Trotz des Handelskriegs von Trump und seinen Zöllen erreichen die US-Containerimporte fast ein neues Rekord-Niveau. Die Unternehmen füllen Lager auf, während Häfen und Logistik an ihre Belastungsgrenzen stoßen.
Trump und der Handelskrieg: US-Containerimporte steigen trotz Zöllen
Die US-Containerimporte steigen trotz der Zölle von Trump auf Rekord-Niveau. Diese Entwicklung zeigt, dass die Zollpolitik von Präsident Trump ihr Ziel nicht erreicht. Statt die Einfuhren zu verringern, legten die US-Importe in den ersten sieben Monaten um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Die Belastungen machen sich jedoch vor allem in den Hafenumschlägen bemerkbar, da die Schifffahrt nicht auf abrupte Veränderungen der Warenströme ausgelegt ist. Infrastruktur wie Häfen, Transporte und Lagerhaltung funktionieren nur bei einem gleichmäßigen Fluss und genau dieser wird zunehmend gestört.
Containerimporte USA steigen trotz Preisanstieg
Auch wenn die Preissteigerungen vor allem durch die massiven Preissenkungen der chinesischen Exporteure laut der amerikanischen Zollstatistik nur um 0,8% gestiegen sind, sind die Einzelhandelspreise von importierten Gütern seit dem „Liberation Day“ bis Ende Juli insgesamt um 4% gestiegen. Die Entwicklungen der wichtigsten Handelspartner sind dabei unterschiedlich. Produkte aus China kosten 3% mehr, aus Kanada verteuerten sie sich um 2%, während sie aus Mexiko unverändert blieben.
Was die Zölle indes nicht verhindert hat, sind die Volumina der Importe generell. Nachdem die Containerimporte in den beiden Vormonaten klar zurückgingen, kletterten sie im Juli spürbar nach oben. Mit 2,621 Millionen TEU lag das Volumen nur 555 TEU unter dem bisherigen Rekord aus dem Mai 2022. Gegenüber Juni entspricht das einem Anstieg um 18,2 Prozent. Dieses Muster war bereits nach den US-Wahlen im vergangenen Jahr zu beobachten. Aus Sorge vor höheren Zöllen ab August füllten viele Unternehmen ihre Lager auf. Die jüngste Verlängerung der Vereinbarung zwischen Washington und Peking erwischte die Importeure daher auf dem falschen Fuß.
Trotz der insgesamt hohen Einfuhren verliert der Handel mit China an Schwung. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres erreichten 9,8 Prozent weniger Container die US-Häfen. Auffällig ist eine Verlagerung hin zur Ostküste. Houston verzeichnete einen Sprung von 122 Prozent bei Importen aus China, auch Savannah und Newark legten zu. Dennoch bleiben die Westküstenhäfen das Zentrum des Handels. Sie wickelten 45,8 Prozent der Container aus China ab. Der Anteil Chinas an den gesamten US-Importen stieg auf 35,2 Prozent, ein Zuwachs von 6,4 Prozentpunkten im Vergleich zu Juni.
Die Zahlen stammen vom Dienstleister Descartes, der allerdings nur generelle Bewegungen abbildet. Der Logistikexperte John D. McCown, Herausgeber des bekannten John McCown Container Report, kritisierte mehrfach die Methodik. Seinen Analysen zufolge weichen die Werte signifikant von den offiziellen US-Zollstatistiken und den Daten einzelner Häfen ab.
Trump und der Handelskrieg: Frachtschifffahrt passt sich neuer Realität an
Auch die aktuellen Frachtraten zeichnen ein Bild der Abschwächung. Der Drewry World Container Index, der vor allem die Routen mit China berücksichtigt, sank von 2.963 Dollar Ende Juni auf 2.350 Dollar Mitte August. Das entspricht einem Minus von 20,7 Prozent. Besonders stark fiel der Rückgang auf der Route Shanghai–New York mit 36,2 Prozent auf 3.638 Dollar aus. Shanghai–Los Angeles gab um 33,3 Prozent nach und lag zuletzt bei 2.494 Dollar.
Der Preisverfall zeigt, dass die Reedereien mit höheren Tarifen nicht durchdringen. Zudem verlassen weniger Schiffe chinesische Häfen Richtung USA. Rund 40 Prozent weniger Abfahrten bedeuten allerdings nicht zwangsläufig eine geringere Tonnage. Größere Schiffe gleichen das Defizit aus, was den starken Importanstieg im Juli erklärt. Der Trend hält dennoch an.
Die Umschlagzahlen in chinesischen Häfen stiegen im Juli um zwei Prozent. Dies deutet darauf hin, dass der Intra-Asien-Handel zunimmt, und die wachsenden US-Importe verstärkt über ASEAN-Staaten abgewickelt werden. Gleichzeitig gaben die innerasiatischen Spotpreise nach, was zeigt, dass die Reeder ihre Netzwerke an die neue Lage angepasst haben und diese Routen nun stabiler wirken.
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