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Handelskrieg Trump Richtung China: Ihr seid am Zug – Ihr braucht uns!

Der Handelskrieg eskaliert. China stoppt Boeing, die USA stoppen Chipexporte. Jetzt fordert Trump Peking auf, auf ihn zuzugehen.

Containerschiffe im Hafen von Shanghai
Containerschiffe im Hafen von Shanghai. Qilai Shen/Bloomberg

Gestern gab es die Meldung, dass China seinen Airlines die Abnahme weiterer Boeing-Flugzeuge untersagt. Jetzt beschränkt Washington Nvidia bei seinen Chipexporten nach China. Fast zeitgleich geht Donald Trump in die Offensive. Er hat China aufgefordert, auf Washington zuzugehen und mit Verhandlungen den eskalierenden Handelskrieg zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt beizulegen.

“Der Ball liegt in Chinas Feld”, sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, laut Bloomberg gestern Abend in einer Erklärung, die ihr vom US-Präsidenten diktiert worden sei. “China muss ein Abkommen mit uns schließen. Wir müssen nicht mit ihnen verhandeln.” Es gebe “keinen Unterschied zwischen China und anderen Ländern, außer dass sie viel größer sind”, hieß es weiter. “Und China will das, was wir haben, was jedes Land will: den amerikanischen Verbraucher. Oder anders gesagt, sie brauchen unser Geld.”

Peking hat dem Vernehmen nach unlängst die Airlines des Landes angewiesen, keine weiteren Lieferungen von Flugzeugen des US-Herstellers Boeing anzunehmen. Chinesische Fluggesellschaften müssen zudem den Kauf von Flugzeugausrüstung von US-Unternehmen stoppen, wie darüber informierte Personen Bloomberg sagten. Trump schrieb am Dienstag in den sozialen Medien, China habe “gerade den großen Boeing-Deal” aufgekündigt, der während seiner ersten Amtszeit unterzeichnet wurde.

Grafik zeigt stark erhöhte Zölle im Handel zwischen China und den USA

Die Trump-Administration hat indessen erklärt, dass sie mit Dutzenden von Ländern über die Senkung von Handelsschranken verhandelt – um im Gegenzug Erleichterungen bei den verhängten Zöllen zu gewähren. Sie waren am 10. April für 90 Tage ausgesetzt worden, um Zeit für Gespräche zu gewinnen. Trump prüfe mindestens 15 Vorschläge aus anderen Staaten und habe seinem Team klar gemacht, dass er “alle diese Abkommen persönlich absegnen will“, so Leavitt. “Es gibt eine Menge Arbeit zu tun. Wir verstehen das sehr gut, aber wir glauben, dass wir sehr bald einige Abkommen bekannt geben können.”

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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1 Kommentar

  1. Es ist sehr wahrscheinlich dass sich die EU und die USA nicht auf irgendetwas einigen werden. Warum auch? Trump will weniger Importe aus der EU und den dicken Überschuss bei Dienstleistungen beibehalten. Das selbe Ziel hat er in Bezug auf China. Trump kann das durchsetzen, koste es was es will. Da China im Grunde nicht anders als Trump handelt, nur mit weniger Drama, wird die Welt in drei Wirtschaftsblöcke zerfallen. Darüber wird schon seit vielen Jahren geredet, jetzt erleben wir es. Davon geht die Welt nicht unter, sie wird nur anders. Die Zeit der Welt-ETFs dürfte damit auch Enden.

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