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Trump: Sein politisches Ende und die Nachwirkungen für sein Imperium

Jetzt kommt es immer dicker für den Noch-US-Präsidenten Trump: Immer mehr Großfirmen wenden sich von ihm ab, selbst die große deutsche Privatbank will keine weitere Verbindung zum ehemaligen Immobilienmogul mehr aufrechterhalten. Wie wird der Mann, der das Wort „verlieren“ nicht in seinem Wortschatz in Verbindung mit der eigenen Person kennt, auf die Ächtung durch das Großkapital reagieren?

Trump und seine Kariere als Unternehmer

Im Nachhinein werden sich viele fragen, wie es ein Unternehmer an die Spitze der Staatsämter schaffen konnte, obwohl seine Karriere bei Weitem nicht so glorreich gewesen ist, wie er sie selbst immer wieder vorgegeben hat. Eine unglaubliche Serie von Pleiten prägte seine Karriere und es war sein Vater, der ihn schon zu Beginn seiner Immobilienlaufbahn mehrfach vor der Pleite rettete. Viele unternehmerische Versuche waren auch daraufhin gescheitert:

  • Die Gründung von Trump Mortgage im Jahr 2006, die bereits ein Jahr später scheiterte
  • Seine Baufirma für Unterhaltungs-Resorts: Trump Taj Mahal, Trump Plaza und Trump Marina, welche 2014 mit 1,8 Milliarden Dollar Schulden Insolvenz anmeldete, nach drei vorherigen Rettungsversuchen
  • Seine Airline „Trump Shuttle“, die nie in die schwarzen Zahlen kam und an US Airways verkauft wurde
  • Sein Einstieg in die Brettspielbranche „The Game“, seine Suchmaschine für Luxusreisen „Gotrump.com“, sein Versuch im Magazinbereich „Trump Magazine“, sein Abstecher in die Alkoholbranche „Trump Vodka“, sein eigenes Football Team „New Jersey Generals“, seine eigene Universität, seine eigene Steakfirma – alles Versuche, die letztendlich gescheitert waren.

Was immer wertvoll blieb war der Markenname „Trump“, der seine Gläubiger immer wieder dazu verleitete, ihm weiter Kredite zu geben. Als es keiner mehr tat, war die Deutsche Bank der Nothelfer, mit ständigem Ärger über viele Jahre.
Was Donald Trump besonders populär machte, war sein Auftritt in der Fernsehserie-Reality-Show „The Apprentice, der Lehrling“, die er von 2004 bis 2015 moderierte. Mit großem Erfolg, wenn er sein „You’re fired!“ den Kandidaten entgegenschleuderte und seine finanzielle Einnahmequelle.

Wie schon oft berichtet wurde, liefen die Geschäfte mit den Hotels nicht gut, nicht mit dem neuen Luxushotel in Washington, nicht mit der spektakulären Golfanlage, auf die er sich eine Weile zurückziehen wollte – alles defizitär. Und dann kam Corona mit vielen kleineren Lockdowns, die aber jedes Mal und in jeder Region das Business von Donald Trump betrafen.

Das Ende seiner Präsidentschaft

Das hatte sich der US-Präsident wohl ganz anders vorgestellt. Im bedingungslosen Kampf um sein Amt verhielt Trump sich so irreal – und es bedurfte gar nicht mehr des Supergaus bei den Vorfällen am Kapitol in Washington, dass sich das große Geld von ihm abwandte. Damit hat er auch seinem Unternehmen schwer geschadet, das so sehr von der Marke „Trump“ profitiert hatte und zwar von allen Familienmitgliedern.

Die Deutsche Bank, bei der er noch mit 340 Millionen Dollar in der Kreide steht, gab bekannt, keine neuen Geschäfte mit dem Unternehmer mehr machen zu wollen. Kredite für seinen Golfclub in Miami, sein Luxushotel in Washington D.C., bei dem es schon kleine Skandälchen gab, weil er ausländische Staatsgäste zu horrenden Preisen logieren ließ sowie für ein weiteres Hotel in Chicago, werden 2023, spätestens 2024 fällig. Wie wird sich die Bank verhalten, wenn Trump, der für die Kredite persönlich haftet, zum Privatmann wird?

Ob Twitter und Facebook, die den Präsidenten von der Plattform entfernten, der Bezahldienst Stripe, Shopify, man distanziert sich von Trump, selbst der Golfverband PGA kündigte an, sein wichtigstes Turnier künftig nicht mehr auf einem Trump-Golfplatz austragen zu wollen.

Nach Angaben des Management-Professors Jeffrey Sonnenfeld, gibt es derzeit keinen bedeutenden Unternehmenschef, der Trump noch unterstützen möchte. Was für eine Phase für Donald Trump, der sich doch so gerne mit den Schönen, Reichen und Mächtigen umgibt!

Ein kleiner Rettungsanker dürften die eingenommenen Spenden sein, die er in den vier Wochen nach der Wahl von seinen Unterstützern erhalten hat – für die Organisation Save America – 207 Millionen Dollar. Dieses Geld wird er sicherlich für seine Trump Organisation einsetzen.

Schon ein seltsames Spendensystem in den USA, auch im Hinblick auf die kommenden Wahlen, wie ich in meinem Artikel vom Montag dargelegt habe. Aber das Sponsoring dürfte für den Privatmann Trump nach dem 20. Januar deutlich schwerer werden. Wenn er das Vorhaben umsetzen möchte, eine eigene Medienorganisation zu gründen.

Fazit

Der unbändige Wille von Donald Trump für eine zweite Amtszeit zu kämpfen, ist sicherlich der eigenen psychischen Verfassung geschuldet, dürfte aber auch aus finanziellen Erwägungen geschehen sein. Ohne jetzt ins Blaue zu spekulieren, das Vermögen der Trump Organization stützt sich doch unter anderem auf 15 Luxushotels, 17 internationale Golfanlagen, die Verwaltung von Luxus-Wolkenkratzern – und was leidet seit fast einem Jahr am meisten unter der Corona-Krise? Bei Zahlungsproblemen kann man einen US-Präsidenten nicht so leicht zu seinen Verpflichtungen zwingen, aber einen Privatmann? Jetzt wenden sich so viele Reiche von ihm ab, die zudem auch seine Kundschaft in seinen Resorts gewesen sind. Man spricht immer von der großen Unterstützerschar von Donald Trump. Aber wenn man sich die Protestierenden für das „Wahlopfer Donald Trump“ betrachtet, von QAnon und Vertretern der rechten Szene „Proud Boys“, viel ältere Weiße aus dem Mittleren Westen, das große Geld dürfte darunter aber nicht zu zahlreich vertreten sein..

Trump - sein politisches Ende und die Konsequenzen für seine Firmen



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1 Kommentar

  1. Trump ist und war sicherlich die Verkörperung der „Old Economy“.Für uns Europäer waren
    seine Auftritte als „stärkster Mann der Welt“ meist nur äußerst peinlich.
    Jetzt soll es anscheinend extrem schnell gehen ihn loszuwerden.Die Deutschen Politiker+
    Medien überschlagen sich noch mehr auf ihn draufzuhauen,jetzt scheint er nicht mehr so
    bedrohlich zu sein.
    Doch was ist die Alternative ? Eine Frau Harris bzw.eine Kombination von Großkapital
    und Politikermarionetten mit dem Ziel der sozialistischen Diktatur ?
    Anscheinend bleibt der Menschheit nur die Wahl zwischen der einen oder anderen
    Katastrophe.Geprägt eben durch Alternativ-und Orientierungslosigkeit.
    Ich bin sicher kein Sozialist und eher Anhänger der freien Marktwirtschaft,nur eine
    Vorgabe von Grundregeln für Großkonzerne,gerade im Bezug auf Ressourcenverschwendung
    und Beschneidung von Grundrechten der persönlichen Freiheit des Einzelnen müssen
    gewährleistet sein.Sonst wird es auf mittlere und längere Sicht nicht gut ausgehen.
    Sowohl für unsere Gesellschaftssysteme als auch für die Großkonzerne.
    Leider spreche ich hier eins unser Hauptprobleme der heutigen Welt an.Es wird nur
    extrem kurzfristig gedacht

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