Trump ist kein Zufall – die große Deindustrialisierung läuft seit Jahrzehnten, sowohl in Deutschland als auch in den USA. Und das hat Konsequenzen: es gibt immer mehr Verlierer in der Gesellschaft – und einige wenige Gewinner. Trump war vor allem deshalb erfolgreich, weil er den Verlierern versprochen hatte, sie wieder zu Gewinnern zu machen.
In Deutschland läuft diese Deinstrialisierung schon seit Jahrzehnten, wie Gerd Neumann eindrucksvoll zeigt. Er hat für das Bundesforschungsministerium bereits um die Jahrtausendwende gezeigt, welch alarmierender Trend schon damals eingeleitet war. In folgendem Interview zeigt Gerd Neumann mittels einer faszinierenden Präsentation, wie rapide die Deindustrialisierung seitdem fortgeschritten ist. Der Grund: immer mehr Geld floss in die Finanzmärkte, immer weniger in Forschung, Technik und Innovation! Kriegen wir noch einmal die Kurve?
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Geschichte wiederholt sich. Im Schnitt aller 80-100 Jahre. Aktuell sind wir am Ende des Zyklus angekommen. Es wird heftig knirschen, vielleicht auch krachen. Danach wird einer neuer Zyklus beginnen. Aktuell einfach alles zusammenhalten und schauen gut durch die nächsten Krisenjahre zu kommen.
Stichworte: Benner Cycle, The Fourth Turning, Innovators Dilemma, Ray Dalio
@Nina. Es gibt wohl keinen Grund, warum sich Geschichte wiederholen sollte. Historische Narrative lassen sich aber so zurechtmachen, dass es so scheint, als ob Geschichte sich wiederholen würde. Es handelt sich um Aktualisierungen altbekannter Gedanken, etwa eines Oswald Spengler. Dort wird man auf geschätzt 1000 Seiten methodisch mehr überredet, als überzeugt. Die modernen Aktualisierungen sind wohl Infotainment vom feinsten.
Es gibt drei grundhafte Auffassungen zur Geschichte. Die einen sagen, dass da keinerlei Gesetzmäßigkeiten herrschen, alles ist irgendwie Schicksal. Diese Position können wir getrost streichen, da sie auf einem heute nicht mehr vertretbarem Maß an Ignoranz beruht.
Die meisten Menschen unserer Zeit sehen die Geschichte als eine mehr oder weniger lineare Entwicklung von der Steinzeit in eine so oder so vorgestellte Zukunft (Utopia). Diese Auffassung resultiert aus der geistigen Entwicklung der Menschheit unter dem Einfluß der monotheistischen Religionen und der Ideologien der Neuzeit.
Daneben gibt es die Auffassung, dass die Geschichte zyklisch verläuft, wie die Natur selbst. Dieser Auffassung waren die heidnischen Völker und die besten Denker der Welt zu allen Zeiten. Heute stehen Forschungen und mediale Beobachtungsmethoden zur Verfügung, die jeder nutzen kann.
Meiner Meinung nach, ist es nicht mehr von der Hand zu weisen, dass es diese Zyklikken gibt.
@Felix. Die Vorstellung, „die meisten Menschen unserer Zeit“ würden die Geschichte als Entwicklung hin zu einem Utopia begreifen, ist wohl dem totalitären Denken der Zwischenkriegszeit verhaftet und wirkt heute wie aus der Zeit gefallen. Heute nur noch in Nostalgievereinen vertreten, völlig unsinnig.
Daher haben wir vor etwa 30 Jahren den Entschluss getroffen (und vor 25 Jahren verwirklicht) Deutschland zu verlassen.
Es herrschte damals schon zumindest Stillstand.
Und Stillstand ist alleine schon Rückschritt.
Es folgten 2 völkerrechtswidrige Angriffskriege, die Hartz Gesetze und mit den Gesetzen die gegen Terrororisten und Geldwäsche geschaffen wurden, werden heute Empfänger von Sozialleistungen kontrolliert. Die Infrastruktur versammelte und heute sind Messergewalt und Massenvergewaltigungen an der Tagesordnung.
Die Politiker schotten sich mit dem Paragraphen 188 gegen Kritik ab, und nun wird jeder zum Verfassungsfeind, der die Klima-Hysterie
„kritisiert“ denn die Klimaneutralität bis 2045 hat nun Verfassungsrang.
Heute sind wir Rentner und werden äußerst komfortabel durch das spanische Rentensystem versorgt. So habe wir bis heute unsere private Alterversorgung nicht in Anspruch nehmen müssen.
Unsere Kinder werden sich freuen.
Ich kann nur jedem raten der kann, Deutschland zu verlassen.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
sorry, aber wohin verlassen. die welt wird grade aufgeteilt in pro China und pro Westen. Deutschland zu verlassen aber in der EU zu bleiben ist auch keine Problemlösung. Spanien mag besseres Klima haben war aber einfach einer der Bevorteilten des EU-Transfermechanismus. Das Geld was hier fehlt ist dort einfach aufgeschlagen. Sogar Kanada könnte halbernst mitglied der eu werden. Argentinien under Milei ist auch nicht mehr als Hoffnung, dort braucht es erstmal eine viel bessere Bildung. In Deutschland liegen wenigstens noch kompetenzen die halt „nur“ in die falsche richtung rennen.
spanien muss nettozahler der eu werden, wie frankreich, italien usw sonst ist die ganze erweiterung der eu bald hinfällig, tot-expandiert und das wäre „ihre neue peseta“, viel spaß mit der rente in peseta. das bedeutet es muss genau dieses rentensystem reformiert werden. verschuldung halbiert. targetsalden getilgt werden. also zur staatsverschuldung von 1,5Billionen kommen nochmal 450Mrd Targetsalden bei 1,62Bio Bip 2023. fun fun fun ohne rettung durch die ezb und kollektivhaftung, also verlagerung der probleme ins ausland.
dazu muss spanien mal mindestens mehrere Milliarden in die EU einzahlen, jährlich. grade die kehrtwende der usa und die verwerfungen an den anleihemärkten erzwingen das. unsere infrastruktur ist vllt morsch aber bei ihnen ist es der staatshaushalt, auf kredit kann jeder kaufen, tilgt mal die kredite :D
Hallo @ smith
Naja- es glaubt ja wirklich niemand, dass die Südländer (wozu auch Frankreich) gehört, nocheinmal die Schulden zurückzahlen werden.
Wenn der Euro bricht, dann arbeitet die spanische Nationalbank in den selben Räumlichkeiten weiter. Nur es werden wieder Pesetas gedruckt.
Damit konnten wir auch vor dem Euro ganz gut in Spanien leben.
Denn ihre Forderungen an Spanien würden auf einen bankrotten und entwerteten Euro lauten, den es dann nicht mehr gibt.
Nur die deutschen Sparer, die ihre Billionen den Banken und Versicherngen anvetraut haben, werden in die Röhre schauen.
Denn das Geld ist schon heute in den Südländern und kommt niemehr zurück.
Und- wer Gold hat, hat immer Geld.
Ich hoffe mal, es geht so weiter.
Die EU finde ich wirklich gut.
Hier auf dem Land ist sowieso vieles anders.
Unsere Kamine müssen wir z. B selber kehren, den Müll selber zu Gemeinschaftsmülltonnen bringen, Pferde laufen über die Straße, Anbauten unter 50.000 Euro sind nicht gebehmigungspflichtig usw.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Damit ist man aber faktisch bankrott findet aber noch genug dumme. Ist trotzdem keine Basis für Zusammenarbeit. Und es löst die Problematik für Spanien ebenfalls nicht (und/oder die EU.) Damit bleibt die Frage offen wohin man auswandern sollte, es gibt kein Land außerhalb der „alles blase“. Die Ebbe senkt alle Boote.
@smith , und ?? Das ist wenn man diese Mischpoke an die Notenpressen lässt. Die finanzieren Kriege,Krisen,Staaten uuuuuund die sozialistische Idee mit Geld andere Leute.
Weil diese sinnlose Kreditaufnahme °°ihr°° System am Laufen hält.
An diesem großen Fehler wird das Imperium auch am Ende zusammenbrechen. Aber da ist anscheinend noch soviel Kreditwürdigkeit übrig,das kann dauern. Wenn Trump durchkommt ,mit seiner Umverlagerung der Fristen der US Anleihen ,i.E. auf der Zeitskala weiter nach hinten,haben die wieder Zeit gewonnen.
Man könnte es ruhig und besonnen und demokratisch lösen.Der Bürger begreift aber das System nicht und daran scheitert es dann.
Sie verars…………..euch
Interessant.
Die große Fragen sind nun aber:
Warum nimmt die Bedeutung der Technologie ab und warum haben Unternehmen kein großes Interesse an Technologie?
Warum wird der Finanzsektor immer wichtiger?
Was kann man dagegen tun?
Interessant finde ich, dass der problematische Zeitraum grob übereinstimmt mit dem Zeitraum ab dem Unternehmen keine Nettoschuldner mehr sind. Anscheinend lohnt sich es für Unternehmen in den letzten 20-30 Jahren nicht mehr Schulden aufzunehmen und in Technologie und Anlagen zu investieren. Unter anderem könnte das auch an dem negativen demographischen Ausblick liegen.
Warum wird der Finanzsektor immer wichtiger? Ich denke, es wird mit daran liegen, dass die Vermögen immer ungleicher verteilt sind. Arme Menschen geben ihr Geld komplett wieder aus. Mittelschichtsmenschen wissen, was sie mit ihrem Geld anfangen wollen (oder wofür sie Schulden aufnehmen), Haus, Auto, Bildung, Nahrung. Je reicher Menschen werden ihr Geld vorwiegend nur noch verwalten und nicht ausgegeben.
Diese Verteilung macht es auch für Unternehmen unattraktiv zu investieren. Wenn der durchschnittliche Kunde immer weniger Geld in der Tasche hat, warum sollten Unternehmen dann investieren? Die wenigen Luxusprodukte für die Reichen gleicht diesen Nachteil nicht aus.
Neben der gezielten Förderung von Bildung, Technologie und Technologietransfer, ist also die Reduktion der Vermögensungleichheit ein probates Mittel zur Förderung der Innovationskraft.
Nebenbemerkung: Natürlich gab es zu Zeiten von der Einführung von Hartz4 kein Interesse an der Steigerung der technologischen Leistungsfähigkeit. Die Unternehmen hatten ja gerade einen Profitabilitätssprung hinter sich aufgrund des günstiger werdenden Kostenfaktors menschliche Arbeitskraft. Das war ein richtiger Innovationskiller.
@Markus Fugmann: Zitat „Der Grund: immer mehr Geld floss in die Finanzmärkte, immer weniger in Forschung, Technik und Innovation.“
Der Satz macht keinen Sinn, denn der Zweck der Kapitalmärkte ist gerade, Technik und Innovation anzuschieben. Was sie auch fraglos tun. Herr Neumann unterliegt dem gleichen Fehler bei seiner Kritik der Nähe von Politikern zu den Finanzmärkten. Der Fehler liegt darin, zu wenig auf die Märkte zu schauen und diese nicht ihre Arbeit machen zu lassen. Das ganze Konstrukt ist hier falsch. Der derzeitige Stillstand und der Beklagte Innovationsmangel liegt einfach darin, dass die Boomer in Rente gehen und in den 20 Jahren davor zu den Altersgruppen gehörten, in dem Innovation nicht mehr zu den Stärken gehört. Aber finanzielle Absicherung, was auch den Kapitalexporte bzw. die Zuflüsse zu den Märkten erklärt. Innovation kommt durch Anpassungsdruck, nicht durch Forschung.
Die Jüngeren unterliegen diesem Druck aus quantitativen Gründen weit weniger als früher, die Politik verspürt ihn auch nicht mehr. Ich teile auch die Kritik von Markus an Hartz 4, Tenor: Anpassungsdruck. Die Einführung des EURO war aus dieser Sicht auch ein Fehler, weil der Marktdruck der DM seitdem fehlt. Ob wir die Kurve kriegen? Innovation lässt sich nicht planen oder anordnen, sie entsteht aus der Notwendigkeit. Die spürt keiner.
@capa, ja , viele richtige Worte hier.
Die Gesellschaft kann kein Mathe mehr.
Ergo verunmöglicht das technische Revolutionen lässt gleichzeitig die Finanzmärkte aber besser erscheinen als sie sind. Wie das Beispiel von Helmut oben: Spanien. Man ist einfach länger glücklich bei gleichbleibend auswegloser Lage. 🥲 Aber das kümmert eben die Leute am meisten. „Wenigstens auf dem Papier mal Millionär gewesen“
Hallo @ smith warum bin ich in Spanien in einer
….bei gleichbleibend auswegloser Lage?
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Ich nehme an, er sorgt sich berechtigterweise um Ihren geistigen Zustand.
Die Frage wurde bereits gestellt: warum investiert die Finanzindustrie nicht breit in Forschung und Entwicklung? Antwort: weil Aufwand und Rendite derzeit oft in keiner vernünftigen Relation mehr stehen. Die Kern-Innovationnen entwickelt sich sprunghaft – Verbrennungsmotor wurde vor ca 140 Jahren erfunden, die Optimierung des Verbrenners ist jetzt weitgehend ausgelutscht. Die Digitalisierung kam in den 1970 in Fahrt, ist nach ca 50 Jahren ausgelutscht, die sog. KI wird nichts zum allgemeinen Wohlstand beitragen. Das Wachstum stagniert bzw. ist rückläufig bis zum nächsten Innovationssprung – z.B. Fusionsenergie in 100 Jahren. Wo arbeiten bis dahin die Menschen oder löst die Demographie das Problem?
Die Finanzindustrie investiert sehr wohl in Forschung und Entwicklung, allerdings nicht bei Unternehmen die in Deutschland stark sind, wie bsw Thyssen-Krupp. Sie investiert stark in Unternehmen wie Apple, Google, etc. Also bei Unternehmen, die das vielfache an Gewinnen machen. Das deutsche Problem ist also der fehlende Technologiewandel. Man kann nicht da dicke Gewinne machen wo die Konkurenz aus China gut ist, wie man bsw bei Solarzellen sah und aktuell bei eAutos sieht.
Es fehlen die Forscher. Und das Risikokapital. Und die Strukturen. 😂 ich mein: „Höhle der Löwen“ findet in Deutschland statt während Menschen vom Kaliber Musk wirklich das Land verlassen oder gar nicht erst hier waren. Space X vs Lilium.
Für mich war Sunfire aus Dresden mit ihren Exzess wirklich eine Chance fürs Land. Die waren früh genug dran. Wurde aber alles abgewürgt. Katalyse, Chemie, Materialwissenschaften usw. da sind wir eigentlich noch gut drin. Jetzt blödeln wir rum oder laufen meilenweit hinterher. Wir versuchen Wettläufe zu gewinnen bei denen wir zu spät starten und keine inhärenten Vorteile haben.
Was im Video fehlt ist,der Transmissionsmechanismus ,der aus Innovation Produktivität entstehen lässt. Der ist aber modellerklärend. Und die Produktivität und der resultierende Mehrwert über den Status Quo hinaus schließt den Zirkel zum renditesuchenden Kapital.
So und jetzt ?
Was heißt das , das heißt Milei wird gewinnen. Er entfernt das Problem aus dem Modell und zwar mit der Kettensäge.
Es ist noch viel komplizierter als Hr. Neumann hier beschreibt.
Ich schreibe es hier seit Jahren, als
A — erstes muss das monetäre System verändert werden ,um die Primary Dealer von ihrer Gatekeeper -Position zu lösen. An der Stelle wird entschieden ob und wieviel sie von diesen Produktivitätsmehrwerten an die breite Mittelschicht durchlassen und nicht abfiltern,denn die Mittelschicht in Breite braucht die Finanzierung.
B — Die Pseudotopökonomen Flassbeck,Fratzscher und Co. sind die Regierungslegitimierer.Liegen aber im entscheidenen Punkt falsch,weil sie Keynes immer wieder falsch interpretierend promoten.
C — Die Politik und Regierungsfehlentscheidungsapperat muss zu 88 % weg .
D — Da diese Faschisten sich mit dem Drehtüreffekt aber gegenseitig decken, läuft das so aber nicht.Siehe EU.
Das System funktioniert liberallibertär am optimalsten.Mit einer miniminimal Sozialabsicherung für den einzelnen
Menschen ,um den Reformdruck nicht zu reduzieren.
DENN NOT MACHT ERFINDERISCH .
Staatliche Billionenkreditschulden sind genau das Gegenteil.
Sie verars……….und verars…….. euch und das komplett.
gemeint waren : eFuels