Die Trump-Sanktionen gegen Russland zeigen Wirkung: Lukoil muss im Irak die Ölförderung stoppen. Ein Schlag für Russlands Energiepläne und Moskaus Macht im Nahen Osten.
Trump-Sanktionen gegen Russland wirken: Lukoil stoppt Ölförderung
Lukoil hat nach den Sanktionen, die Präsident Trump Ende Oktober gegen das russische Erdölunternehmen verhängt hat, die Förderung seines wichtigsten Ölfeldes im Irak eingestellt. Damit entgehen dem Konzern täglich Millioneneinnahmen. Die finanziellen Folgen dürften jedoch weit gravierender sein.
Lukoil legt West Qurna 2 still – Irak stoppt Zahlungen
West Qurna 2 liegt rund 65 Kilometer nordwestlich von Basra und liefert etwa neun Prozent der gesamten irakischen Ölproduktion. Lukoil hält 75 Prozent an dem Projekt, das seit Jahren als wichtigster Auslandsbesitz des Unternehmens gilt. Die Förderung ist weitgehend gestoppt. Nach Angaben aus dem irakischen Ölministerium wurden die Zahlungen an Lukoil ausgesetzt, da der Irak keine Transaktionen mehr mit sanktionierten Firmen durchführen darf. Daraufhin hat Lukoil am 5. November den Force Majeure erklärt, denn ohne die irakischen Zahlungen fehlt dem russischen Konzern das Geld für Löhne, Wartung und Ersatzteile. Selbst wenn Lukoil über Mittel verfügte, wären Ersatzteile und externe Dienstleistungen aufgrund der Sanktionen ohnehin nicht mehr bezahlbar. Die Förderanlagen laufen nur noch im Notbetrieb.
Die Entscheidung Washingtons, die Sanktionen gegen Lukoil und Rosneft auszuweiten, trifft Russland zur Unzeit. Fast die Hälfte der russischen Rohölexporte fällt unter die neuen Beschränkungen. US-Unternehmen dürfen keine Geschäfte mehr mit den Konzernen abwickeln, und Partner in Drittländern riskieren Sekundärsanktionen. Das schreckt Käufer ab. Russische Tanker liegen inzwischen mit wachsenden Lagerbeständen auf See. Binnen eines Monats stieg das Volumen unverkauften Öls um sieben Prozent.
Lukoil betreibt das Feld, liefert Technik und Personal. Ohne den russischen Operator steht die Produktion still. Sollte der Streit sechs Monate ungelöst bleiben, will Lukoil das Land verlassen. Für das Unternehmen hätte das weit schwerere Folgen als für den Irak. Zwar trifft der Förderstopp auch Bagdad, doch ein Rückzug Lukoils würde westliche Ölkonzerne anziehen, allen voran US-Multis. Aufgrund der Sanktionen wäre eine Entschädigung an Lukoil ausgeschlossen, und ebenso aussichtslos wäre ein Versuch, solche Ansprüche vor Gericht durchzusetzen. Die Drohung eines Rückzugs läuft damit auf eine entschädigungslose Aufgabe des Projekts hinaus.
Sanktionen reißen Loch in Lukoils Finanzen
Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. Bei einer täglichen Fördermenge von 600.000 Barrel entgehen Lukoil Einnahmen von rund 36 bis 42 Millionen US-Dollar, je nach Ölpreis. Auf ein Jahr gerechnet entspricht das bis zu 15 US-Milliarden Dollar. Noch schwerer wiegt der drohende Verlust des gesamten Anlagewerts. Das Feld gilt in der Bilanz als Vermögenswert mit Milliardenbewertung. Sollte Lukoil den Standort aufgeben müssen, wäre eine Abschreibung unvermeidlich. Diese Wertminderung würde den Jahresgewinn deutlich senken und das Eigenkapital schwächen, was wiederum Folgen für die Kreditwürdigkeit hätte.
Die Bilanzprobleme reichen über den Irak hinaus. Auch in Bulgarien wächst der Druck. Dort liegt ein Gesetzesentwurf vor, der die Kontrolle über Lukoils Raffinerie in Burgas an einen staatlich eingesetzten Verwalter übergeben würde. Beobachter sprechen von einer verdeckten Enteignung. Damit verliert der Konzern ein weiteres Standbein im Ausland.
Für den Kreml ist das ein schwerer Rückschlag. Westliche Sanktionen greifen zunehmend in das operative Geschäft russischer Energiekonzerne ein. Die Einnahmen aus dem Ausland brechen ein, während die Kriegskosten weiter steigen. Moskaus Schattenflotte, die bisher Umgehungsrouten über Drittländer nutzte, stößt an ihre Grenzen. Der Westen zieht die Schlinge enger.
Lukoil mit letztem Versuch: Fristverlängerung in Washington beantragt
Lukoil hat inzwischen beim US-Finanzministerium eine Fristverlängerung beantragt, um bestimmte Transaktionen kurzfristig abzuwickeln. Der Antrag zeigt, wie tief die Sanktionen wirken. Die russische Ölindustrie kämpft um jeden Zugang zu Devisen und Ausrüstung.
Das Aushängeschild und die Cash Cow des Konzerns wird nun zum Sinnbild eines bröckelnden Energieimperiums.
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aber was sind wir doch froh das sie bis 2029 warten bis wir vollständig friedenstauglich werden können und dann erst angreifen werden.
böse Zungen würden behaupten der Westen könnte sich bis dann komplett selber zerlegt haben …
…
spannende Zeiten
Bisher waren die eifrigsten Befürworter von Sanktionen gegen Russland auch die größten Trump-Basher. Ich bin gespannt, ob diese Nachrichten frischen Wind in die Köpfe bringen.
@Felix
wie sagt der Volkmund? Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Trump macht mal eine Sache richtig, das lenkt nicht davon ab, wieviel Schwachsinn er macht. Im Projekt 2025 wird ziemlich genau beschrieben, wie Trump die demokratischen und rechtsstaatlichen Strukturen der USA abzubauen. Und ein Herrscher, der selber ein Meme publiziert, wo er als King seine „Untertanen“ mit Scheisse beschiesst, sagt eigentlich alles, was man wissen muss. Woher kommt noch mal die Scheisse? Genau, aus dem Arschloch.
Wer als Ex-Ofizieren ernsthaft jemanden verteidigt, der behaupten, die Wahlen seien gestohlen gewesen, hat das hoffentlich nur aus jugendlichen Leichtsinn getan.
Linke verstehen Memes selten. Holen Sie sich Hilfe. Projekt 25: das sind linksextreme Fakenews. Das Projekt wird unabhängig von Trump verfolgt.
Wenn es Gründe gibt, Wahlergebnisse in Zweifel zu ziehen, und die gibt es bisweilen und in den letzten Jahren öfter, dann müssen diese möglichst vollständig ausgeräumt worden. Das ist in den USA damals nicht geschehen und nun scheint man sich darauf geeinigt zu haben, dass Thema zu beerdigen.
Wir haben aber selbst einen aktuellen Fall. Es ist wahrscheinlich, dass das BSW in den Bundestag gehört. Was sagen Sie denn dazu, dass eine zeitnahe Überprüfung trotz hinreichender Indizien von der Bundeswahlleiterin verhindert wurde und nun der befangene Bundestag selbst entscheiden müßte?
@Felix
Was ist daran nicht zu verstehen?
Und was die Fakenews angeht: jaja, immer verschleiern, dass man damit nichts zu tun hat. Das ein Ex-Offizier hier jemanden verteidigt, der die demokratische und rechtliche Ordnung der USA versucht umzustossen, wirft die Frage auf, ob unser Jungspund die FDGO wirklich verteidigen will, auf den er einen Eid geschworen hat.
Positiv für Russland und die BRICS. Aus Dummheit heraus zwingen die USA, Lukoil zu einem strategischen Schritt, den sie selbst nicht gegangen wären, dem Unternehmen aber langfristig gut tut und Russland noch unabhängiger macht. Sie hätten das Asset sowieso durch Zerstörung verloren. Jetzt können sie ihre Anteile am Ölfeld noch gewinnbringend verkaufen…am besten An BlackRock oder ein anderes hirntotes Unternehmen, was sich die Finger danach schlecht, aber schlussendlich zu den Verlierern gehören wird. Genauso, wie der Deal mit CK Hutchison. Zukünftig wertlose Häfen stößt man rechtzeitig ab, und BlackRock meint, man hätte einen guten Deal gemacht…Am Ende lachen die BRICS+
@Schwabenpower
Hahaha, wieder den Artikel nicht gelesen und die Sanktionen nicht verstanden. Lukoil kann nicht verkaufen – niemand darf ihnen Geld überweisen. Das Unternehmen kann sich höchstens zurückziehen und das Feld als Totalverlust abschreiben. Diese Abschreibung drückt auf das Eigenkapital und damit auf die Kreditwürdigkeit. Kredite werden teurer, die Finanzierung enger. Mit jedem Schritt in Richtung „Unabhängigkeit“ verliert Lukoil realen Spielraum.
Du klingst dabei wie der schwarze Ritter aus Monty Python: keine Arme, keine Beine – aber rufst weiter „Komm zurück, du Feigling!“ Nun denn, edler Ritter, kämpfe ohne Arme und Beine.
Das ist eine Falschinformation. Die Sanktionen beziehen sich bisher nur auf den Ölhandel, nicht auf die Förderung direkt, oder auf die Assets. Ich habe die KI extra dazu recherchieren lassen. Also nein, Lukoil kann weiterhin Schürfrechte an dem Ölfeld verkaufen. Dagegen liegen keine Sanktionen vor.
Valide Sicht. Dennoch ist es kurzfristig eine wirksame Maßnahme, die zur rechten Zeit diplomatische Bemühungen unterstützen kann.
Die meisten unserer anderen Sanktionen waren dagegen „lost“, würde die Jugend wohl sagen, und größtenteils selbstschädigend ab Erklärung.
Es besteht grundsätzlich ein Zusammenspiel zwischen dem Irak und BRICS, in dessen Zusammenhang US-Sanktionen gegen die Ölindustrie möglicherweise umgangen werden können.
@Holger Voss
dummerweise ist der Irak vor dem Imperium eingeknickt und ist nicht deinem Vorschlag gefolgt.
Pech gehabt.
An den FMW-Nutzer Pech: Das ist Ihre Meinung. Ansonsten bin ich für Sie immer noch der Herr Voss.
@Holger
dann versuch mich mal dazu zu zwingen, Herr Voss zu sagen… lol
An den FMW-Nutzer Pech: Wir wissen, wovon wir reden.