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Trump bricht sein Job-Versprechen: Knapp 1 Millionen Amerikaner haben sich im Oktober vom Arbeitsmarkt verabschiedet!

Donald Trump ist ja kein Freund leiser Töne – und eines seiner vollmundigsten Versprechen im Wahlkampf war folgender Satz: „I will be greatest jobs president God ever created“. Die wirkliche Bilanz sieht nach einem Jahr Trump-Regierung ganz anders aus – und die heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten enthalten für Trump gefährliche Hiobsbotschaften!

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Donald Trump ist ja kein Freund leiser Töne – und eines seiner vollmundigsten Versprechen im Wahlkampf war folgender Satz:

„I will be greatest jobs president God ever created“

Hier im Video zu sehen..

Bislang jedenfalls hat der größte von Gott je geschaffene Job-Erschaffer ziemlich versagt! So ist die Zahl neuer Jobs in den USA im Jahr 2017 (von Januar bis Oktober Monatsdurchschnitt: 168.500, die einzelnen Monate finden Sie hier) deutlich geringer als im Jahr 2016 (Monatsdurchschnitt: 200.000), also unter Obama.

Die heute veröffentlichten Zahlen zum US-Arbeitsmarkt halten darüber hinaus mehrere negative Botschaften bereit: erstens wächst vor allem nach wie vor der Niedriglohnsektor: Kellner, Kartenabreißer in Vergnügungsparks, befristete (unqualifizierte) Hilfsjobs (siehe dazu unseren Artikel „US-Arbeitsmarktdaten in der Detailanalyse: 104.000 neue Stellen für Kellner und Kartenabreißer in Freizeitparks“). Zwar steigt auch die Zahl neuer Jobs im produzierenden Sektor leicht (die in der Regel besser bezahlt sind), aber das ist nur ein Bruchteil dessen, was im schlechter bezahlten Dienstleistungssektor passiert (nur 33.000 der 261.000 im Oktober neu geschaffenen Jobs).

Die eigentliche Hiobsbotschaft für Donald Trump aber dürfte, zweitens, sein, dass ein Trend zu Ende gegangen ist, der mit seinem Wahlsieg begann: die Beteiligungsquote stieg, sprich der Anteil derjenigen innerhalb der arbeitsfähigen Bevölkerung, die überhaupt dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht (indem sie schlicht Jobs suchen). Viele schienen den Versprechen Trumps nach dessen Sieg Glauben geschenkt zu haben, sie schöpften wieder Hoffnung und suchten daher wieder aktiv nach einem Job. Das ist nun vorbei!

So fiel die Beteiligungsquote (Labor Force Participation Rate) von 63,1% im September auf nun nur noch 62,7%. Das hört sich nach wenig an, ist aber in der Realität immens viel: mit 968.000 Amerikanern haben sich alleine im Oktober fast eine Millionen US-Bürger von der Arbeitssuche wieder verabschiedet – das ist ein Desaster und in vielen Fällen sind das auch menschliche Tragödien, die hinter diesen nüchternen Zahlen stehen! Ein wichtiger Faktor dürfte dabei der staatlich geförderte Schmerzmittel-Mißbrauch sein, bei der die Pharma-Industrie (aus Profitgier) Schmerzmittel auf den Markt gebracht hat, die selbst bei banalen Eingriffen von Ärzten verabreicht werden (die davon finanziell profitieren) und hochgradig süchtig machen (die sogennanten „opoide“, die in den USA zu einer Art Volksseuche geworden sind).

Die nächste Hiobsbotschaft: im Oktober ist die Zahl jener Amerikaner, die angstellt sind, um 484.000 gefallen. Der Trend geht wieder zum Mini-Job, oder besser gesagt zu mehreren Mini-Jobs. Und damit bleibt für die Amerikaner alles beim Alten: man hangelt sich von Monat zu Monat so gerade eben durch, wenn die Waschmaschine kaputt geht oder man krank wird, sieht es finster aus.

Und genau das ist für Donald Trump vermutlich gefährlicher als die Untersuchungen durch den Sonderermittler Mueller in der Russland-Affäre oder ein mögliches Scheitern der US-Steuerreform: die amerikanische Bevölkerung scheint den Glauben zu verlieren, dass Trump wirklich der Heilsbringer in Sachen Jobs ist und sein kann. Es ist bezeichnend, dass Donald Trump, der heute schon ganze Twitter-Salven losgelassen hat, zu den US-Arbeitsmarktdaten bisher kein Wort verloren hat!


Donald Trump. Foto: Michael Vadon/Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Zimmermann

    3. November 2017 16:06 at 16:06

    Dann würde doch mal sagen, „Strong Long“.

  2. Avatar

    Herr Schröder

    3. November 2017 16:49 at 16:49

    Tja, ich würde ja sagen, dass gerade die schlechten Zahlen dazu führen werden, dass die Rally weitergeht.

    Strong Long….Rally Modus on…wie seit 10 Jahren schon!!!

  3. Avatar

    Donald Duck

    3. November 2017 16:58 at 16:58

    Wohl etwas zu kurz gesprungen: Schätzungen haben eine Fehlerquote und bei einer alternden Gesellschaft geht pro Jahr (bei gut 330 Mill. Bewohner) ein gewisser Prozentsatz in Rente.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      3. November 2017 17:06 at 17:06

      @Donald, aber der Überhang beträgt selbst bei einer alternden Bevölkerung (und die US-Gesellschaft altert deutlich langsamer als etwa die deutsche) niemals fast eine Millionen pro Monat – das erklärt also das Phänomen nicht!

    • Avatar

      Trigo

      3. November 2017 17:18 at 17:18

      Ich wusste gar nicht, dass the Donald auf FMW rumhängt. Wurde Twitter wieder abgeschaltet?

      Wenn das so weitergeht, dann haben wir bald ein Minus vor der Prozentzahl. ? Donald sagt:“Danke Beteiligungsqoute!“

  4. Avatar

    Gixxer

    5. November 2017 06:16 at 06:16

    Als Trump würde ich dazu sagen:
    „Nachdem die Steuerreform durch ist, werden die großen Konzerne ihr Geld in die USA zurück holen und damit werden dann viele neue gut bezahlte Jobs geschaffen.“
    Und schon ist wieder alles in Ordnung. Die Steuerreform muss/wird kommen und erneut ist mehr Zeit vorhanden.
    Und an der Börse heißt es weiter strong long.

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