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Trotz Brexit: Anzahl der Banken in Deutschland schrumpft immer weiter

Claudio Kummerfeld

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Frankfurter Skyline

Das große Bankensterben in Deutschland geht immer weiter. Und das strotz Brexit. Ja genau. Aber was hat der Brexit mit den Banken zu tun? Nun, in den letzten Jahren haben zahlreiche Banken mit Sitz in London verkündet Niederlassungen in der EU zu gründen, damit sie nach dem Brexit nicht den Marktzugang zum EU-Binnenmarkt verlieren. Vor allem Frankfurt und Paris erhofften sich dadurch einen großen Zulauf an Banken, die ihre Zelte zumindest zu kleinen Teilen dort neu aufschlagen wollen. Aber die Statistik zeigt, dass die Anzahl der ausländischen Banken in Deutschland jüngst sogar leicht rückläufig ist. Also nix da mit Frankfurt als großer Profiteur des Brexit? In der Szene ist es kein Geheimnis, dass es viele Institute dank englischer Sprache und niedrigen Steuern nach Dublin verschlägt. Die Barkow Consulting hat aktuell Zahlen veröffentlicht. Hier im Wortlaut:

Hauptursache für das Minus bei den Privatbanken sind die in Deutschland aktiven Auslandsbanken. Ihre Anzahl ging nämlich trotz (oder vielleicht gerade wegen?) des Hin und Hers um das Brexit-Referendum 2019 deutlich zurück. Die im Januar 2019 von der Finanzaufsicht berichteten Lizenz- und Geschäftserweiterungsanträge von 45 Instituten lässt sich so zumindest in der Statistik noch nicht feststellen.

Till Krueger: „Die erhoffte Dynamik bei der Zahl ausländischer Institute hat sich bislang nicht in der Statistik niedergeschlagen. Diese Entwicklung ist durchaus für den Einen oder Anderen überraschend und dürfte den hohen Erwartungen mit Blick auf den Finanzplatz Deutschland vielleicht einen Dämpfer versetzen. Es ist aber auch möglich, dass sich die entsprechenden Anträge noch zeitverzögert in der Bankenstatistik auswirken werden.“

Ausländische Banken in Deutschland

Die Anzahl aller Banken in Deutschland geht weiter zurück, und die Rate des Rückgangs scheint sogar wieder zuzunehmen. Zitat Barkow Consulting (entscheidend ist die Grafik links):

Die Zahl aller Kreditinstitute in Deutschland ist 2019 um weitere 3,1% ggü. dem Vorjahr zurückgegangen. Damit hat sich die Verlangsamung im Konsolidierungstrend 2018 (minus 2,9%) nicht fortgesetzt. Vielmehr hat der seit Beginn der Statistik im Jahr 1957 anhaltende Schrumpfungsprozess wieder etwas Fahrt aufgenommen. Allerdings ist der vorläufige Tiefpunkt 2017, als mit minus 4,7% fast jedes 20. Kreditinstitut geschlossen worden war, noch nicht wieder erreicht worden.

Dr. Wolfgang Schnorr: „Der seit Jahrzehnten ungebrochene Konsolidierungstrend im deutschen Bankensektor wird immer wieder von zyklischen Ausschlägen überlagert. So hat sich nach dem temporären Höhepunkt 2017 das Konsolidierungstempo 2018/19 besonders im Sparkassen- und Genossenschaftssektor deutlich abgeschwächt. Eine derartige Atempause ist zumal angesichts des hohen und zeitintensiven Integrationsaufwands bei Zusammenschlüssen/Übernahmen von Banken durchaus plausibel. Tatsächlich aber dürfte die Konsolidierungsnotwendigkeit im deutschen Bankgewerbe sogar weiter spürbar gestiegen sein. Das spiegelt sich nicht zuletzt sowohl in der kontinuierlichen Ertragserosion im aktuell wie absehbar schwierigen Umfeld als auch in dem starken Innovationsdruck durch Fintechs wider. Vor diesem Hintergrund lassen sich aus der Statistik erste Anzeichen für einen Umschwung hin zu einer wieder beschleunigten Bankenkonsolidierung ableiten. Es ist schon heute absehbar, dass bei einem unveränderten Konsolidierungstempo sich die Gesamtzahl der Banken in Deutschland bis zum Jahresende innerhalb von zwei Dekaden mehr als halbiert haben wird.“

Alle Banken in Deutschland

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Das sind die Informationsquellen der Profis – Werbung

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Lieber Börsianer,

gelegentlich werde ich als Börsenanalyst oder Vermögensberater gefragt, woher ich meine Informationen beziehe? Oder anders gefragt: Wie recherchiert ein Profi eine Aktie? Zunächst möchte ich mein Berufsbild etwas entmystifizieren. Auch Profis kochen nur mit Wasser und stützen ihre Entscheidungen wesentlich auf öffentlich zugängliche Informationen. Am Anfang steht also immer die Lektüre des Geschäftsberichts und die harte Analyse der Geschäftszahlen.

Dann beginnt die Arbeit des Analysten erst richtig. Aktienanalyse ist People´s Business. Zu Deutsch: Wir müssen mit den handelnden und verantwortlichen Personen des Unternehmens in Kontakt kommen. Als Vermögensverwalter lässt man durchblicken, dass man umfassende Investitionen im Unternehmen beabsichtigt. Damit haben Sie schon einmal das Ohr Ihres Gesprächspartners.

Zunächst werden Sie abgespeist mit professionellem Werbeversprechen. Etwa so: Wir setzen voll auf die Elektro-Mobilität und expandieren derzeit proaktiv im chinesischen Wachstumsmarkt.

Das ist eine absolute Null-Information. Als Analyst haken Sie jetzt konkret nach. Zum Beispiel: Mit welchen Produkten geht das Unternehmen nach China? Wer sind die Konkurrenten? Was ist der Wettbewerbsvorteil des Unternehmens? Warum soll der Kunde ausgerechnet ihre Zylinderdichtung (beispielhaft) kaufen? Wie funktioniert der Vertrieb?

Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Ihr Gesprächspartner bleibt hartnäckig im Ungefähren. Dann sind die Expansionspläne wohl noch nicht weit gediehen. Die Aktie ist also eher kein Kauf. Oder aber: Ihr Gegenüber packt…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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US-Wahl egal für die US-Märkte? Experte Andre Stagge mit ausführlicher Erklärung

Redaktion

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Ande Stagge über die aktuelle Lage im S&P 500 und zur US-Wahl

Ist der Ausgang der US-Wahl letztlich egal für die US-Aktienmärkte? Das denken manche Beobachter. Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht dieses Thema im folgenden aktuellen Video im Detail. Ausführlich geht er auf die einzelnen Standpunkte von Joe Biden und Donald Trump ein. Zum Beispiel seien die Steuerideen von Joe Biden eindeutig schlecht für die Wirtschaft. Natürlich muss man fair sein und erwähnen, dass die US-Unternehmen durch die große Steuersenkung von Donald Trump im Jahr 2017 massiv profitiert hatten. Andre Stagge glaubt an einen Wahlsieg von Joe Biden, und dass dies letztlich nicht gut für die Märkte wäre – auch wegen der Idee von Joe Biden den Mindestlohn in den USA drastisch anzuheben. Wichtig werde auch die Phase direkt nach der Wahl, und ob Donald Trump bei einer möglichen knappen Wahlniederlage Probleme machen wird.



Ist die US Wahl egal by Andre_Stagge on TradingView.com

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Covid-19: Würgt die 2.Welle den Aufschwung und die Aktienmärkte ab?

Momentan befinden sich die Börsen in einem kleinen Wechselbad der Gefühle. Die Pandemie ist der größte aktuelle Unsicherheitsfaktor!

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Täglich ist es das Hauptthema in den Medien: Der fast global feststellbare Anstieg der Infektionszahlen wegen Covid-19, insbesondere auch in Ländern in Europa, die vorher die Pandemie gut im Griff hatten. Auch wenn man den unbedingten Willen der Staaten erkennt, einen Lockdown wie im April an Intensität und Dauer zu verhindern, sind auch die Vorstufen alles andere als förderlich für die Volkswirtschaften. Die Frühindikatoren haben schon reagiert: Wird in manchen Ländern aus dem Erholungs-V dann doch ein „W“?

Itˋ s Covid-19!

Könnte man formulieren, in Anlehnung an das bekannte Bonmot von Bill Clinton im Zusammenhang mit der Bedeutung der Wirtschaft für sein Land. Deshalb rücken selbst die US-Wahlen in den Hintergrund – oder auch das Gezerre um die Hilfspakete in den USA. Diese müssen angesichts der Situation der Arbeitslosen in den USA kommen, egal unter welcher Partei. Es stellt sich nur die Frage nach dem Zeitpunkt.

Es geht um die zweite Welle an Infektionszahlen wegen Covid-19. Betrachtet man die Situation in Frankreich, so sind die Zahlen bis auf das Vierfache der täglichen Infektionen im Vergleich zum Frühjahr gestiegen, auch in Italien, Spanien und Deutschland liegen die Zahlen höher als in der ersten Welle. Von Ländern wie Holland oder Tschechien erst gar nicht zu reden.

Die COVID-19 Zahlen in Deutschland

 

Die Infektionszahlen sind auch in Deutschland in die Höhe geschossen, nicht aber die Zahl der schweren Fälle oder gar der Toten. Dies ist auch in Summa in anderen Ländern feststellbar.

Spannend wird sein, ob die drastischen Warnungen und die Beängstigung der Bevölkerung zu einer Wende führen. Denn die aktuellen Infektionen mit Covid-19 sind zumeist von jüngeren Menschen verursacht – und diese sind zu weit über 90 Prozent bereits nach zwei Wochen wieder aus der Infiziertenliste zu streichen.

Was bedeutet das für die Wirtschaftserholung?

Zunächst einmal werden die Zahlen zum dritten Quartal mit positiven Rekorden verblüffen: Nachdem die Wirtschaft in der Eurozone im zweiten Quartal um gewaltige zwölf Prozent gefallen war, rechnen die Volkswirte laut Bloomberg jetzt mit einem Wachstum von neun Prozent. Wahrscheinlich eine sehr viel verlässlichere Prognose als in Schätzungen im Voraus, schließlich gibt es dazu bereits viele Kennziffern. Deutschland soll in Q3 um 6,9 Prozent gewachsen sein, nach einer Schrumpfung von 9,7 Prozent in Q2.

Für das vierte Quartal waren die Prognosen natürlich deutlich niedriger, weil man sich dann auf das vorherige gute Quartal bezieht. Jetzt kommt aber das Problem: denn gerade mit dem Herbstbeginn hat die zweite Welle der Pandemie mit großer Intensität und teilweise schon mit exponentiellen Wachstumsraten bei Covid-19 eingesetzt.

Die Folge: Eine Revision der Wachstumserwartung für Q4 in der Eurozone von plus drei auf zwei Prozent, für Deutschland senkt man die Erwartungen von plus 2,5 auf 1,5 Prozent. Dabei ist noch nicht einmal ein Monat des Schlussquartals vergangen und die vielen kleinen regionalen Lockdown-Maßnahmen für Tourismus, Hotellerie, Gastronomie u.w. sind gerade erst beschlossen worden. In manchen Staaten (Niederland, Irland) haben diese bereits eine ganz andere wirtschaftsfeindliche Dimension.

Aber auch speziell die Frühindikatoren zeigen schon seit Längerem einen leichten Abschwung an. Die Einkaufsmanagerindizes für Frankreich (48,5 Punkte) und Spanien (44,3 Punkte) sind bereits unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten gefallen. In Italien und Deutschland liegt der Wert dagegen noch über der kritischen Marke, hierzulande noch bei komfortablen 54,7 Punkten. Auffällig ist weltweit, dass sich die Industriekomponente sehr gesteigert hat – China lässt grüßen, aber auch, dass der Dienstleistungssektor zur Schwöche neigt. Eine Folge der vielen kleinen Coronaeinschränkungen.

Insgesamt kommt dieses Anschwellen der Zahlen von Covid-19 zur Unzeit. Mancher Analyst redet nicht nur bereits von einer möglichen W-förmigen Wirtschaftserholung – sogar das Wort einer Double-Dip-Recession macht schon die Runde.

Betrachtet man dies aus dem optimistischen Blickwinkel der Bullen, so könnte man diese die spürbare Angst als „Wall of Worry“ bezeichnen, die entgegen der Stimmungslage sogar die Basis für eine Jahresendrally bilden könnte.

Fazit

Momentan befinden sich die Börsen in einem kleinen Wechselbad der Gefühle: Die steigenden Zahlen von Covid-19, der Ausgang der US-Wahlen mit all seinen Unsicherheitskomponenten, aber auch die Hoffnung auf weitere Stimuli: Vonseiten der Regierungen (Konjunkturpakete), von den Notenbanken Anleihekäufe und von den Anlegern selbst, die in Zeiten von Nullrenditen an den Kapitalmärkten immer wieder in die Dividendentitel „getrieben“ werden.

Dennoch ist die Pandemie der größte aktuelle Unsicherheitsfaktor. Allein die hypothetische Möglichkeit eines größeren Lockdowns sorgt für gewisse Ängste, denn einen weiteren Wirtschaftsschock können auch Rettungspakete nicht ohne gravierende Folgen ausgleichen. Aber es existieren auch Hoffnungen, denn neben der Impfstoffgeschichte gibt es auch die Möglichkeit eines baldigen Abebbens der zweiten Welle – die Menschen haben es in der Hand.

 

Das Wiederaufflammen von Covid-19 und die Folgen

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