Folgen Sie uns

Allgemein

TikTok: Social Media-Monopol ist in Gefahr? US-Kongress „prüft“ Gefahr

Redaktion

Veröffentlicht

am

Social Media Buttons auf Handy - TikTok überrollt die Branche mit voller Wucht

Eher beiläufig konnte man gestern auch in deutschen Medien lesen, dass die USA eine App namens TikTok ins Visier nehmen. Menschen ab 30 Jahren aufwärts haben davon wohl noch nie etwas gehört. Aber so ähnlich war es wohl vor ein paar Jahren wohl schon einmal. Alle Welt war auf Facebook, und so ein paar nerdige Kids nutzten so eine komische Foto App namens Instagram… nun rauscht die chinesische App namens TikTok mit voller Macht ins Social Media-Universum. Immer mehr Kids, Jugendliche, aber auch noch junge Erwachsene nutzen diese App.

TikTok greift an

Hierbei geht es um kurze Videos, wo die Nutzer in der Regel zu hinterlegter Musik vor der Kamera tanzen, oder mit hinterlegter Musik zeigen was sie sportlich so drauf haben. Auch zeigen Menschen Urlaubsimpressionen mit hinterleger Musik uvm. Auch gibt es User-Accounts, denen man folgen kann etc. Dieses Angebot wird just in diesen Tagen, Wochen und Monaten gehypt ohne Ende. Tja, und was ist sonst so los im Bereich Social Media? Bislang gibt es ein Monopol, wenn es darum geht aus welchem Land die Social Media-Angebote kommen. Die USA sind Monopolist mit Facebook, Instagram, Whatsapp, YouTube und Twitter. Facebook beispielsweise zeigt weiterhin tolle Wachtsumszahlen als Gesamtkonzern – aber wenn andere Konkurrenten noch viel, viel schneller wachsen, und einem irgendwann die Nutzerbasis streitig machen? Bislang konnte Mark Zuckerberg Konkurrenz wie Snapchat relativ gut im Keim ersticken oder in die Schranken weisen. Aber in diesem Fall wird das wohl nicht so einfach sein.

Denn jetzt kommen die Chinesen mit TikTok. Zum Beispiel im September wurde die App von TikTok mit 60 Millionen Downloads in den App Stores öfter runtergeladen als Instagram oder sonst alle anderen Apps. TikTok ist also offenbar auf Platz 1 bei neuen Usern, und hat wohl schon 500 Millionen Nutzer. Sehr stark ist man in den USA, Europa, und zuletzt auch in Indien. Also geht es hier um eine wirklich weltweit genutzte App, und kein regionales Phänomen. Umso bitterer ist, dass es ja vor ein paar Jahren einen zu TikTok vergleichbaren Service gab, nämlich „Music.ly“. Diese amerikanische App wurde aber vor drei Jahren von dem chinesischen Anbieter Bejing Bytedance für vermutlich 800 Millionen Dollar gekauft, und die User wurden dann der App TikTok hinzugefügt. Und so entsteht da gerade in rasender Geschwindigkeit ein echter Konkurrent für die US-Anbieter im Bereich Social Media. Und dann auch noch ein Anbieter aus China – muss das sein? Facebook hatte letztes Jahr einen Flop namens „Lasso“ auf den Markt gebracht als Alternative zu TikTok. Bislang steht das Silicon Valley diesem Angebot der Chinesen hilflos gegenüber.

Gefahr für die Nationale Sicherheit der USA?

Aber zurück zur jüngsten Berichterstattung über TikTok (wir sind abgeschweift…). Ausgehend von einem Bericht aus der NYT prüft derzeit in Washington DC eine Kommission zuständig für ausländische Übernahmen in den USA den damaligen Kauf von Music.ly. Angeblich werde geprüft, ob Nutzerdaten von TikTok an Regierungsstellen in Peking weitergereicht werden. Was könnte passieren? Könnte die Übernahme nachträglich verboten werden? US-Nutzer müssten aus der App gestrichen werden, oder neuen US-Nutzern müsste der Zugang verweigert werden? Alles unklar.

Auch wenn die TikTok App selbst nicht in China zu nutzen sei – so müsse der Anbieter ByteDance doch den Gesetzen in China Folge leisten, so der Vorwurf der namhaften US-Abgeordneten Chuck Schumer und Tom Cotton. Sie hatten den US-Geheimdienstkoordinator vor Kurzem zu einer Untersuchung von TikTok aufgefordert, was nun offensichtlich in dieser Untersuchung mündet. Man solle schauen, ob hier eine Gefährdung der Nationalen Sicherheit der USA vorliege. Neben möglicher Weiterleitung von Daten nach China könnten chinesische Angebote in den USA auch für Spionage genutzt werden.

Unser Kommentar dazu als „unbekümmerte Außenstehende“: Ja, natürlich ist immer die Gefahr von Spionage und Datenweitergabe vorhanden. Auch US-Geheimdienste versuchen ja offenkundig (man denke an die Snowden-Enthüllungen) so gut sie können möglichst sämtliche Nutzerdaten aus dem Netz abzugreifen. Also könnte man auch annehmen, dass die Chinesen das selbe tun? Nur ist die Frage wohl erlaubt: Meinen die Abgeordneten mit der Nationalen Sicherheit nicht vielleicht eher die Gefährdung des US-Monopols in Sachen Social Media? Denn mit TikTok wächst gerade der erste echte Konkurrent auf globaler Ebene für die US-Anbieter heran, und das in rasender Geschwindigkeit. Und sogar die US-Kids nutzen TikTok wie wild, mit derzeit wohl schon 110 Millionen App Downloads in den USA. Und da sind Instagram, YouTube und Co momentan ziemlich hilflos. Was für ein Zufall, dass gerade jetzt der Kongress in Washington sich diese „dubiose“ App mal genauer anschaut.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

weiterlesen

Allgemein

Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

weiterlesen

Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage