Die heute Abend auslaufende Trump-Frist für ein Abkommen mit dem Iran versetzt die Anleihen-, Devisen- und Aktienmärkte gleichermaßen in Spannung. Kurz vor Ablauf der neuen Deadline stehen Investoren erneut vor unsicheren Szenarien und wachsender Nervosität. Marktteilnehmer weltweit reagieren auf widersprüchliche Signale aus Washington. Die möglichen Konsequenzen reichen von einer Fortsetzung der jüngsten Erholungsrally bis hin zu deutlichen Rückschlagspotenzial an den globalen Märkten.
Märkte im Bann der Trump-Frist
Präsident Donald Trumps jüngste Frist für eine Einigung mit Iran läuft heute Abend um 20:00 Uhr New Yorker Zeit ab. Laut einem Bericht von Bloomberg sehen sich Investoren daher erneut gezwungen, sich auf eine Vielzahl möglicher Szenarien vorzubereiten.
Ob sie nun verstärkt Anleihen oder Aktien kaufen, in Rohstoffe investieren oder Cash halten – sie eint eine zentrale Einschätzung: Wochen der Volatilität, ausgelöst durch Trumps wechselnde Positionen im Iran-Konflikt, haben zu Frustration und Unsicherheit über den weiteren Verlauf geführt.
„Wir hoffen einfach, dass in den nächsten 24 Stunden Vernunft einkehrt“, sagte Gary Dugan, CEO beim Global CIO Office. Er reduziert derzeit seine Aktienpositionen und kauft stattdessen Öl über börsengehandelte Fonds.
Marktreaktionen auf Deadlines
Trump hat mit seinem Hin und Her die Märkte zuletzt stark beeinflusst: Trump setzte wiederholt Fristen, verlängerte diese jedoch anschließend, was immer wieder zu Marktschwankungen führte und Händler unter Druck setzte, Schritt zu halten. Volatilitätsindikatoren für Aktienmärkte und Währungen sind auf Mehrmonatshochs gestiegen, während die Uhr auf die aktuelle Deadline von Dienstag, 20:00 Uhr New Yorker Zeit, zuläuft.

Die Bewegungen an den wichtigsten Märkten bleiben am Dienstag weitgehend begrenzt. Der Dollar kann seine anfänglichen Gewinne nicht behaupten, während die Aktienmärkte moderat zulegen. Brent-Öl notiert aktuell bei rund 110 Dollar pro Barrel, nachdem es zuvor kurzzeitig über 111 Dollar gestiegen war. Die Nachrichtenlage bleibt unübersichtlich, wodurch den Märkten weiterhin eine klare Orientierung fehlt.
Trotz der jüngsten hektischen Kursbewegungen zeigt sich Hedgefonds-Investor Thomas Hayes optimistisch.
„Die Asymmetrie spricht für steigende Kurse an den Aktienmärkten“, sagte Hayes, Chairman von Great Hill Capital in New York. Sollte Trump „scheitern, testen wir die jüngsten Tiefs im S&P 500 erneut, etwa 4 % tiefer“, erklärte er mit Blick auf US-Aktien. „Kommt es zu einer Lösung oder einem Waffenstillstand, ist der Aktienmarkt wie eine gespannte Feder mit etwa 10 % Aufwärtspotenzial.“
Trump hat darauf bestanden, dass die freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus Teil eines Abkommens zur Beendigung des Konflikts im Nahen Osten sein muss. Gleichzeitig verschärfte er die Drohungen, zentrale iranische Infrastruktur zu zerstören, falls seine Bedingungen bis zur Frist nicht erfüllt werden.
Am Montag erklärte er, die Gespräche mit Iran verliefen „gut“ und die Wiederöffnung der Meerenge habe „sehr hohe Priorität“. In den vergangenen Wochen hatte er jedoch auch betont, dass eine Einigung über die Straße von Hormus nicht zu seinen zentralen Voraussetzungen für ein Ende des Konflikts gehöre.
Trump sagte zudem, es sei „höchst unwahrscheinlich“, dass er die Frist erneut verlängern werde.
Wachsende Skepsis und Marktpositionierung
In Singapur erwartet Devisenhändler Mingze Wu, dass der Dollar angesichts der Unsicherheit weiterhin die bevorzugte Währung bleibt.
„Meiner Ansicht nach hat der eigentliche Schmerz noch gar nicht eingesetzt“, sagte Wu von StoneX Financial. „Wenn sich die Lage nicht verbessert, könnte es bis Mitte April oder Anfang Mai dauern, bis die Auswirkungen eines möglichen Ölengpasses spürbar werden – und dann beginnt das Chaos.“

Einige Investoren berichten jedoch, dass sie gegenüber Trumps Drohungen zunehmend abgestumpft sind.
„Die Märkte beginnen, Trump als ‚den Jungen, der zu oft Wolf rief‘ wahrzunehmen“, sagte Hideo Shimomura, Senior Portfolio Manager bei Fivestar Asset Management in Tokio. „Der Fokus verlagert sich zunehmend darauf, wie Iran reagiert – insbesondere, ob die Straße von Hormus geöffnet wird.“
Nick Twidale bleibt hingegen in erhöhter Alarmbereitschaft und wartet auf die nächste Schlagzeile. „Trader sind erschöpft, frustriert, angespannt – sie wollen einfach Klarheit“, sagte der Chefmarktanalyst bei AT Global Markets. „Viele sind im Dollar gegen alles andere positioniert, um liquide zu bleiben, weil das Ergebnis von Trumps Deadline so binär ist – es ist nahezu unmöglich, sich wirklich darauf zu positionieren.“
FMW/Bloomberg
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Alles steht und fällt mit der Geldpolitik. Wenn Powell sagt …diese Inflation sei nur vorübergehend ….dann signalisiert er den Bullen eine dovishe Geldpolitik….
Wenn er weiter massiv Staatsanleihen zukauft… trotz stark steigender Inflation….dann läuft’s auf’s Gleiche raus…