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Trump mit unbelegtem Iran-Optimismus – Märkte sehen was sie sehen wollen

Trump äußert sich optimistisch über Verhandlungen mit dem Iran. Aus Teheran aber fehlt jede Bestätigung. Die Märkte steigen auf Rekorde.

Donald Trump
Donald Trump. Foto: Graeme Sloan/Sipa/Bloomberg

Meine persönliche Einschätzung vorab: Man sieht aktuell bei europäischen Indizes und den US-Aktienfutures grenzenlosen Optimismus. Gleichzeitig zeigen die Metallmärkte globale Verknappung an. Der S&P 500 legt neue Rekorde hin. Die Märkte wollen offenkundig an das glauben, was Donald Trump sagt. Er spricht von Verhandlungen mit dem Iran, die schon an diese Wochenende wieder aufgenommen werden könnten. Das Kriegsende könne schnell kommen usw. Der Iran aber bestätigt nichts von all dem.


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Das Problem ist zunehmend: Was soll man Donald Trump noch glauben? Es mangelt an zuverlässigen Aussagen von Trump, und an wenigen bis gar keinen konkreten Aussagen aus dem Iran. Ob es demnächst wirklich neue Gespräche gibt? Möglich, aber man schwebt im luftleeren Raum. Der grenzenlose Optimismus der Märkte ist mehr als überraschend! Die Fallhöhe ist hoch. Bleiben echte Resultate aus, könnten böse Kursrückschläge die Folge sein. Aber noch hält das (wacklige) Kartenhaus aus Behauptungen, denen die Bestätigung fehlt.

Trump signalisiert Durchbruch bei Verhandlungen mit dem Iran

US-Präsident Donald Trump hat sich optimistisch über die Aussichten auf einen dauerhaften Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran geäußert. Dazu berichtet Bloomberg News: Während beide Seiten über eine Verlängerung der in der nächsten Woche auslaufenden Waffenruhe verhandeln, erklärte Trump am Donnerstag im Weißen Haus vor Reportern: “Es sieht sehr gut aus, dass wir eine Einigung mit dem Iran erzielen werden, und es wird eine gute Einigung sein.” Die Gespräche zwischen Washington und Teheran könnten bereits an diesem Wochenende wieder aufgenommen werden.


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Ohne Belege anzuführen behauptete Trump, der Iran habe Bedingungen akzeptiert, gegen die er sich lange gewehrt habe. Dazu gehörten der Verzicht auf Kernwaffen-Ambitionen und die Übergabe von atomarem Material. Das Abkommen solle zudem “kostenloses Öl” und die Öffnung der Straße von Hormus umfassen. Von iranischer Seite wurden diese Zugeständnisse bisher nicht öffentlich bestätigt.

Während Trump eine schnelle Lösung erwartet, gehen einige arabische und europäische Offizielle davon aus, dass Verhandlungen etwa sechs Monate dauern könnten. Laut informierten Kreisen fordern sie, den Waffenstillstand für diesen Zeitraum zu verlängern. Trump rechnet zwar nicht damit, die zweiwöchige Waffenruhe für eine Einigung ausdehnen zu müssen, erklärte aber, er würde dies tun, falls es nötig sei.

Trump versuchte bei einer Kundgebung am Donnerstag, die Sorgen der Wähler über steigende Lebenshaltungskosten und Energiepreise zu dämpfen, um im Vorfeld der Zwischenwahlen im November Unterstützung für seine Wirtschaftsbilanz zu gewinnen. Umfragen zeigen jedoch, dass eine Mehrheit der Amerikaner sein Krisenmanagement ablehnt und ihn für die hohen Benzinpreise verantwortlich macht.

Israel und Libanon

Zudem verkündete Trump am Donnerstag eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon, die um 17 Uhr New Yorker Zeit beginnen sollte. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bestätigte die Waffenruhe und nannte sie einen Schritt in Richtung eines umfassenderen Friedensabkommens.

Israel hatte zuvor Ziele der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon angegriffen, was den Waffenstillstand mit dem Iran gefährdet hatte. In Trumps Ankündigung wurde die Hisbollah nicht erwähnt. Trump kündigte an, beide Regierungschefs zu Gesprächen ins Weiße Haus einzuladen, möglicherweise bereits innerhalb einer Woche.

Trump stellte in Aussicht, im Falle einer Einigung “vielleicht” selbst nach Pakistan zu reisen. “Sie haben fast allem zugestimmt”, sagte er über den Iran. “Sie müssen jetzt mit einem Stift an den Verhandlungstisch kommen.”

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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3 Kommentare

  1. Sie haben mit Ihrer Analyse absolut Recht, Herr Kummerfeld, aber der Aufschwung war anhand der Kennzahlen, technischer Basis, Technologie und algorithmischen Analysen definitiv vorhersehbar und wurde zudem durch Betriebsausgaben (OpEx), US-Steuererklärungen und Maßnahmen der Fed in Zusammenarbeit mit dem Finanzministerium vorangetrieben. Wir sahen zudem sehr dünne Liquidität. Es ist absolut richtig, dass dies im Gegensatz zu den aktuellen Brennpunkten in der Weltwirtschaft und Geopolitik steht. Sehen wir bei Rohöl bereits erste Indizien für das was Sie befürchten? Jamie Dimon hat pünktlich mit OpEx begonnen Bestände zu verkaufen. Ich weiss nicht ob das ein Indiz sein kann aber ich denke Leser der Kommentare könnten sich diesen Hinweis als Tipp parat legen. Es wäre jedoch sehr nett von Ihnen, den Kommentar unter dem Artikel einmal stehen zu lassen und ihn nicht immer zu löschen; bisher haben Sie jeden Kommentar gelöscht – oder gibt es einen bestimmten Grund?

  2. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Schon komisch…der Krieg und die Inflation wirkten wie ein Katalysator auf die Märkte…!

    Fast alle amerikanischen Indizes stehen schon wieder auf All Time High…!
    Es würde mich deshalb nicht wundern …wenn zum Beispiel der S&P 500 …weiter steigen würde.

    Hier stehen …im Jahresverlauf… die 7500 an…! .Damit hätte sich der Index ….auf Sicht der letzten 30 Jahre ….verzehnfacht… ! Bei all den Krisen…die es in diesem Zeitraum gab….!
    Im Buffet Indikator werden wohl bald die 225 angelaufen…vielleicht heute noch ? Von da an könnte er die 250 ansteuern…fast das Doppelte der Dot Com Blase!
    Das sind die Dimensionen mit denen wir es heute zu tun haben. In Bälde fast 250 Prozent im Buffet Indikator!

    1. Buffet Indikator: aktueller Wert: ca. 232,6 % (März/April 2026).

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