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Trump rudert bei China-Zöllen zurück – Märkte reagieren positiv

US-Zölle gegen China. JERO SenneGs - Freepik.com

US-Präsident Donald Trump bleibt beim Thema Zölle weiterhin zurückhaltend. Der selbsternannte „Tariff Man“ setzt zwar seine Drohungen gegen China, Europa und seine kontinentalen Nachbarn fort, aber nicht mehr mit der gleichen Härte wie nach seinem Wahlsieg. Vor allem beim Thema China-Zölle rudert er zurück. Hatte er nach seinem Wahlsieg noch mit Importzöllen von 60 Prozent gegen China gedroht, waren es am Mittwoch nur noch 10 Prozent. Am Donnerstag äußerte er sich erneut dazu und sagte, er würde es vorziehen, keine Zölle gegen China zu verhängen. Dies ist seine jüngste zurückhaltende Äußerung gegenüber der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.

Trump: Doch keine China-Zölle?

An seiner Drohung mit weitreichenden Maßnahmen gegen die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hält er jedoch fest.

“Wir haben eine sehr große Macht über China, und das sind Zölle, und die wollen sie nicht“, sagte der US-Regierungschef in einem Interview mit Fox News, das am Donnerstag in den USA ausgestrahlt wurde. “Und ich würde sie lieber nicht anwenden. Aber es ist eine enorme Macht über China.” Im folgenden Video sehen Sie ab 1:13 Trumps Aussagen zu den China-Zöllen und die Einschätzung der Bloomberg-Analysten.

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Trump hat häufig mit Zöllen gegen Freunde und Gegner gedroht und für die USA versprochen, dass die Mehreinnahmen aus diesen Zöllen zur Finanzierung seiner innenpolitischen Prioritäten beitragen würden. An seinem zweiten Tag im Amt hatte der US-Präsident gedroht, China ab dem 1. Februar mit Zöllen in Höhe von 10% zu belegen, weil es Fentanyl nach Amerika “strömen“ lasse.

Die Märkte haben es als positives Zeichen gewertet, dass Trump in den ersten Tagen seiner Amtszeit keine Zölle gegen China verhängt hat, und seine jüngsten Drohungen waren deutlich milder als die im letzten Jahr ausgesprochenen. Im Wahlkampf hatte der Republikaner zusätzliche Zölle auf China in Höhe von 60% ins Spiel gebracht, die nach Ansicht von Ökonomen den US-Handel mit der stark vom Export abhängigen chinesischen Wirtschaft beeinträchtigen könnten.

Donald Trump rudert in Sachen China-Zölle zurück
US-Präsident Donald Trump nach der Unterzeichnung von Durchführungsverordnungen im Oval Office. Foto: Yuri Gripas/Abaca/Bloomberg

Auswirkungen auf die Märkte

Nach den jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump konnte der Yuan sowohl an den Onshore- als auch an den Offshore-Märkten zulegen. Der Offshore-Yuan stieg gegenüber dem Dollar um 0,3 %, während der Onshore-Yuan um 0,2 % zulegte. Die chinesischen Aktien bauten ihre Gewinne ebenfalls aus und der CSI 300 Index, der als Benchmark gilt, schloss am Morgen mit einem Plus von 1%. Der Index der in Hongkong notierten chinesischen Aktien stieg um mehr als 2%. Auch die US-Börsen legten weiter zu, der Leitindex S&P 500 erreichte am Donnerstag mit 6.118 Punkten ein neues Rekordhoch.

Auch hierzulande wirkten sich die jüngsten Äußerungen Trumps und die Zurückhaltung bei Zöllen gegen Europa positiv aus. So beschleunigte der heimische Dax seine Rally und erreichte in den vergangenen sieben Handelstagen sechs neue Rekordstände.

Das sagt Bloomberg Economics:

Es ist schwer zu sagen, worauf US-Präsident Donald Trump mit seinen jüngsten Äußerungen zu Zöllen gegen China hinauswollte. Es ist jedoch schwer vorstellbar, dass Trump von seinen Zolldrohungen abrücken wird. Und eine Analyse von Bloomberg Economics zeigt, dass für China und die Welt viel auf dem Spiel steht. – Chang Shu, Chefökonom für Asien.

Gute Beziehung zu China

Trumps jüngste Äußerungen fielen in einem breit angelegten Gespräch, in dem er auch andere unmittelbare globale Herausforderungen ansprach, mit denen er in seiner ersten Woche im Amt konfrontiert ist. Der US-Präsident drohte Russland mit “massiven“ zusätzlichen finanziellen Sanktionen, wenn es sich nicht an den Verhandlungstisch setze, um den Krieg in der Ukraine zu beenden. Trump kritisierte auch das Verhalten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelenskiy in der Anfangsphase des Konflikts und sagte, er sei „kein Engel“.

Er bezeichnete die iranische Führung als “religiöse Eiferer“ und sagte, er wolle dem nordkoreanischen Führer Kim Jong Un die Hand reichen.

Trump bekräftigte in dem Interview seine Bewunderung für China und seinen Staatschef Xi Jinping, indem er sagte, er sei “wie ein Freund” und ein kürzlich geführtes Gespräch mit ihm sei “gut gelaufen“. “Es war ein gutes, freundschaftliches Gespräch”, sagte Trump.

“Ich hatte schon vor Covid eine gute Beziehung zu ihm”, fügte er hinzu. “Sie sind ein sehr ehrgeiziges Land. Er ist ein sehr ehrgeiziger Mann.”

Trump lobte Kim ebenfalls: Der nordkoreanische Staatschef sei “ein kluger Mann” und kein “religiöser Eiferer” wie die iranische Führung. Trump sagte, er wolle Kontakt zu Kim aufnehmen.

FMW/Bloomberg



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