Folgen Sie uns

Devisen

Trade der Woche: USD/CAD

Der Trade der Woche: im US-Dollar zum kanadischen Dollar kann sich ein Long-Trade ergeben!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Ein Gastbeitrag von @KSchubert

Im USD/CAD kann sich ein Longtrade ergeben!

Dafür muss folgendes Szenario eintreffen:

Befindet sich der Kurs des Währungspaares 22 Uhr über 1.24900 (grüne Linie), gehen wir long und platzieren unseren Stop Loss unter der Tageskerze bei 1.2400 (rote Linie).

Noch eine fachliche Bemerkung zu dem Währungspaar: Gestern wurde das Vorjahrestief (Mai 2016) touchiert und wir spekulieren nun auf einen Bounce in Gegenrichtung der vorherigen Shorttendenz mit Hilfe des Patterns „große Kerze“.

USD/CAD Daily:

P.S.: Im Longtrade EUR/AUD (letzter Trade der Woche) gibt es noch keine Veränderung. Hier gilt es momentan noch weiter abzuwarten. Sobald ein paar Trades von mir geschlossen werden, wird in den folgenden Wochen auch eine Grafik zur Performance des TdWs bereitgestellt!


Haftungsausschluss
Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können einen individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    Der Katamaransegler

    27. Juli 2017 21:28 at 21:28

    Hallo Kollege Schubert,
    Vom Timing her sieht es gut aus.
    Alle Achtung. Ich staune, dass Sie allein anhand Ihrer Charts und Kerzen einen Entry hinlegen, der auch laut Profilen und Volumenbars und Spikes aus meiner Sicht passt.
    Interesssanterweise habe ich am heutigen Tag Optionen auf Can Dollar verkauft.
    Womöglich muss ich Abbitte leisten, wenn ich die reine Chartbetrachtung als Entry-Kriterium allzugern kritisiere.
    Ihre Heransgehensweise gefällt mir.
    Umso mehr werde ich Ihre Trades beäugen, um sie mit meiner Technik zu vergleichen.
    Weiterhin viel Erfolg.

  2. Avatar

    Dieter G.

    28. Juli 2017 07:51 at 07:51

    Moin,

    kann ich bestätigen. Ich bin seit Donnerstagmorgen long, nach dem letzten Abverkauf. Für Zahlenfreaks: Einstieg war bei 1.24308. Der gestrige Tag brachte im Tageschart das berühmte „bullish engulfing“ hervor, zumindest in meiner Chartdarstellung. Für Freunde der Indikatoren: der RSI ist in den größeren Zeiteinheiten derart im überverkauften Zustand, sieht man so auch nicht oft.

    Hinweisen möchte ich in dem Zusammenhang auch auf den AUDCHF. Ein Kurs, wo sich wenige Scalper aufhalten dürfte. Hier bin ich mit zwei kleinen Positionen bei 0.71866 long dabei. Durch die extrem positive Swap werden das Langzeittrades von hoffentlich mehreren Monaten werden. Schließlich muss ich nicht davon leben. Wobei das Chartbild ab Tagesbasis echt grausam ausschaut. Historisch gesehen befinden wir uns jedoch im tiefsten Bereich des gesamten Kursverlaufes. Ein jetziger Einstieg dürfte allerdings kritisch sein.

    Liebe Grüße

    Dieter

    • Avatar

      KSchubert

      28. Juli 2017 08:25 at 08:25

      Hallo Dieter,

      „seit Donnerstagmorgen long“ im USD CAD – gutes Timing, Glückwunsch! Intraday habe ich das Reversal auch gesehen, aber so kurzfristige bzw. schnelle Einstiege kann ich hier nicht posten. Sollte der CAD jetzt schwächeln – mal schauen wie er heute Nachmittag die BIP-Daten von Kanada und USA verdaut – sollte der Trade ohnehin lang laufen…

      Beste Grüße
      KSchubert

      • Avatar

        Michael

        28. Juli 2017 20:57 at 20:57

        @KSchubert, @Dieter G. Jetzt schwächelt der CAD nach den BIP-Daten nicht, im Gegenteil, was nun?
        Warten…
        Ich persönlich bin mehrfach short seit Anfang des Jahres und überlege nun, alle Positionen glatt zu stellen und mir aus den Gewinnen einen Katamaran zu kaufen ;)
        Die 1.24 sind ein harter Widerstand gen Süden, sollten die geknackt werden, steht bis 1.20 nicht mehr viel im Wege. Dann gäbe es sogar die Luxusausstattung ;)

        • Avatar

          Der Katamaransegler

          29. Juli 2017 00:45 at 00:45

          Hallo Michael,
          Umgerechnet bei der 1,24 liegt mein Optionsstrike. Von daher sehen wir die Sache ähnlich. In den Profilen und in den Volumenbars gab es einen ausgeprägten Spike, welchen Charttechniker als exhaust pattern bezeichnen würden.
          „Umgerechnet“ – damit meine ich den G6C Future. Genau genommen dessen Optionen. Wenn der Preis noch ein wenig fällt ist es mir egal, solange die Vola nicht stark zunimmt.
          Katamaran kaufen ist sicher ein gute Idee. Der US Gebrauchtmarkt wird immer günstiger mit dem höheren Euro.
          Aber Vorsicht – KAtSegler gelten als nsportlich und werden in der Szene belächelt, weil sie keine „richtigen“ Segler sind.
          Sie sind die Weicheier unter den Salzbuckeln. Schon lustig:
          In Segelforen werde ich als arme Socke belächelt, die kein „Richtiges Schiff“ segelt, und hier wirft der Inspektor mich in den Aufschneider-Topf zusammen mit den Ferrarifahrern. Alles eine Frage der Perspektive.
          Schwebt Ihnen konkret etwas vor ?

        • Avatar

          Dieter G.

          29. Juli 2017 01:04 at 01:04

          Naja, aber so richtige Kaufstärke ist im CAD auch nicht zu erkennen. Ein grünes Kerzchen rauf macht noch keinen Longrun. Ich gehe auch nicht von einem Trendwechsel im USDCAD aus. Mitnehmen wollte ich nur einen möglichen Rücklauf. Jetzt muss ich Montag/Dienstag schauen was der Kurs anbietet.

          Schönes Wochenende

          Dieter

  3. Avatar

    Michael

    28. Juli 2017 19:20 at 19:20

    Der Trade ist aber bisher ziemlich in die Hose gegangen, auch wenn er recht gut angelaufen ist. Das heißt es nun abwarten, wie auch beim EURAUD von letzter Woche, bei dem ich ja auch eingestiegen bin. Der hat zumindest bisher etwa 100 Pips gemacht, weshalb ich ihn heute noch glattstellen werde, sollte nicht bis kurz vor Börsenschluss noch die große Nordkerze kommen.

    • Avatar

      Der Katamaransegler

      28. Juli 2017 20:38 at 20:38

      „In die Hose gegangen“ ist noch gar nichts.
      Wenn man einen Plan hat und ein statistisch belegtes Edge nach Schuberts Methode, dann bleibt nur eins:
      Prüfen, ob Entry-Kriterien vorliegen – wenn ja: Kaufen, SL setzen und monitoring.
      Wenn der Trade ausgestoppt wird – so what ?
      Unterm Strich ist nicht der einzelne Trade massgebend, sondern die Summe hunderter Trades über längere Zeit.
      Jeder der hier eine Methodik vorstellt, kann das Pech haben, dass seine Trades mehrmals hintereinander ins Minus laufen.
      Klar – den lieben KSchubert würde es sicher nicht freuen.
      Es ist unterhaltsam und berreichernd, seine Trades zu verfolgen, und insbesondere die Hintergünde seiner Tradingentscheidungen zu erkennen.
      Aussagekräftig ist es erst, wenn er hundert Trades gepostet hat.
      Ich zolle seinem Mut Respekt.
      Viel Erfolg mit dieser Kolumne !

      • Avatar

        Michael

        29. Juli 2017 00:31 at 00:31

        @Katamaransegler, ich schrieb ja auch „bisher ziemlich in die Hose gegangen…Dass heißt nun abwarten“.
        Nur immer warten, hunderte von Trades über längere Zeit, da greift das 50:50-Prinzip, der pure Zufall.
        Ich handle seit Jahren mit einer Quote von deutlich über 90% positiver Trades und muss mich derzeit lediglich mit einem richtig in die Hose gegangenen Separatisten-Pfündchen rum“ärgern“ ;)
        Den EURAUD habe ich, wie oben angekündigt, heute noch glattgestellt, lieber einen Tausender, als wochenlanges Schaukeln auf der Märkte Wellen….

        • Avatar

          Der Katamaransegler

          29. Juli 2017 07:55 at 07:55

          Guten Morgen, Michael,
          „.. seit Jahren mit einer Quote von deutlich über 90% positiver Trades..“
          Alle Achtung. Das ist eine Hausnummer !
          Spannend zu sehen, wie sich diesser Diskusionsstrang entwickelt.
          Schade, dass man keinen privaten Chat eröffnen kann. Sehr gern würde ich mit Einigen von Euch in Verbindung treten und kennen lernen. Das gäbe fruchtbaren Austausch und verhindert viele Missverständnisse, die in einem geschriebenen Medium schnell entstehen.
          Es geht nichts über persönliche Bekanntschaft. Hat einer von Euch eine Idee ?
          Ich bin eine Weile weg. Melde mich sporadisch, wenn ich I-net Verbindung habe.
          Vielleicht ist mir bis dahin auch ein besserer Nick eingefallen – Der jetzige scheint unangenehm aufzufallen.
          Good trades and fair winds.

  4. Avatar

    Dieter G.

    29. Juli 2017 00:40 at 00:40

    Naja, in die Hose nicht ganz. Bin auf Einstand ausgestoppt worden. Wiedereinstieg evtl. am Montag. Allerdings ist der Kurs auch nix für schwache Nerven.

    Ein schönes Wochenende

    Dieter

  5. Avatar

    KSchubert

    29. Juli 2017 08:11 at 08:11

    Wunderbar, da ist die gesamte Gemeinschaft der CAD-Spekulanten mal beisammen :-)

    „Wenn der Trade ausgestoppt wird – so what ?“ – besser als Katamaransegler kann man es nicht ausdrücken. An der positiven Performance nach dem Testlauf von ca. 10 Trades (2 Monate) wird der ein oder andere Ausstopper nicht viel ändern.

    EUR/AUD sieht doch mit dem Hammerkerzen im Wochenchart gar nicht so übel aus…

    Ein schönes Wochenende allerseits
    KSchubert

    • Avatar

      Michael

      31. Juli 2017 19:52 at 19:52

      @KSchubert, ich verstehe nicht ganz, wie der Testlauf long im USDCAD von 10 Trades in 2 Monaten eine positive Performance haben kann und sollte. Damals befand sich der Kurs doch noch bei etwa 1.35.
      Oder meinen Sie Ihre gesamte Strategie der „großen Kerzen“?
      Dahingehend sieht es in der Tat wesentlich besser aus, gerade beim EURAUD. Hier habe ich persönlich nach dem dreimaligen Scheitern am EMA200 und zwischenzeitlichem Abrutschen ins Minus die Geduld verloren und bei etwa 90 Pips plus die Handbremse gezogen.
      Die heutigen Zugewinne, die ich Ihnen aus vollem Herzen gönne, scheinen aber aus einer spontanen EURO-Stärke von heute um etwa 17.30 Uhr zu basieren, deren Grund mir noch nicht ganz klar ist, die ich jedoch parallel im EURJPY genutzt habe.

      • Avatar

        KSchubert

        31. Juli 2017 21:32 at 21:32

        Hallo Michael,

        mit dem „Testlauf“ meine ich 10 Trades, die ich hier auf FMW im Rahmen des „Trades der Woche“ posten werden (und von denen 2 ja bereits gepostet wurden).

        Was den Euro im Allgemeinen angeht: Da scheint doch mittlerweile so viel Druck nach oben zu herrschen, dass das Anlaufen des Übergangswertes von 2014 zu 2015 – ziemlich genau bei 1,2 – möglich erscheint. Nun müsste nur der AUD mal etwas schwächeln und der EUR/AUD würde richtig durch die Decke schießen :-)

        • Avatar

          Michael

          31. Juli 2017 22:38 at 22:38

          @KSchubert
          Was den EUR angeht, sehe ich die 1.20 als jederzeit möglich und vor allem mehr als angemessen. Die Wirtschaftsdaten der EU haben sich trotz aller populistischen Anti-EUR-Vorhersagen zum USD vergleichsweise sensationell entwickelt. Dahingehend würden mich auch 1.25 nicht überraschen.
          Die EUR-Stärke sollte auch eine gewisse AUDUSD-Stärke (also USD-Schwäche) überlagern.
          Wie gesagt, beim EURAUD ist mir einfach nur die Geduld flöten gegangen, der Trade läuft doch sehr gut! Sogar ich mit meiner Ungeduld habe ein sehr nettes Plus nicht zuletzt wegen Ihres Posts erzielt.
          Weil, aber, und denn: Es gibt leider Monsignore und Imperatore Draghi, der bei diesem Stand von EURUSD intervenieren MUSS.
          Und dem Vollpfosten wird etwas einfallen. Aber bis 1.20 scheint er sich derzeit aus dem herauszuhalten, was grundsätzlich nicht seine Aufgabe ist, nämlich seinen ehemaligen Analysten-Kollegen von Goldmaxx&Sons&Friends ein echter Freund zu sein.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Devisen

Türkische Lira: Abwertung nach Zinsanhebung – warum ist das passiert?

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Lira-Geldscheine

Die türkische Lira verliert diese Woche wieder deutlich an Boden. Es ist ein Desaster für alle die hofften, dass eine drastische Zinsanhebung durch die türkische Zentralbank auch eine Wende für die türkische Lira einleiten würde. Denn die wertet seit Jahren dramatisch ab. Aber wie gesagt, letzte Woche Donnerstag erhöhte die Zentralbank den Leitzins drastisch, um 4,75 Prozentpunkte auf volle 15 Prozent, um die Inflation in der Türkei einzudämmen.

Türkische Lira reagierte auf drastische Zinsanhebung

Genau dieser Schritt auf 15 Prozent war am Devisenmarkt erwartet worden. Entsprechend war die türkische Lira in den Tagen vorher schon gestiegen, und auch kurz nach der Zinsanhebung stieg die Lira weiter an gegen US-Dollar und Euro. USDTRY fiel von 7,67 auf 7,51. Also, alles lief nach Plan? Nein, die Lira begann wieder abzuwerten, und zwar deutlich – jetzt notiert USDTRY bei 7,91. Diese Woche Montag berichteten wir bereits darüber, dass vermutlich Inländer in der Türkei zwischenzeitlich die gestiegene türkische Lira dafür genutzt hatten, um zu besseren Kursen weiter US-Dollar und Euro zu kaufen. Dass die türkische Lira die letzten Tage ein echtes Eigenleben führte, erkannte man an einer fallenden Lira bei gleichzeitig fallendem Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen). Wenn der US-Dollar fällt, hat eigentlich alles was gegen ihn gehandelt wird, eine gute Chance zu steigen – aber nicht so die Lira in den letzten Tagen!

Warum die Zinsanhebung dennoch verpuffte

Denn die große Unsicherheit gegenüber der türkischen Politik und der Beeinflussung der Zentralbankpolitik ist wohl weiterhin vorhanden, und drückt gegen die türkische Lira. Ein Aspekt kommt aber hinzu, der nicht so direkt ins Auge fällt. Zwar hatte die Zentralbank den Leitzins letzte Woche wie gesagt drastisch angehoben von 10,25 Prozent auf 15 Prozent. Aber wie es zum Beispiel ein türkischer Kolumnist gestern erwähnte, so war es doch keine richtige, eindeutige Zinsanhebung. Denn andere Zinssätze der Zentralbank seien bereits vorher deutlich höher gewesen, bei beinahe 15 Prozent. Mit dieser Zinsanhebung hat die Zentralbank also sozusagen nur für eine Glättung und Vereinheitlichung ihrer Zinsen gesorgt. Vorher versuchte die Zentralbank zum Beispiel bereits die Abwertung der Lira zu stoppen, in dem man bei Derivaten mit höheren Zinskosten versuchte Spekulanten aus dem Ausland die Liquidität zu beschneiden.

Was kann man tun?

Müsste die türkische Zentralbank nun also den Leitzins erneut kräftig anheben, um ihrem Willen zur Inflationseindämmung Nachdruck zu verleihen? Könnte dies die türkische Lira zum Aufwerten bringen? Wichtig wäre wohl ein längeres Festhalten an hohen Zinsniveaus. Und eine klare Sprachregelung von Zentralbank und Präsident Erdogan wären wichtig, in der nicht mehr von Zinsen die Rede ist, die möglichst stark sinken sollen. Hat man am Devisenmarkt den Verdacht, dass die Zinsen nur für einen relativ kurzen Zeitraum oben bleiben? Dann könnte dies die Annahme bestärken, dass die Inflation in der Türkei nicht gebremst wird, was wiederum die türkische Lira schwächt. Es geht um Verlässlichkeit. Der Devisenmarkt will eine konstante und klare Linie sehen – so darf man es annehmen.

Die jetzige Vereinheitlichung des Zinsniveaus durch die Anhebung des Leitzinses sorgt für mehr Transparenz – aber es fehlt womöglich noch eine zweite kräftige Zinsanhebung. Auch hat die türkische Bankenaufsicht angekündigt Mindestausleihungen an türkische Banken nicht mehr vorzugeben. Diese galten unter anderem als ein Grund für die umfangreiche Kreditvergabe in der Türkei. Es wirkt derzeit so, als tue sich einiges in Sachen Transparenz und Normalisierung. Es ist ein Anfang. Es braucht viel Verlässlichkeit, Konstanz, Vertrauen, und wohl auch ein Unterlassen von Äußerungen von Präsident Erdogan über niedrigere Zinsen. Dazu vielleicht noch ein erneuter kräftiger Zinsschritt nach oben, und dann ein Durchhalten auf diesem Niveau. Dann könnte die türkische Lira auch anfangen nachhaltig wieder aufzuwerten? Im Chart sehen wir den Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira seit dem 13. November.

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten Tagen

weiterlesen

Allgemein

Janet Yellen – wird sie den Dollar weiter abstürzen lassen?

Was bedeutet die faktische Ernennung von Janet Yellen zur zukünftigen US-Finanzminsterin für den Dollar? Sind die USA auf den Spuren Japans?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Was bedeutet die faktische Ernennung von Janet Yellen zur zukünftigen US-Finanzminsterin für den Dollar? Mit dem neuen US-Präsidenten Joe Biden kehrt wieder etwas Berechenbarkeit in die amerikanische Politik zurück. Auch erkennbar an den ersten Postenbesetzungen im neuen Kabinett. Der Vorschlag für die Nachfolge Steven Mnuchins schlug in den letzten Tagen wie eine kleine Bombe in der Finanzszene ein, schließlich möchte der neue Präsident eine „altbewährte“ Ökonomin mit dieser Schlüsselposition besetzen: die ehemalige Präsidentin der Federal Reserve, Janet Yellen. Was heißt das für die künftige Geld- und Fiskalpolitik  – und amit für den Dollar?

Die Karriere der Janet Yellen

Mit der ehemaligen Wirtschaftsprofessorin wird eine Person vom Fach den Posten des obersten Geldverwalters oder korrekter der Geldverwalterin in den USA antreten, was in anderen Ländern nicht generell der Fall ist. Janet Yellen kam neben ihrer Lehrtätigkeit schon früh in Kontakt mit der US-Notenbank, wo sie bereits ab 1975 Mitarbeiterin beim Board of Governors im System der Federal Reserve gewesen ist. Von 1994 bis 1997 war sie Mitglied im Vorstand der Federal Reserve, anschließend wurde sie Vorsitzende des Rates der Wirtschaftsberater von US-Präsident Bill Clinton. Also eine Funktion, wie sie jüngst Larry Kudlow in besonderer Art und Weise ausgefüllt hat.

Von 2004 bis 2010 war sie Präsidentin der Fed von San Francisco, ab dem Jahr 2009 stimmberechtigtes Mitglied im Federal Open Market Committee. Im Jahr 2010 wurde sie zur Stellvertreterin von Fed-Chef Ben Bernanke ernannt und ab 2013 gelangte sie als erste Frau an die Spitze der bedeutendsten Zentralbank der Welt. Diese Position verlor sie als Demokratin nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten, der mit diesem Schritt einmal mehr von der bisherigen Tradition abwich. Ihr Nachfolger Jerome Powell ist bereits seit 2012 im Direktorium der Federal Reserve, somit dürften sich die neue Finanzministerin und der Fedchef sehr gut kennen. Janet Yellen ist mit dem Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften George A. Akerlof verheiratet – sie ist also privat und beruflich immer im Umfeld der Ökonomie.

Die „dovishe“ Janet Yellen

Für die Benennung der Wirtschaftsprofessorin als neue Finanzministerin hat der neue US-Präsident sicherlich mehrere Gründe: Zum einen gilt die Demokratin als sehr ausgleichend zwischen den Parteien, was nach Donald Trump sicherlich äußerst bedeutsam wird, und zum anderen wird sie eine Konnexion zwischen Politik und Notenbank gewährleisten, was in der jetzigen Verschuldungssituation sehr vonnöten ist. Die Regierung braucht den kurzen Draht zur Geldpolitik, eine Sonderstellung der Notenbank wäre in der kommenden Zeit sehr hinderlich. Die Märkte gehen von einer guten Weichenstellung aus, deshalb auch die erste positive Börsenreaktion. Die Tauben sind demnächst in den USA am Drücker – daher tendiert auch der Dollar wieder schwächer.

Des einen Freud, des anderen Leid

Was wird diese neue Konstellation Janet Yellen – Powell für geldpolitische Konsequenzen haben? Zunächst freut man sich an den Märkten, dass „der Kelch“ in Gestalt der linken Demokratin Elisabeth Warren an ihnen vorübergegangen ist. Deren während ihrer Kandidatur vorgetragenes Programm hätte die Wirtschaft und die Finanzmärkte eine Zeit in Wallung gebracht, denn ob Warren ihre Vorstellungen in die Tat hätte umsetzen können, steht auf einem anderen Blatt. Nach einer Corona-Schonfrist würden bald schon die Midterm Elections anstehen, die rasche Veränderungen im Kongress bringen können.

Wer sind die Profititeure, wer die Leittragenden?

Zunächst dürften die Finanzmärkte sich über eine weiterhin lockere Geldpolitik freuen, denn es sind zwei Tauben an den Schaltstellen, die über alles sinnieren werden, jedoch nicht über künftige Zinserhöhungen.

Bevor eine Massenimpfung eine echte Erleichterung am Arbeitsmarkt bringt – Stichwort: Maximum Employment – wird man vonseiten der Federal Reserve das Anleihekaufprogramm fortsetzen und retten, wo es zu retten gilt. Hinzu kommen wird der unbedingte Wille der Durchsetzung von Konjunkturprogrammen, speziell im Umweltbereich, einem zentralen Thema von Joe Biden, in dem er ganz besonders den neuen Wind nach Trump symbolisieren könnte. Was nichts anderes bedeutet, als weiter die Verschuldung nach oben zu treiben, auch unter Inkaufnahme einer ansteigenden Inflation. Sowohl Fed-Chef Powell als auch die mögliche neue Finanzministerin haben eine gewisse Flexibilität mit einer höheren Inflationsrate bekundet. Niedrige Zinsen, bei steigender Teuerungsrate – damit wird deutlich, wer dabei besonders leiden könnte: der Dollar!

Aber in der jetzigen Situation kommen einige frühere Bemerkungen von Janet Yellen ins Gedächtnis, wenn es um die Bewältigung einer Rezession geht. Bereits auf einer Konferenz im September 2016 brachte die damalige Notenbankchefin den Gedanke von neuen Instrumenten ins Spiel, die die Fed zur Bewältigung einer Wirtschaftsschrumpfung benötigen könnte: Ankauf von Firmenbonds und Aktien. Letzteres wiederholte sie in diesem Jahr bei einem Interview im April. Die USA auf den Spuren Japans, was für ein Gedanke! Diesen Gedanken hatte unser Autor bei FMW, Hannes Zipfel, in seinem bemerkenswerten Artikel vom 30.6.2020 schon ins Spiel gebracht („Aktienmarkt: Verlassen Sie sich auf die Fed“!)

Fazit

Noch ist es zu früh irgendwelche Schlussfolgerungen über ungelegte Eier anzustellen. Aber eines dürfte klar sein: Bei zwei Verfechtern einer lockeren Geldpolitik wird es von innen heraus keine große Änderung in der Fiskal- und Geldpolitik geben. Das Zusammenspiel zweier Vertreter einer taubenhaften Geldpolitik wird in der jetzigen Lage den monetären Impuls nicht ohne Not verringern.

Und von woher könnte eine solche Notsituation kommen? Eher nicht von einer opulent anspringenden Wirtschaft, die ohne Stütze auskommt, sondern eher von der Inflation, die nun schon ein Jahrzehnt wie tot erscheint. Aber in diesem Zeitraum haben die Notenbanken weltweit auch nicht sieben Billionen Dollar binnen eines Dreivierteljahres ins System geschleust.

Wird die dovishe Janet Yellen den Dollar weiter schwächen?

weiterlesen

Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage