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Strafaktion wegen Einkäufen in Russland Trump hat Zölle gegen Indien verdoppelt auf 50 %

Trump-Zölle gegen Indien über 50 % treten jetzt in Kraft, eine Verdoppelung. Desaster oder sogar eine Chance für das Milliardenvolk?

Narendra Modi
Narendra Modi. Foto: Prakash Singh/Bloomberg

Indien kauft weiterhin in Russland ein. Das erzürnt Donald Trump – Einnahmen aus Ölverkäufen helfen Putin dabei seinen Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren. Wie kann es Indien nur wagen, sich Trumps Anweisungen zu widersetzen? Heute reagiert Trump mit dem Inkrafttreten von 50 % Importzoll gegen Indien, eine Verdoppelung. Damit sind die US-Zölle gegen Indien die höchsten gegenüber einem asiatischen Land.

50 % Zölle gegen Indien in Kraft getreten

Die neuen Zölle traten heute früh um 00:01 Uhr in Washington in Kraft. Neu-Delhi hat seine Beziehungen zu Russland verteidigt und die Maßnahmen der USA als „unfair, ungerechtfertigt und unvernünftig” bezeichnet, so Bloomberg. Weiter wird berichtet: Diese extrem hohen Zölle bedeuten für Indien, die am schnellsten wachsende große Volkswirtschaft der Welt, einen wahrscheinlichen Einbruch im Handel mit seinem größten Exportmarkt. Die Abgaben bedrohen auch die Wettbewerbsfähigkeit Indiens im Export gegenüber Konkurrenten wie China und Vietnam und werfen Fragen über die Ambitionen von Premierminister Narendra Modi auf, das südasiatische Land zu einem wichtigen Produktionsstandort zu machen.

„Dies ist ein strategischer Schock, der Indiens langjährige Position in den arbeitsintensiven Märkten der USA bedroht, Massenarbeitslosigkeit in Exportzentren riskiert und Indiens Beteiligung an globalen Wertschöpfungsketten schwächen könnte“, sagte Ajay Srivastava, Gründer des in Neu-Delhi ansässigen Thinktanks Global Trade Research Initiative. Er fügte hinzu, dass die Konkurrenten davon profitieren würden und „Indien möglicherweise auch nach der Rücknahme der Zölle aus wichtigen Märkten verdrängen könnten“.

Ausnahmen

Einige Schlüsselindustrien werden ausgenommen sein. So sind beispielsweise Elektronik-Exporte nicht betroffen – wodurch die massiven neuen Fabrikinvestitionen von Apple in Indien vorerst verschont bleiben. Auch Pharma-Exporte sind nicht betroffen.Die Zölle haben indische Regierungsvertreter schockiert und folgen auf monatelange Handelsgespräche zwischen Neu-Delhi und Washington.

Indien gehörte zu den ersten Ländern, die Handelsgespräche mit der Trump-Regierung aufgenommen haben, aber seine eigenen hohen Zölle und protektionistischen Maßnahmen in Sektoren wie Landwirtschaft und Milchwirtschaft haben die US-Verhandlungsführer frustriert. Die Beziehungen verschlechterten sich weiter, nachdem Trump Indien wegen seines Kaufs von russischem Öl scharf kritisiert hatte. Neu-Delhi argumentierte, dass die Käufe die Energiemärkte stabilisieren, und erklärte, es werde „abhängig vom finanziellen Nutzen“ weiterhin russisches Öl kaufen.

Trump-Zölle gegen Indien sind die höchsten in Asien

Zuwendung zu BRICS-Staaten

Die angespannten Beziehungen haben Indien dazu veranlasst, sich von den USA zu distanzieren und engere Beziehungen zu den anderen Mitgliedern des BRICS-Blocks zu knüpfen. Peking und Neu-Delhi haben in den letzten Monaten versucht, die Beziehungen wieder zu kitten, die nach gewaltsamen Grenzkonflikten im Jahr 2020 stark gelitten hatten. Modi wird voraussichtlich nächste Woche am Rande eines Sicherheitsgipfels in China mit Präsident Xi Jinping zusammentreffen – sein erster Besuch dort seit sieben Jahren.

Gleichzeitig haben Indien und Russland zugesagt, ihren jährlichen Handel in den nächsten fünf Jahren um 50 % auf 100 Milliarden US-Dollar zu steigern. Indien hat seit Beginn der Invasion der Ukraine im Jahr 2022 seine Ölimporte aus Russland erhöht und macht laut der in Moskau ansässigen Kasatkin Consulting nun etwa 37 % der russischen Ölexporte aus. Indische Unternehmen haben ihre Importe von russischem Urals-Öl Anfang August vorübergehend ausgesetzt, sind aber in den Wochen seitdem wieder auf den Markt zurückgekehrt.

Grafik zeigt Indien als Nummer 1 Aufkäufer von Öl aus Russland

Ein US-Handelsdelegation, die vom 25. bis 29. August zu einer sechsten Runde von Handelsgesprächen in Indien erwartet wurde, hat ihren Besuch verschoben, was weitere Zweifel daran aufkommen lässt, ob beide Seiten bis zum Herbst ein Handelsabkommen schließen können – ein Ziel, das während Modis Besuch im Weißen Haus im Februar festgelegt wurde.

Chance für Indien?

Die Citigroup schätzt, dass die kombinierten Zölle in Höhe von 50 % ein Abwärtsrisiko von 0,6 bis 0,8 Prozentpunkten für das jährliche Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Indien darstellen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen könnten dadurch abgefedert werden, dass die indische Wirtschaft weitgehend von der Binnennachfrage und nicht von Exporten angetrieben wird, sodass die Stärkung der Verbraucher- und Unternehmensstimmung der Schlüssel zu einem schnelleren Wachstum ist. Der private Konsum macht etwa 60 % des indischen BIP aus – und obwohl die USA mit einem Exportvolumen von 87,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 Indiens größter Exportmarkt sind, entspricht dies immer noch nur 2 % des gesamten indischen BIP.

Um das Vertrauen zu stärken, hat die Regierung Modi „Reformen der nächsten Generation” zugesagt, beginnend mit einer umfassenden Überarbeitung der Verbrauchssteuer. Beamte in Neu-Delhi beraten ebenfalls über Maßnahmen zur Unterstützung von Sektoren wie Textilien und Schuhe, die wahrscheinlich stark von den höheren Zöllen betroffen sein werden.

Indiens Anleihe- und Devisenmärkte sind vor der Einführung der neuen Abgaben eingebrochen, und die Rupie ist derzeit die Währung mit der schlechtesten Performance in Asien in diesem Jahr. Die indischen Aktienmärkte haben seit Juli bereits ausländische Abflüsse in Höhe von fast 5 Milliarden US-Dollar verzeichnet.

„Der Silberstreif am Horizont könnte sein, dass dieser externe Druck Indien dazu veranlassen wird, überfällige Reformen zu beschleunigen”, schrieb Trinh Nguyen, Senior Economist bei Natixis, in einer Mitteilung am Dienstag. „Land, Arbeit und Liberalisierung sind notwendig, um Wachstum zu entfesseln und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.”

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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4 Kommentare

  1. Update: Den Konsultationen zwischen Staatspräsident Xi Jinping und Premierminister Narendra Modi, und den bis zum Jahresende geplanten Konsultationen zwischen Premierminister Narendra Modi und Staatspräsident Dr. Wladimir Putin einen entsprechenden Verlauf. Ansonsten bleibt abzuwarten, inwiefern sich die Zölle auf das für Indien wichtige Konsumklima auswirken.

  2. Update: Aktuelle news, dass alle Länder ein Exportstopp für Lieferungen in die USA ausgesprochen haben…damit soll der Handelsbilanzüberschuss signifikant gesenkt werden…USA wird zum Selbstversorger…Donald Trump ist wieder einmal der Gewinner…im heimischen Bloombergterminal entdeckt…unter Vermischtes

  3. Schau dir „Zölle auf Indien! “Das treibt Indien endgültig zu den BRICS!”“ auf YouTube an

    https://youtu.be/O7uYSGqgvQ0?si=62SLuAcc6PubifZS

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  4. Nun, die Sache ist für mich klar. Die USA sind faktisch pleite.

    Sie versuchen nun noch alles was geht im Staatsschiff einzubunkern und dann werden die Schotten dicht gemacht. Für die im Schiff wird das aber mindestens genauso schlimm, wenn nicht noch schlimmer, wie für die ausserhalb des „Schiffes“ USA. Den plötzlich müssen sie mit nur noch „Bordmitteln“ auskommen. Alles von aussen wird unbezahlbar teuer. Die andern Länder wird es auch schmerzlich treffen, bis sie realisieren, dass sie ja eigentlich der grössere Handelsplatz sind, alles selber mindestens genau so gut herstellen können und die USA gar nicht brauchen. Die USA wird ihre Führungsrolle schnell verlieren und sie nicht wiedererlangen. Die Wirtschaft in den USA wird massiv schrumpfen, wenn nicht sogar wegen der hohen Schulden kollabieren. Der Staat wird sich immer mehr in Richtung einer Diktatur entwickeln und innere Unruhen werden ausbrechen. Einzelne Bundesstaaten werden ihre Unabhängigkeit anstreben. Es wird interene militärische Operationen dagegen geben. Trump weis das und versucht gegen zu steuern. Fraglich, ob es ihm noch gelingt. Den USA droht der Zerfall, ähnlich der ehemaligen Sowjetunion…leider.

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