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Trotz Chip-Mangel? Autoindustrie sieht Lage so gut wie seit zwei Jahren nicht mehr

Zahlreiche Autos auf großem Parkplatz

Sogar bis in die Tagesschau hat es das Thema Chip-Mangel in der Autoindustrie gestern geschafft. Mehrwöchige Produktionsausfälle gibt es bei zwei deutschen Werken von Ford – auch bei Daimler und Audi gibt es aus dem selben Grund Einschränkungen bei der Produktion. Dennoch: Die Lage ist blendend. So sieht man es aktuell in einer Veröffentlichung des ifo-Instituts. Die Lage der Autobauer ist sogar so gut wie seit zwei Jahren nicht mehr, wie man es im Chart in der grauen Linie erkennen kann.

Die aktuellen Geschäfte der deutschen Autoindustrie sind im April laut ifo besser gelaufen als im Vormonat. Der Indikator zur Geschäftslage für die Branche stieg auf +21,6 Punkte nach +10,7 im März. Das ist der beste Wert seit April 2019. Die Autobauer hätten ihr Corona-Tief überwunden. Auch die Erwartungen der Automanager haben sich verbessert. Der Indikator stieg auf +24,9 Punkte nach +18,6 im März.

Wachstum in der Autoindustrie, aber Personalabbau

Der Indikator für die Nachfrage in der Branche stieg im April auf +36,9 Punkte nach +14,4 im März. Der Auftragsbestand wuchs kräftig an. Der Wert stieg auf +43,9 Punkte nach +17,5 im März. Der Indikator für die Produktion stieg leicht auf +47,1 Punkte nach +44,6 im März. Auch im Exportgeschäft erwarten die Autobauer Steigerungen. Der Indikator legt zu auf +30,9 Punkte nach +26,9 im März. Der Wert für die Kapazitätsauslastung in der Autoindustrie stieg auf +91,1 Prozent nach +84,2 im Januar.

Auftragsmangel ist praktisch kein Grund mehr für eingeschränkte Produktion an – im April 2021 waren es nur noch 13,7 Prozent der befragten Betriebe, die diesen Grund nannten – im April 2020 waren es noch 59,8 Prozent. Derzeit seien vielmehr Probleme bei den Vorprodukten das große Thema. 60,4 Prozent der Firmen beklagen sie, im Juli 2020 waren es nur 5,8 Prozent, und davor im April 2020 aber immerhin 42,0 Prozent. Unter anderem haben mehrere Automobilwerke wegen des Mangels an Siliziumchips aktuell Kurzarbeit angemeldet, so ifo in seiner Aussage.

Trotz gut laufender Geschäfte würden die Unternehmen mit weniger Personal planen. Die Beschäftigungspläne sehen weiter einen Arbeitsplatzabbau vor. Hier spiegele sich der strukturelle Wandel in der Autoindustrie wider. Die ambitionierten EU-Emissionsziele würden Unternehmen der Branche zwingen erheblich in die Fertigung von Elektrofahrzeugen zu investieren, die langfristig weniger personalintensiv ist.

Chart zeigt Lage der Autoindustrie seit dem Jahr 2018



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