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Trump spaltet die Weltgemeinde – ein erster Erfolg

Von Claudio Kummerfeld

Beim jüngst stattgefundenen G20-Treffen in Buenos Aires erklärten die 20 wichtigsten Industrienationen, dass sie Protektionismus ablehnen. Eine klare Ansage gegen Donald Trump. Auch vorher war sich die internationale Staatengemeinschaft darin einig nicht in einen Handelskrieg abgleiten zu wollen. Der freie Welthandel solle frei bleiben, und wenn die USA auf breiter Front Importzölle einführen – dann müsse man geschlossen dagegen stehen. So sah der allgemeine Konsens in den letzten Wochen aus, auch zwischen China und Europa.

Trump lässt EU durch brennenden Reifen springen

Aber die EU ist durch den brennenden Reifen gesprungen, den Trump ihr hingehalten hat. Weltweite Importzölle auf Stahl und Aluminium. Was machte die EU? Sprach sie im Auftrag der Weltgemeinschaft und im Sinne des globalen Freihandels in den letzten Tagen mit dem US-Handelsbeauftragten? Nein, EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström sprach mit den US-Vertretern nur darüber, dass die USA doch bitte die EU von den Importzöllen ausnehmen sollen.

Und nun ganz frisch haben die USA die EU, Kanada, Mexiko und ein paar andere Länder ausgenommen, und auch das nur bis zum 1. Mai. Damit erreicht Trump zwei Ziele. Erstens hat er die Weltgemeinschaft wunderbar gespalten. Und zweitens bleibt der Druck auf die EU erhalten, weil ja gerade mal fünf Wochen bis zum Ablauf dieser Ausnahme bleiben.

China gegen USA, danach jeder gegen jeden?

China steht nun quasi alleine da, als Hauptverursacher des gigantischen US-Handelsbilanzdefizits. Binnen 60 Tagen soll von nun an der US-Handelsbeauftragte Robert Lightizer laut Trump eine Liste chinesischer Produkte erstellen, auf die man zügig Importzölle verhängen wolle. Es solle laut Trump eine umfangreiche Liste werden. Frage: Was nützt es auf sagen wir mal Wasserkocher und Fernseher Importzölle zu erheben, wenn solche Produkte in den USA selbst gar nicht mehr hergestellt werden, und beim Neuaufbau einer Produktion zu atemberaubenden Preissteigerungen für die US-Konsumenten führen würde? Denn die Lohnkosten in der Produktion und somit letztlich die Kosten pro Wasserkocher im Laden würden drastisch steigen!

Trump sagte gestern, man sei zwar bereit mit China zu verhandeln. Aber durch die nun bald in Kraft tretenden Maßnahmen solle das Defizit mit China umgehend um 100 Milliarden Dollar sinken. Auch das wäre im Sinne des US-Defizits nur ein Tropfen auf den heißen Stein. China hatte vorher vergeblich versucht andere Länder zu einer geschlossenen Initiative gegen die US-Importzölle zu bewegen. Aber man sieht: Wenn es so weit ist, denkt jeder doch nur an sich selbst.

EU wird noch Bedingungen erhalten

Und die EU? Bis zum 1. Mai wird Trump uns wohl noch Bedingungen präsentieren. Nur wenn man die erfüllt, wird man auch nach dem 1. Mai von den Importzöllen weiter ausgenommen bleiben. So darf man es vermuten. Springt die EU-Kommission dann erneut durch einen zweiten brennenden Reifen? Donald Trump hat schon mal einen ersten netten Sieg errungen. Die Weltgemeinschaft steht nicht geschlossen gegen die USA im beginnenden Handelskrieg. Trump kann einzelne „Handelspartner“ gegeneinander ausspielen. Das dürfte womöglich die Marschroute der nächsten Monate sein.

Donald Trump
Donald Trump. Foto: whitehouse.gov



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13 Kommentare

  1. Für mich hat das eher was von einer Angleichung – wenn man die Importzölle so vergleicht, dann ist das teilweise schon heftig aus Sicht der USA…..wenn das jetzt ein „HAndelskrieg“ ist, dann würde mich interessieren wie der Prozess hieß, der erst zu diesen Verwerfungen geführt hat hieß.

  2. Ein weiteres Bespiel für die Nutzlosigkeit der EU. Selbst da, wo sie theoretisch einen Vorteil hat, wird der in der Praxis durch Unfähigkeit nicht genutzt. Per saldo bleiben Transferrisiken in lebensgefährlicher Höhe.

    Raus aus der EU!

    1. Raus aus der EU? Darauf warten Trump&Co doch nur. Dann gehts erst richtig los mit den Handelskriegen, jeder gegen jeden. Wir Dummen zerfleischen uns dann und die Großen lachen uns aus. @Leser, ob das eine besonders schlaue Idee ist?

      1. die EU ist wie ein unbeweglicher Tanker – und Staaten wie die Schweiz und Norwegen sind bei solchen Marktlagen eher bewigliche Motorboote…..in der EU muss jedesmal der großen Unterschiede und verschiedenen Interessen der Mitgliedstaaten Rechnung getragen werden……..man kann nicht einfeach Länder die sich in so vielen Sachen unterscheiden in einen Topf werfen, und der Meinung sein, im Rahmen der Weltwirtschaft zantral aus Brüssel Entscheidungen zu fällen mit denen alle Mitgliedsstaaten einverstanden sind……

        das zeigt sich doch immer mehr…..

        1. @Paul M.
          Bewegliche Motorboote sinken bei der nächsten großen Welle. Mit dem unbeweglichen Tanker ist das schon schwieriger.

          1. @Columbo
            Der Tanker hat einen 900 Mrd. (Tonnen) Ballastkörper am Heck in Form des TargetII Saldos. Da hilft die Größe überhaupt nicht. Das Ding wird sinken und wer da vorher nicht in die Rettungsboote gestiegen ist, wird untergehen.

  3. Ist doch logisch bei einem Immobilienhändler…

  4. wie würde es weitergehen?
    wird trump nicht sagen, zb apple ihr habt von mir ein XXX millarensteuergeschenk bekommen und darum baut ihr jetzt eine kopie von foxconn (hauptsächlich mit robotern statt menschen) in der wüste.
    würde sich das langfristig nicht positiv auf die US wirtschaft auswirken?

  5. Also ich bin ja bei Gott kein Sympathisant von mr. TRUMP und seinen „Buddies“, die er so in den letzten Tagen und Wochen hinter sich geschart hat, ABER!
    Irgendwo kenn ich seine Argumentation hinsichtlich Ungleichgewicht bei Zöllen doch verstehen. Ich hoffe nur, dass sein „unglaublich diplomatisches Geschick“ nicht massive bilaterale Probleme auslöst welche er dann, natürlich wieder sehr diplomatisch, mit militärischen Mitteln lösen möchte. Ein Narziss, wie er ja nun mal zu sein scheint, neigt ja durchaus auch dazu etwas zur Gänze zu zerstören was nicht nach seiner Meinung nach läuft. Hoffen wir mal das Beste!

  6. Dieser Versuch eines Handelskriegs kommt aus meiner Sicht für die USA zur „Unzeit“. Denn man darf eines nicht vergessen: Der Aufschwung befindet sich bereits im 10.Jahr, die US-Verbraucher sind über beide Ohren verschuldet und profitieren zudem nicht richtig von der Steuerreform. Bis jetzt saßen viele auf hohen Aktiengewinnen, mit der Hoffnung auf Steigerung durch „America first“. Sollten die Aktienmärkte weiter nachgeben, werden viele Konsumenten auch mangels Masse den Privatkonsum einschränken müssen. Wenn nun Alltagsprodukte auch nur ein wenig teurer werden, aufgrund von Zöllen, wird die US-Wirtschaft, die zu 70% vom heimischen Konsum lebt, leiden, Damit würde Trump eine eigentliche schon fällige zyklische Rezession beschleunigen – ungewollt. Wollte Trump diesen Rückgang durch höhere Schulden kompensieren (Beispiel Infrastruktur), wer soll dann diese Treasuries kaufen – etwa China? Die Notenbank hat im Gegensatz zu 2007 (5,25% – Fed-Zinssatz) bei einem Konjunkturrückgang nicht allzuviel entgegen zu setzen. Deshalb ist für mich die Diskussion über die Zahl der Zinsanhebungen 2019 oder 2020 im 12. Aufschwungjahr eher Zeitverschwendung.

  7. „solle das Defizit mit China umgehend um 100 Milliarden Dollar sinken. Auch das wäre im Sinne des US-Defizits nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“

    Das Leistungsbilanzdefizit der USA betrug 2017 ca. 465 Mrd. USD. 100 Mrd. weniger wären also 22% weniger Defizit. Das würde ich nicht als Tropfen auf den heissen Stein bezeichnen. Wichtiger als Zölle, wäre aber die Freigabe des CNY.

  8. Zeigt mal wieder die Naivität oder vielleicht dann doch auch die Doppelmoral der EU…

    Weil: Produkte, die China nicht mehr nach USA schippert, landen dann ja vielleicht auf dem EU-Markt. Das geht natürlich nicht. Da brauchen wir notgedrungen Zölle. Ala:…sorry China, aber wir brauchen jetzt auch Zölle, nicht unsere Schuld, …blame Trump

  9. Wo wir schon beim Thema Trump spaltet die Weltgemeinde sind:
    Die harmlose, ehrliche und vertrauenswürdige USA beklagt sich über Hackerangriffe seitens Russland und neuerdings vom Iran auf ihr Geheiligtes Wonderland. Sie selbst würden so etwas natürlich nie machen. Es gab (und gibt) nie eine Abhöraffäre seitens der NSA, niemals irgendwelche Cyberangriffe und Trojaner seitens des Holy Wonderland auf andere Länder, nein, niemals.
    Unsummen für spaltende Mauern sind wichtiger als Krankenversicherungen und Sozialleistungen, Menschen wachsen nach, Mauern nicht.
    Der seit jeher blutrünstige reißende Wolf macht plötzlich auf armes Opferlamm, oh wie bedauernswert!
    Und die rechten Lemminge, Besserwisser und Realmenschen folgen in ihrer Naivität brav und bis ins Mark konditioniert der Logik des „genialen“ Spalters.

    Warum aber kaufen so viele Amis so viele der weltweit teuersten (deutschen) Autos? Hierzulande kann man bei den aktuellen Preisen wirklich nicht mehr von Dumping sprechen, schon viel eher eher von sinnlos überteuert. Und das bereits so ganz ohne Strafzölle. Warum kauft hierzulande keiner amerikanische Autos, die ja soviel günstiger wären? Dasselbe gilt für viele andere Produkte.
    Ist das nicht eher ein Thema von Nachfrage und Angebot? Von Preis-Leistungs-Verhältnis? Von Produktqualität?
    Wenn in Wonderland die hiesigen utopischen Preise als Dumping deklariert werden, sollte man über den Reichtum und Einkommenssituation, das Preisniveau und die ständig veröffentlichte brillante Arbeitsmarktsituation nachdenken, nach der quasi Vollbeschäftigung herrscht.

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