Aktien

Trump handelte in Papieren von Nvidia, Intel, Microsoft, Boeing, Netflix – höchst kritikwürdig

In vielen Papieren großer Konzerne war Trump im ersten Quartal aktiv. Einige davon hat er mit seinem Regierungshandeln aktiv beeinflusst.

Grafik: ChatGPT

Donald Trump betreibt eine Politik, die unzählige Unternehmen direkt beeinflusst. Sei es Nvidia mit einem US-Exportverbot für China. Sei es die direkte staatliche Stützung des angeschlagenen Chipkonzerns Intel. Und nun sehen wir, dass Trump im ersten Quartal in unzähligen dieser Unternehmen privat Transaktionen getätigt hat. Eine mehr als fragwürdige, mehr als kritikwürdige Vorgehensweise, um es nett zu formulieren!


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US-Präsident Donald Trump hat im ersten Quartal eine Vielzahl von Aktien- und Anleihekäufen bei großen US-Unternehmen getätigt. Wie aus den Offenlegungen seiner Finanzen hervorgeht, belief sich der Wert der Geschäfte auf mehrere zehn Millionen Dollar oder möglicherweise mehr, so Blooomberg News. Die Transaktionen, die in mehr als 100 Seiten umfassenden Dokumenten beim US Office of Government Ethics aufgeführt sind, nennen Käufe und Verkäufe nur in breiten Wertspannen. Im ersten Quartal kaufte der Präsident den Unterlagen zufolge Beteiligungen im Wert von jeweils bis zu 5 Millionen Dollar (4,3 Millionen Euro) an Unternehmen wie Nvidia, Oracle, Microsoft, Boeing und Costco. Die Dokumente wurden am Donnerstag veröffentlicht.

Unklar ist, wie viele der Transaktionen tatsächlich Aktien betrafen. Anders als Mitglieder des Kongresses muss Trump in seinen Meldungen die genaue Anlageklasse nicht angeben. Der Präsident hat eine Reihe politischer Entscheidungen getroffen, die sich mit börsennotierten Unternehmen wie Nvidia überschneiden. Die für die Entwicklung künstlicher Intelligenz wichtigen Chips des Konzerns benötigen für Auslandsverkäufe eine Genehmigung der US-Regierung. Führungskräfte von Nvidia und Boeing gehören zu einer US-Wirtschaftsdelegation, die Trump in dieser Woche auf einer Reise nach China begleitet hat.


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Sechs von Trumps Geschäften betrafen Intel. Seine Regierung hatte im August eine Vereinbarung ausgehandelt, wonach sie für fast 9 Milliarden Dollar einen 10 %-Anteil an dem traditionsreichen Chiphersteller übernimmt.

Netflix und Paramount Skydance lieferten sich monatelang einen Wettbewerb um die Übernahme von Warner Bros Discovery, wobei beide Interessenten mögliche kartellrechtliche Bedenken auslösten. Trump tätigte Investitionen in Zusammenhang mit allen drei Unternehmen. Im März kaufte er eine kleinere Beteiligung an Warner Bros. im Wert von mindestens 30.000 Dollar sowie im selben Monat eine Beteiligung an Paramount Skydance im Wert von mindestens 15.000 Dollar. Zudem meldete er 19 Transaktionen mit Bezug zu Netflix, darunter Verkäufe mit Werten zwischen 1.000 und 5 Millionen Dollar.

Das Weiße Haus hatte bei früheren Gelegenheiten erklärt, weder Trump noch Mitglieder seiner Familie träfen Anlageentscheidungen für ihn. Unabhängige Vermögensverwalter hätten Vermögenswerte im Rahmen von Programmen gekauft und verkauft, die anerkannte Indizes nachbilden, hieß es. Das Weiße Haus verwies Fragen zu den jüngsten Offenlegungen an die Trump Organization, die auf eine nach regulären Geschäftszeiten versandte Anfrage zunächst nicht reagierte.

Die größten Verkäufe erfolgten am 10. Februar, als Trump Beteiligungen an drei Technologiekonzernen abstieß: Microsoft, Meta Platforms und Amazon in einer Größenordnung zwischen jeweils 5 Millionen und 25 Millionen Dollar. Zudem verkaufte er im Januar einen Anteil an einem Vanguard-ETF im Wert von mindestens 5 Millionen Dollar.

Anders als seine Vorgänger veräußerte Trump seine Vermögenswerte nicht und überführte sie auch nicht in einen ‘Blind Trust’ unter unabhängiger Aufsicht. Sein weit verzweigtes Firmenimperium wird von zwei seiner Söhne geführt und ist in mehreren Bereichen tätig, die Überschneidungen mit der Politik des Präsidenten aufweisen.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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3 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Soviel ich weiß hat Trump einen eigenen Fondsmanager bzw Vermögensverwalter…selbiges gilt für alle Milliardäre …Trump handelt nicht mehr selbst..

    Außerdem ist seine Familie schon seit Jahren in der Blackrock AG aktiv…dem größten Vermögensverwalter der Welt…

    Seine ständigen Einmischungen in die FED…. haben nur das Ziel die Blase nicht platzen zu lassen…Liebe Freunde…damit steht er nicht allein…
    Die Blase nährt sich und gedeiht seit 2009….fast 17,5 Jahre ! Die größte Blase der Weltgeschichte!
    Dagegen waren die Übertreibungen der Jahrtausendwende ein Kindergeburtstag!
    Wir liegen jetzt in den wichtigsten Indizes beim Fünffachen der damaligen Zeit …beim Nasdaq Composite Index und dem Nasdaq 100 Index… sogar noch darüber…!
    Weit darüber…der Nasdaq 100 Index nähert sich jetzt dem Faktor Sechs !

  2. Und immer noch kein Impeachment! Widerwärtig, nur noch widerwärtig. Bis in USA großflächig gewaltsame Proteste starten wird wohl nicht mehr lange dauern.

  3. Der Turbo raucht beim Turbokapitalismus

    Insidergeschäfte sind schon sehr niederträchtig und bis jetzt sagte man sie seien schwer zu beweisen.In diesem Fall wo die Umgebung des Entscheidungsträgers wohl die Entscheidungen aus erster Hand hat , wäre es wohl zu beweisen wenn man denn wollte.Da grosse Anleger oft auf falschem Fuss erwischt werden und grosse Verluste machen,müsste es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis ein finanzkräftiger Kläger handelt. Spätestens nach seinem Amtsende müsste Donald verurteilt werden.
    Mehrere hochrangige Amerikaner schämen sich für ihren Präsidenten, sie müssen nur den hochrangigen Video – Gästen von Glenn Diesen zuhören. Der Weltpolizist,der ausländische Banken zu horrenden Bussen verknurrte ist zu einem grossen Gauner mutiert.Grosse,mächtige Gebilde werden immer von innen zerstört.

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