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Anleihen

Trump, die Verschuldung und der Handelskrieg gegen China: Es ist der amerikanische Sparer, der den Kampf gewinnen muß!

Über die eigentliche Schwachstelle des „Systems Donald Trump“!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Zuversicht Trumps, den Handelskrieg zu gewinnen

Donald Trump und seine Berater wie Peter Navarro wiederholen es immer wieder: China habe bei einem Handelskrieg megr zu verlieren, weswegen man eben auch glaubt, diesen Handelskrieg zwingend gewinnen zu müssen. Aber die USA und damit Trump haben zwei wesentliche Achillesversen – und beide hängen iindirekt miteinander zusammen: die stark steigende Verschuldung der USA und die Rally an der Wall Street. Sollten etwa die US-Aktienmärkte vor den US-Zwischenwahlen im November stark einbrechen, dürfte Trump und die Republikaner Schwierigkeiten haben, diese Wahlen zu geinnen. Und verlieren Trump und die Republikaner diese Wahl, wird wiederum ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump viel wahrscheinlicher.

Einer der zentralen Treiber für die Rally an der Wall Street waren (und sind noch) bekanntlich die Aktienrückkäufe der US-Unternehmen, die das Angebot an Aktien verknappten und dementsprechend die Aktienkurse steigen ließen. Diese Aktienrückkäufe waren besonders attraktiv, weil die dafür in Kauf genommene Neuverschuldung aufgrund der jahrelangen Nullzinsen nicht weh tat. Nun aber hebt die Fed schrittweise die Zinsen, was Aktienrückkäufe auf Pump unattraktiver macht. Mithin hat also die Nullzinspolitik der Fed erheblichen Anteil an der Inflationierung der US-Aktienmärkte, aber das Volumen der Aktienrückkäufe dürfte perspektivisch fallen.

Gleichzeitig reduziert die US-Notenbank Fed ihre Bilanzsumme, sprich sie läßt gekaufte Anleihen auslaufen und kauft keine Neuen mehr. Damit fällt faktisch der jahrelang bedeutendste Käufer von US-Staatsanleihen weg – und das zu einem Zeitpunkt, in dem sich die Verschuldung der USA massiv erhöht. Diese Neuverschuldung wiederum erfolgt über die Ausgabe von frischen Staatsanleihen, die die USA alleine in diesem Jahr im Volumen von 1,4 Billionen Dollar emittieren werden. In den Folgjahren erwartet das US-Finanzministerium, dass diese Summe von 1,4 Billionen jährlich noch übertroffen wird. Und wenn die Fed nicht mehr diese Anleihen kauft, muß sie jemand anders kaufen.

Wer kauft die US-Schulden?

Bekanntlich sind China und Japan die beiden größten ausländischen Halter von US-Staatsanleihen – aber ihr Bestand an US-Staatsanleihen ist insgesamt leicht rückläufig, besonders der Bestand Japans an US-Staatsanleihen (hier die aktuellen Bestände ausländischer Halter):


(Grafik: wolfstreet.com; durch anklicken vergrößern)

Da die Ausländer in der Summe ihre Bestände an US-Staatsanleihen nicht oder nicht wesentlich erhöhen, gleichzeitig aber das ausstehende Volumen an US-Staatsanleihen immer größer wird aufgrund der stetig steigenden Neuverschuldung, müssen also Amerikaner selbst in die Bresche springen, wenn auch die Fed nicht mehr kauft.

Insgesamt haben die USA ausstehende Staatsanleihen im Volumen von gut 15 Billionen Dollar. Ausländer halte davon ca. 40% (gut sechs Billionen), amerikanische Institutionen wie die Fed gut 15% (2,4 Billionen, Tendenz wegen der Bilanzreduzierung rückläufig), und (nichtstaatliche) amerikanische Personen oder Firmen halten davon knapp über 44% (ca. 6,8 Billionen). Letztere sind also faktisch der größte Gläubiger des US-Staates: Pensionsfonds, Anleihefonds, amerikanische Privatpersonen etc.

Wenn das Volumen an ausgebebenen US-Staatsanleihen aufgrund der immer höheren Verschuldung steigt, die Fed als Käufer aber ausfällt und die Ausländer ihren Bestand nicht erhöhen, müssen also die Amerikaner selbst diese Schulden kaufen. Aber Schulden kann nur kaufen, wer Geld „übrig“ hat, wer also gespart hat und dieses gesparte Geld dann wiederum nutzt, um US-Schulden (im Gegenzug für ein Renditeversprechen) zu kaufen.

 

Es ist der amerikanische Sparer, stupid!

Mithin brauchen die Amerikaner also Ersparnisse – und zwar immer mehr davon, wenn die Fed als Käufer ausfällt und die Ausländer ihre Bestände nicht erhöhen oder sogar reduzieren. Je mehr Ersparnisse der Amerikaner aber erforderlich sind, um die Neuverschuldung zu stemmen, umso weniger davon wird in die Aktienmärkte fließen oder auf andere Weise (in die Wirtschaft) investiert werden. Das bedeutet: je höher die neue Verschuldung der USA, umso mehr Esparnisse der Amerikaner werden davon absorbiert, umso weniger davon wird in die Aktienmärkte und in die US-Wirtschaft als Investition fließen. Beides ist eine geradezu ideale Grundlage für eine Rezession!

Klar: China könnte massiv US-Staatsanleihen verkaufen, wird das aber wohl nicht tun, weil man sich damit selbst schadet (weil die Anleihen, die im Bestand verbleiben, dadurch an Wert verlieren). Es ist also vor allem der amerikanscihe Sparer, der jetzt die US-Schulden über Pensionsfonds oder Anleihefonds kaufen muß – je mehr das aber der Fall ist, desto weniger Geld bleibt wiederum für den Konsum übrig. Und da die US-Wirtschaft zu 70% auf Binnenkonsum beruht, droht eben perspektivisch eine Rezession.

Faktisch finanzieren also durchschnittliche Amerikaner die Wunschvorstellungen Trumps nach dessen Motto: höher, schneller, weiter. Die Frage ist nur, wie lange der amerikanische Sparer sich das noch leisten kann..

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    tm

    20. Juni 2018 12:31 at 12:31

    Naja, der US-Sparer könnte auch schlicht umschichten und z.B. weniger Aktien kaufen. Außerdem können Konsum und Ersparnisse natürlich auch gleichzeitig steigen (also in absoluten Beträgen, nicht Spar- und Konsumquote). Zudem muss berücksichtigt werden, dass die Spar- und Konsumquoten natürlich nicht gleichmäßig über die Einkommensschichten verteilt sind. Außerdem gilt, dass China damit weniger den Konsum finanziert – dafür müsste der Bestand schließlich wachsen – sondern das bestehende Leistungsbilanzdefizit der USA gegenüber China.

    Tatsächlich aber kein triviales Problem und bisher wenig Anzeichen dafür, dass Trump auch nur ansatzweise richtig handelt: Das Defizit im Bundeshaushalt steigt und das Leistungsbilanzdefizit ist konstant.

  2. Avatar

    tm

    20. Juni 2018 12:33 at 12:33

    „Insgesamt haben die USA ausstehende Staatsanleihen im Volumen von gut 15 Billionen Dollar.“

    Hm, ich sehe hier USD 17,085 Bio. ausstehende Staatsanleihen auf Bundesebene und USD 21,132 Bio. in Summe über alle staatlichen Ebenen.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      20. Juni 2018 15:37 at 15:37

      @tm
      Genau so ist es. Die USA haben immer noch einen großen Vorteil. Auch wenn der US-Dollar so ganz langsam seine Vormachtstellung verliert, bleibt doch festzustellen: Der US-$ ist mit 62% nach wie vor die Weltleitwährung, gefolgt vom € mit 20% und dem ¥ mit 5%. Damit dominiert er als Währung im Zahlungsverkehr und als Reservewährung. Allein der Ölhandel hatte bisher ein jährliches Volumen von 14 Bio. $, dazu kommen noch die anderen in Dollar fakturierten Rohstoffe. Wenn es in der Weltwirtschaft kracht, wohin wird das Kapital wohl „noch“ fliehen? Damit dürfte es den Amerikanern im Krisenfall nicht schwer fallen, Käufer für neue Staatsanleihen zu finden – wenn der Zins hoch genug ist. Als Alternative bliebe der Euroraum, in dem es im Rezessionsfall sicher kaum Zinsen gibt. Und Deutschland wäre als stabiler Hafen viel zu klein für die Geldströme. Dann sind 2,5 – 3% für US-Kurzläufer für internationale Anleger sicher eine Parkmöglichkeit. Auch wenn es mir persönlich nicht gefällt, weil D. Trump für diesen Vorteil nichts kann, an der Finanzierung neuer US-Schulden wird es nicht scheitern.
      Gruß

      • Avatar

        tm

        20. Juni 2018 15:48 at 15:48

        Ich wollte eigentlich eher darauf hinaus, dass es zahlreiche Staaten schaffen, ganz ohne Weltwährung höhere Leistungsbilanzdefizite zu finanzieren. Also ja, Zustimmung, der USD dominiert weiterhin die Weltwährungsreserven und den Welthandel, aber offenbar ist das nicht so wichtig, wie es gerne gemacht wird. Australien etwa weist seit 1975 ohne Unterbrechung, Quartal für Quartal, Leistungsbilanzdefizite auf und das ist offenbar keinerlei Problem, obwohl wohl niemand dem Australdollar den Status einer Weltwährung geben möchte.

  3. Avatar

    Donald Duck

    20. Juni 2018 13:43 at 13:43

    Wenn relativ mehr Anleihen auf den Markt kommen bei weniger Käufer,
    dann steigen die Zinsen – vielleicht doch wieder auf 4 Prozent plus X.
    Dies könnte das Risiko der Gewinnermittlung nach der Differenzmethode deutlich reduzieren.

  4. Avatar

    Beobachter

    20. Juni 2018 18:28 at 18:28

    @ Wolfgang M. Im Grossen Ganzen einverstanden,
    –aber die Weltwährung Dollar ist am bröckeln , China möchte auch schon Öl in der eigenen Währung handeln.
    – vor einigen Jahren hat sich die USA bei höherem Dollar verschuldet u.mit der Abwertung Schulden entwertet.
    – Jetzt könnte das Spiel kehren u.die jetzige Neuverschuldung steigt mit dr Aufwertung des Dollars
    Die heutige Diskussion über Defizite der USA u.dessen Finanzierung berücksichtigt auch nicht , dass nach der Steuersenkung diese Defizite noch beträchtlich steigen.

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Allgemein

EZB ebnet argumentativen Weg für lang anhaltende Rettungsmaßnahmen

Claudio Kummerfeld

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am

Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Seit der Finanzkrise 2008 veranstaltet die EZB ein Anleihekaufprogramm nach dem nächsten. Die Zinsen sinken im großen Bild gesehen immer weiter. Egal wie gut es der Konjunktur in der Eurozone zwischen 2008 und 2020 wieder ging. Die EZB druckte immer weiter Geld, kaufte immer weiter Anleihen. Länder wie Italien wurden mit EZB-Geld und immer weiter sinkenden Zinsen am Leben erhalten. Nach der Krise war vor der Krise.

Und nun, kommt nach der Coronakrise (die Impfstoffe kommen ja bald) wieder die nächste Krise, nämlich die Rettung der überschuldeten Unternehmen? Deswegen muss die EZB (wie es auch die Fed macht) zusammen mit den Regierungen der Mitgliedsstaaten immer weiter retten, retten und retten. Denn ja, wir wissen es alle. Mit gigantischen Kreditprogrammen, Zuschüssen, Kurzarbeitergeld uvm werden in Europa die Nöte der Coronakrise gemildert, und Probleme optisch versteckt. Am besten erkennt man das beim Thema Kurzarbeitergeld. In Deutschland wurde die ausgeweitete Funktion dieses Instruments erst letzten Freitag im Bundestag bis Ende 2021 verlängert – welch ein Zufall, bis zur Bundestagswahl kann die Kurzarbeit in ihrer jetzigen Form also weiterhin als neuer Dauerzustand für eigentlich arbeitslose Arbeitnehmer genutzt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

EZB kommt mit „Nicht zu früh aufhören“-Argumentation

Aber zurück zur EZB. Die einfache wie auch clevere Aussage der EZB lautet am heutigen Montag (frei und sinngemäß zusammengefasst): „Wenn wir die Hilfen zu früh einstellen, gefährden wir den Erfolg“. Tja, und wann das Ende der Hilfen angebracht ist, das ist bei der EZB bekanntermaßen eine sehr dehnbare Ansichtssache (siehe Anleihekäufe seit 2008 bis heute – hier eine wunderschöne historische Übersicht zu dem Thema). Im Rahmen ihres heute veröffentlichten Finanzstabilitätsberichts hat die EZB auch einen einzelnen Artikel veröffentlicht, bei dem es um die „Bewertung von Schwachstellen von Unternehmen“ in der Eurozone geht.

Und die Schwachstelle scheint offenbar darin zu bestehen, dass EZB und Regierungen ihre Hilfsprogramme zu früh auslaufen lassen könnten. Man sieht die Probleme wohl auch vor allem beim Zugang zu Krediten und bei steigenden Finanzierungskosten. Die Unterstützung durch die Geldpolitik der EZB habe dazu beigetragen, die tatsächlichen Insolvenzen bisher unter Kontrolle zu halten. Staatliche Kreditgarantien und Konkursmoratorien hätten eine groß angelegte Welle Unternehmenspleiten verhindert. Aber eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen könnte gezwungen sein Konkurs anzumelden, wenn diese Maßnahmen zu früh aufgehoben werden oder die Kreditvergabebedingungen der Banken verschärft werden, so die heutige Aussage der EZB. Tatsächlich deute die historische Ko-Bewegung des Anfälligkeitsindikators mit den Unternehmensinsolvenzen und dem BIP-Wachstum darauf hin, dass sowohl die Regierungspolitik als auch die niedrigen Fremdfinanzierungskosten dazu beigetragen hätten, die Auswirkungen der Verschlechterung des Gesundheitszustands der Unternehmen auf die tatsächliche Zahl der Insolvenzen zu dämpfen – auch wenn die Auswirkungen je nach Land, Sektor und Unternehmensgröße unterschiedlich seien.

Dieser neu entwickelte Indikator mache laut EZB deutlich, dass die Anfälligkeit des Unternehmenssektors auf ein Niveau gestiegen ist, das zuletzt während der Staatsschuldenkrise im Euroraum beobachtet wurde. Finanzierungsrisiken hätten sich dank verschiedener Unterstützungsmaßnahmen bisher nicht materialisiert, aber die Anfälligkeit der Unternehmen könne weiter ansteigen und ein Niveau erreichen, das während der globalen Finanzkrise beobachtet wurde. Insbesondere wenn die zweite Welle der Pandemie die wirtschaftliche Erholung zum Stillstand bringe und das Wachstum schwächer ausfällt als prognostiziert, könnte ein frühzeitiger Ausstieg aus den Stützungsmaßnahmen schließlich zu einem deutlichen Anstieg der Unternehmenskonkurse führen, mit Auswirkungen auf die Finanzstabilität auch für die Banken im Euroraum, so die EZB.

Aus Rettung wird Dauerzustand

Tja, haben sie es auch rausgelesen? Diese Aussagen (wie auch jüngst die Warnung von Christine Lagarde vor der Rezession) bieten die perfekte Vorlage, damit KfW-Kredite, Null- und Negatzvinsen, Kurzarbeitergeld, Anleihekäufe in Billionenhöhe etc immer so weitergehen, Jahr für Jahr. Nicht denkbar? Nochmal, ich möchte erinnern an die letzten zwölf Jahre seit der Finanzkrise! Natürlich sind viele Maßnahmen sicherlich gut und richtig wie die KfW-Kredite, Zuschussprogramme etc. Aber vor allem was die EZB da anrichtet mit ihren Kaufprogrammen und abgeschafften Zinsen. Diese Maßnahmen, wenn sie jahrelang immer weiter beibehalten werden, schaffen ein Gesamtumfeld, das nicht mehr ohne zinslose Kredite leben kann, und Staaten die nicht mehr ohne negative Anleiherenditen leben können. Man gewöhnt sich an diese schöne neue Welt sehr schnell – oder besser gesagt, man hat sich längst daran gewöhnt. Ein Ende dieser Geldpolitik der EZB, ist die überhaupt noch vorstellbar bei der Schuldenexplosion bei Staaten und Unternehmen? Entweder immer so weitermachen, oder man riskiert einen großen Knall.

EZB-Grafik zur Verwundbarkeit der Unternehmen
Grafik: EZB

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Anleihen

China hält immer weniger US-Staatsanleihen – warum das kein Problem ist

Claudio Kummerfeld

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US-Flagge

China hält immer weniger US-Staatsanleihen. Laut aktueller Veröffentlichung des US-Finanzministeriums hielt China im Monat September ein Volumen von 1,061 Billionen US-Dollar. Vor genau einem Jahr waren es noch 1,102 Billionen Dollar. Der aktuelle Stand ist der niedrigste Wert seit drei Jahren. Der folgende Chart  zeigt, dass die Tendenz seitdem stetig fallend ist. Will sich da jemand unabhängig vom US-Dollar machen?

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Man kann gleich aus zwei Gründen sagen, dass diese Entwicklung für die USA als gigantischer Neuschulden-Aufnehmer kein echtes Drama darstellt. Denn die folgende Detailgrafik mit den aktuellsten Daten zeigt, dass das Volumen von US-Staatsanleihen, das durch ausländische Eigentümer gehalten wird, binnen Jahresfrist sogar gestiegen ist von 6,92 auf 7,07 Billionen Dollar.

Und zweitens kauft die US-Notenbank Federal Reserve genau wie die EZB und zahlreiche andere Notenbanken derzeit ja in gigantischem Ausmaß die Schulden des eigenen Landes auf. Nur so können die Länder in dieser Coronakrise massiv neue Schulden machen, und das auch noch mit traumhaft günstigen Konditionen. Seit Beginn der Coronakrise im März hat die Fed für 2 Billionen Dollar US-Staatsanleihen aufgekauft. Noch Mitte Februar lag die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen bei 1,57 Prozent. Jetzt sind es 0,86 Prozent.

Grafik zeigt die größten ausländischen Eigentümer von US-Staatsanleihen

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Allgemein

Logik der Transferunion: Fünf-Sterne fordern EZB zu Schuldenerlass für Italien auf

Claudio Kummerfeld

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Geld aus dem nichts von der EZB?

Die mit in der italienischen Regierung sitzende Fünf-Sterne-Bewegung hat heute in einem Blog-Eintrag die Europäische Zentralbank dazu aufgefordert, dass sie Italien einfach Schulden erlassen solle. Aber halt. Wie, was, warum? Die EZB kauft seit Jahren in Billionen-Höhe Anleihen von Euro-Mitgliedsstaaten auf, so auch die von Italien. Offiziell nicht, aber de facto werden die Regierungen von der EZB durchgefüttert (Staatsfinanzierung), mit oft nicht mehr vorhandenen Zinsen.

Und in der Coronakrise hat die EZB nochmal kräftig nachgelegt mit neuen Aufkaufprogrammen in Höhe von 1,35 Billionen Euro. So konnten die Länder in der Eurozone sich in der Coronakrise weiter kräftig verschulden, und die EZB stand als Aufkäufer am Anleihemarkt stets parat. Nun soll die EZB laut Fünf-Sterne-Bewegung Italien doch bitte diejenigen Schulden erlassen, die mit der Schuldenaufnahme für die Bewältigung der Coronakrise zu tun haben. Laut dem Blog-Eintrag gehe es um eine Summe von 140 Milliarden Euro, die bis Jahresende noch auf 200 Milliarden Euro steigen werde.

Die Fünf-Sterne-Bewegung deutet auch an, dass man sich am liebsten die Streichung aller italienischen Schulden wünscht, die von der EZB gehalten werden. Aber doch auf jeden Fall diejenigen, die mit Corona zusammenhängen. Denn das wäre leicht machbar und fair. Tja, so ist das im sozialistischen Märchenland. Man nimmt Kredite auf, die man eh nicht zurückzahlen will. Und in diesem Fall… was soll´s, die EZB gehört ja eh den Mitgliedsstaaten, also auch Italien? Daher kann man praktisch selbst Geld drucken, es an sich selbst verleihen, und dann sich selbst (über das Vehikel der EZB) die eigenen Schulden erlassen?

So einfach geht Politik im linken Märchenland, wo Geld aus dem Nichts entsteht, wo es nicht erwirtschaftet werden muss, und wo aus so einer Vorgehensweise keinerlei Probleme entstehen. Und natürlich, da kann man sich sicher sein… selbst wenn die EZB diese Forderungen gegenüber Italien wirklich streichen würde (was nicht passieren wird), dann wäre dies nicht die letzte derartige Forderung. Dann würde es heißen: Schaut her, es geht doch. Dann kann die EZB von nun an auch als Dauer-Einrichtung neue Anleihen kaufen, und danach auf die Rückzahlung der Forderungen verzichten. Dass die EZB dann selbst Verluste in Billionenhöhe anhäufen würde, welche wiederum Italien und alle anderen Eigentümer der EZB zu bezahlen hätten… egal.

Der Chefvolkswirt der Commerzbank twitterte zu dieser Forderung aus Italien vor wenigen Minuten, dass dies die politische Logik der Transferunion sei. Ja, was soll man dazu noch sagen? Erst das Geld nehmen, und dann nicht zurückzahlen wollen, weil man es sowieso nie vor hatte. Das Geld entsteht ja irgendwo im luftleeren Raum. Aus der Illusion wird eine Wirklichkeit. Wo ist also das Problem, wenn man diese Schulden einfach streicht? So einfach und angenehm ist diese linke Sichtweise auf komplexe finanzielle Zusammenhänge.

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