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Sprunghafte Handelspolitik Trump kündigt Autozölle an; Ausnahmen bei reziproken Zöllen

Trump kündigt Autozölle an; Ausnahmen bei reziproken Zöllen
Rede von US-Präsident Donald Trump während einer Kabinettssitzung im Weißen Haus am 24. März. Foto: Win McNamee/Getty Images North America

Die US-Aktienmärkte haben sich zu Wochenbeginn erholt, der marktbreite S&P 500 erholte sich um 1,8 %, da die Anleger zunehmend auf eine moderatere Zollpolitik der Trump-Administration hoffen. Die nächste Runde der von Präsident Trump angedrohten Zölle, die am 2. April verkündet werden soll, dürfte zielgerichteter und auch moderater ausfallen als bisher befürchtet. Allzu große Hoffnungen sollten sich die Märkte allerdings nicht machen, denn Trump hat am Montag angekündigt, auch Autozölle zu verhängen.

Trump kündigt Autozölle an

Donald Trump hat einem Bericht von Bloombeg zufolge angekündigt, in den kommenden Tagen Autozölle bekannt zu geben. Zudem deutete der US-Präsident an, dass es in Bezug auf “reziproke” Zölle Ausnahmen geben werde.

Trumps Äußerungen am Montag im Weißen Haus sorgten für weitere Verwirrung bezüglich seiner Pläne für eine umfassende Zollankündigung am 2. April. Gegenüber Reportern sagte Trump, dass er vor dem umfassenderen Paket mit den seit langem angedrohten Autozöllen fortfahren wolle – “ziemlich bald, in den nächsten Tagen”.

Bei der Ankündigung am Mittwoch nächster Woche werde es um so genannte reziproke Zölle gehen, bei denen die Sätze für jedes Land einzeln festgelegt werden – und diese den Zöllen und anderen Handelshemmnissen für US-Produkte entsprechen, so Trump. Der Präsident deutete diesbezüglich am Montag zweimal an, dass bestimmte Handelspartner möglicherweise Ausnahmen oder Ermäßigungen erhalten werden.

“Ich werde vielen Ländern Erleichterungen gewähren”, sagte Trump. “Sie haben uns so viel berechnet, dass es mir peinlich ist, ihnen dasselbe zu berechnen, aber es wird erheblich sein, und Sie werden am 2. April davon hören.“

„Zu einem späteren Zeitpunkt“ plane er sektorspezifische Zölle auf Holz und Halbleiter, so Trump. Näher ging er nicht darauf ein. Er wiederholte am Montag zudem seine Drohung, Zölle auf Arzneimittel zu erheben. Dies werde “in sehr naher Zukunft” geschehen.

Darüber hinaus kündigte Trump in den sozialen Medien an, dass er ab dem 2. April einen Zoll von 25% gegenüber anderen Ländern erheben werde, die Öl und Gas aus Venezuela kaufen.

Zölle: Sprunghafte Handelspolitik

Das Trommelfeuer des Präsidenten war das jüngste Beispiel für seinen sprunghaften handelspolitischen Ansatz, der Investoren und ausländische Regierungen verunsichert.

Der Bloomberg-Dollar-Index gab seine Gewinne am Montagnachmittag kurzzeitig wieder ab, nachdem der Präsident angekündigt hatte, dass er in den kommenden Tagen zusätzliche Zölle für bestimmte Sektoren ankündigen werde. Der mexikanische Peso stieg auf ein Tageshoch, nachdem Trump Erleichterungen für „viele Länder“ in Aussicht gestellt hatte.

Trump bezeichnete seine Ankündigung vom 2. April als „Tag der Befreiung“ und läutete damit den Beginn einer protektionistischeren Politik ein, die als Vergeltung für Handelspartner gedacht ist, die er seit langem beschuldigt, die USA „auszunehmen“. Während seine Pläne eine erhebliche Ausweitung der Zölle bedeuten, sagten Personen, die mit den internen Diskussionen vertraut sind, dass ein gezielteres Paket von Zöllen in der nächsten Woche eingeführt werden soll.

Trump kündigt Zölle für den 2. April an, darunter reziproke und Autozölle
Wahrscheinlichkeit, dass Trump „große Zölle“ verhängt | Marktprognosen für erhebliche Zollerhöhungen.

Die Länder, die im Fadenkreuz der US-Zölle stehen, haben sich beeilt, Treffen mit Vertretern der Trump-Administration zu vereinbaren, um Zugeständnisse und andere defensive Reaktionen anzubieten, um Ausnahmen von den gegenseitigen Zöllen zu erhalten.

Der EU-Handelskommissar Maros Sefcovic wird sich am Dienstag mit US-Handelsminister Howard Lutnick und dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer treffen. Die indische Regierung plant, Ausnahmen zu beantragen, wenn am Dienstag eine US-Delegation zu laufenden bilateralen Handelsgesprächen eintrifft.

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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