreis ganz aktuell ein paar Dollar fällt, so ist die gegenläufige Bewegung im Gesamtbild der Woche erkennbar. Der US-Dollar befindet sich aktuell am tiefsten Punkt seit Frühjahr 2018. Diese Talfahrt hatten wir heute in einem separaten Artikel besprochen (mehr dazu hier).

Chart zeigt Goldpreis gegen US-Dollar seit Anfang der Woche

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Devisen

Die Talfahrt des US-Dollar – was ist da los?

Claudio Kummerfeld

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Brennende US-Dollar Scheine

Der US-Dollar fällt, und fällt, und fällt. Im Chart sehen wir den Kursverlauf des Dollar-Index seit Ende 2017. Der Dollar-Index zeigt den Verlauf des US-Dollar gegen einen Korb aus anderen wichtigen Währungen wie Euro, Pfund, Yen etc. Aktuell ist die US-Währung auf den tiefsten Stand seit April 2018 gefallen.

Korrelation des US-Dollar zur Coronakrise

Ganz klar sieht man im Chart das Hoch des US-Dollar aus März 2020 bei 103,78 Indexpunkten. Bis jetzt ist es ein klarer Absturz auf aktuell 90,62 Punkte. Der Grund dafür ist offensichtlich. Der US-Dollar fungierte zum Ausbruch der Coronakrise als der globale Fluchthafen. Anleger flohen aus unsicheren Geldanlagen und unsicheren Schwellenländerwährungen, und parkten das Geld in der weltweit größten Reservewährung. Und je mehr Hoffnung auf eine Entspannung der Coronakrise aufkam, desto mehr verlor der US-Dollar wieder, weil die Anleger risikofreudiger wurden, und ihre Gelder umschichteten in riskantere Anlagen mit höherem Renditepotenzial, wie zum Beispiel Anleihen in Schwellenländern, wozu natürlich Dollar verkauft, und die jeweilige Landeswährung gekauft werden musste.

Bereits am 17. November, wo der US-Dollar noch höher notierte, besprach ich die bedrohliche Lage für den Greenback, und warum er womöglich nächstes Jahr abwerten könnte. Dieses Szenario scheint der Devisenmarkt jetzt vorweg zu nehmen. Neben der Entspannung der Coronakrise (Impfungen starten wohl noch im Dezember) steht womöglich nächstes Jahr auch ein stärkeres Wirtschaftswachstum außerhalb der USA an. Und vermutlich dürfte die weitere Staatsverschuldung und Gelddruckerei in den USA noch stärker laufen als in Europa, was den US-Dollar gegen den Euro noch schwächer dastehen lassen könnte.

Negativen Ausblick vorwegnehmen

Der anerkannte Experte Holger Zschaepitz von der WELT twitterte jüngst zum immer weiter fallenden US-Dollar, dass die Investoren am Devisenmarkt wohl den negativen Ausblick für die US-Währung für 2021 schon jetzt einpreisen würden. Man sehe bitte: Der Euro notiert aktuell gegen den US-Dollar mit 1,2161 auf dem höchsten Stand seit April 2018. Also sehen wir hier eine korrespondierende Schwäche des Dollar-Index wie auch des US-Dollar gegen den Euro. Kein Wunder, denn der Euro ist das absolute Schwergewicht im Dollar-Index als Gegenpart zum US-Dollar.

Die Experten der Commerzbank erwähnen ganz aktuell aus rein charttechnischer Sicht (!), dass Rückgänge im Währungspaar Euro gegen US-Dollar bei 1.1936 auf eine erste Unterstützung, und bei dem Tief vom 23. November und der 55- Tagelinie bei 1.1800/09 auf gute Unterstützung treffen. EUR/USD biete weiter Aufwärtspotential, solange sich der Markt über der 6-Monatsunterstützungslinie bei 1.1749 befinde.

Negative Faktoren für den US-Dollar

Aber gut, wir schauen hier ja auf das größere Bild für den US-Dollar, und das auch eher aus fundamentaler Sicht. Joe Biden dürfte als US-Präsident versuchen so kräftig wie nur irgendmöglich auf die Stimulus-Pumpe zu drücken, und die Fed dürfte ihn dabei mit der Druckerpresse ordentlich unterstützen. Es scheint zumindest so zu sein, dass dem US-Dollar kein bullisches Jahr 2021 bevorsteht. Und es scheint gemäß des aktuell immer weiter fallenden Greenback so auszusehen, dass die Trader am Devisenmarkt schon jetzt kräftig short dabei sind. Ebenso verstärken die Impfstoff-Hoffnungen wohl immer mehr den Risikohunger der Anleger, was bei den globalen Geldflüssen gegen den US-Dollar spricht.

Noch was: Alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, profitiert grundsätzlich von seiner Schwäche. So konnte diese Woche vor allem der zuletzt immer weiter schwächelnde Goldpreis (endlich?) von der Dollar-Schwäche profitieren. Und so stieg Gold diese Woche von 1.765 auf 1.840 Dollar. Erwähnenswert zur Dollar-Schwäche ist derzeit auch noch die aktuell eigenständige Pfund-Stärke.  Die Devisenmärkte sind optimistisch, dass in Kürze ein Brexit-Deal zwischen UK und EU zustande kommen wird. Dies preist man mit einem steigenden Pfund ein. Da das Pfund Teil des Währungskorbs im Dollar-Index ist, stellt dies einen weiteren schwächenden Faktor gegen den US-Dollar dar. Natürlich kann niemand vorhersagen, ob der US-Dollar die nächsten Monate wirklich weiter fallen wird. Aber Stand heute gibt es dafür einige gute Gründe.

Chart zeigt Verlauf im US-Dollar seit Ende 2017

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