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Trump über Deutschland, Brexit, Flüchtlinge, Außenhandel und Freihandel

Mehrmals auf Angela Merkel angesprochen, hörte man immer nur von ihm, wie sehr er sie möge, sie sei großartig (er kennt sie doch noch gar nicht). Sie habe halt „nur“ einen Fehler gemacht, nämlich all die Illegalen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Donald Trump hat der BILD im Trump Tower ein Interview gegeben. Darin ging er auf viele Fragen ein. Man merkt, dass er in den letzten Tagen und Wochen wohl medientechnisch nachgeschult wurde. Mehrmals auf Angela Merkel angesprochen, hörte man immer nur von ihm, wie sehr er sie möge, sie sei großartig (er kennt sie doch noch gar nicht). Sie habe halt „nur“ einen Fehler gemacht, nämlich all die Illegalen ins Land zu lassen. Normalerweise habe Deutschland vorher mit die strengsten Einreisekriterien weltweit gehabt, und lasse dann all diese Menschen ins Land. Das sei ein katastrophaler Fehler für Deutschland, so Trump.


Donald Trump. Foto: Michael Vadon / Wikipedia (CC-BY-SA 4.0)

Was er aufgrund seines deutschen Vaters an Deutschland möge? Die Ordnung möge er, er habe es gerne, wenn Dinge ordentlich erledigt werden. Und dann kommen wir auch schon direkt zum wichtigsten Thema des Interviews, den Außenhandel. Trump sprach hier zum Beispiel BMW an. Wenn man eine Fabrik in Mexiko bauen und die Autos dann steuerfrei in die USA senden und dort verkaufen wolle, gäbe es zukünftig eine 35% Importsteuer. Er ging grundsätzlich auf die Problematik ein. Es sei einfach nicht fair, was dort geschehe. Die USA hätten ein großes Handelsbilanzdefizit mit China, weltweit sogar von 805 Milliarden Dollar.

Außenhandel müsse fair laufen. Wie viele Chevrolets sehe man auf deutschen Straßen, fragte er Kai Diekmann, der ihm direkt gegenüber saß. Wir alle wissen es, keinen einzigen. Aber überall in den USA sehe man deutsche Autos. Das könne so nicht bleiben. So ein freier Handel müsse auf Gegenseitigkeit beruhen. Das Problem beim freien Handel, gegen den er an sich nichts habe, sei dass die USA ausgenutzt würden. Produzenten würden ganze Fabriken in den USA schließen und alle Mitarbeiter entlassen. Dann würden sie im Ausland produzieren, die Produkte steuerfrei in die USA verschicken und dort verkaufen. Das sei nicht fair.

In Sachen Großbritannien und Deutschland als Länder tat Trump natürlich das, was er jedem sagt. Es seien großartige Länder, phantastisch bla bla bla. Besonders begeistert zeigte er sich über die Pfund-Abwertung. Es sei phantastisch, dass das Pfund in den letzten Monaten so stark an Wert verloren habe. Seitdem liefen die Geschäfte in UK viel besser. Und in der Tat, die jüngsten Wirtschaftsdaten aus UK belegen das sogar. Aber wo Produzenten mit hohem Exportanteil Vorteile haben, werden vor allem Verbraucher mit steigenden Preisen die Zeche zahlen, so möchten wir ergänzen.

Er hoffe, dass noch andere Länder den selben Schritt wie Großbritannien gingen und aus der EU austreten werden, so Trump. Denn was sei denn Europa, letztlich Deutschland und Merkel. Jetzt entscheide UK wieder selbst. Länder wollten ihre eigene Identität zurück haben. Hätte Merkel nicht all die Illegalen reingelassen (woher sie auch immer kämen), wäre es vielleicht nicht zum Brexit gekommen. Die Maßnahme, die er gleich als Erstes am nächsten Montag unterschreibe, sei eine deutliche Verschärfung der Grenzsicherung zu Mexiko, so Trump. Denn er wolle solche Probleme nicht ins eigene Land lassen.

Tja, so viel zu seinen aktuellsten Aussagen. Mal sehen wie die deutschen Autobauer darauf reagieren werden. Vermeintlich genau so wie Toyota, FiatChrysler und Co. Wohl eh schon bestehende Pläne für neue US-Jobs wird man als NEU verkaufen und in Richtung Trump tweeten als Zeichen, dass man nun in den USA neue Jobs schaffen wolle – so vermuten wir es mal. Der Wind in Sachen Außenhandel weht klar in Richtung „Abbau des Defizits“. Und da muss man schon mal sagen: Das Thema, welches die US-Volkswirtschaft Jahr für Jahr mehr in den Schuldturm treibt, hatten Bush und Obama konsequent ignoriert!

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    frank.trg

    16. Januar 2017 10:01 at 10:01

    Trump hat mit allem Recht und genau das wird zum Problem für die Deutsche Wirtschaft. Deutschland ist die Exportnation schlecht hin, unser Wirtschaftsmodell ist zu stark auf Export ausgerichtet. Was kann man jetzt aus Deutscher Sicht tun? Entweder Richtung Osten orientieren od. die Binnenwirtschaft stärken.

  2. Avatar

    bauer

    16. Januar 2017 10:23 at 10:23

    Was kann man jetzt aus Deutscher Sicht tun?

    Chevlolett kaufen…was sonst?
    Protektionismuss ist halt so geil,wenn man ihn leben darf!
    Es wird dunkel übern Michel…

  3. Avatar

    Christoph

    16. Januar 2017 10:31 at 10:31

    Trump hat schon ein speziellen Blick auf die Dinge.China die ihre Währung stützen werden als Währungsmanipulator gebrandmarkt und bei Großbritannien findet er es super, wenn das Pfund selbstverschuldet abkackt…

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    Robert14021984

    16. Januar 2017 11:31 at 11:31

    Vielleicht könnte man die Binnenwirtschaft wieder ordentlich ankurbeln indem man den Menschen wieder ordentliche Löhne zahlt…. ist Deutschland nicht Mittlerweile ein Billiglohnland ? Aber naja.. das ist wohl eher Wunschdenken

    • Avatar

      bademeister

      16. Januar 2017 12:03 at 12:03

      Ich gebe Ihnen Recht!
      …auch mit dem Wunschdenken.
      Das kostet der günstigste Passat in USA (22.440 $):
      http://www.vw.com/models/passat

      In Deutschland ist der günstigste Passat (mit sehr weit schlechterer Ausstattung als der aus Amiland) um gut EUR 29.000,- zu haben….

      Wenn jetzt Trump (theoretisch) die deutschen Autobauer mit Strafzöllen von 35% belegt, wäre der Wagen in den USA ungefähr genauso teuer wie in Deutschland.
      ….das geht natürlich nicht!
      …denn dann müsste das Lohnniveau der Wolfsburger Arbeiter (die die noch da sind) dramatisch fallen, um noch irgendwie „konkurrenzfähig“ zu bleiben.
      Deutsche Passat-Neuwagen-Kunden subventionieren schon jetzt (war schon immer so) die billigeren Passat-Brüder in den USA!
      Somit wären die 35% Strafzoll der Supergau….nicht nur für VW, BMW, Mercedes…..

      • Avatar

        frank.trg

        16. Januar 2017 13:02 at 13:02

        BMW, Daimler und VW haben schon Werke in den USA. Wegen der hohen Nachfrage wurden trotzdem noch Autos in die USA exportiert. Wegen Trump werden die US-Werke der Deutschen ihre Kapazitäten ausbauen und Exporte werden so weit wie möglich zurückgefahren. D.h. hier in Deutschland müssten die Kapazitäten abnehmen mit der Folge von Arbeitsplatzabbau.

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    columbo

    16. Januar 2017 12:55 at 12:55

    Die Sprüche zu Nato, Strafzöllen,EU usw. sind eigentlich nicht ernst zu nehmen. Wie will
    er das alles im Kongress durchbringen? Keine Panik also, möchte man meinen.
    Allerdings hatte vor achtzig Jahren auch einer Sprüche geklopft, die niemand ernst nahm, was dann bekanntlich in einem Desaster endete.
    Eine gewisse Vorsicht ist vielleicht doch angebracht.

    • Avatar

      verinet

      16. Januar 2017 17:27 at 17:27

      ….ja das hört man öfters: alles nicht so Ernst gemeint , der Kongress, check of balances etc meiner Meinung nach das Pfeifen im Walde…..wer jetzt die Mehrheit im Kongress und Senat hat wissen Sie schon……großer Widerstand gegen Zölle etc. ist nicht zu erwarten das u.A. Deutschland drastisch seine Militärausgaben hochzufahren hat sagt in den USA sowieso jeder

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    Disagio

    16. Januar 2017 12:59 at 12:59

    „Der Wind in Sachen Außenhandel weht klar in Richtung „Abbau des Defizits“. Und da muss man schon mal sagen: Das Thema, welches die US-Volkswirtschaft Jahr für Jahr mehr in den Schuldturm treibt, hatten Bush und Obama konsequent ignoriert!“
    Wow….war das jetzt nach mehreren Monaten des Trumpbashings ein erstes vorsichtiges Lob für Trump – zwischen den Zeilen? FMW wird mir unheimlich ;-)

    • Avatar

      bauer

      16. Januar 2017 17:40 at 17:40

      Unheimlich…?
      …und zensieren erst!

    • Avatar

      sabine

      16. Januar 2017 21:50 at 21:50

      FMW ist halt doch nicht verbohrt, eher leidenschaftlich, und das ist nicht dasselbe. a) Wenn sich halt die Wahrheit durchsetzt, und Trump halt nun mal recht hat, weil er nicht irgendeinen globalen Sch… durchsetzen will, sondern erstmal die USA in Ordnung bringen, haben wir vielleicht auch weniger farbige oder terroristische Revolutionen, sei es in Jugoslawien, Ukraine (orange), Ägypten (grün), Syrien (Isis), Afghanistan (Taliban) usw.
      http://www.propagandafront.de/129260/afghanen-usa-haben-taliban-erschaffen-und-finanziert.html
      Zbigniew Brzezinski, gestand 1998 ein, dass die Taliban durch die Vereinigten Staaten geschaffen wurden. „Was ist wichtiger für die Weltgeschichte? Die Taliban oder der Zusammenbruch des sowjetischen Reichs? Einige aufgewühlte Moslems oder die Befreiung Zentraleuropas und das Ende des Kalten Krieges?“ erklärte ein gereizter Brzezinski als er vom Le Nouvel Observateur herausgefordert wurde.

    • Avatar

      Marko

      16. Januar 2017 22:37 at 22:37

      „Der Wind in Sachen Außenhandel weht klar in Richtung „Abbau des Defizits“. Und da muss man schon mal sagen: Das Thema, welches die US-Volkswirtschaft Jahr für Jahr mehr in den Schuldturm treibt, hatten Bush und Obama konsequent ignoriert!“
      Wow….war das jetzt nach mehreren Monaten des Trumpbashings ein erstes vorsichtiges Lob für Trump – zwischen den Zeilen? FMW wird mir unheimlich ?

      Das ist trotzdem riesengroßer Populismus, Zölle werden garantiert nicht die Welt verändern, und beispielsweise die Amis bessere Autos bauen lassen ? ;) :D
      Warum reformiert sich die USA nicht von Grund auf, bessere Infrastruktur, mehr Umweltbewusstsein ? Die Welt, die Erde, interessiert doch dort offenbar keinen (weil die USA ist ja die Welt), tolle nichtsnützige spritfressende V8-SUVs fahren, das kann man ?
      Die Spritpreise dort drüben, sind von 1960, genauso wie der Donald ? : D
      Klar, in Dubai kann man sowas machen, aber in einem Flächenstaat wie den USA ?

      Ohne Worte…

  7. Avatar

    Marko

    16. Januar 2017 21:30 at 21:30

    Das ist natürlich Trump, und Ihr glaubt das auch noch ?!? 35 % Strafzölle, ein Herr Mr. Perfect zeigt der Welt, wo es lang geht ? Das mit der Mauer ist der allerbeste Klopfer… :D
    Da wäre keinerlei, gerade von den Chinesen, keinerlei Gegenreaktion zu erwarten ? Er hat doch auch gesagt, dass Apple gefälligst seine Fbriken aus China (!!!) in das allerbeste Land der Welt überführen sollte ?
    Was ist mit dem Fiat – Chrysler -Abgasskandal, der HerrTrump wird fragen, welcher Abgasskandal ?!? :D
    Der Herr lebt a bisserl rückwärtsgewandt ?
    VG
    Marko

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Von

Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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