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Trump gefährdet US-Steuerreform durch Privatfehde gegen Bob Corker

Trump hat an der Wall Street Euphorie entfacht, vor allem wegen der Hoffnung auf die große Steuerreform. Nun aber attackiert Trump mit Bob Corker erneut einen wichtigen Republikaner, und damit könnte die Steuerreform scheitern – eben wegen Trump..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Und er hat es wieder getan: Donald Trump agitiert mit zwei Tweets gegen seinen „Parteifreund“ Bob Corker:

Damit wiederholt Trump seine Fehde gegen Corker, die er bereits vor einigen Wochen angezettelt hatte. Was ist der Grund? Wir wissen es nicht, aber es ist zu vermuten, dass Corker signalisiert hat, der Steuerreform in seiner derzeitigen Fassung nicht zustimmen zu wollen. Erst kürzlich hatte Corker dafür plädiert, dass Trump sich aus der Vorbereitung der Steuergesetze komplett heraus halten solle – das sei Sache der Kommittes des Senats und des Abgeordnetenhauses, die man in Ruhe ihre Arbeit machen lassen müsse. Vielleicht hat Trump diese Aussage so verärgert, dass er heute erneut zum Angriff überging!


Der Republikaner Bob Corker

Corker jedenfalls reagierte seinerseits schnell auf Twitter auf die erneuten Anfeindungen Trumps und bezichtigt ihn indirekt der Lüge:

Trump wiederum sagte laut Insidern über Corker, dass dieser nicht einmal als Hundefänger gewählt werden würde:

Ist die Attacke Trumps gegen Corker besonders schlau oder gar zielführend? Eher nicht. Denn Trump braucht den einflußreichen Corker zur Durchsetzung seiner Steuersenkung – bekanntlich haben die Republikaner im Senat 52 Stimmen, die Demokraten 48 Stimmen.

Da die Demokraten ziemlich sicher alle geschlossen gegen die Steuerreform stimmen werden, wird die Sache knapp, wenn Corker, derart angegangen durch Trump, seine Zustimmung verweigern würde. Wenn dann noch ein weiterer Republikaner gegen die Steuerreform stimmen würde – Kandidaten dafür wären etwa McCain, Collins und einige andere – gäbe es ein Patt im Senat. In diesem Fall könnte der US-Vizepräsident Mike Pence, sofern anwesend, das Unentschieden durch seine Zustimmung aufheben – ansonsten gilt ein Gesetz bei 50:50 Stimmen als abgelehnt!

Mit der erneuten Twitter Attacke gegen Bob Corker gefährdet Trump also die Durchsetzung seiner Steuerreform – denn Corker hat bei den Republikanern im Senat viele Freunde!

Und wenn die Steuerreform nicht kommt, macht es „bums“ an der Wall Street. Das hat heute Blackrock-Chef Larry Fink sehr klar formuliert! So geht Larry Fink zwar davon aus, dass die Steuerreform komme (und wenn sie komme, würden die Aktienmärkte weiter steigen), aber wenn nicht, werde es an der Wall Street einen heftigen Rückschlag geben. Denn dann würde klar, dass in Washington nichts voran geht, und die psychologischen Folgewirkungen eines erneuten Scheiterns nach dem Versagen bei der Ersetzung von Obamacare hätte negative psychologische Folgen:

„That would really disprove if we can get anything done in Washington. It would put a real negative psychology onto the U.S. markets“.

Mit seinen Aussagen macht ein „Dickfisch“ der Wall Street wie Larry Fink klar, dass die Rally an der Wall Street im Wesentlichen eine Hoffnungsrally auf die erwartete Steuerreform ist – was ja auch Sinn macht, wenn sich dadurch die Ertagslage der US-Unternehmen deutlich verbessern würde. Genau deshalb gab es letzten Donnerstag eine Rally, nachdem der US-Senat mit seiner Budget Resolution den Weg frei gemacht hatte, damit die Republikaner keine Stimmen der Demokrate zur Durchsetzung der Steuerreform brauchen.

Aus den Aussagen von Larry Fink geht aber eben auch hervor, dass man fest mit der Steurreform rechnet – käme sie nicht, dürfte es mehr als eine Korrektur an der Wall Street geben. Dann nämlich wäre klar, dass Trumps einzige Errungenschaft seiner Amtszeit die Ernennung des Bundesrichters Gorsuch war, aber alles andere nur ein schöner Traum..

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Netflix-Quartalszahlen: Erwartungen verfehlt, Aktie fällt

Claudio Kummerfeld

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Netflix auf TV

Die Netflix-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 6,44 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 5,24/letztes Quartal 6,15/für heute erwartet 6,4).

Der Gewinn liegt bei 1,74 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,47/letztes Quartal 1,59/für heute erwartet 2,13).

Die Nutzerzahl ist im dritten Quartal um 2,20 Millionen gewachsen. Die Erwartungen lagen bei 2,5 Mio durch Netflix selbst – der Markt erwartete 2,5-3,2 Mio.

Wie man aktuell verkündet, erwartet man 6,0 Millionen neue Nutzer im laufenden 4. Quartal.

Free Cash Flow +1,14 Milliarden Dollar (Vorquartal +899). Operative Marge 20,4 Prozent nach 22,1 Prozent im Vorquartal.

Die Netflix-Aktie reagiert nachbörslich mit -4,7 Prozent.

Kurz-Fazit: Gewinn pro Aktie und die Zahl neuer Abos verfehlen die Erwartungen. Das wird nun nachbörslich abgestraft.

Datenblatt mit aktuellen Quartalszahlen von Netflix

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – die Stimulus-Hoffnung stirbt zuletzt

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Heute soll angeblich der entscheidende Tag sein. Kommt noch auf den letzten Drücker eine Einigung zwischen Demokraten und Donald Trump über einen neuen Stimulus? Das dürfte kurzfristig die Kurse bewegen.

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Kaufverbot für die Nikola-Aktie – Werbung

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Lieber Börsianer,

am Firmensitz der Nikola in Phoenix (Arizona) glühen schon seit Wochen die Telefonleitungen. Das junge Unternehmen kämpft hart um seine Reputation. Man kämpft um die letzten Investoren, die noch nicht gegangen sind. Und vor allem, man kämpft um seine Partner wie General Motors, Bosch oder Iveco. Denn wenn die abspringen, wird die Nikola-Zentrale in Phoenix zugesperrt.

Aber der Reihe nach! Was ist zuletzt passiert bei Nikola?

Der charismatische Firmengründer Trevor Milton wurde aufs Abstellgleis geschoben und seitdem geben trockene Technikertypen den Ton bei Nikola an. So trat der Technik-Chef Jesse Schneider zuletzt vor die Presse und referierte betont sachlich über Patente, Chassis-Zeichnungen und andere Dokumente. Er legte haarklein auseinander, welcher Bestandteil des Nikola-Trucks fremd eingekauft, welcher extern entwickelt wurde.

Die Veranstaltung war langweilig, aber wichtig. Wenn Nikola überleben will, muss es das Vertrauen des Marktes und der Industrie wiederherstellen. Dafür wollen die Investoren jetzt keine Visionen hören, sondern Fakten und Details sehen.

Diese Fakten und Details entscheiden in den kommenden Wochen über den Kursverlauf der Aktie. Denn am 30. November läuft die Sperrfrist (lock-up-period) für die vorbörslichen Investoren der Nikola ab. Wenn diese Investoren bis dahin nicht von der Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells überzeugt werden können, werden sie an diesem Tag mit großem Volumen aus der Aktie aussteigen und ein erneutes Kursmassaker herbeiführen.

Aber denken wir positiv! Unterstellen wir einmal, Jesse Schneider und CEO Mark Russell können die Investoren überzeugen, dann dürfte auch General Motors an Bord bleiben. Das ist aktuell der wichtigste Nikola-Partner. Mehr noch: Der US-Autobauer entscheidet wahrscheinlich über die Zukunft des Lkw-Bauers Nikola.

Nur zur Erinnerung: General Motors (GM) hat zugesagt, für Nikola die Werkbank zu machen und insgesamt Produktionsleistungen im Wert von 2 Milliarden USD für das Startup zur Verfügung zu stellen. Konkret war oder ist geplant, dass GM den…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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