Vor fünf Monaten versprach Donald Trump einen schnellen Sieg gegen den Iran. Heute steht die US-Regierung vor einem völlig anderen Bild. Der Iran-Krieg zieht sich inzwischen immer weiter in die Länge, die amerikanischen Waffenbestände schrumpfen, die Unterstützung in der Bevölkerung nimmt ab und die Straße von Hormus bleibt ein permanenter Unsicherheitsfaktor für den Ölmarkt. Ausgerechnet der Konflikt, der kein langwieriger Krieg werden sollte, entwickelt sich für Trump zunehmend zu einem Eskalationsdilemma.
Trump erreicht seine Kriegsziele nicht
Fünf Monate nach Kriegsbeginn ist Donald Trump seinen wichtigsten Zielen kaum näher gekommen. Wie Bloomberg berichtet, konnte die US-Regierung den Iran weder zu ernsthaften Verhandlungen bewegen noch den strategischen Druck auf die Straße von Hormus nachhaltig verringern. Auch die jüngste Welle massiver US-Angriffe dürfte daran wenig ändern. Zwar griffen die Vereinigten Staaten laut US-Zentralkommando erneut Dutzende Ziele der Revolutionsgarden (IRGC) an. Doch der Iran zeigt bislang weder Bereitschaft zu einer Kapitulation noch zu einem Abkommen. Gleichzeitig bleibt die Straße von Hormus der zentrale Hebel Teherans.
„Ich bezweifle, dass derart massive Angriffe die anhaltende Fähigkeit der IRGC beeinträchtigen würden, dauerhaft Vergeltungsschläge durchzuführen oder weiterhin die kommerzielle Schifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen“, sagte der frühere CIA-Analyst Jim Lamson. Ebenso wenig glaubt er, dass Teheran dadurch zu Zugeständnissen bewegt werden könne. Genau darin liegt Trumps wachsendes Eskalationsdilemma: Mehr Angriffe erhöhen den Druck, bringen das eigentliche Kriegsziel jedoch kaum näher.
Jeder Angriff wird teurer
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Gleichzeitig steigen die Kosten für Washington. Die wechselseitigen Angriffe belasten die amerikanischen Munitionsbestände zunehmend, insbesondere bei Luftabwehrsystemen. Hinzu kommt die Sorge, dass weitere Einsätze die militärische Handlungsfähigkeit der USA gegenüber China schwächen könnten.
Genau das verschärft Trumps Eskalationsdilemma. Zwar verspricht der Präsident weiterhin, „den Iran fertigzumachen“. Zugleich sprechen mehrere Faktoren dafür, dass seine Bereitschaft zu einem langfristigen, hochintensiven Krieg begrenzt ist – auch, weil der politische Druck vor den Midterm-Wahlen wächst.
Ölmarkt bleibt verwundbar
Für die Finanzmärkte ist vor allem die Lage rund um die Straße von Hormus entscheidend. Der Tankerverkehr bleibt seit Monaten massiv eingeschränkt, während sich auch das Rote Meer immer stärker zu einem Krisenherd entwickelt. Jeder neue Angriff erhöht das Risiko weiterer Störungen der globalen Energieversorgung und lässt den Brent-Ölpreis anfällig für plötzliche Kurssprünge.
Damit bleibt der Iran-Krieg weit mehr als ein geopolitischer Konflikt. Ein dauerhaft hoher Ölpreis könnte den Inflationsdruck erneut verstärken, die Wahrscheinlickeit von Zinsanhebungen der Fed erhöhen und damit auch die Stimmung an den US-Börsen sowie am DAX belasten. Für Anleger bleibt der Konflikt deshalb einer der wichtigsten Unsicherheitsfaktoren der kommenden Monate.
Hinzu kommt der innenpolitische Druck. Trump hatte zu Beginn des Konflikts einen schnellen Erfolg versprochen. Stattdessen dauert der Iran-Krieg inzwischen länger als fünf Monate an. Mit den näher rückenden Midterm-Wahlen wird es für den Präsidenten schwieriger, einen kostspieligen und zunehmend unpopulären Konflikt zu rechtfertigen.
Das eigentliche Eskalationsdilemma
Genau darin liegt Trumps Problem. Eine weitere Eskalation könnte die wirtschaftlichen Kosten erhöhen, den Ölpreis weiter antreiben und die ohnehin angespannten Munitionsbestände zusätzlich belasten. Ein Rückzug wiederum würde das Risiko bestehen lassen, dass der Iran die Schifffahrt in der Straße von Hormus weiterhin bedroht und seine strategische Position behauptet.
„Die Frage ist, welche strategischen Kosten man bereit ist zu zahlen, um diesen Krieg fortzusetzen“, sagte Jennifer Kavanagh von Defense Priorities. Eine weitere Eskalation sei zwar möglich, der Nutzen könnte jedoch begrenzt sein, während die Kosten weiter steigen.
Genau deshalb entwickelt sich der Iran-Krieg für Donald Trump zunehmend zu dem langwierigen Konflikt, den er ursprünglich vermeiden wollte. Aus dem Versprechen eines schnellen militärischen Erfolgs ist ein Eskalationsdilemma geworden: Jede neue Offensive erhöht die Kosten und Risiken, während ein Rückzug die ursprünglichen Kriegsziele in weite Ferne rücken lässt. Damit scheint inzwischen tatsächlich jede Option ihren Preis zu haben.
FMW/Bloomberg
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Im Zusammenhang mit der Tatsache, daß im obigen Bericht festgestellt wird, daß die Situation rund um die Straße von Hormus für die Finanzmärkte, den Ölpreis und die globale Ölversorgung einen entsprechenden Stellenwert besitzt, könnte der 47. US-Präsident Donald John Trump nunmehr durchaus weitere entsprechende Verhandlungen zwischen der Islamische Republik Iran und dem Sultanat Oman in Sachen Souveränität der Küstenstaaten der Straße von Hormus fordern, um der Tatsache, daß die US-Texas-Ölindustrie und die Öl-Allianz OPEC+ ein Gleichgewicht im Ölgeschäft darstellen, entsprechend Rechnung zu tragen.
Für jeden Dollar, mit dem China den Iran unterstützen, müssen die USA 10 Dollar aufwenden.
Bodentruppen wären für die USA nicht nur noch teurer sondern würden zehntausende von US- Soldaten das Leben kosten. Vietnam hoch drei.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
Der Iran versucht das US Millitär aus Westasien zu vertreiben. Das Vertrauen mit dem Imperium ist Zerrüttet. Diplomatische Bemühungen bleiben trotz dem erhalten.
Überraschungen sind nicht ausgeschlossen.
Faktisch hat das Imperium den Krieg mit dem Iran verloren. Verzweifelt sucht das US Militär irgendwelche Ziele um seine Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. Wie gesagt alles ist eine Falle für uns. Aber selbst sind wir in unserer Gefälligkeit und Hochmut gefangen. Das Spiel GUT GEGEN BÖSE zieht nicht mehr. Jedoch SIE lassen sich bestimmt was neues einfallen.
Hallo @ Albi
Imperien sterben selten leise.
Sie haben sich vorher immer überdehnt, die Kosten fürs Militär laufen davon und dadurch wird die Währung geschwächt.
Als Gegenmaßnahmen werden die Vasallen immer mehr ausgeplündert und sie müssen immer mehr Ware für schlechtes Geld liefern.
Fast immer stirbt ein Imperium in, oder nach einem großen Krieg.
Aber es kann sich hinziehen.
Schau Dir das Britische Weltreich an, das versank allerdings ohne einen großen Krieg.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Als Fan der Medienvielfalt entnehme ich n-tv.de aktuell folgendes: Die vollständige und bedingungslose Öffnung der Straße von Hormus ist notwendig, um eine weitere Verschärfung der globalen Energiesicherheitslage zu verhindern.
Die Öl-Allianz OPEC+ hat beschlossen, die Ölfördermenge für September d.J. zu erhöhen, um den Ölmarkt zu stabilisieren/Quelle: n-tv-Fernsehtext. Die OPEC+ äußerte sich in diesem Zusammenhang nicht zum Vorgehen für Oktober bis Dezember d.J..