Folgen Sie uns

FMW

Trump-Rally: Geht das immer so weiter? Dunklere Wolken am Horizont!

Am Freitag haben die US-Märkte einmal mehr neue Allzeithochs erreicht, nichts scheint die Trump-Rally stoppen zu können. Wirklich nichts? Im März könnte sich das ändern, denn Mitte März läuft der debt-ceiling pact aus, also jene Vereinbarung zwischen Demokraten und Republikanern, die Schuldenobergrenze der USA zeitlich begrenzt ausser Kraft zu setzen..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Am Freitag haben die US-Märkte einmal mehr neue Allzeithochs erreicht, nichts scheint die Trump-Rally stoppen zu können. Wirklich nichts? Im März könnte sich das ändern, denn Mitte März läuft der debt-ceiling pact aus, also jene Vereinbarung zwischen Demokraten und Republikanern, die Schuldenobergrenze der USA zeitlich begrenzt ausser Kraft zu setzen.

Da die einst gesetzte Obergrenze der Schulden der USA nun schon weit übertroffen worden ist, muss also diese Obergrenzr stark erhöht werden. Und dafür braucht die Trump-Regierung, brauchen die Republikaner die Zustimmung der Demokraten, wie einst die Obama-Regierung die Zustimmung der Republikaner. In 2011 sorgte der Hick-Hack um die Schuldenobergrenze für einen „government shutdown“, sprich viele US-Behörden mussten schlicht schliessen, Obama konnte eine Dienstreise nicht antreten etc., daraufhin fielen die Märkte stark – bis es zu dem Kompromiß kam, die Diskussion um die Schuldenobergrenze auf Eis zu legen, eben bis März 2017.

Und das dürfte bedeuten: angesichts der Spannungen zwischen Republikanern und Demokraten, angesichts der schon offenen Feindschaft der geschlagenen Demokraten gegenüber der Trump-Regierung wird das mit großer Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass es erneut zu einem „government shutdown“ kommen wird, mithin wird also die neue US-Regierung ebenso gelähmt werden, wie die damalige Obama-Regierung!

Auf diesen Punkt weist der ehemalige Budget-Chef Reagans, David Stockman hin – die Märkte seien im Vorfeld dieser absehbaren Lähmung der Trump-Regierung viel zu sorglos, denn ohne die Anhebung der Schuldenobergrenze wird es weder zu Steuersenkungen noch zu den geplanten Investitionen in die US-Infrastrukur kommen. Und auf all dem basiert ja letzlich die Trump-Rally. Dazu weist Stockman darauf hin, dass es Jahre dauern werde, bis die durch die Obama-Regierung eingeführten Regularien für Banken abgeschafft oder gemildert sind – aber eben diese Abschaffung der Regularien ist von den US-Märkten bereits voll eingepreist, vorwiegend in die Aktien von US-Banken.

Und Stockman weiter: die Erholung der US-Wirtschaft dauert nun schon ungewöhnlich lange (92 Monate), und die Märkte gehen davon aus, dass die US-Konjunktur nun erst so richtig Fahrt aufnehmen wird – das sei aber sehr unwahrcheinlich, sagt Stockman:

Sehen Sie dazu hier das Interview von CNBC mit David Stockman..

Sieht man sich die US-Indizes an, fallen darüber hinaus zwei Dinge auf: erstens ist die Zahl jener Aktien an der New York Stock Exchange (NYSE), die auf einem 52-Woechenhoch handeln, im Vergleich zu den Hochs aus dem Dezember um 60% gefallen. Und zweitens sind die gehandelten Volumina bei jenen Aktien, die steigen, ungewöhnlich niedrig. Mithin stimmt also die innere Struktur dieser Rally nicht mehr. Das muß nicht bedeuten, dass es jetzt bald und schnell nach unten geht – aber der Blick in die Histrorie zeigt, dass bei Auftreten solcher Phänomene meist die nächsten beiden Monate sehr schwach sind. Und das vor allem vor dem Hintergrund, dass der S&P500 nun seit 84 Handelstagen nicht mehr als 1% verloren hat..

17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    Toni

    13. Februar 2017 10:46 at 10:46

    Und trotzdem gibt es immer noch Leute die meinen, die Börse Preise die Zukunft ein??

  2. Avatar

    joah

    13. Februar 2017 10:52 at 10:52

    Wenn die jetzt noch einmal einen „government shutdown“ hinlegen, haben sie aber ihre Reputation endgültig ad acta gelegt. Gab es eigentlich in der Vergangenheit irgend einen anderen Staat, der sich derartiges „geleistet“ hat?

  3. Avatar

    leser

    13. Februar 2017 11:00 at 11:00

    Wie gut, dass bei uns dank Draghi Drucker das Grundgesetz der Wirtschaft außer Kraft gesetzt ist. (Fiat-)Geld steht unbegrenzt zur Verfügung. Reichtum für alle (zumindest die, die nah an der Quelle sind). Die Amis tun wenigstens noch so, als gebe es eine Grenze.

  4. Avatar

    verinet

    13. Februar 2017 11:21 at 11:21

    braucht Trump wirklich die Zustimmung der Demokraten nicht nur von Senat und Kongress?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      13. Februar 2017 11:22 at 11:22

      @verinet, ja!

      • Avatar

        verinet

        13. Februar 2017 11:28 at 11:28

        na das könnte der schwarze Schwan sein obwohl der dann ja schon lange sichtbar auf dem See schwimmt

  5. Avatar

    Walter Schmid

    13. Februar 2017 11:43 at 11:43

    Und wieder einmal ein wunderbarer Augenöffner-Beitrag der FMW-Redaktion! Die Frage, wie lange die Märkte sich noch gegenüber der Realität resistent zeigen, wird immer spannender.

  6. Avatar

    Gerd

    13. Februar 2017 12:29 at 12:29

    Nicht vergessen, seit geraumer Zeit haben die Marktteilnehmer viel gelernt:

    Die Angst vorm Brexit hatte sich nicht ausgezahlt. Die vor der Trump-Wahl auch nicht. Beim Italien-Referendum letzten Dezember hat man es dann schon gar nicht mehr so richtig krachen lassen wollen, weil man ahnen konnte, dass alles gut würde.
    Warum sollten die Märkte ausgerechnet auf das Ende vom debt-ceiling pact mit einem Einbruch reagieren?
    Wo man ja gerade da schon aus der Vergangenheit weiß, dass es nach wochenlangem Hickhack stets zu einer Lösung kommt und die Kurse danach höher stehen als vorher.

    Aber liebe Mitbären, klammert euch
    ruhig wieder an den nächsten Strohhalm und hofft mal schön weiter.

    • Avatar

      verinet

      13. Februar 2017 12:39 at 12:39

      ….die Lösung wird dann aber sicher nicht die hemmungslose Schulden- und Steuersenkungsarie sein die Trump versprochen hat…..die Märkte haben anscheinend gelernt das egal was passiert es immer nach oben geht das dürfte aber ein Irrtum sein.

      Das dieser debt-ceiling pact ein Problem darstellen könnte haben die Märkte doch noch in keiner Weise antizipert.

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        13. Februar 2017 12:43 at 12:43

        @verinet, so ist es, mit Ausnahme des Anleihemarktes, da muß die USA schon deutlich mehr Zinsen zahlen für kurzlaufende Anleihen zahlen, die nach dem Ende des debt-ceiling pacts auslaufen als für die, die davor auslaufen. Obwohl Gerd natürlich hier einen Punkt hat (Märkte lernen, dass es immer nach oben geht, ob Brexit oder Trump-Wahl etc..) ist es doch so, dass diesmal die Grundthese der Trump-Rally eben in Frage gestellt ist – alle Wachstums-Versprechen Trumps wären dann nicht einlösbar..

        • Avatar

          verinet

          13. Februar 2017 12:53 at 12:53

          @Markus….Märkte gehen nicht immer nach oben aber eben länger als man sich das vorstellen kann….im Moment nährt die Hausse die Hausse das Sentiment kann noch ne Weile bullischer werden….gegen Long wehrt sich der Verstand gegen Short die Erfahrung da muss man nicht in das steigende Messer greifen

    • Avatar

      Schmiguel

      13. Februar 2017 13:27 at 13:27

      Ja , schon recht, aber genau die Einstellung „…kann ja nix passieren…“ brauchts für eine satte Korrektur…

  7. Avatar

    Feldmaen

    13. Februar 2017 12:57 at 12:57

    Ich halte es für recht unwahrscheinlich dass die Demokraten die Anhebung der Schuldenobergrenze „dauerhaft“ blockieren werden. Das wäre ein zu offensichtlichen „Den Hahn abdrehen“ für den Staat und somit würden sich die Demokraten selbst ans Bein pinkeln. Und ohne Anhebung der Schuldenobergrenze geht in Amiland bald gar nichts mehr!

  8. Avatar

    Gerd

    13. Februar 2017 12:58 at 12:58

    Da wird den Demokraten aber tüchtig Feuer untern A.. gemacht werden, falls an ihnen das großartige Infrastrukturpaket scheitern sollte – zu dem sie eh schon ihre Zustimmung signalisiert hatten. Das Feuer wird die Bevölkerung entfachen.

    Und wenn die Steuersenkungen nicht zustande kommen können, werden die Demokraten im Feuer stehen, weil es von der Unternehmenslobby entzündet wird. Vielleicht sogar unterstützt von Gewerkschaften.

    So könnte ich es mir zumindest vorstellen.

    • Avatar

      verinet

      13. Februar 2017 13:48 at 13:48

      das kann Ihnen ja aber alles eh egal sein da ihrer Meinung nach die Märkte steigen werden egal was kommt……wenn die Demokraten noch Eier in der Hose haben werden sie die Chance sicher nützen Trump Stöcker zwischen die Beine zu werfen, die Republikaner hatten auch alles blockiert was ging ….letztenslich wird sich das Feuer gegen denjenigen richten der seine Versprechen nicht halten kann und das ist Trump das wissen auch die Demokraten…..was Trump bräuchte ist ein Ermächtigungsgesetz

  9. Avatar

    Frank Sauer

    13. Februar 2017 18:41 at 18:41

    Was ist, wenn Trump vor Mitte März alles zu seinem Investitionsprogramm Notwendige absegnet und in die Wege leitet? Wären dann die bereits genehmigten Gelder von der Schuldenobergrenze betroffen?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      13. Februar 2017 18:57 at 18:57

      @Frank, ja, je nachdem, wie die Schuldenobergrenze festgelegt wird. Liegt diese etwa bei 20 Billionen, müsste alles über 20 Billionen zurück geführt werden..

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte: Ich werde bullisch – schnell verkaufen! Marktgeflüster (Video)

Wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen! Deshalb werde ich jetzt extrem bullisch – Aktien steigen immer!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Konjunktur in den USA brummt, wie heutige Daten zeigen – also werde ich jetzt bullisch für die Aktienmärkte! Denn wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen, oder? Dazu kommt jetzt auch noch der Stimulus in den USA – besser geht nicht! Und nächste Woche werden Apple, Facebook und Tesla ihre Zahlen berichten – das wird sicher extrem bullisch werden, denn die tollen Zahlen sind bestimmt noch nicht ausreichend eingepreist, oder? Ausserdem: Aktien steigen immer – das zeigt schon der Blick in die Geschichte! Und heute ist Janet Yellen als Finanzministerin bestätigt worden – können Sie sich an einen einzigen Tag erinnern, an dem die Aktienmärkte gefallen sind, als Yllen noch Fed-Chefin war? Eben..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Bitcoin

Bitcoin als Warnsignal für die Aktienmärkte? Videoausblick

Sind die Kurtsverluste bei Bitcoin eine Art Warnsignal für die Aktienmärkte, dass die Party zumindest kurzfristig erst einmal vorbei ist?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Sind die Kurtsverluste bei Bitcoin eine Art Warnsignal für die Aktienmärkte, dass die Party zumindest kurzfristig erst einmal vorbei ist? Bitcoin ist ja eben nicht ein Hedge, sondern vielmehr ein Liebling der Retail-Investoren – und verhält sich damit faktisch wie zyklische Aktien. Daher ist es auch kein Zufall, dass Bitcoin im März 2020 in der ersten Corona-Welle ebenso wie die Aktienmärkte deutlich gefallen ist. Die Aktienmärkte zeigen derzeit ein ähnliches Muster wie 2020: Tech steigt, aber die Marktbreite fehlt wieder – das war bis zur Impfstoff-Meldung am 09.November 2020 das dominante Muster gewesen. Die Luft nach oben scheint dünner zu werden, ohnehin ist die Beste aller Welten lämngst eingepreist, da darf also nichts schief gehen..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Bitcoin

Aktien: „Janet Yellen macht euch reich!“ Marktgeflüster (Video)

„Janet Yellen macht euch reich – kauft Aktien“, so lautet das Mantra mit der Amtsübergabe an Biden in sozialen Medien in den USA. Wirklich?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

„Janet Yellen macht euch reich – kauft Aktien“, so lautet das Mantra mit der Amtsübergabe an Biden in sozialen Medien in den USA. Die Logik dahinter: Yellen und die Fed würden Dollar ohne Ende drucken, daher werde der Dollar stark fallen, daher sei die einzige Möglichkeit sich davor zu schützen und sogar reich zu werden, Aktien oder Assets wie Bitcoin zu kaufen. Solche Aussagen kommen häufig unmittelbar vor Korrekturen – Korrekturen wie heute etwa bei Bitcoin. Auffallend: auch heute laufen die Tech-Werte wieder besser, der „Reflations-Trade“ erleidet den nächsten Rückschlag. Ist das ein Zeichen dafür, dass die Erholung der Konjunktur vielleicht doch nicht so bombastisch ausfallen könnte wie erhofft?

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage