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Trump über Deutschland, Brexit, Flüchtlinge, Außenhandel und Freihandel

Mehrmals auf Angela Merkel angesprochen, hörte man immer nur von ihm, wie sehr er sie möge, sie sei großartig (er kennt sie doch noch gar nicht). Sie habe halt „nur“ einen Fehler gemacht, nämlich all die Illegalen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Donald Trump hat der BILD im Trump Tower ein Interview gegeben. Darin ging er auf viele Fragen ein. Man merkt, dass er in den letzten Tagen und Wochen wohl medientechnisch nachgeschult wurde. Mehrmals auf Angela Merkel angesprochen, hörte man immer nur von ihm, wie sehr er sie möge, sie sei großartig (er kennt sie doch noch gar nicht). Sie habe halt „nur“ einen Fehler gemacht, nämlich all die Illegalen ins Land zu lassen. Normalerweise habe Deutschland vorher mit die strengsten Einreisekriterien weltweit gehabt, und lasse dann all diese Menschen ins Land. Das sei ein katastrophaler Fehler für Deutschland, so Trump.


Donald Trump. Foto: Michael Vadon / Wikipedia (CC-BY-SA 4.0)

Was er aufgrund seines deutschen Vaters an Deutschland möge? Die Ordnung möge er, er habe es gerne, wenn Dinge ordentlich erledigt werden. Und dann kommen wir auch schon direkt zum wichtigsten Thema des Interviews, den Außenhandel. Trump sprach hier zum Beispiel BMW an. Wenn man eine Fabrik in Mexiko bauen und die Autos dann steuerfrei in die USA senden und dort verkaufen wolle, gäbe es zukünftig eine 35% Importsteuer. Er ging grundsätzlich auf die Problematik ein. Es sei einfach nicht fair, was dort geschehe. Die USA hätten ein großes Handelsbilanzdefizit mit China, weltweit sogar von 805 Milliarden Dollar.

Außenhandel müsse fair laufen. Wie viele Chevrolets sehe man auf deutschen Straßen, fragte er Kai Diekmann, der ihm direkt gegenüber saß. Wir alle wissen es, keinen einzigen. Aber überall in den USA sehe man deutsche Autos. Das könne so nicht bleiben. So ein freier Handel müsse auf Gegenseitigkeit beruhen. Das Problem beim freien Handel, gegen den er an sich nichts habe, sei dass die USA ausgenutzt würden. Produzenten würden ganze Fabriken in den USA schließen und alle Mitarbeiter entlassen. Dann würden sie im Ausland produzieren, die Produkte steuerfrei in die USA verschicken und dort verkaufen. Das sei nicht fair.

In Sachen Großbritannien und Deutschland als Länder tat Trump natürlich das, was er jedem sagt. Es seien großartige Länder, phantastisch bla bla bla. Besonders begeistert zeigte er sich über die Pfund-Abwertung. Es sei phantastisch, dass das Pfund in den letzten Monaten so stark an Wert verloren habe. Seitdem liefen die Geschäfte in UK viel besser. Und in der Tat, die jüngsten Wirtschaftsdaten aus UK belegen das sogar. Aber wo Produzenten mit hohem Exportanteil Vorteile haben, werden vor allem Verbraucher mit steigenden Preisen die Zeche zahlen, so möchten wir ergänzen.

Er hoffe, dass noch andere Länder den selben Schritt wie Großbritannien gingen und aus der EU austreten werden, so Trump. Denn was sei denn Europa, letztlich Deutschland und Merkel. Jetzt entscheide UK wieder selbst. Länder wollten ihre eigene Identität zurück haben. Hätte Merkel nicht all die Illegalen reingelassen (woher sie auch immer kämen), wäre es vielleicht nicht zum Brexit gekommen. Die Maßnahme, die er gleich als Erstes am nächsten Montag unterschreibe, sei eine deutliche Verschärfung der Grenzsicherung zu Mexiko, so Trump. Denn er wolle solche Probleme nicht ins eigene Land lassen.

Tja, so viel zu seinen aktuellsten Aussagen. Mal sehen wie die deutschen Autobauer darauf reagieren werden. Vermeintlich genau so wie Toyota, FiatChrysler und Co. Wohl eh schon bestehende Pläne für neue US-Jobs wird man als NEU verkaufen und in Richtung Trump tweeten als Zeichen, dass man nun in den USA neue Jobs schaffen wolle – so vermuten wir es mal. Der Wind in Sachen Außenhandel weht klar in Richtung „Abbau des Defizits“. Und da muss man schon mal sagen: Das Thema, welches die US-Volkswirtschaft Jahr für Jahr mehr in den Schuldturm treibt, hatten Bush und Obama konsequent ignoriert!

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    frank.trg

    16. Januar 2017 10:01 at 10:01

    Trump hat mit allem Recht und genau das wird zum Problem für die Deutsche Wirtschaft. Deutschland ist die Exportnation schlecht hin, unser Wirtschaftsmodell ist zu stark auf Export ausgerichtet. Was kann man jetzt aus Deutscher Sicht tun? Entweder Richtung Osten orientieren od. die Binnenwirtschaft stärken.

  2. Avatar

    bauer

    16. Januar 2017 10:23 at 10:23

    Was kann man jetzt aus Deutscher Sicht tun?

    Chevlolett kaufen…was sonst?
    Protektionismuss ist halt so geil,wenn man ihn leben darf!
    Es wird dunkel übern Michel…

  3. Avatar

    Christoph

    16. Januar 2017 10:31 at 10:31

    Trump hat schon ein speziellen Blick auf die Dinge.China die ihre Währung stützen werden als Währungsmanipulator gebrandmarkt und bei Großbritannien findet er es super, wenn das Pfund selbstverschuldet abkackt…

  4. Avatar

    Robert14021984

    16. Januar 2017 11:31 at 11:31

    Vielleicht könnte man die Binnenwirtschaft wieder ordentlich ankurbeln indem man den Menschen wieder ordentliche Löhne zahlt…. ist Deutschland nicht Mittlerweile ein Billiglohnland ? Aber naja.. das ist wohl eher Wunschdenken

    • Avatar

      bademeister

      16. Januar 2017 12:03 at 12:03

      Ich gebe Ihnen Recht!
      …auch mit dem Wunschdenken.
      Das kostet der günstigste Passat in USA (22.440 $):
      http://www.vw.com/models/passat

      In Deutschland ist der günstigste Passat (mit sehr weit schlechterer Ausstattung als der aus Amiland) um gut EUR 29.000,- zu haben….

      Wenn jetzt Trump (theoretisch) die deutschen Autobauer mit Strafzöllen von 35% belegt, wäre der Wagen in den USA ungefähr genauso teuer wie in Deutschland.
      ….das geht natürlich nicht!
      …denn dann müsste das Lohnniveau der Wolfsburger Arbeiter (die die noch da sind) dramatisch fallen, um noch irgendwie „konkurrenzfähig“ zu bleiben.
      Deutsche Passat-Neuwagen-Kunden subventionieren schon jetzt (war schon immer so) die billigeren Passat-Brüder in den USA!
      Somit wären die 35% Strafzoll der Supergau….nicht nur für VW, BMW, Mercedes…..

      • Avatar

        frank.trg

        16. Januar 2017 13:02 at 13:02

        BMW, Daimler und VW haben schon Werke in den USA. Wegen der hohen Nachfrage wurden trotzdem noch Autos in die USA exportiert. Wegen Trump werden die US-Werke der Deutschen ihre Kapazitäten ausbauen und Exporte werden so weit wie möglich zurückgefahren. D.h. hier in Deutschland müssten die Kapazitäten abnehmen mit der Folge von Arbeitsplatzabbau.

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    columbo

    16. Januar 2017 12:55 at 12:55

    Die Sprüche zu Nato, Strafzöllen,EU usw. sind eigentlich nicht ernst zu nehmen. Wie will
    er das alles im Kongress durchbringen? Keine Panik also, möchte man meinen.
    Allerdings hatte vor achtzig Jahren auch einer Sprüche geklopft, die niemand ernst nahm, was dann bekanntlich in einem Desaster endete.
    Eine gewisse Vorsicht ist vielleicht doch angebracht.

    • Avatar

      verinet

      16. Januar 2017 17:27 at 17:27

      ….ja das hört man öfters: alles nicht so Ernst gemeint , der Kongress, check of balances etc meiner Meinung nach das Pfeifen im Walde…..wer jetzt die Mehrheit im Kongress und Senat hat wissen Sie schon……großer Widerstand gegen Zölle etc. ist nicht zu erwarten das u.A. Deutschland drastisch seine Militärausgaben hochzufahren hat sagt in den USA sowieso jeder

  6. Avatar

    Disagio

    16. Januar 2017 12:59 at 12:59

    „Der Wind in Sachen Außenhandel weht klar in Richtung „Abbau des Defizits“. Und da muss man schon mal sagen: Das Thema, welches die US-Volkswirtschaft Jahr für Jahr mehr in den Schuldturm treibt, hatten Bush und Obama konsequent ignoriert!“
    Wow….war das jetzt nach mehreren Monaten des Trumpbashings ein erstes vorsichtiges Lob für Trump – zwischen den Zeilen? FMW wird mir unheimlich ;-)

    • Avatar

      bauer

      16. Januar 2017 17:40 at 17:40

      Unheimlich…?
      …und zensieren erst!

    • Avatar

      sabine

      16. Januar 2017 21:50 at 21:50

      FMW ist halt doch nicht verbohrt, eher leidenschaftlich, und das ist nicht dasselbe. a) Wenn sich halt die Wahrheit durchsetzt, und Trump halt nun mal recht hat, weil er nicht irgendeinen globalen Sch… durchsetzen will, sondern erstmal die USA in Ordnung bringen, haben wir vielleicht auch weniger farbige oder terroristische Revolutionen, sei es in Jugoslawien, Ukraine (orange), Ägypten (grün), Syrien (Isis), Afghanistan (Taliban) usw.
      http://www.propagandafront.de/129260/afghanen-usa-haben-taliban-erschaffen-und-finanziert.html
      Zbigniew Brzezinski, gestand 1998 ein, dass die Taliban durch die Vereinigten Staaten geschaffen wurden. „Was ist wichtiger für die Weltgeschichte? Die Taliban oder der Zusammenbruch des sowjetischen Reichs? Einige aufgewühlte Moslems oder die Befreiung Zentraleuropas und das Ende des Kalten Krieges?“ erklärte ein gereizter Brzezinski als er vom Le Nouvel Observateur herausgefordert wurde.

    • Avatar

      Marko

      16. Januar 2017 22:37 at 22:37

      „Der Wind in Sachen Außenhandel weht klar in Richtung „Abbau des Defizits“. Und da muss man schon mal sagen: Das Thema, welches die US-Volkswirtschaft Jahr für Jahr mehr in den Schuldturm treibt, hatten Bush und Obama konsequent ignoriert!“
      Wow….war das jetzt nach mehreren Monaten des Trumpbashings ein erstes vorsichtiges Lob für Trump – zwischen den Zeilen? FMW wird mir unheimlich ?

      Das ist trotzdem riesengroßer Populismus, Zölle werden garantiert nicht die Welt verändern, und beispielsweise die Amis bessere Autos bauen lassen ? ;) :D
      Warum reformiert sich die USA nicht von Grund auf, bessere Infrastruktur, mehr Umweltbewusstsein ? Die Welt, die Erde, interessiert doch dort offenbar keinen (weil die USA ist ja die Welt), tolle nichtsnützige spritfressende V8-SUVs fahren, das kann man ?
      Die Spritpreise dort drüben, sind von 1960, genauso wie der Donald ? : D
      Klar, in Dubai kann man sowas machen, aber in einem Flächenstaat wie den USA ?

      Ohne Worte…

  7. Avatar

    Marko

    16. Januar 2017 21:30 at 21:30

    Das ist natürlich Trump, und Ihr glaubt das auch noch ?!? 35 % Strafzölle, ein Herr Mr. Perfect zeigt der Welt, wo es lang geht ? Das mit der Mauer ist der allerbeste Klopfer… :D
    Da wäre keinerlei, gerade von den Chinesen, keinerlei Gegenreaktion zu erwarten ? Er hat doch auch gesagt, dass Apple gefälligst seine Fbriken aus China (!!!) in das allerbeste Land der Welt überführen sollte ?
    Was ist mit dem Fiat – Chrysler -Abgasskandal, der HerrTrump wird fragen, welcher Abgasskandal ?!? :D
    Der Herr lebt a bisserl rückwärtsgewandt ?
    VG
    Marko

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Autoindustrie: Das Problem ist der Standort Deutschland

Claudio Kummerfeld

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Autoindustrie in Deutschland im Wandel

Steht die deutsche Autoindustrie vor einem Niedergang wie der Standort Detroit, die ehemalige Hochburg der Autoproduktion in den USA? Die Deutsche Bank (DB) hat ein hochinteressantes Research-Dokument dazu veröffentlicht. Darin wird die Branche nicht wirklich schlecht geredet. Aber schaut man genauer hin, geht es vor allem um den Standort Deutschland, der problematisch sein soll. Die deutsche Autoindustrie selbst sei relativ gut aufgestellt, aber eben nicht der Standort Deutschland. Vorab wollen wir aus der Analyse einige Aussagen erwähnen, was denn positiv am Standort Deutschland zu bewerten ist.

Der Automobilstandort Deutschland verfüge über außergewöhnliche Vorteile. Zu nennen sei vor allem die enge technologische und räumliche Verzahnung von Herstellern, industriellen Zulieferern, Ausrüstern (z.B. Maschinenbau), Entwicklungsdienstleistern, Logistikunternehmen sowie von universitären und sonstigen Forschungseinrichtungen. Von dieser vertikal integrierten Wertschöpfungskette sowie dem über Jahrzehnte gewachsenen Know-how der Beschäftigten könne der Standort zehren. Auch der intensive brancheninterne Wettbewerb war und ist ein Motor für stetige Innovationskraft und Produktivitätsfortschritte. Fasst man aber alle in der Analyse der DB skizzierten Faktoren zusammen, dann falle es jedoch schwer, die Zukunftsaussichten für den Automobilstandort optimistisch zu sehen.

Negative Standortfaktoren für die Autoindustrie in Deutschland

Negativ zu erwähnen hat die DB-Studie so einiges. Und dabei geht es überhaupt nicht um den Absturz während der Coronakrise, sondern um strukturelle Faktoren. Zum Beispiel würden strenge CO2-Grenzwerte für neue Pkw in der EU dazu führen, dass die Hersteller mehr Elektroautos auf den Markt bringen müssten. Der resultierende Kostenanstieg verschärfe den Strukturwandel in der Branche. Kaum jemand erwarte, dass die Netto-Bilanz dieses Strukturwandels für die Wertschöpfung und Beschäftigung der Automoindustrie in Deutschland positiv ausfallen wird.

Auch die Unsicherheiten hinsichtlich der Klima- und Energiepolitik hätten dazu beigetragen, dass der Kapitalstock in energieintensiven Branchen wie der Metallerzeugung oder der Chemieindustrie in Deutschland seit vielen Jahren sinke. Diese Sektoren zählen auch zur automobilen Wertschöpfungskette. Durch die Investitionszurückhaltung würden laut der Studie Teile dieser Kette geschwächt. Höhere Kosten kämen auf die Autoindustrie auch durch die geplante Verschärfung der europäischen Abgasnormen zu (Euro 7). Im Volumensegment dürfte der Kostenaufschlag pro Fahrzeug besonders ins Gewicht fallen. Dies setze die Produktion von „Autos für den Durchschnittsbürger“ in Hochlohnländern wie Deutschland, aber auch in Frankreich oder Italien unter Druck.

Bei klassischen Standortfaktoren wie der Steuerbelastung von Kapitalgesellschaften, Lohnhöhe oder der Flexibilität bei Arbeitszeiten habe sich Deutschlands Position laut der Studie der DB im internationalen Vergleich zuletzt eher verschlechtert. Auch die anhaltenden Handelskonflikte würden die Investitionsbereitschaft hemmen. Zudem ist die Pkw-Nachfrage im wichtigen westeuropäischen Absatzmarkt gesättigt. Schließlich bedeute die demografische Entwicklung eine Herausforderung, da sie zu einem sinkenden Erwerbspersonenpotenzial führe und die Nachfrage dämpft.

Angesichts der strukturellen Herausforderungen sei es fraglich, ob die früheren Produktionshöchststände am Standort Deutschland jemals wieder erreicht werden. Die DB befürchtet, dass es immer schwerer wird, eine konkurrenzfähige Produktion von Pkw im Volumensegment in Deutschland aufrechtzuerhalten. Der Anteil Deutschlands an der globalen, aber auch an der europäischen Autoproduktion könnte in den kommenden Jahren sinken. Ähnlich sei es der Autoindustrie im US-Bundesstaat Michigan (Detroit) ergangen, wo heute deutlich weniger Fahrzeuge gefertigt werden als zu Beginn des Jahrhunderts. Die deutsche Autoindustrie sei besser für die elektromobile Zukunft und andere strukturelle Herausforderungen der Branche gerüstet als der Automobilstandort Deutschland.

Autoindustrie wird sich anpassen – Standort mit Problem?

Wir wollen nur kurze und interessante Auszüge der DB-Studie zitieren. Zum Beispiel gehen wir nochmal auf den Detroit-Vergleich ein. Die DB sagt, dass dieser Vergleich vielleicht zunächst schockieren möge. Aber noch immer würden in Michigan viele Light Vehicles (LV) produziert. Allerdings waren es in den letzten Jahren etwa ein Drittel weniger Fahrzeuge als zu Beginn dieses Jahrhunderts. In der Folge ist der Anteil des Bundestaates an der gesamten LV-Produktion der USA von knapp 25 Prozent im Jahr 2000 auf deutlich weniger als 20 Prozent in den letzten Jahren gesunken. Profitiert hätten dagegen einige Südstaaten der USA, in denen auch deutsche Hersteller in neue Autofabriken investiert haben. Hohe Standortkosten in Michigan (z.B. Lohn- und Pensionskosten der angestammten Belegschaft) seien ein wesentlicher Grund für diese Verschiebung innerhalb der USA gewesen. Eine ähnliche Entwicklung sei für den Automobilstandort Deutschland nicht unwahrscheinlich. Auch in Deutschland könnten die Produktionszahlen der Branche dauerhaft unterhalb der früheren Niveaus verharren. Der Anteil Deutschlands nicht nur an der globalen, sondern auch an der europäischen Automobilproduktion drohe zu sinken.

Die DB-Studie geht an das gesamte Thema durchaus differenziert heran. Man schreibt die Branche nicht einfach pauschal ab. Unter dem Strich sei man davon überzeugt, dass die deutsche Autoindustrie besser für die „elektromobile“ Zukunft und andere strukturelle Herausforderungen der Branche gerüstet sei als der Automobilstandort Deutschland. Die Unternehmen könnten Standortentscheidungen frei treffen und sich im Laufe der Zeit anpassen, wenn sich die Rahmenbedingungen an einem Standort verschlechtern. Bei der Beurteilung der Zukunftsperspektiven des Standorts Deutschland würden aus heutiger Sicht jedoch die negativen Faktoren überwiegen. Bedauerlich dabei sei, dass ein Teil dieser Faktoren durch eine klimapolitische Regulierung begünstigt werde, die deutlich weniger effektiv als möglich und teurer als nötig sei.

Der Vorwurf an die deutsche Autoindustrie, technologische Trends zu verschlafen, werde auch beim Übergang zu E-Mobilität stetig wiederholt. Doch auch in diesem Fall sei er laut DB nicht pauschal zutreffend. Richtig sei, dass der Anteil deutscher Hersteller an den verkauften Elektroautos in vielen Märkten unter ihrem Marktanteil bei traditionellen Fahrzeugen liegt. Gleichwohl gleicht der Übergang vom Verbrennungsmotor zur E-Mobilität einem Langstreckenlauf und nicht einem Sprint. Kein Anbieter liege uneinholbar vorne. Zudem sei die Produktpipeline der deutschen Hersteller gut gefüllt. Die Deutschen seien eben lediglich später dran als manche Konkurrenten, aus Sicht der Autoren der Studie jedoch nicht zu spät.

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Biden sei dank: Märkte glauben an die große Rettung – Risiko war gestern

Claudio Kummerfeld

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am

Joe Biden tritt heute sein Amt als US-Präsident an. In Windeseile wird er sich offenkundig daran machen sein 1,9 Billionen US-Dollar schweres Stimulus-Paket durch den US-Kongress zu bekommen. Die dortige Mehrheit ist zwar hauchdünn. Aber die Märkte sind frohen Mutes. Woran man das sieht? Schauen wir auf den folgenden Chart im Tweet. Er zeigt die Rendite für US-Schrottanleihen (Junk Bonds). Dies sind Anleihen, bei denen das Ausfallrisiko besonders hoch ist. Da Anleger für ein hohes Risiko entschädigt werden wollen und müssen, erhalten sie höhere Renditen als Inhaber von (vermeintlich sicheren) Staatsanleihen. Die Rendite fungiert hier also als Risikoprämie.

Die Höhe der Risikoprämie zeigt an, für wie ausfallgefährdet der Markt diese Anleihen hält. Je höher die Rendite, desto höher ist in den Augen des Kapitalmarkts das Risiko, dass die begebende Firma dahinter pleite geht, und somit die Anleihe nicht zurückzahlen kann. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2010 den Verlauf der Rendite bei US-Schrottanleihen. Zum Start der Coronakrise im März 2020 schoss die Rendite von 5 Prozent auf über 11 Prozent in die Höhe. Und danach beruhigte sich die Lage wieder, aktuell auf nur noch 4,13 Prozent – ein Rekordtief! In den letzten Monaten kamen die Impfstoff-Hoffnungen auf. Und jetzt seit einigen Tagen wird der große Stimulus in den USA immer konkreter. Wie gesagt, Joe Biden wird heute vereidigt. Und wie seine neue Finanzministerin Janet Yellen gestern klar machte, wird man die US-Volkswirtschaft kräftig mit Geld fluten.

Und wie sie sagte, sei das kräftige Schuldenmachen im Augenblick wichtiger als der Blick auf eine zu hohe Staatsverschuldung. Die müsse man zwar später mit höheren Unternehmenssteuern wieder abbauen, aber kurzfristig müsse man sich stark neu verschulden und die Konjunktur anfeuern. Und ja, der Kapitalmarkt scheint fest daran zu glauben, dass somit die Schrottunternehmen weiterhin im Spiel bleiben, und ihre Schulden weiterhin bedienen können. Wenn nur genug frisches Geld vom Staat kommt, geht die Party also weiter? Dieser Chart zeigt es jedenfalls an. Die Risikoprämie sinkt immer weiter, auf wie gesagt ein Rekordtief von nur noch 4,13 Prozent.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Blick nach Deutschland

Aber schauen wir auch mal nach Deutschland. Hier sehen wir im folgenden Langfristvergleich seit dem Jahr 2010, wie die Rendite für deutsche Staatsanleihen immer weiter fällt, und der Dax (orange) immer weiter steigt. Das immer weiter sinkende Zinsniveau (in Deutschland dank hoher Bonität deutliche Negativrendite) treibt die Anleger in Aktien, Immobilien etc. Aktuell notieren die Aktienmärkte an ihren Allzeithochs. Heute hat auch der deutsche Staat mal wieder für 30 Jahre laufende Anleihen verkauft, mit einem Bruttovolumen von 1,5 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag bei einem Volumen von 1,79 Milliarden Euro.

Und (wie gesagt 30 Jahre Laufzeit) die Emissionsrendite lag bei minus 0,13 Prozent, nach minus 0,06 Prozent im November. Immer weiter sinkende Zinsniveaus, immer mehr Stimulus – da wird die Lücke doch gut aufgefangen oder besser gesagt aufgefüllt, die Corona gerissen hat? Und diese Rettungsorgie wird vor allem in den USA kräftig weiter gehen, davon darf man ausgehen. Und so könnte man glatt sagen, dass „Risiko“ bei Anleihen irgendwas war, dass man mal kannte – aber heute gibt es das nicht mehr?

Chart zeigt Vergleich von Dax gegen Anleiherenditen

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Achtung: Korrektur voraus – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Stimmung auf dem digitalen Börsenparkett ist prächtig. Wir haben überhaupt nicht genug Geld, um alle die großartigen Titel des internationalen Kurszettels kaufen zu können, so eine verbreitete Empfindung.

Das sind einige der Zutaten dieser Euphoriewelle, die bereits seit einigen Monaten über die Aktienmärkte hinwegrollt.

Fokussierung auf wenige Trendbranchen: Die Hausse verkürzt sich zunehmend auf einige wenige Titel aus einigen Trendbranchen wie Wasserstoff oder E-Mobilität. Das waren zuletzt etwa die Favoriten auf der Privatanleger-Plattform Tradegate: NEL ASA, Plug Power, Xiaomi, Tesla und Ballard Power.

Es ist ein Warnsignal, wenn eine Hausse nur noch auf den Schultern weniger Aktien liegt. Gesund ist eine Hausse immer dann, wenn sie von möglichst vielen Aktien aus unterschiedlichen Branchen getragen wird.

Kauf zu jedem Preis: Typisch ist dabei, dass die Anleger derzeit bereit sind, für eine „geile“ Aktie jeden Preis zu bezahlen. Die Bewertung interessiert nicht mehr, solange der Titel einer Trendbranche zuzurechnen ist. Typisch ist auch, dass man diese Aktien nicht erst in einer Woche haben will, sondern jetzt sofort. Folglich verzichten immer mehr Anleger auf die Bestimmung eines Kauflimits und fassen stattdessen billigst zu.

In der Folge erleben wir immer öfter prozentual zweistellige Kursanstiege auf Tagesbasis, ohne dass eine Nachricht aus dem Unternehmen vorliegt. Zu Deutsch: Die Kursanstiege sind in der Regel nicht mehr fundamental begründet.

Am Ende entsteht ein gewaltiger Sog, dem wir uns kaum noch entziehen können. Selbst Profis fallen dann um, werfen ihre bewährten Strategien über…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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