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Thyssenkrupp: Dieser Chart kostet CEO den Job, trotz Stahlfusion mit Tata

Claudio Kummerfeld

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Thyssenkrupp trennt sich von seinem Vorstandsvorsitzenden Heinrich Hiesinger. Besser gesagt: Er bittet den Aufischtsrat um eine „einvernehmliche Vertragsauflösung“. So sehr wie bei Thyssenkrupp wurde ein Chef wohl noch nie aus seinem Büro herausgelobt wie in diesem Fall. Im Twitter-Account von Thyssenkrupp überschlägt man sich aktuell mit Lobeshymnen auf Hiesinger. Nur dank ihm habe die Firma überhaupt in den letzten Jahren überleben können, und man habe ihm unendlich viel zu verdanken usw.

Es sieht wirklich merkwürdig aus. Erst am Mittwoch wurde die Fusion der gesamten Stahlsparte von Thyssenkrupp mit der indischen Tata Steel verkündet. Der komplette Stahlbereich verlässt das operative Geschäft der Firma, und wird eigenständig weiter arbeiten. Thyssenkrupp schöpft also quasi nur noch ein Mal im Jahr 50% der Dividende aus dem neuen Stahlunternehmen ab. Das war´s, mehr nicht. Man bleibt im Aufsichtsrat vertreten, und begleitet die neue Firma quasi als Kapitalinvestor.

Gestern Abend bat Hiesinger offiziell seinen Aufsichtsrat um Vertragsauflösung. Vermutlich wird es aber eher eine Flucht gewesen sein. Besser das Gesicht wahren und um Vertragsauflösung bitten, bevor extrem ungeduldige Finanzinvestoren den Aufsichtsrat drängen Hiesinger zu entlassen. Denn große aggressive Investoren aus der Private Equity/Hedgefonds-Szene halten einen bedeutenden Anteil an Thyssenkrupp.

Cevian Capital und Elliott Management kontrollieren 20% der Anteile. Wie man in Finanzkreisen hört, gab es sagen wir mal vorsichtig ausgedrückt „Unzufriedenheit“ bei diesen Investoren über die langfristige Performance der Aktie. Das wird Hiesinger´s Position wohl geschwächt haben. Kam er seiner Entlassung zuvor? Wollen diese aggressiven Investoren womöglich den Rest von Thyssenkrupp weiter filetieren und so einen ganz kurzfristigen Mehrwert für die Aktionäre schaffen, zum Beispiel über Sonderdividenden?

Bis am Ende nichts mehr vom Laden übrig bleibt als eine leere Hülle. Wie die Gespräche im Hintergrund genau verlaufen sind, werden wir Außenstehenden wohl nie erfahren. Aber da gäbe es ja noch die „Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung“. Sie hält 21% der Thyssenkrupp-Aktien. Hätte sie einen Verbleib von Hiesinger gewollt – ein lauter Hinweis hierzu hätte wohl gereicht. Offenbar sehen alle Seiten die schwache Performance der Aktie. Es wirkt so als habe man sich gesagt: Komm, lass den Hiesinger den Tata-Deal noch machen, dann schmeißen wir ihn raus, wenn er nicht von selbst geht.

Die Aktie notiert heute mit +1,4%, obwohl man heute schon deutlich höher im Plus lag. Der Markt sendet damit folgendes Zeichen: Ein Wechsel in der Chefetage könnte Bewegung bringen in die Hoffnung, dass „der Laden“ noch weiter restrukturiert beziehungsweise weiter aufgespalten wird. Immerhin war Hiesinger sieben Jahre lang Chef, und womöglich sahen Aktionäre keine Hoffnung mehr auf wirklich einschneidende Reformen bei der Rest-Firma (ohne Stahl). Möglicherweise steht ein weiterer Kahlschlag mit Entlassungen bei Thyssenkrupp bevor? Das dürfte der Aktie kurzfristig gut tun.

Der Langfristchart am Ende des Artikels zeigt den Vergleich der Aktie in den letzten 14 Jahren mit dem Dax. 2011 begann die Abkopplung, der Dax stieg immer weiter, Thyssenkrupp stagnierte. Ganz einfach runtergebrochen wird das der Grund sein, warum nun aus Aktionärssicht endlich was passieren muss! Eigentlich wollte Hiesinger nächste Woche weiter Umstrukturierungspläne mit dem Aufsichtsrat besprechen. Aber vermutlich war das zu lau für die Aufsichtsräte, von denen einige auch aus dem Kreis der Finanzinvestoren stammen.

Zitat Thyssenkrupp:

Prof. Dr. Ulrich Lehner: „Der Vorstand unter Leitung von Heinrich Hiesinger hat thyssenkrupp aus einer existenzbedrohenden Krise befreit und das Unternehmen in Umsetzung der mit dem Aufsichtsrat vereinbarten Strategie zukunftsfähig gemacht. Ohne Heinrich Hiesinger würde es thyssenkrupp nicht mehr geben. Ich bin ihm zutiefst dankbar für das, was er erreicht hat und vor allem für die Art und Weise, wie er es erreicht hat: klug, bescheiden, konsequent – mit Weitblick und einem tief verankerten Verständnis von unternehmerischer und gesellschaftlicher Verantwortung – als Vorbild und immer gleichermaßen im Interesse von Kunden, Mitarbeitern und Aktionären.“

Thyssenkrupp-Aktie vs Dax
Die Thyssenkrupp-Aktie seit 2004 in orange vs Dax in schwarz.

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    P.Kretschmer

    6. Juli 2018 21:10 at 21:10

    Ich hoffe nur, dass ein Nachfolger eine vernünftige Strategie mitbringt. Momentan
    sieht es so aus,als ob die Geldhaie das grosse Fressen vorbereiten. Ich hoffe nur,
    dass es bei ThyssenKrupp wieder ruhiger wird.

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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