Anleihen

Trump-Sieg: Jeff Gundlach lag mal wieder richtig!

FMW-Redaktion

Die Wall Street war sich – im Einklang mit den Demoskopen – sicher: Clinton wird die US-Wahl gewinnen. Anderer Auffassung war nur ganz wenige an der Wall Street – und einer davon war der Bond-King Jeff Gundley! In einem Webcast im Juli hatte Gundlach, der mit DoubleLine Capital stets bei den Top-Performern im Anleihe-Markt liegt, entgegen der Konsens-Meinung klar gemacht, dass er von einem Sieg Trumps ausgehe – und warum.

Schon damals hatte sich Gundlach gegen den Glauben des Marktes gestellt, dass die Renditen für US-Staatsanleihen weiter fallen würden. Damals standen diese Renditen für die 10-jährige US-Anleihe knapp über 1,3% – gestern stiegen sie über 2%, weil die Märkte nun verstärkt Inflation in den USA erwarten durch eine expansive Ausgabenpolitik Trumps. Und genau das ist Gift für Staatsanleihen, die Käufer erwarten einen Ausgleich für die Inflation und verlangen daher höhere Renditen.

Schon im Juli rief Gundlach daher auch die Wende an den Anleihemärkten aus – die nun voll durchzuschlagen scheint! Zwar sieht Gundlach in den nächsten Tagen eine technische Gegenreaktion – aber mittelfristig sei der Weg in Richtung höherer Risikoprämien für US-Staatsanleihen jetzt klar: in den nächsten fünf Jahren erwartet er einen Anstieg der Rendite bis zu 6%. Am Anleihemarkt ist das nicht weniger als ein gewaltiges Erdbeben, das die gesamte Tektonik der Märkte auf den Kopf stellen würde!

Im kurzen Zeitfenster, so Gundlach, dürfte sich der Sieg Trumps auf die US-Wirtschaft und die US-Aktienmärkte erst einmal positiv auswirken – was dann komme, müsse man abwarten. Er jedenfalls, so Gundlach, habe sein bisher bestes Jahr – und das will schon etwas heissen angesichts der bisherigen Performance des Bond-Kings!

A propos Performance: unter den Gewinner des Trump-Sieges ist auch der in der Finanzkrise berühmt gewordene Hedgefund-Manager Paulson (allerdings war das eher, da er konkrete Tip-Geber hatte (u.a. von einem Mitarbeiter der Deutschen Bank!), nicht sein eigentliches Verdienst). Jedenfalls verdiente Paulson damals Milliarden – aber seitdem hatte er kein glückliches Händchen mehr, Anleger zogen massenhaft Geld ab von seinen Hedgefunds. Nun dürfte Paulson nach langer Zeit wieder gute Laune haben – sechs seiner zehn größten Investments waren Pharma-Werte, die gestern regelrecht durch die Decke schossen!

Hier übrigens noch eine interessante Analyse, wer bei den Wahlen Trump gewählt hat:



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5 Kommentare

  1. Kennt jemand stinknormale OS auf den FGBL? KO handle ich nicht – die gibt es wie Sand am Meer.

    Bisher habe ich als Proxy immer VONOVIA & Co. geshortet. Das lief heute z.B. supi.

    @Herr Fugmann: wird sich da ein stabiler Abwärtstrend entwickeln? Dann könnte man sogar über ein Faktorzertifikat (mit moderatem Hebel) nachdenken. Sowas ist ja durchaus im Angebot.

    Danke und VG Karl

    1. …..warum dann nicht direkt den FGBL handeln??? Einfacher und transparenter geht es doch wohl kaum…..

      1. So dick ist mein Konto nicht, dass ich den Future direkt traden könnte. Habe auch keine Zulassung dafür ;-) CFD mach ich nicht.

        VG Karl

  2. Bitte auch die realwirtschaftlichen Auswirkungen eines Zinsschocks auf den US-Dollar und den US-Immobilienmarkrt berücksichtigen. 6% klingen als Zinsziel gut, aber wo sthet dann die US-Wirtschaft (sicher nicht mehr VOR dem Abgrund).

    1. Wäre doch Prima.

      Ich würde mich riesig freuen, wenn das Land der „Aufrechten und Freien“ so kurz vor dem Abgrund endlich mal „einen Schritt weiter“ kommen würde.

      Das (finazielle Massen-) Grab haben sich die AmeriDumbs selbst geschaufelt…

      VG Karl

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