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Pharma und Chips im Visier Trump plant Zölle auf Arzneimittel und Halbleiter noch im Juli

Trump plant Zölle auf Arzneimittel und Halbleiter noch im Juli
Grafik: ChatGPT

Mit einer überraschenden Ankündigung hat Donald Trump die nächste Offensive im internationalen Handelskonflikt gestartet: Zum Ende des Monats will der Ex-Präsident Zölle auf Arzneimittel und Halbleiter einführen. Die Maßnahmen sollen zeitgleich mit den reziproken Zöllen am 1. August in Kraft treten – einem umfassenden Zollsystem, das Importe aus Ländern mit US-kritischer Handelspolitik mit Gegenzöllen belegt. Besonders brisant: Für Arzneimittel kündigte Trump eine drastische Steigerung auf bis zu 200 Prozent nach einer Übergangsfrist an, während für Chips und Halbleiterprodukte eine schnellere Umsetzung geplant ist. Auch ein 50-prozentiger Zoll auf Kupfer steht bereits auf der Liste.

Zölle auf Arzneimittel und Halbleiter

Wie Bloomberg aktuell berichtet, hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, voraussichtlich zum Monatsende Einfuhrzölle auf Arzneimittel zu erheben – und damit den Auftakt für eine weitreichendere Offensive auf dem internationalen Handelsparkett gesetzt. Halbleiter-Produkte könnten ebenfalls bald mit Abgaben belegt werden. Beide Maßnahmen sollen gleichzeitig mit den umfassenden „reziproken“ Zöllen in Kraft treten, die ab dem 1. August wirksam werden sollen.

„Vermutlich Ende des Monats“, erklärte der US-Präsident gegenüber Reportern auf dem Rückweg aus Pittsburgh, wo er an einem Gipfel zur Künstlichen Intelligenz teilgenommen hatte. „Wir fangen mit einem niedrigen Zoll an, geben den Pharmaunternehmen etwa ein Jahr Zeit zur Umstellung – und danach setzen wir einen sehr hohen Zoll an.“

Auch bei Halbleitern sei der Zeitplan „ähnlich“, sagte Trump. Die Einführung der Zölle auf Chips sei „weniger kompliziert“. Einzelheiten ließ er jedoch offen.

Trump droht Zölle auf Halbleiter und Arzneimittel ab August an

Bereits zu Monatsbeginn hatte Trump in einer Kabinettssitzung erklärt, er wolle in den kommenden Wochen Zölle von 50% auf Kupfer-Importe erheben. Für Arzneimittel plant er, nach der einjährigen Übergangsfrist, Zollsätze von bis zu 200%. Grundlage dafür ist eine Untersuchung nach Abschnitt 232 des Trade Expansion Act von 1962, mit der Trump eine Bedrohung der nationalen Sicherheit durch die massive Einfuhr ausländischer Arzneien begründet.

Auch für US-Pharmakonzerne wie Eli Lilly, Merck & Co. und Pfizer dürfte dies jedoch unmittelbare Folgen haben, da sie allesamt in großem Stil auch im Ausland produzieren. Für amerikanische Verbraucher besteht damit das Risiko spürbar steigender Arzneimittelpreise. Dasselbe gilt für Trumps Pläne im Halbleiterbereich: Die Zölle könnten nicht nur Chips selbst treffen, sondern auch beliebte Produkte wie Laptops und Smartphones von Apple und Samsung Electronics.

Deal mit Indonesien

Im brodelnden Zollkonflikt machte der US-Präsident aber auch eine positive Ankündigung. Donald Trump gab bekannt, dass er ein Abkommen mit Indonesien erzielt habe, welches die Zölle auf dessen Waren um 19 Prozent senkt. Im Gegenzug erklärte sich die südostasiatische Nation bereit, alle Zölle auf US-Importe zu streichen und amerikanische Produkte im Wert von mehr als 19 Milliarden Dollar zu kaufen, darunter 50 Flugzeuge des Herstellers Boeing.

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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