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Trump gefährlich nahe an Straftatbestand der Zeugenbeeinflussung

Eine Kolumne aus New York von Herbert Bauernebel

In Tweets sprach der Präsident offen seine Bewunderung für die angebliche Tapferkeit von Ex-Beratern aus, die Aussagen gegenüber FBI-Sonderermittler Bob Mueller verweigern.

 

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1069619316319035392

Er meint damit die ehemaligen Wahlkampfhelfer Roger Stone und dessen Adlatus Jerome Corsi, deren Kontakte zur Aufdecker-Site Wikileaks gerade überprüft werden. Wikileaks hatte in der Wahlschlacht 2016 von Russenhackern gestohlene Demokraten-E-Mails veröffentlicht und damit Trump-Rivalin Hillary Clinton geschadet.

Trump hat beim Lob für den „Mumm“ dieser Leute auch Ex-Wahlkampfmanager Paul Manafort im Sinn, der sogar als Maulwurf bei den Mueller-Ermittlungen agierte und damit einen Deal zur Reduzierung des Strafausmaßes torpedierte.

Trump macht gleichzeitig deutlich, dass „Ratten“ (Drudge Report) wie Ex-Anwalt Michael Cohen, die vor Mueller auspacken, „hart bestraft“ werden sollen, wie er, ebenfalls in einem Tweet, anmerkte:

 

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1069613383622803456

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1069614615510859776

 

 

Solche Aussagen könnten Ankläger – vor allem aber auch Kremlgate-Chefermittler Mueller selbst – als klaren Versuch der Zeugenbeeinflussung bewerten, ein Verbrechen, das mit einer Höchststrafe von bis zu 20 Jahren Haft geahndet werden könnte, besonders wenn Zeugen auch bedroht werden.

Trump jedoch scheint Stone, Manafort und Co. mit der Möglichkeit einer Präsidenten-Begnadigung eher ködern zu wollen.

 

Herbert Bauernebel ist freier US-Korrespondent in New York seit 1999. Er leitet dazu das Info-Portal AmerikaReport.de mit Blogs, Analysen und News – von „Breaking News“ bis Politik-Aufregern, von Trends aus dem „Silicon Valley“ bis zur Wall Street. 

 

By Michael Vadon – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=41703473



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