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Konjunkturdaten

Trump im Wahlkampf-Modus: Faktencheck seiner Aussagen

Trump will die amerikanische Mittelschicht bestechen, um seine Wiederwahl zu erreichen – wie man in der Gegenwart seine Zukunft verkonsumiert

Markus Fugmann

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am

Gestern hat Donald Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos dem US-Finanzsender CNBC ein Interview gegeben – und die Aussagen von Trump sind eine wahre Fundgrube nicht nur für seine Weltanschauung, sondern vor allem für die Differenz von Behauptungen und Fakten.

Wir picken uns in folgendem einige Aussagen von Trump heraus, die wohl zentral sein werden für seinen Wahlkampf in diesem Jahr.

Europa wird im Handelskrieg das neue China für Trump

Trump macht klar, dass nun Europa an der Reihe ist, nachdem er den Phase 1 Deal mit China geschlossen hat. Konkret wurde der US-Präsident wenige Minuten nach dem oben genannten Interview: er werde Zölle im Volumen von 25% auf EU-Autos einführen, wenn es nicht bald einen Deal gebe. Dieser Termin müsse, so Trump, sehr bald kommen. Trotz Wahljahr wird der US-Präsident also den gleichen Mechanismus in Gang setzen wie einst gegen China.

Faktisch jedoch haben die USA in den relevanten Bereichen bereits höhere Zölle auf EU-Autos als umgekehrt, wie wir bereits aufzeigten: die USA erheben Zölle auf SUVs, light trucks (Vans, Pickups etc.) sowie SUV-Mischformen aus Europa – sie werden in den USA mit 25% bezollt. In den USA aber werden fast dreimal mehr SUVs, light trucks oder SUV-Mischformen verkauft als „normale“ Autos selbst. Das bedeutet: da wo die dicken Margen und die Volumina sind, erheben die USA bereits Zölle auf EU-Fahrzeuge von 25% – ein heftiger Nachteil besonders für deutsche Autobauer, sodass sich Ford und General Motors diesen Markt sichern konnten und nach wie vor unbedrängt Geld verdienen können – weil faktisch durch heftige Zölle beschützt. Es wäre nützlich, wenn EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen diese Zahlen kennen würde in den anstehenden Verhandlungen..

Im Zweifel ist die Fed ist schuld

Wenn die US-Wirtschaft vor der US-Präsidentschaftswahl in Bedrängnis kommen sollte, ist für Trump die Fed schuld. Der Dow Jones, so Trump, stünde 5000 bis 10.000 Punkte höher, wenn die US-Notenbank nicht den Leitzins angehoben hätte. Das US-BIP stünde dann bei 4%, so der US-Präsident. Daran kann man getrost zweifeln, aber sei´s drum.

Besonders interessant sind die Aussagen von Trump in Sachen Steuern: durch die Senkung der Unternehmenssteuern, so der US-Präsident, hätte der Staat sogar mehr Steuern eingenommen. Das ist schlicht – falsch. Blicken wir zunächst einmal auf die Einnahmen der USA aus der Besteuerung von Unternehmen:

Die Aussage von Trump ist falsch, dass durch die Reform der Unternehemnssteuer mehr Geld eingenommen werde

Die von den US-Firmen gezahlten Unternehmens-Steuern sind also deutlich rückläufig. Insgesamt hat sich an den Steuereinnahmen aber nicht viel geändert – weil eben nicht die Unternehmen, sondern die Durchschnitts-Amerikaner offenkundig mehr Steuern zahlen:

Der Durchschnitts-Amerikaner zahlt die Zeche, die Unternehmen profitieren

Nun will Trump, gewissermaßen als Joker für den Wahlkampf, die Steuern für den Durchschnittsamerikaner senken – und das, wie Trump im Interview klar macht, faktisch mit Negativzinsen bezahlen lassen. Daher die Attacken auf die Fed, die Trump dazu bringen will, die Zinsen in den Negativbereich zu senken um damit Geld beim Schulden machen zu verdienen (wie Deutschland, das der US-Präsident in diesem Zusammenhang hervorhebt).

Seit dem Amtsantritt von Trump schießen die Ausgaben des US-Staates steil nach oben – anders als der US-Präsident versprochen hatte, ist an die Verringerung der Schuldenlast nicht zu denken:

Trump erhöht die Ausgaben des US-Staates massiv

Mit einer Steuersenkung für US-Bürger würde die Verschuldung drastisch weiter ansteigen, weil selbst Negativzinsen im Vergleich zum Einnnahmeausfall durch Steuersenkungen nur wie „peanuts“ wirken.

Summa summarum: Trump will nun die amerikanische Mittelschicht „bestechen“, um seine Wiederwahl zu erreichen. Damit ist der US-Präsident das Musterbeispiel dafür, wie man bereits in der Gegenwart seine Zukunft verkonsumiert: mit der Schuldenlast steigen die Zinsausgaben für diese Schulden. Dieses Geld aber wiederum fehlt dann für produktive Investitionen, was wiederum in Zukunft  weniger Wachstum bedeutet. Ein Teufelskreis..

Sehen Sie hier die Aussagen von Trump beim gestrigen CNBC-Interview in Davos:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Trump nimmt es mit den Fakten nicht so genau

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    leftutti

    23. Januar 2020 12:42 at 12:42

    E-Uschi kann sich jetzt nicht um diese Zahlen kümmern, die sucht nach den verschwundenen SMS auf ihrem Handy…

  2. Avatar

    Torsten

    23. Januar 2020 16:49 at 16:49

    White House has started work on second round of tax cuts to boost growth, Mnuchin says.

    Kaum fällt der Markt mal 100 Punkte, kommt jemand um die Ecke und spricht von Steuersenkungen, Zinssenkungen oder Stützungskäufen.

    Was will man bei einer Rezession eigentlich machen?

    Nix, ist ja offiziell verboten worden. Rezession wird es nie wieder geben, und falls es doch eine gibt wird sie solange geleugnet bis sie vorbei ist. Man nennt eine Rezession. negative Wachstumsperiode. Negativ leise sprechen und Wachstum laut. 🤪🤪

    • Avatar

      leftutti

      23. Januar 2020 19:30 at 19:30

      @Torsten, eine Rezession ist eine temporär abgeschwächte Wachstumsperiode aufgrund exogener Faktoren, die man nicht selbst zu verantworten hat (die bösen Anderen). Negativ bitte nicht einmal erwähnen, man nennt das „nicht angemessen an der Kapazitätsgrenze“ oder so…

  3. Avatar

    leftutti

    29. Januar 2020 22:21 at 22:21

    Der Dealmaker wird zum Peace-Maker und präsentiert der Welt einen sensationellen Friedensplan für den Nahen Osten, der ihn und seinesgleichen aus dem innerpolitischen Kreuzfeuer entfernen würde. Die Begeisterung jenseits der beiden von Gott auserwählten Länder scheint sich in Grenzen zu halten.

    Trump schrieb auf Twitter, Bolton habe bei ihm um seinen „Job gebettelt“, als sein Berater habe er aber ein schlechtes Urteilsvermögen gezeigt. „Offen gesagt: Wenn ich auf ihn gehört hätte, wären wir jetzt im Sechsten Weltkrieg“, daher habe er ihn „gefeuert“.

    WK3 bis WK5 hat der Deal- und Peacemaker vermutlich eher im virtuell-privaten Vakuum unmittelbar unterhalb des pissgelben Vogelnestes während einer paranoid-alternativen FOX-News-Ausstrahlung erlebt.

    Offenbar brennt es im Gebälk, weil sogar im republikanischen Lager erste rudimentäre Ansätze von Demokratie und Skepsis keimen.

  4. Avatar

    Torsten

    29. Januar 2020 23:28 at 23:28

    Der Man hat Casinos, Hotel und Golfplätze – ein Spieler, ein Dealer und bekanntlich Steuerbetrüger. Er nutzt scheinbar sein Amt um sein Ego zu befriedigen und einen wirtschaftlichen Vorteil aus dem Amt zu ziehen.

  5. Avatar

    Lausi

    30. Januar 2020 07:49 at 07:49

    Der Typ hat schlicht und einfach einen Sprung in der Schüssel. Wenn man es genauer wissen will, bitte einen Psychologen fragen.

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Konjunkturdaten

US-Einkaufsmanagerindizes bester Wert seit 2015, Preise mit Rekoranstieg, Optimismus wegen Impfstoff

Markus Fugmann

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Soeben wurde die Einkaufsmanagerindizes für die USA (Markit PMI; November) veröffentlicht:

Verarbeitendes Gewerbe: 56,7 (Prognose war 53,0; Vormonat war 53,4)

Dienstleistung: 57,7 (Prognose war 55,0; Vormonat war 56,9)

Gesamtindex: 57,7 (Vormonat war 56,9)

Dazu schreibt Markit, das die Daten erhebt:

“The November PMI surveys provide the first postelection snapshot of the US economy, and makes forvery encouraging reading, though stronger economic growth is quite literally coming at a price.
“First the good news: business activity across both manufacturing and services rose in November at the strongest rate since March 2015. The upturn
reflected a further strengthening of demand, which in turn encouraged firms to take on staff at a rate not  previously seen since the survey began in 2009. “However, the surge in demand and hiring has pushed prices and wages higher. Average selling prices for goods and services rose at the fastest rate yet recorded by the survey, with shortages of supplies also more widespread than at any time previously reported.
“Firms are scrambling for inputs and workers to meet the recent growth of demand, and to meet rising future workloads. Expectations about the year ahead have surged to the most optimistic for over six years, reflecting the combination of a post-election lift to confidence and encouraging news that vaccines may allow a return to more normal business conditions in the not too distant future.”

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Einkaufsmanager – Lage mau, aber Optimismus wegen Impfstoff

Markus Fugmann

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am

Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für November) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Konjunktur:

Gesamtindex: 52,0 (Prognose war 50,4; Vormonat war ,)

Verarbeitendes Gewerbe: 57,9 (Prognose war 56,5; Vormonat war 58,2)

Dienstleistung: 46,2 (Prognose war 46,3; Vormonat war 49,5)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 49,1 für Gewerbe (Prognose war 50,1; Vormonat war 51,3) und mit 38,0 für Dienstleistung (Prognose war 37,7; Vormonat war 46,5) veröffentlicht worden.

Zu den Daten aus Deutschland kommentiert Phil Smith von Markit, das die Umfrage ausgeführt hat:

„Wie erwartet wirkten sich die neuerlichen Lockdown-Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie negativ auf die deutsche
Wirtschaft aus. Die aktuellen PMI-Vorabschätzungen zeigen, dass der Servicesektor aktuell wieder so tief in der Krise steckt wie im Mai.
Die Widerstandskraft der Industrie, die vor allem von den Exportsteigerungen nach Asien profitierte, bekräftigt uns allerdings in der Annahme, dass ein möglicher Abschwung im vierten Quartal 2020 deutlich schwächer ausfallen dürfte als im ersten Halbjahr. Die positiven Nachrichten um die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs verliehen der Stimmung unter den deutschen Unternehmen jedenfalls Auftrieb, von denen viele jetzt auf eine Rückkehr zur Normalität in den nächsten zwölf Monaten hoffen. Dies dürfte auch den jüngsten Daten zum Arbeitsmarkt zu Gute gekommen sein, die zeigen, dass sich die Lage in der Industrie der Stabilisierung weiter angenähert hat und die Beschäftigung im Servicesektor weiter gestiegen
ist.“

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Konjunkturdaten

Aktuell: US-Verkäufe bestehender Häuser – Boom!

Markus Fugmann

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Die Verkäufe bestehender US-Häuser (Oktober) sind mit 4,3% auf eine Jahresrate von 6,85 Millionen deutlich besser ausgefallen wie erwartet (Prognose war -1,2% auf eine Jahresrate von 6,45 Millionen; Vormonat war +9,4% auf eine Jahresrate von 6,54 Millionen). Damit geht der Boom am USImmobilienmarkt weiter!
Die Daten aus dem Oktober sind Transaktionen, die in der Regel im September abgeschlossen und dann im Oktober finalisiert werden..

Die Verkäufe bestehender Häuser machen etwa 90% des amerikanischen Immobilienmarkts aus und sind daher von besonderer Bedeutung!

—–

Die US-Frühindikatoren liegen bei +0,7% (Prognose war +0,7%; Vormonat war +0,7%)

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