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Märkte

Tief im Öl erreicht? Diese Profis sagen JA

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wir sehen (wie schon mehrfach berichtet) den Oil Freeze jetzt am Sonntag 17. April recht kritisch. Auch der Öl-Chef von Glencore Alex Beard sagte jüngst laut WSJ, dass er keinen Effekt durch das Treffen in Doha auf den Ölpreis sehe. Er sehe eine Chance für eine Enttäuschung, und keine Möglichkeit für eine positive Überraschung. Aber lassen wir jetzt mal den Oil Freeze in Doha bei Seite. Auf dem FT Commodities Global Summit in Lausanne kamen jüngst diverse Chefs von Öl-Handelsunternehmen zusammen um die aktuelle Lage zu diskutieren, grundsätzlich und nicht auf das Doha-Meeting bezogen.

Ein Offizieller der Schweizer Handelsfirma Gunvor Group sagte laut WSJ es gäbe zwar noch Volatilität, aber generell sei der Trend aufwärts gerichtet. Es werde eine langsame Erholung Richtung 60-70 Dollar pro barrel geben. Laut Jeremy Weir, dem Chef der Trafigura Group, soll eine Ausbalancierung zwischen Angebot und Nachfrage im 3. oder 4. Quartal erreicht werden. Die Schweizer Firma Mercuria Energy Group erwartet 50 Dollar pro Barrel für 2017. Davon sind wir ja im Augenblick gar nicht mehr so weit entfernt.

Der allgemeine Tenor: Falls keine Katastrophen mehr eintreten, war es das mit den Tiefs und gegen Ende 2016 geht es aufwärts. Kritisch angemerkt wurden aber auch die hohen Lagerbestände, die noch abgebaut werden müssen. Wir haben uns ja schon oft zum Oil Freeze und zu den hohen Lagern geäußert. Beide Umstände und das momentane Überangebot sind fundamentale Gründe gegen einen Ölpreis-Anstieg, aus unserer Sicht!

Aber natürlich können wir uns irren. Wie ein Leser uns gestern schrieb: „Öl will nach oben“.

Schaut man nur auf den Kurs, ist das eine Tatsache. Und auch die Stimmen dieser Handelsfirmen hat Gewicht. Denn die vorher genannten sind keine Zocker am Terminmarkt, sondern sind damit beschäftigt ganz real Ölprodukte zu transportieren und an Abnehmer zu verkaufen. Sie haben einen realeren Einblich in den tatsächlichen Markt als z.B. Trader in Chicago. Wir bleiben kritisch bei diesen hohen Kursen, nehmen aber den Trend und die Stimmen dieser Profis zur Kenntnis. Letztlich haben wir auch keine Glaskugel! Gestern Abend gab es die API-Bestände mit einem unerwarteten Anstieg in den US-Lagern, heute um 16:30 Uhr folgen die offiziellen Lagerdaten.

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Trigo

    13. April 2016 12:44 at 12:44

    Der Wunsch ist der Vater des Gedankens.

  2. Avatar

    Marko

    13. April 2016 13:38 at 13:38

    Hallo,

    ach wie süß, die „Profis“ sehen das Tief beim Öl ? – Da kanns ja nur noch fallen ? :D

    Lassen Sie mich raten,waren das die gleichen „Profis“, die im Januar/Februar was von 20 USD beim WTI gesabbelt haben.
    Bzw. wird Öl billiger als Wasser werden, Überkapazitäten usw, Fracking-Indusrtie soll niedergemacht werden ? Öl muss fundamental weiter fallen ?

    Manche „Analysten“ solten sich schon mal fragen, ob es nicht besser wäre, mal den Bufu zu analysieren, da kann man soo viel nicht falsch machen… ;) :D

    Viele Grüße

    Marko

  3. Avatar

    Marko

    13. April 2016 13:50 at 13:50

    Hallo Herr Fugmann,

    und ja, da waren defintiv Zocker im Öl-Markt, aber bei 27 USD wars das, das war eine Übertreibung. Ich hab jetzt zwar hier leicht reden, aber manche Amateure sagen sowas zeitnah ?

    ich hab mir ne kleine Posi ÖL bei 36 USD (WTI) und am Tag darauf noch einen Schluck Nikkei gegönnt, weil ich mir gedacht habe, die Japaner werden sich das nicht weiter gefallen lassen, beim Yen.

    Viele Grüße

    Marko

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      13. April 2016 14:02 at 14:02

      Gratuliere, @Marko!

  4. Avatar

    Marko

    13. April 2016 14:23 at 14:23

    Hallo Markus,

    vielen Dank.

    Sie müssen immer bedenken, was denken die anderen – Börse ist Massenpsychologie.

    Mit fundamentalen Daten usw ist das manchmal schwer zu erklären, deshalb ist die Börse auch Chaos, 90- 95 % der Leute verlieren ihr Geld.

    Es gibt keine Ausbildung (es gibt natürlich Finanzmarktwelt.de und Webinare). ;)

    Beim Öl hatten wir eine Panik im Januar/Februar, aber wenn solche „Schwachsinnsanalysen“ zum Öl kommen, die der breiten Masse nach dem Mund gerschrieben wird, muss man sich schon fragen:
    wer ist da noch Long ? Fast keiner und im Öl war eine Riesen-Vola drin ? Wenn alle denken, das kann nur noch fallen….

    Die Vola sehen wir jetzt auch beim Yen, bzw auf den Forex-Märkten, als Kettenreaktion (aber sowas wie ein Mini-Crash wie im August, war das nicht) – die Japaner werden reagieren müssen, das war mein Gedankengang…

    Viele Grüße
    Marko

    • Avatar

      Judas

      13. April 2016 16:44 at 16:44

      Marko, du bist der Beste. Bitte alle schnell bestätigen im Forum!

  5. Avatar

    Marko

    13. April 2016 18:28 at 18:28

    Na und, was hab ich davon ?

    Bestätigung, für was – dafür kann ich mir was kaufen ?
    Ich finde es schwach, wie die sogenantten „Profis“ Euch über den Tisch gezogen haben.
    Dass finanzmartwelt.de eine shortie-seite ist, weiß ich… :D

  6. Avatar

    Steven

    13. April 2016 21:17 at 21:17

    Unerwarteter Anstieg in den US Lagern ?
    HÄÄ?

    War da nich ein oder zweimal die Rede von einem recht hohen Überangebot ?
    Warum kommt denn dann etwas unerwartet ?!

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      13. April 2016 21:37 at 21:37

      @Steven, die Lager sind noch voller als erwartet, das ohnehin bestehende Überangebot also noch größer als gedacht..

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Finanznews

Aktienmärkte: Tech-Aktien wieder schwach – Zufall? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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am

Auch heute sind es wieder die relativ schwachen Tech-Aktien, die die amerikanischen Aktienmärkte belasten. Ist das Zufall? Oder vielmehr eine Folge der Ent-Hebelung, die nun am großen Verfallstag seine Fortsetzung findet? Die große Frage ist und bleibt: wieviel der Ent-Hebelung hat bereits stattgefunden? Die Optionen auf US-Aktien verfallen heute um 22Uhr – die Folgewirkungen des Verfalls könnten dann aber vor allem Anfang nächster Woche auf die Aktienmärkte wirken. So oder so: value-Aktien laufen gegenüber growth-Aktien so gut wie seit dem Jahr 2001 nicht mehr – die Rotation raus aus den Tech-Werten geht also weiter. Derzeit viel stärker – auch das wohl kein Zufall – ist im Vergleich zum Nasdaq der Dax..

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Aktien

Coronakrise: Für die Verlierer folgt wohl der zweite wirtschaftliche Abschwung

Redaktion

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Lufthansa mit massiven Problemen in der Coronakrise

Zum Ausbruch der Coronakrise gab es zunächst massive Staatshilfe über Kurzarbeit, Zuschüsse, Milliardenkredite und sogar Unternehmensbeteiligungen durch den Staat. Die Lage schien sich zu stabilisieren. Mit der deutschen Volkswirtschaft geht es wieder bergauf. Und wenn man sich die Headlinezahlen der Statistiker betrachtet, wirkt die Lage auch gar nicht mehr so schlimm. Aber die Verlierer-Branchen, die ab März fast komplett den Bach runtergingen, die erleben derzeit womöglich den zweiten Abschwung.

Wenn dem wirklich so ist, wäre es für Börsianer ratsam die Finger von Aktien dieser Branchen zu lassen. Denn es ist natürlich zunächst verführerisch. Was im Zuge der Coronakrise stark gefallen ist, scheint jetzt vom reinen Aktienkurs her optisch günstig zu sein. Aber kommt eine weitere kräftige Abwärtswelle bei den Aktienkursen der betroffenen Konzerne, wenn den Börsianern klar wird, dass die Coronakrise auf ganz spezielle Branchen noch viel länger sehr drastische Auswirkungen haben wird?

Lufthansa in der Coronakrise weiter im Abschwung

Da wäre zum Beispiel die Lufthansa als Paradebeispiel in Deutschland zu nennen. Zum Ausbruch der Coronakrise sanken die Passagierzahlen auf Null. Nun denkt man, dass sich die Fluggastzahlen zusammen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung auch steigern werden. Aber die Lage ist wohl schwieriger. Erstmal hilft da der gesunde Menschenverstand. Wie viele potenzielle Urlauber bleiben bitte schön solange den Flughäfen fern, bis die Maskenpflicht entfällt? Denn stundenlang als erholungssuchender Tourist im Flieger, am Flughafen, im Hotel, und an der Strandpromenade mit Maske rumzulaufen – darauf haben viele Menschen einfach keine Lust, denn das ist einfach kein richtiger Urlaub!

Nach den bisherigen massiven Einschnitten der letzten Monate sieht es bei der Lufthansa (wie bei anderen Airlines auch) nach einer erneuten Runde von Einschnitten aus. Dies lässt vermuten, dass sich die Flugzahlen eben nicht so erholen, wie man es sich erhofft hatte. Laut aktuellen Berichten soll Anfang nächster Woche bekanntgegeben werden, wie viele zusätzliche Jobs und Maschinen bei der Lufthansa gestrichen werden. Denn die Airlines leider derzeit auch darunter, dass sich die Einreisebeschränkungen einzelner Länder schnell ändern, und der potenzielle Reisende dann fernbleibt. Auch hier kann man denken aus „kaltherziger“ Börsianer-Sicht: Gut, dann warte ich die nächste Kürzungsrunde und weiter fallende Aktienkurse noch ab, und kaufe dann günstig ein.

Aber das sage mal jemand den Aktionären der Telekom, die damals in ein immer weiter fallendes Messer griffen nach dem Motto „jetzt gibts die Aktie aber günstig zu kaufen“. Natürlich ist das alles Ansichtssache. Es kann natürlich auch sein, dass ab einem gewissen Kursniveau wirklich eine Bodenbildung eintritt. Aber man sollte als Börsianer nicht all zu euphorisch agieren, nur weil der Aktienkurs optisch günstig zu sein scheint. Im folgenden Chart sehen wir in den letzten 12 Monaten in blau den Verlauf des Dax gegen die deutlich schlechter laufende Lufthansa-Aktie (beides auf CFD-Basis).

Chart zeigt Kursverlauf von Lufthansa gegen Dax

US-Airlines und Hotels

Auch in den USA geht der Abbau bei den Verlierern weiter. Nachdem die Airlines nach dem Ausbruch der Coronakrise bereits üppig vom US-Steuerzahler bedacht wurden, scheint das Geld wohl auszugehen. Nach ganz aktuellen Berichten sind die Chefs der großen US-Airlines im Weißen Haus vorstellig geworden. Das Motto lautete: Gebt erneut Staatshilfe, oder wir müssen Massenentlassungen durchführen. Auch dies ist ein klares Indiz dafür, dass es Delta, United und Co sehr schlecht geht.

Wie jüngste Berichte zeigen, und was natürlich mehr als verständlich ist: Das Spieler-Paradies Las Vegas wurde von der Coronakrise übel getroffen, aber gleich doppelt und dreifach. Da lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Las Vegas Sands Corp, einen Hotel- und Casino-Betreiber mit Schwerpunkten in Las Vegas, Macau und Singapur. Die Aktie notierte vor dem Beginn der Coronakrise im Februar bei 71 Dollar, jetzt bei 49 Dollar. Im folgenden Chart, der 12 Monate zurückreicht, haben wir die Kursverläufe der Hotelkette und von United Airlines übereinander gelegt. Frage: Greift man hier in ein fallendes Messer, wenn man jetzt kauft? Oder stehen die Aktien vor einem langen, langweiligen Seitwärtstrend?

Chart zeigt United Airlines und Las Vegas Sands

Nicht in das fallende Messer greifen?

Der Spruch ist einer der absoluten Börsianer-Klassiker. Man soll nicht in das fallende Messer greifen. Damit ist gemeint, dass man in einem Absturz, bei dem der Boden noch nicht erkennbar ist, nicht kaufen sollte. Natürlich sollte man auch später nie krampfhaft versuchen den absoluten Tiefpunkt für seine Einstiege an der Börse zu finden. Aber derzeit scheint es bei Aktien von Hotels und Airlines so zu sein, dass die Corona-Misere weitergeht, während sich der größte Teil der sonstigen Volkswirtschaft damit beschäftigt die alten Niveaus zu erreichen. Also, Vorsichti ist geboten bei den Problembranchen. Es sieht nicht nach einer raschen Erholung aus! Gestern berichteten wir bereits über die große Entlassungswelle bei deutschen Autozulieferern (hier finden Sie den Artikel). Auch hier sollte man bei Neueinstiegen in die entsprechenden Aktien überlegen, ob nun das Tief wirklich erreicht wird, oder ob die Misere noch einige Zeit anhalten wird, was auch die Aktienkurse weiter belasten könnte.

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