Devisen

Tradingtechnik: Kleine Kerzen und große Kerzen im Kontext – Gaps

@KSchubert zeigt, wie man Gaps traden kann - lesenswert!

Gastbeitrag von @KSchubert

Lieber Traderinnen und Trader,

In meinem letzten Beitrag – welchen Sie hier noch einmal nachlesen können – hatte ich auf die Bedeutung von großen Kerzen im Verhältnis zu anderen Kerzen des gleichen Impulses hingewiesen: Eine bullische Kerze, welche größer als alle anderen bullischen Kerze eines bestimmten Zeitabschnitts zuvor ist, kann als Trigger für einen Longtrade fungieren. (Vice versa bei einem Shorttrade.)

Vielleicht haben Sie ja zwischenzeitlich selbst mit dieser Methode auf den Preisverlauf der Märkte geschaut. Eines wird dabei sicher klar geworden sein: Wir brauchen weitere Filter, um potenzielle Trades zu selektieren, da sich sonst schlicht zu viele und qualitativ nicht immer hochwertige Handelsentscheidungen ergeben.

Eine dieser Möglichkeiten ist das Traden zu einem Gap bzw. von einem geschlossenen Gap weg. Letztere Möglichkeit möchte ich Ihnen an einem aktuellen Trade zeigen, welchen ich vorgestern im Währungspaar EUR/NZD umgesetzt habe.


EUR/NZD Daily

Nach den bisherigen Ausführungen sollte das Chartbild selbsterklärend sein. Hier aber noch mal die entscheidenden Punkte (von „links nach rechts“):

1.) Ende April riss der Markt ein Gap (linker Pfeil).

2.) Vom letzten Drittel des Monats Mai verlor der Markt an Dynamik und schloss am 27. Juni wieder das Gap sehr zielgenau.

3.) Die Tagekerze – sie war 22 Uhr für mich der Trigger einen Longtrade abzusetzen – war die größte bullische Kerze der gesamten Abwärtsbewegung zuvor. Der Stop Loss wird in einem solchen Fall unter das Tief der Kerze platziert.

Wer das gleiche Muster in einem anderen Chart noch studieren möchte: Schauen Sie sich mal den USD/JPY auf Tageskerzenbasis an. Hier sieht es etwas anders aus – und dennoch ist es gleich.

In der nächsten Kolumne werden wir uns mit „Unterstützungen“ und „Widerständen“ beschäftigen. Bis dahin Ihnen alles Gute und gute Trades!

Haftungsausschluss
Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können einen individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



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8 Kommentare

  1. Lieber KSchubert,

    eine sehr angenehme Betrachtungsweise. Ich würde mir wünschen, mehr auf den Zeithorizont (Chartanalyse) einzugehen.

    Der nächste Part „Unterstützungen“ und „Widerstände“ sollte Pflicht sein. Freue mich sehr auf eine Fortsetzung.

    Beste Grüße
    Lossless

    1. Lieber Lossless,

      Danke Dir für deinen Kommentar – und schön, dass wir mal wieder voneinander hören und uns austauschen können :-)
      Was meinst Du mit „Zeithorizont“? Multitimeframe, großes und kleines Bild?

      Beste Grüße
      KSchubert

      1. Dito KSchubert!

        Welches Timeframe und wie lange ist die Investmentkurve. Ist hier mehr der volatile oder der weniger volatile Markt der „BESSERE“? Währungen sind meist Märkte mit hohen Volumina und können Fehlsignale generieren. (Gibt es Fehlsignale und wenn ja wie sehen diese aus?)

        Welche Indikatoren beeinflussen Dein Investment?

        1. Also: Das Dax-Daytrading – von dem Du ja gut Bescheid weißt – läuft auf einem „anderen Kanal“. Was ich hier vorstelle, ist auf Tageskerzenbasis angelegt und kann so lange laufen, bis ein Gegensignal oder eine Marke (Wochen/Monats/Jahrestiefs oder auch Gaps) erreicht wird. Haltedauer: ca. 1-3 Wochen. Fehlsignale? Klar gibt es die…aber die Logik im oben geposteten Trade ist schon solide genug, um das Risiko einzugehen. Weitere „Indikatoren“ als der Preisverlauf im oben dargestellten Chart gibt es bei mir nicht…

          1. Avatar
            Der Katamaransegler

            „weitere Indikatoren gbt es nicht“ –
            Grüezi Kollege Schubert,
            Ihre donnerstäglichen Siebenzeiler geben mir eine erste Idee Ihres Trading-Ansatzes, welchen Sie leider nur salamitaktisch uns Nichtwissenden als kleine Häppchen zu futtern geben.
            Bei mir kommt es so an:
            „Die Bullen laufen los- die Herde kommt in Gang – Die Herde beginnt über die Savanne zu trampeln.
            Ihr Tradingansatz ist das Vertrauen, das nichts und niemand diese Herde aufhalten kann.
            Späteinstieg in einen Trend.
            Einstieg, wenn bereits die Masse läuft.
            Warum nicht ? – Die Statistik steht auf Ihrer Seite.
            Sie sprechen von „Marken“. Gehen Sie noch weiter darauf ein, wie Sie diese Marken finden ?
            Fibo ? – Retracements ?
            In den von Ihnen genannten Märkten funktionieren sie recht gut. Aber Sie sagen ja: „Keine weiteren Indikatoren, Euer Ehren“ – somit auch keine Retracements ?
            Ich schätze Sie als erfahrenen Trader ein, und habe früher mehrfach über Ihre präzisen Voraussagen gestaunt.
            Manches in Ihrer Vorgehensweise erinnert an Markttechnik, mit der all die Voigts, die Lüdemänner und Co. die deutsche Traderlandschaft überschwemmen.
            Ihr Tradingansatz klingt ebenso plausibel wie unglaublich.
            Is It really That Simple ??
            Fast zu schön, um wahr zu sein.
            Kann man irgendwo mehr von Ihnen erfahren ?

            Gruss vom Segler (derzeit am Vierwaldstätter See .. naja .. See .. landschaftlich ein Traum – zweifelsohne … aber im Vergleich zur Nordsee halt eine Bergpfütze mit bisschen Lüftchen im Urner Becken)

  2. Wirklich eine sehr interessante Betrachtungsweise. Schließe mich Segler an „Kann man irgendwo mehr erfahren?“

    Es riecht nach 12133 im DAX. Was sagt Ihre Chartanalyse?

    1. ….der Dax, unser Lieblingskind: 12133? Hm, dann doch gleich die exakte Schließung des Macron-Gaps (mit Option etwas tiefer zu gehen) würde ich sagen.

      Was mich nicht wundern würde: Wenn wir im Bereich der oberen Gapkante (also wo wir praktisch momentan sind) bzw. zwischen dieser und dem Gap – dem Niemandsland – länger verweilen, als sich der ein oder andere vorstellen mag und wünschen würde. Damit würden effektiv noch ein paar Shorties rausgetrieben werden. Denn ich hatte es ja früher schon mal gepostet: Der Markt ist gerne ohne viele Passagiere unterwegs…

      Spannend ist es im Umfeld der morgigen NFPs definitiv.

      P.S.: Morgen kommt Teil III der Kolumne!

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