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Tourismus in Europa – in den Fängen der Coronakrise

Wolfgang Müller

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Viele Kommentare beschäftigen sich derzeit mit den großen Einbrüchen in der Industrie infolge des Lockdowns wegen der Coronakrise – dabei wird leicht unterschätzt, welche Bedeutung die Tourismus in unserer Freizeitgesellschaft wirtschaftlich schon erreicht hat – und zwar in vielen europäischen Ländern.

Das Geschäft mit dem Tourismus

In der Wirtschaft wurde der Lockdown schon sehr zurückgefahren, wenn es die Lieferketten zulassen. Aber jetzt gerät das Milliardengeschäft Tourismus mehr und mehr in den Fokus. Schließlich steht er in ganz Europa für 10 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Buchungsumsätze von Reiseunternehmen, Hotels und Gaststätten sind wegen der Coronakrise 60 bis 90 Prozent gefallen und

Millionen von kleinen Familienbetrieben stehen wegen der Coronakrise am Rande des Bankrotts, wie EU-Kommissar Thierry Breton festgestellt hat. Der Kampf um den Tourismus im Sommer hat begonnen. Es beginnt mit zaghaften Grenzöffnungen und ständigen Planspielen, wie die Sicherheit der Feriengäste garantiert werden kann. Im Hintergrund immer der ängstliche Blick auf die Entwicklung der Coronazahlen.

Wie bedeutsam der Tourismus insgesamt für manch europäisches Land ist, zeigt folgende Übersicht von 2019 (Quelle World Travel & Tourism Council – WTTC):

  • Griechenland: 39,1 Mrd. Euro – entspricht 20,8 Prozent des BIP
  • Spanien: 177,4 Mrd. Euro – 14,3 Prozent des BIP
  • Italien: 232,9 Mrd. Euro – 13,0 Prozent des BIP
  • Österreich: 46,9 Mrd. Euro – 11,8 Prozent des BIP
  • Türkei: 76,1 Mrd. Euro – 11,3 Prozent des BIP
  • Großbritannien: 227,8 Mrd. Euro – 9,0 Prozent des BIP
  • Frankreich: 205,6 Mrd. Euro – 8,5 Prozent des BIP
  • Deutschland: 310,9 Mrd. Euro – 8,1 Prozent des BIP

Die Regelungen in den verschiedenen Urlaubsländern

Wie gerade erwähnt, ist Schritt eins für den Tourismus das stufenweise Öffnen der Auslandsgrenzen. Bundesinnenminister Horst Seehofer plant zunächst mit den Grenzen Luxemburg und Dänemark, anschließend Frankreich und Österreich. Die Absicht ist es, bis Mitte Juni die Grenzbeschränkungen ganz aufzuheben. Allerdings bleiben die Einreisesperren für Flugreisende aus den Südländern vorerst bestehen. Auch Österreich wagt es nicht die Grenze zu Italien zu öffnen, zu sehr wirkt die große Infektionswelle in der Lombardei noch nach. Aus deutscher Sicht besteht immer noch die Reisewarnung des Außenministeriums für deutsche Bundesbürger, aber man denkt bereits über eine Aufhebung für Europa nach. Und was macht die EU? Man gibt Empfehlungen, die Entscheidung liegt bei den Mitgliedstaaten.

Aber das Ausland hat großes Interesse, dass die deutschen Urlauber, bekannt als Reiseweltmeister, wieder als zahlungskräftige Touristen ins Land kommen.

Österreich

Unser südlicher Nachbar hat dabei ein besonders großes Interesse an der Grenzöffnung, die zum 15. Juni ansteht. Als Bewohner des bayerischen Voralpenlandes war mir klar, dass Österreich hier nicht länger warten wird, als unbedingt notwendig. Zu wichtig ist der Tourismus aus Deutschland. Doch auch Urlauber aus den anderen Nachbarstaaten wie Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien dürfen hoffen, wie auch die Schweiz. Am heutigen Tag öffnet die Gastronomie in Österreich, täglich bis 23:00 Uhr, in 14 Tagen können auch die Hotels wieder Gäste empfangen.

Italien

Sommer und verlässlicher Sonnenschein, das ist für viele deutsche Italien. Über 12 Millionen Touristen reisen jährlich nach Bella Italia mit seiner fast 8000 km langen Küste. Nicht zu vergessen die vielen Kulturdenkmäler im Land, allein in der Region um Florenz gibt es davon mehr, als in vielen anderen Ländern. Deshalb ist Italiens Wirtschaft durch Covid-19 im Jahr 2020 bereits sehr getroffen, die italienische Touristikbranche spricht schon von bisher über 9 Milliarden Einnahmeverluste. Und was macht man an der Adria, dem bekannten „Teutonengrill“? Es gibt anscheinend eine Empfehlung des „staatlichen italienischen Versicherungsinstituts für Arbeitsunfälle“, in der Vorschläge enthalten sind, wie zu Zeiten von Corona ein Sandstrand aufgebaut werden muss: Sonnenschirm Abstand von mindestens 4,5 Metern und ein Abstand von 2 Meter zwischen den Liegen. Eine völlig neue Welt des Tourismus an Italiens Stränden im Sommer.

Nicht zu vergessen Südtirol: Die Region, deren Wirtschaftseinnahmen zu einem sehr großen Teil vom ausländischen Tourismus abhängen, hat schon zu Beginn der Woche wieder geöffnet.

Spanien

Die iberische Halbinsel erwacht aus ihrem Trauma. Immer noch die Nummer zwei bei den Infektionszahlen, aber mit bereits über 186.000 genesenen Menschen, hat man erst vor Kurzem die heftigen Ausgangssperren im Lande gelockert. Man geht aber in der Coronakrise auf Nummer sicher und hat deshalb eine Quarantänepflicht für Einreisende verhängt, die zunächst bis zum 24. Mai bestehen soll – Verlängerung bis Ende Juni möglich. Selbst wenn ab Juli die Touristen wieder ins Land strömen, bisher vorwiegend Briten und Deutsche, rechnet die Branche mit bis zu 60 Prozent Verlust gegenüber dem Vorjahr.

Und erst die spanischen Inseln Mallorca, Menorca und Ibiza. Ohne Tourismus gibt es eine wirtschaftliche Katastrophe, aber da es dort weniger Coronafälle gab, soll es bald wieder losgehen. Lufthansa plant schon mit Anfang Juni mit den ersten Flügen.

Griechenland

Das Land im östlichen Mittelmeer ist wie kein anderes abhängig von seinen Einnahmen im Tourismus, insgesamt zu fast 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Deshalb auch das Bestreben der Regierung die Beschränkungen für Gastronomie und Tourismus so rasch wie möglich aufzuheben. Ab dem 19. Mai haben die archäologischen Sehenswürdigkeiten wieder geöffnet, zum Monatsende auch Cafés und Restaurants. Und, was für die Griechen besonders wichtig ist, natürlich der Tourismus aus dem Ausland, der ab 1. Juli wieder möglich sein soll. Auch die Lufthansa steuert ab 19. Mai wieder vermehrt Ziele in Griechenland an. Die Bemühungen Griechenlands sind verständlich, allein durch die Tatsache, dass 30 Prozent der Jobs mit Tourismus im Zusammenhang stehen. Allerdings hat Griechenland mit bisher 2770 offiziellen Coronafällen (1374 Genesene zu 1240 Aktive) die Pandemie erstaunlich gut eingedämmt.

Der Tourismus muss trotz Coronakrise wieder losgehen. Ähnliche Bestrebungen vernimmt man auch aus anderen osteuropäischen Ländern, insbesondere auch aus der Türkei.

Bereits jetzt sind von Deutschland Flüge mit Turkish Airlines an die Türkische Riviera buchbar, zum Beispiel nach Antalya – trotz der Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

Fazit

Die Welt bemüht sich in nahezu allen Ländern gesellschaftlich und wirtschaftlich zur Normalität zurückzukehren, was aber angesichts der Pandemie nicht so einfach möglich sein dürfte. Covid-19 hat zwei große Gegner: Die Kreativität des Menschen, mit all dem technischen Fortschritt (Tracing-Apps, Corona-Schnelltests, der medizinische Fortschritt, Medikamente, Impfstoff) und das menschliche Immunsystem. Leider braucht Letzteres Zeit bis zu einer Immunisierung, die in manchen Ländern noch unter einem Prozent liegt, in anderen aber schon deutlich höher sein dürfte. Darüber sollten die laufenden Antikörpertests bald Auskunft geben.

Ich habe vor Kurzem in einem Artikel u.a. über die Macht der Gewohnheit beim Menschen verfasst. Und diese bedeutet auch trotz Coronakrise Tourismus, abseits der wirtschaftlichen Überlegungen. Der Mensch will raus aus seinen vier Wänden, raus aus der gewohnten Umgebung, deshalb wird der Tourismus von dem manche vor ein paar Tagen noch glaubten, er würde 2020 komplett ausfallen, bald an Fahrt gewinnen. Gibt es in Hotels bald Corona-Schnelltests?

Der Erfindungsreichtum aller Beteiligten wird gewaltig ansteigen, nur hat man einen heimtückischen Feind – Covid-19. Am besten erkennbar an der Studie von Professor Streeck von der Uni Bonn. 22 Prozent der Infizierten hatten gar keine Symptome, sie konnten jeder Tätigkeit nachgehen, waren aber zugleich hochinfektiös für andere. Wobei wir wieder beim Immunsystem wären.

Ich kann es aber auch nicht lassen einen Blick auf die deutschen Infektionszahlen zu werfen.

Es geht bei uns doch immer weiter rasch gegen Süden. Am 6. April hatten wir noch 72.665 aktiv Erkrankte, heute, nur sechs Wochen später, sind es noch 16.747, bei 150.300, die (offiziell) die Infektion überstanden haben.

Manager aus dem Sektor Tourismus werden bald die Werbetrommel rühren. Zumindest schon in Österreich, wo es bald unter die 1000 aktive Coronafälle gehen wird, bei einer Bevölkerung von fast 9 Millionen Bürgern. Man schielt zunächst nach Bayern, nach Deutschland und….!

Der Tourismus ist in der Coronakrise eingebrochen

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Zimmermann

    15. Mai 2020 12:07 at 12:07

    Mit dem Tourismus wird aber die Gefahr der Neuinfektion wieder stark steigen. Denn die Gefahr besteht durchaus, dass steigende Infektionszahlen nicht gemeldet werden, um den Tourismus nicht zu gefährden. Vor allem in Österreich mit ihrer Vetternwirschaft ist die Gefahr sehr groß (Beispiel Ischgl).

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Banken halten bei EZB 3,3 Billionen Euro – Daten zu Strafzinsen und Freibeträgen

Claudio Kummerfeld

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Türme von Banken in Frankfurt

Die einfache Sichtweise der „großen“ Experten in den Türmen der Notenbanken lautet: Je tiefer wir die Zinsen setzen, desto weniger attraktiv wird es für die Menschen Geld auf Bank- und Sparkonten zu parken. Sie werden dann immer mehr Geld in den Konsum pumpen. Aber egal wie viel sehr man auch an so einer Theorie festhält – die Realität sieht oft ganz anders aus. Die Bürger (vor allem die Deutschen) wollen gerade in Krisenzeiten offenkundig weiterhin Monat für Monat von ihrem Ersparten anständig was auf die hohe Kante packen – Vorsorgen für die schlechten Zeiten, sozusagen.

Und bei de facto Nullzinsen, die in den letzten Jahren in der Regel (nach Abzug der Inflation) reale Negativzinsen bedeuten, legen die Menschen einfach pro Monat noch mehr Geld auf die hohe Kante, sozusagen als Ausgleich für die fehlenden Zinsen. Und so steigen seit Jahren in der Eurozone die Bankguthaben immer weiter an. Das wird für die Banken immer mehr zu einem dramatischen Problem. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) wollte nicht nur, dass der (einfältige?) Bürger endlich sein Geld in den Konsum steckt. Nein, die EZB wollte auch erreichen, dass die (faulen?) Banken endlich mehr Geld als Kredit herausreichen an Privat- und Geschäftskunden, damit die Konjunktur angekurbelt wird – und dadurch letztlich die Inflation ansteigt – die letzten Jahre geschah aber letztlich das Gegenteil.

Banken vor immer größerem Problem

Aber egal wie fleißig die Banken auch sein mögen bei der Kreditvergabe – der Sparfleiß der Bürger ist stärker. Die Guthaben bei den Banken wachsen immer mehr. Und genau deswegen hatte sich die EZB eine Art Strafmechanismus ausgedacht, damit die Banken nun wirklich mal die Einlagen der Kunden vermehrt als Kredit rausreichen. Verrechnet man das von den Bankkunden eingezahlte Guthaben mit den ausgegebenen Krediten, dann haben praktisch alle Banken eine Überschussliquidität, die bei der EZB geparkt wird. Die EZB bestraft die Banken hierfür mit einem Negativzins von derzeit -0,5 Prozent (ab 2014 stufenweise eingeführt, damals noch bei -0,1 Prozent). Je mehr die Kunden sparen und je höher sich die Banken-Überschüsse auf ihren EZB-Konten auftürmten, desto mehr mussten sie als Strafzins an die EZB überweisen.

Dies wurde in den letzten Jahren immer mehr zu einem Problem für die Banken, die sowieso dank Nullzinsen ein ernsthaftes Problem mit ihrem wichtigsten Geschäft hatten, nämlich der Zinsmarge. Die EZB sah dieses Problem, und führte einen Freibetrag ein. Die Banken sollten für zu viel hinterlegte Einlagenüberschüsse also bestraft werden – aber nicht so sehr, dass sie in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Und so gibt es EZB-Strafzinsen für die Banken mit einem Freibetrag an Einlagen, der nicht mit einem Strafzins bedacht wird.

Gigantische Überschüsse, Strafzinsen und Freibetrag

Heute veröffentlichte Daten der Bundesbank zeigen die Dimension der Beträge. Demnach gab es im Dezember 2020 eine Überschussliquidität im Euroraum in Höhe von 3,35 Billionen Euro. Zwischen Einführung des Tiering-Systems (Freibeträge) im Oktober 2019 und Dezember 2020 betrug der Zinsaufwand der Banken im Euroraum für das Halten dieser Überschussliquidität bei der EZB 8,9 Milliarden Euro. Dieser Zinsaufwand (die Strafzinsen) fiel laut Bundesbank um 4,7 Milliarden Euro niedriger aus, als dies unter sonst gleichen Bedingungen ohne ein Tiering-System der Fall gewesen wäre. Gleichzeitig wurde mit zuletzt 2,498 Billionen Euro der größte Teil der Überschussliquidität weiterhin negativ verzinst.

Während die Überschussliquidität der Banken bei der EZB in den letzten Jahren immer weiter stieg (oberer Teil der Grafik), dachte die EZB wohl sie könnte dies verhindern, indem sie den Strafzins immer weiter anhebt. Es brachte aber nichts! Wer arg ins Detail gehen möchte, kann sich beim Klick an dieser Stelle in den Bundesbank-Bericht auf den Seiten 61-72 in das Thema vertiefen. Wer sich für die Rücklagen der Deutschen interessiert, der klicke bitte hier. Im Krisenjahr 2020 wurde von deutschen Haushalten 333,5 Milliarden Euro auf die hohe Kante gelegt, nach 220,3 Milliarden Euro in 2019. Diese Summe steigerte sich in den letzten Jahren immer weiter, obwohl das Zinsniveau für die Sparer immer weiter abrutschte.

Grafik zeigt Bundesbank-Daten zu Strafzinsen und Überschussliquidität

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BlackRock, Wall Street – und China: Kampf der Giganten

Wolfgang Müller

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Wird BlackRock zu mächtig? Während BlackRock immer größer und wichtiger wird, scheinen die USA insgesamt abzusteigen (siehe hierzu das Interview mit der USA-Korrespondentin der „Zeit“, Heike Buchter).

Der Kampf der beiden Supermächte USA und China um die wirtschaftliche und technologische Vorherrschaft elektrisiert viele Marktbeobachter. Klar ist es fast unmöglich Chinas weiteren Aufstieg zu verhindern, schließlich hat China mit seiner riesigen Anzahl an Menschen – Vergleich zu den USA: 1439 Millionen zu 332 Millionen – einen Riesenvorteil. Aber die USA haben neben ihren großen Techfirmen auch noch weitere Riesen, einer davon ist der Finanzdienstleister BlackRock, der letzte Woche gigantische Zahlen abgeliefert hat.

BlackRock: Der schwarze Felsen wird immer größer

Der weltweite Aktienmarkt klettert, wie schon so oft dargestellt, auch infolge der Aktionen der Notenbanken nach oben, auf zuletzt 106 Billionen Dollar. Maßgeblich beteiligt daran ist die Wall Street, deren Aktienmärkte allein schon ein Gewicht von über 40 Billionen Dollar aufweisen. Angesichts des Anteils der USA an der Weltbevölkerung (4,3 Prozent) und der Wirtschaftsleistung (kaufkraftbeteinigt etwa 16 Prozent) eigentlich viel zu groß. Aber ebenso dominant ist der Anteil der Vermögensverwaltung in den USA, wie allein die letzten Donnerstag veröffentlichten Zahlen von BlackRock aufweisen.

BlackRock ist mit 8,68 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen (Stand: 31. Dezember 2020) der weltgrößte Vermögensverwalter. Die Kunden sind Privatanleger und Institutionen wie Banken, Pensionskassen, Stiftungen, Versicherer, Staatsfonds und Zentralbanken. So der zutreffende Eintrag bei Wikipedia.

Inmitten der Corona-Krise ist es der Firma von Larry Fink gelungen, einem sehr einflussreichen CEO, was demnächst auch die Regierung von Joe Biden erleben dürfte, das Volumen der verwalteten „Assets“ im Jahr 2020 um 17 Prozent oder 1,2 Billionen Dollar auf 8,68 Billionen Dollar zu steigern.

BlackRock profitierte nicht nur von der aktiven Fondsbranche, auch seine bekannte ETF-Sparte (iShares) ist um 185 Milliarden Dollar gewachsen.

Aus diesen ganzen Zahlen ergab sich ein Gewinn für das Jahr 2020 von 5,2 Milliarden Dollar, ein Anstieg von ebenfalls 17 Prozent. Dass die Fantasie der Investoren auch bei diesem Felsbrocken der Finanzwelt ins Kraut schießt, zeigt die Entwicklung der Aktie, die bis zur Veröffentlichung der Jahresbilanz um 44 Prozent gestiegen ist. Aufgrund der großen Marktmacht von BlackRock spürt der Gigant nicht einmal so sehr die Entwicklung in der Fondsbranche hin zu den kostengünstigen Exchange Traded Funds. Der Gewinn des Finanzdienstleisters war auch im vierten Quartal um 1,6 Milliarden Dollar angewachsen.

Noch ein paar Sätze zum Zweikampf zwischen den USA und China.

Liste der größten Firmen der Welt

Betrachtet man sich die aktuelle Liste der nach Marktkapitalisierung schwersten Unternehmen der Welt, so stellt man fest, dass sich unter den größten 20 Unternehmen allein 13 US-Unternehmen, unter ersten Zehn gleich deren sieben befinden. China ist mit Tencent, Alibaba vertreten.

Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Tesla, Facebook, Berkshire Hathaway, Visa, Walmart, Johnson &Johnson, JP Morgan, Procter&Gamble, MasterCard, von einem Finanzgiganten BlackRock ist dabei nichts zu sehen, nicht einmal unter den ersten Hundert.

Sicher wird es demnächst durch Regulation bei den Monopolfirmen einiges an Korrekturen geben. Auch befinden sich die Kurse einiger Firmen in Höhen, die nicht aufrechterhalten werden können – auch wenn einige glauben, Aktien könnten sich dauerhaft den Fundamentaldaten entziehen.

Was das Vermögen von Kundengeldern angeht, haben die USA noch weit die Nase vorn. Denn neben dem 8-Billionen-Dollar-Koloss BlackRock gibt es noch die Riesen Vanguard Group, State Street Global Advisors und Fidelity Investments, jedes Unternehmen verwaltet mehrere Billionen Dollar.

China hat ein großes Problem in seinem Aufwärtsstreben und das ist sein totalitäres System. Es wird sicherlich nicht das Vertrauen von Investoren steigern, wenn eine Regierung so rigoros an eine Firma wie Alibaba herangeht, kürzlich noch achtwertvollstes Unternehmen der Welt, dessen Gründer Jack Ma schon seit Wochen von der Bildfläche verschwunden ist. Da vertraut die westliche Welt schon eher auf einen ETF der Firma BlackRock, Sparte iShares, wie die jüngsten Zahlen beweisen. Der Produktionsstandort China boomt – aber der Finanzstandort?

BlackRock und die Wall Street

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Wirtschaft kommt laut Bundesbank recht gut durch den Lockdown, aber…

Claudio Kummerfeld

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Lockdown Schriftzug

Die Bundesbank hat vor wenigen Minuten ihren Monatsbericht für Januar veröffentlicht. Demnach kommt die deutsche Wirtschaft recht gut durch den Lockdown. Die Erholung der deutschen Wirtschaft ist laut Bundesbank im letzten Quartal 2020 durch das erhöhte Infektionsgeschehen und die wieder erheblich verschärften Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zwar ausgebremst worden. Aber es habe jedoch keinen größeren Rückschlag gegeben, da sich weniger durch die Maßnahmen betroffene Bereiche der Wirtschaft weiter erholten. Insbesondere die Industrie aber auch die Bauwirtschaft hätten nach den bis November vorliegenden Zahlen kräftig zugelegt.

Die Auftragseingänge in der Industrie hätten im November das Vorkrisenniveau vom Schlussquartal 2019 sogar deutlich überstiegen. Zudem seien die Einzelhandelsumsätze bis November noch erheblich gewachsen. Dies hätte ein Gegengewicht zu den Einbußen gebildet, die aufgrund der im Dezember angeordneten Schließungen im stationären Einzelhandel entstanden sein dürften. Die Unternehmensstimmung hellte sich im Dezember laut ifo Geschäftsklimaindex trotz des Wiederaufflammens der Pandemie auf. Diese ermutigenden Signale lassen laut aktueller Bundesbank-Aussage darauf hoffen, dass auch die zu Beginn des neuen Jahres verlängerten und weiter verschärften Einschränkungen die wirtschaftliche Erholung nicht allzu weit zurückwerfen.

Aber die Bundesbank versieht diese rosigen Aussagen mit einer kleinen Warnung, wie es nicht anders zu erwarten wäre. Bei dieser Krise sind ja „Risiko-Disclaimer“ fast schon unverzichtbar, da niemand eine Glaskugel hat und unzählige Variablen vorhersehen kann. Sollte das Infektionsgeschehen jedoch nicht erheblich nachlassen und die gegenwärtigen Beschränkungen der Wirtschaftstätigkeit länger anhalten oder noch weiter verschärft werden, so könne es gleichwohl noch zu einem spürbaren Rückschlag (für die Wirtschaftsleistung) kommen, so die Bundesbank.

Auch beim Thema Arbeitslosigkeit sieht die Bundesbank offenbar keine ernsthaften Probleme. So blieb der Arbeitsmarkt laut Aussage der Bundesbank trotz der wieder strikteren Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung bemerkenswert stabil. Zwar seien im November und Dezember vermehrt Anmeldungen zur Kurzarbeit eingegangen, diese entsprächen jedoch nur einem Bruchteil der Anzeigen aus dem vergangenen Frühjahr. Die aktuellen Anzeigen würden sich vor allem auf den von den angeordneten Schließungen betroffenen Hotel- und Gaststättenbereich sowie Teile des Handels beschränken. Die registrierte Arbeitslosigkeit sei im Dezember wie schon in den beiden Monaten zuvor spürbar zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitslosen sei um saisonbereinigt 37.000 gegenüber dem Vormonat gesunken, die entsprechende Arbeitslosenquote läge damit bei 6,1 Prozent.

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