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Tratsch am Tag vor dem OPEC-Treffen

Claudio Kummerfeld

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Morgen ist der große Tag. Die OPEC wird verkünden, ob und wie viel Fördermenge man kürzen wird um den Ölpreis wieder zu pushen. Fast alle Öl-Minister sind heute bereits in Wien eingetroffen, und wie immer finden am Vortag der eigentlichen Konferenz Einzelgespräche zwischen einzelnen Ländern statt, und auch Gruppentreffen. Die eigentliche Entscheidung für eine Kürzung wird wohl eher heute getroffen, und morgen folgt dann eher der offizielle Rahmen mit dem Feinschliff.

Heute Mittag hat sich bereits der Golf-Kooperationsrat (GCC) in Wien zusammengesetzt, in dem sich kleine Golfstaaten wie Kuwait, Bahrain, VAE, Oman etc zusammengeschlossen haben. So ziemlich genau in diesen Minuten wird sich das extrem wichtige JMMC-Gremium der OPEC (Joint Ministerial Monitoring Committee) zusammensetzen, welches in den letzten zwei Jahren für die Überwachung der Einhaltung von Fördermengenkürzungen zuständig war. In diesem kleinen Kreis wird vermutlich der entscheidende Deal vorab klar gemacht, um welche Größenordnung es morgen gehen soll.

Auch haben sich vorhin bereits der saudische Öl-Minister Al-Falih und sein russischer Kollege Alexander Novak in Wien zu einem Einzelgespräch eingefunden. Die beiden sind die entscheidenden Einzelfiguren in diesem Spiel. Die Saudis wollen kürzen, und sie müssen die Russen mit ins Boot holen. Tendenz: Die Russen sind mit an Bord, nur die Höhe der Kürzungen ist wohl noch unklar. Auch das allgemeine Grundrauschen am heutigen Tag sieht wohl so aus, dass die meisten OPEC-Mitglieder die Fördermenge kürzen wollen.

Es wird wohl auf 1 bis 1,4 Millionen Barrels weniger Öl-Förderung pro Tag hinauslaufen, so unsere Vermutung. Oben drauf kommen vielleicht noch 200.000 oder 300.000 Barrels von den Russen, die eh von einem extrem hohen Niveau aus kürzen. Wie man aus Delegiertenkreisen in Wien hört, soll es zwischen den beiden keine Einigung auf konkrete Kürzungsmengen gegeben haben – das solle morgen festgelegt werden.

Auch Minister anderer OPEC-Länder sollen sich heute vorab mit Al-Falih getroffen haben. Jüngst sagte er noch bei der Klima-Konferenz in Polen, dass man erstmal die Ansichten der anderen OPEC-Mitglieder in Wien hören müsse, bevor es eine Entscheidung gäbe. Aber wie so oft dürfte die Entscheidung längst gefallen sein für eine spürbare Fördermengenkürzung.

Oft weiß man nicht, ob die OPEC den Markt treibt, oder der Markt die OPEC. Denn grob geschätzt 1 Million Barrels pro Tag an Kürzung dürften im aktuellen Ölpreis am Terminmarkt schon eingepreist sein. Würde die Kürzung geringer ausfallen, könnte der Ölpreis-Verfall möglicherweise fortgesetzt werden. Und genau das ist es, was die OPEC-Länder ja nicht wollen.

Man hört aktuell auch, dass einige OEPC-Minister in den letzten Monaten zunehmend unzufriedener geworden sind, weil es so wirkt, als würden Saudi-Arabien und Russland quasi als Zweier-Trupp die Entscheidungen treffen – und das, obwohl Russland noch nicht mal zur OPEC gehört, sondern seit gut zwei Jahren quasi als „Special Guest Star“ an den OPEC-Entscheidungen mitwirkt.

Danach gefragt, ob es morgen eine Fördermengenkürzung geben werde, antwortete heute der irakische Öl-Minister, dass man sehr positiv und konstruktiv sein werde. Für die nächsten Stunden schaut nun alle Welt auf die Empfehlung des JMMC, die wohl für den morgigen Tag maßgeblich sein wird. Der Ölpreis dümpelt schon die ganze Woche nur ganz leicht auf und ab, aktuell bei 53,35 Dollar im WTI.

Al-Falih OPEC
Der saudische Öl-Minister Khalid Al-Falih. Foto: World Economic Forum CC BY-SA 2.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

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Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

Markus Fugmann

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„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Steigenden Renditen? Tesla, Snowflake, China-Aktie

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Zahlreiche Themen werden besprochen wie die Arbeitsmarktdaten für November, Anleiherenditen, Tesla uvm.

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