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Trump – der Joker des Establishments

Hannes Zipfel

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Donald Trump

Die Annahme, Donald Trump sei ein Mann des Volkes, steht im krassen Widerspruch zu seinen Taten.

Donald Trump und das Establishment

Der Begriff „Establishment“ beschreibt gesellschaftlich einflussreiche Personen, die der ökonomischen und politischen Oberschicht angehören. Diese Definition traf auch schon vor der Wahl Donald Trumps auf seine Person zu. Als dann aber im Wahlkampf Figuren wie Carl Icahn zu seinen größten Unterstützern wurden, hätte jedem klar sein müssen, was mit Trump kommt: ein neuer Präsident der Oberschicht.

Der Milliardär Carl Icahn ist einer der größten Aktionäre von Apple und hatte es schon lange auf die Cash-Bestände des Konzerns abgesehen. Regelmäßig verlangte er vom Vorstand, die Auslandsguthaben in die USA zurückzuholen und als Sonderdividenden oder in Form von Aktienrückkäufen an die Aktionäre auszuschütten. Die Steuerpläne der Trump-Regierung hat er aktiv mitgestaltet und schließlich bekommen, was er wollte. Doch wie sieht es mit den anderen Versprechen Trumps aus und was hat seine breite Wählerschaft von seiner bisherigen Amtszeit, wenn man bedenkt, dass nur ein Bruchteil der Amerikaner in nennenswertem Umfang von den Rekordständen an den Aktienmärkten profitieren?

Keine Mauer, keine Gesundheitsreform, kein Sieg im Handelskrieg

Die Superreichen haben sich unter Trump die Taschen schamlos zulasten der Allgemeinheit vollgestopft, bezahlt durch explodierende Defizite im öffentlichen Haushalt. Die Beiträge für Krankenversicherungen sind seit dem Amtsantritt von Donald Trump um über 20 Prozent explodiert. Die Reform des „Affordable Care Act“ (ACAA) scheiterte mehrfach im Kongress. Seitdem lässt die Trump-Administration Obama-Care zulasten der normalen US-Bevölkerung vorsätzlich gegen die Wand fahren. Die große Mauer zu Mexiko zum Schutz der USA vor illegaler Immigration sollte 2.000 Meilen lang werden und vom südlichen Nachbarn bezahlt werden. Die Umsetzung dieses Vorhabens ist ein Armutszeugnis für den nie um ein vollmundiges Versprechen verlegenden US-Präsidenten.

Vor Trumps Amtsantritt befanden sich an der Südgrenze der USA knapp über 1.000 Meilen Grenzanlagen, u. a. bestehend aus 354 Meilen Absperrungen gegen Fußgänger und 300 Meilen Anti-Fahrzeug-Barrieren. Dieses System soll um zusätzlich 59 Meilen, bestehend aus Poller-Barrieren, Allwetterstraßen, Beleuchtungen, Überwachungskameras und anderen Technologien ergänzt werden.
Insgesamt wurden bisher 57 Meilen Ersatzbarrieren und neun Meilen neue Sekundärbarrieren gebaut – insgesamt also 66 Meilen.
Der erste Bau eines neuen Grenzabschnitts fand im Rio Grande Valley, Texas, statt, wo im Hidalgo County 13 Meilen gebaut wurden. Der Bau weiterer 18 Meilen hat im Sommer 2019 begonnen.

Weitere 15 Meilen neue Grenzbefestigungen sind auch im benachbarten Starr County geplant. Das Geld für die Barrieren stammt aus früheren, vom Kongress genehmigten Mitteln sowie aus zusätzlichem Geld, auf das die Trump-Administration seit der Erklärung des Ausnahmezustands an der Grenze zu Mexiko zugreifen kann. Diese Maßnahme ermöglicht es, ca. 3,6 Mrd. US-Dollar aus anderen Infrastrukturprojekten des Verteidigungsministeriums umzuleiten, um Trumps lange versprochene Mauer zu finanzieren, nachdem er bis heute keine Genehmigung für die erforderlichen Mittel vom Kongress erhalten hat und auch Mexiko nach wie vor keinen Cent für den Bau seiner Mauer bezahlen will. Ursprünglich wollte Trump 33 Mrd. US-Dollar in die Grenzsicherung und allein 18 Mrd. US-Dollar in seine Mauer zum südlichen Nachbarn investieren.

Der Gesetzgeber hat bereits zweimal für die Beendigung des von Trump zur Mauerfinanzierung ausgerufenen Notstands gestimmt, die erforderliche Zweidrittelmehrheit jedoch nie erreicht. Das CBP geht davon aus, dass bis Ende nächsten Jahres (2020) neue Grenzanlagen mit einer Gesamtlänge von ca. 450 Meilen errichtet werden könnten – vorbehaltlich der Finanzierung. Erst am Dienstag erließ ein US-Bezirksrichter in El Paso, Texas, eine einstweilige Verfügung in einem 21-seitigen Urteil gegen die Verwendung dieser Notfall-Mittel in Höhe von 3,6 Mrd. US-Dollar. Trump habe mit dem Ausrufen des Ausnahmezustands zur Finanzierung der Mauer seine Kompetenzen überschritten. Das US-Justizministeriums will gegen das Urteil Berufung einlegen. Das Urteil ist ein Rückschlag für Trump, dessen Regierung versprochen hatte, bis zu den Wahlen im November 2020 mindestens 450 Meilen Mauer entlang der Grenze gebaut zu haben. Von einer festen Mauer über 2.000 Meilen, die Trump im Wahlkampf inflatorisch proklamierte, ist schon lange keine Rede mehr.

Trumps Handelskrieg wird zum Schuss ins eigene Knie

Am krassesten ist das Versagen Trumps jedoch im Handelskrieg, den er bereits seit den späten Achtzigerjahren unverändert propagiert. Sein Versprechen, Jobs in der verarbeitenden Industrie massenhaft aus der Welt, speziell aus China, in die USA zurückzubringen, ist bislang gescheitert. Stattdessen zerbröseln die Handelsverflechtungen zwischen China und den USA und das US-Wachstum liegt unter dem langjährigen Durchschnitt, statt wie versprochen deutlich darüber. Das Einzige, was in den USA real explodiert, sind die Schulden auf allen Ebenen. Aber damit kennt sich Trump ja nach eigenem Bekunden bestens aus. Genauso, wie mit Handelskriegen, die man nach seiner festen Überzeugung „leicht und schnell gewinnen kann“. Auch hier irrt das selbst ernannte Genie.

Nach mehr als 17 Monaten sind so viele Zölle wie nie zuvor seit Beginn der Auseinandersetzungen in Kraft, zum Schaden aller Beteiligten. Eine permanent angekündigte Lösung ist realistisch betrachtet gar nicht möglich. Trumps Handelskrieg ist eine Sackgasse, die nachhaltige ökonomische Schäden verursacht und bisher keines der von ihm lauthals versprochenen Segnungen gebracht hat – nicht einmal für die Farmer im mittleren Westen im Zuge eines Phase-1-Deals.

Jackpot für Establishment

Über zwei Jahre, nachdem Präsident Trump und die Republikaner im Kongress ihre Steuersenkungen beschlossen haben, ist keines der versprochenen Ergebnisse eingetroffen. Während das Gesetz einen kurzen Schub für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2018 brachte, ist das Wachstum aktuell wieder unter das langfristige Mittel zurückgefallen. Von einem Investitionsboom ist nichts zu sehen. Das Reallohnwachstum für die Arbeitnehmer bleibt bescheiden. Fabriken und Arbeitsplätze gehen weiter ins Ausland. Das Defizit des Bundes steigt auf über 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, während die Körperschaftsteuereinnahmen drastisch sinken.

Die Steuerpolitik der Republikaner ist stark auf Superreiche und Großkonzerne ausgerichtet und bietet sehr wenig Nutzen für durchschnittliche Arbeitnehmer und Kleinunternehmer. Nach Angaben des Tax Policy Center hat das reichste Fünftel der Amerikaner 2018 fast zwei Drittel der Gesamtleistungen aus den Steuersenkungen erhalten und das reichste Prozent allein wird im Jahr 2027 83 Prozent der Gesamtleistungen erhalten. Das Steuergesetz ignoriert die Stagnation der Löhne der normalen Beschäftigten und verschlimmert die Einkommens- und Vermögensungleichheit.

Die Trumpsche Steuerreform führte zu Rekord-Aktienrückkäufen in Höhe von über 1 Billion US-Dollar allein in diesem Jahr. Die Politik Trumps brachte reichen Investoren und CEOs enorme Vorteile durch Rekordgewinne durch diese Aktienrückkäufe in den letzten beiden Jahren – während durchschnittliche Arbeitnehmer Schwierigkeiten haben, für steigende Gesundheits- und Lebenshaltungskosten aufzukommen.

Die Aktienrückkäufe trugen auch nicht zur Verbesserung der Geschäftsaktivitäten bei. Die Senkung der Körperschaftssteuer gab Unternehmen, die auf historisch großen Barreserven sitzen, noch mehr Geld, ohne den Unternehmen einen Anreiz zu bieten, Arbeitskräfte einzustellen, die Löhne zu erhöhen oder mehr zu investieren. Die meisten Steuersenkungen gehen an die größten 2,6 Prozent der US-Unternehmen.

Die „größte Steuerreform aller Zeiten“ ist nichts weiter als eine Umverteilung aus dem Steuertopf in die Taschen der Superreichen Amerikaner und die CEOs der Wall Street. Man könnte auch sagen, es ist der größte Raubzug der Geschichte. Ein dekadentes Glanzstück der Selbstbereicherung des US-Establishments an der amerikanischen Bevölkerung.

Produktionsverlagerung wird sogar belohnt

Neben der dauerhaften Senkung des Körperschaftsteuersatzes gibt das aktuelle Steuergesetz Unternehmen auch die Möglichkeit, ihre Steuern noch weiter zu senken, indem sie Ihren Betrieb und Arbeitsplätze ins Ausland verlagern. Nach dem Steuergesetz werden Einkünfte amerikanischer Unternehmen im Ausland mit Steuersätzen konfrontiert, die die Hälfte des neuen Spitzensteuersatzes von 21 Prozent ausmachen.

Einige Unternehmen können auf Sachanlagen, die im Ausland getätigt werden, ganz Steuern vermeiden. Dies schafft weitere Anreize für Unternehmen, Sachanlagen wie Fabriken und Maschinen ins Ausland zu verlagern. Anstatt die Arbeitnehmer und ihre Familien zu schützen, wendet das neue Steuergesetz die Wettbewerbsbedingungen gegen amerikanische Arbeiter, was es ihnen erschwert, gute Löhne zu verdienen, ein stabiles Einkommen zu erhalten und ihre Familien zu unterstützen.

Fazit

Bei nüchterner Betrachtung ist Trump auch nur ein weiterer politischer Bauernfänger, der sich die Sorgen, Nöte und Frustration der erodierenden Mittelschicht Amerikas geschickt im Wahlkampf zunutze machte. Erreicht hat er für seine Klientel ein Jahr vor den nächsten Präsidentschaftswahlen abgesehen von steigenden Aktienkursen nicht sehr viel. Das US-Establishment, dessen Gegner er angeblich in der Vorstellung vieler seiner Anhänger ist, kommt hingegen beim Blick auf die Entwicklung des eigenen Vermögens ins Schwärmen. Allen voran sein Großspender, zeitweiliger Sonderberater und Apple-Großaktionär Carl Icahn.

Es ist aller Ehren wert, wenn man die Interessen des eigenen Landes stark vertritt. Eine Ambition, die man hierzulande zuweilen vermissen lässt. Aber wenn nach drei Jahren außer leeren Versprechungen, Ankündigungen und Lügen nichts übrig bleibt als eine signifikante Ausweitung der Vermögensschere und des Staatsdefizits, dann wird es Zeit, den Präsidenten der USA als dass zu bezeichnen, was er schon vor seiner Wahl war und jetzt erst recht ist: ein Mitglied des dekadenten US-Establishments. Ein Mann, der sich primär um seine eigenen Interessen kümmert und dem die Nöte von Joe Sixpack herzlich egal sind. Etwas anderes zu glauben, wäre naiv.

Wenn als nächster Milliardär Michael Bloomberg als Retter der Demokraten und neuer US-Präsident die Regierungsgeschäfte der USA übernehmen sollte, dann ist der Mittelschicht in den USA wirklich nicht mehr zu helfen. Bei einer nochmaligen derartigen Enttäuschung wie Trump wäre ein Linksruck auch in den USA in Zukunft die logische Konsequenz.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Goldsammler

    11. Dezember 2019 10:35 at 10:35

    Bravo^^^^ Mein Tip, Artikel übersetzen und in der Washington Post und der New York Times veröffentlichten.

  2. Avatar

    Torsten

    11. Dezember 2019 16:14 at 16:14

    Die Wähler von Trump können doch oft garnicht lesen und wenn dann bestimmt nicht die Washington Post. Wenn schon muss das Mickey Mouse im nächsten Kinofilm erzählen:))

  3. Avatar

    Torsten

    11. Dezember 2019 16:16 at 16:16

    … oder Donald Duck … :)

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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