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Aktien

Trump und die deutschen Autos: Das kann böse in Auge gehen, lieber Dax

Redaktion

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Der Dax ist momentan eh schon angeschlagen. Erst war da die Info aus dem Kanzleramt via SPON, die am Freitag aber unterging, weil Trump einfach wichtiger war. Selbst die Bundesregierung glaubt daran, dass wir im aktuell laufenden Quartal wieder eine rückläufige Wirtschaftsleistung haben werden. Das würde de facto eine Rezession bedeuten. Auch die heute vermeldeten ifo-Zahlen schreien förmlich „Rezession“. Mehr Abwärtstendenz geht kaum als es diese Grafik von heute zeigt.

ifo Index

Dazu noch der mehr als chaotische G7-Gipfel in Frankreich, und der polternde Donald Trump. Heute Mittag sagte er, dass er hoffe, dass er keine Importzölle auf deutsche Autos verhängen müsse. Es ist so offensichtlich. Eine offene Drohung in Richtung Deutschland und EU. Er hoffe auf einen guten und fairen Deal mit der EU, so Trump. Das ist wohl kaum mehr als eine Floskel, wie man sie so oft hört. Trump will gute Ergebnisse im Handel mit der EU für sich rausschlagen. Das ist natürlich verständlich. Aber was, wenn er keinen großen tollen Deal erzielen kann? Und wie man in den letzten Monaten sehen konnte… Enttäuschungen treten bei Donald Trump recht oft und schnell ein, wenn der Rest des Planeten nicht auf Kommando Sitz macht.

Viel Zeit bleibt nicht mehr. Die letzten Stunden in Biarritz verstreichen, dann zerstreuen sich die Gipfelteilnehmer wieder. Dann wird die Kommunikation wieder langwieriger und schwieriger verlaufen. Heute kann man noch Auge in Auge reden. Was, wenn Donald Trump in den nächsten Stunden keine Entgegenkommen (was auch immer) erhält? Kommt dann schon bald der Tweet über neue Autozölle gegen die EU? Das wäre ein echter Schlag für den Dax, der aus vorhin schon genannten Gründen sicher anfällig für so einen Tweet wäre. Das muss nicht so kommen. Man sollte dies nur im Auge behalten! Der aktuelle Tweet von Donald Trump zum heutigen Gespräch mit Angela Merkel wirkt merkwürdig formell geschrieben. Ist es die Ruhe vor dem Sturm, oder interpretieren wir da nur zu viel rein?

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Aktien

Buy and Hold until you‘re old – ewige Weisheit oder längst überholt?

Redaktion

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Das Wichtigste in Kürze: Die Anziehungskraft von Buy and Hold ist im Grunde so alt wie es Aktienmärkte gibt – reich werden mit wenig oder gar keinem Aufwand. Viele bekannte Investoren setzen auf die Buy and Hold Strategie und haben damit über Jahrzehnte überdurchschnittliche Renditen erzielt. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass sie auf nüchternen, harten Fakten basiert. Dazu fallen Transaktionsgebühren und sonstige Kosten deutlich seltener an als bei Strategien, bei denen Aktien öfter ge- und verkauft werden. Einer der wichtigsten Faktoren, warum sich die Buy and Hold Strategie so großer Beliebtheit erweist, ist ihre Einfachheit. Entgegen der verbreiteten Meinung ist „Buy and Hold“ aber keine allgemeingültige Anlagestrategie. Wer ist Aktien investieren möchte sollte nicht nur blind Buy and Hold vertrauen, sondern sich eingehender mit der Thematik Aktien befassen.

Die Buy-and-Hold-Strategie ist eine Anlagestrategie, bei der Anleger Aktien kaufen und sie langfristig halten. Mit anderen Worten: Bei der „Buy and Hold“-Strategie geht es darum, alle Höhen und Tiefen der Aktien, die man besitzt, durchzustehen, anstatt zu versuchen, bei Kursbewegung zu handeln. Buy and Hold Anhänger sehen die allgemeinen Charakteristika des Marktes, des Assets und die Möglichkeiten für zukünftiges Wachstum und lassen die Investition einfach laufen, ohne sich darum zu kümmern, die „perfekten“ Ein- und Ausstiege zu finden oder den Preis zu überprüfen. In diesem Artikel wollen wir untersuchen, welche Wahrheiten tatsächlich hinter der Buy and Hold Strategie stecken und ob Buy and Hold tatsächlich eine so allgemein gültige Anlagestrategie ist.

Welche Wahrheiten hinter der Buy and Hold Strategie stecken

Sie funktioniert, und hat das immer wieder gezeigt. Die Liste der bekanntesten „Buy and Hold“ Praktiker ist ein wahres „Who is Who“ der größten Investoren aller Zeiten. Von Warren Buffett über Peter Lynch bis hin zu Buffetts Mentor und der Vater des Value Investing: Benjamin Graham. Sie alle haben bewiesen, dass Buy and Hold überdurchschnittliche Gewinne auf das investierte Kapital bringen kann.

Ein Anfang, die Buy and Hold Strategie zu verfolgen kann schon sein, sein Geld einfach in einen Index-Tracker-Fonds, wie den SPDR S&P 500 (SPY) Exchange Traded Fund (ETF) anzulegen und es für zwei oder drei Jahre zu vergessen. Die Chancen laut Statistiken gut, dass Sie 86% der aktiven Large-Cap-Fondsmanager auf dem Markt übertreffen und das alles ohne Geld in horrende Managementgebühren zu stecken.

Sie basiert auf nüchternen, harten Fakten. Kaufen und Halten, und Investieren im Allgemeinen, ist das, was in der akademischen Welt und in verschiedenen Lehrplänen für Portfoliomanagement gelehrt wird, weil die Strategie fast vollständig auf der Fundamentalanalyse basiert. Anders als ihr technisches Gegenstück bietet die Fundamentalanalyse sehr wenig Raum für Vermutungen: Die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und die Kapitalflussrechnung sind alle statisch und lassen keinen Raum für Subjektivität. Natürlich ist die Vorhersage von Wachstum, z. B. durch ein Discounted-Cashflow-Modell, mit einem hohen Maß an Subjektivität verbunden, aber der Vergleich und die Analyse von Unternehmen anhand der allgegenwärtigen Kurs-Gewinn- (KGV) oder EBITDA-Multiplikatoren überlässt nichts der Fantasie. Das ist ein wesentlicher Faktor bei der Suche nach guten, langfristig zu haltenden Wertaktien.

Einmal ausgerollt bereitet sie wenig Kopfzerbrechen

Kennen Sie nicht den Unterschied zwischen einem einfachen gleitenden Durchschnitt und dem Relative Strength Index? Zugegeben, die technische Analyse ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Sowohl Akademiker als auch erfolgreiche langfristige Investoren vertreten schon jahrelang den Standpunkt, dass es ein Trugschluss sei, zu versuchen, den Markt zu timen. Statistiken stimmen dem zu: Studien haben gezeigt, dass die Märkte unglaublich zufällig und voller Anomalien sind. Wie der Nobelpreisträger William Sharpe in seiner bahnbrechenden Studie „Likely Gains From Market Timing“ von 1975 feststellte, müsste man mit Markt-Timing mindestens 74% der Zeit richtig liegen, um den Index zu schlagen. Mit anderen Worten: Überlassen Sie das Kopfzerbrechen und das Haare raufen lieber den Tradern.

Warum die Buy and Hold Strategie ausgedient hat – oder noch überhaupt nie gedient hat?

Sie impliziert, dass das Risiko von Anlagen jederzeit durch die Belohnung gerechtfertigt ist. Die Idee, dass jedes Jahr ein gutes Jahr ist, um Aktien zu besitzen, ist offenkundig falsch. Die Fakten sind gut erforscht und bewiesen, dass das Risiko des Kaufs und Haltens von Wertpapieren unter bestimmten Bedingungen nicht durch die Belohnung gerechtfertigt ist. Der Faktor des Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkts ist bei der Aktienanlage auf jeden Fall relevant. Angenommen man hat den S&P 500 zu seinem Peak im Jahre 2007 gekauft, dauert es satte fünf Jahre, nur um seine Verluste wieder auszugleichen.

Sie ignoriert das Investmentkonzept des Risikomanagements

Der Reiz des „Buy and Hold“-Investierens liegt sicherlich in der Einfachheit seines Versprechens. Kaufen und Halten erfordert wenig Intelligenz, Geschicklichkeit oder ernsthafte Bemühungen. Dabei ignoriert es aber gänzlich das essenzielle Investmentkonzept des Risikomanagements. Einfach gedankenlos seine monatlichen Einzahlungen tätigen, nicht zucken, wenn der Markt in die Knie geht, und irgendwann wird man reich.

Sie impliziert, dass Preise keine Rolle spielen. Die Buy and Hold Strategie verlangt, dass Sie jederzeit kaufen und halten, unabhängig von Preis oder Bewertung. Gibt es irgendeine andere Kaufentscheidung in Ihrem Leben, bei der der Preis keine Rolle spielt? Natürlich nicht, warum sollte es also beim Investieren anders sein?

Fazit

Buy and Hold ist ein passiver Anlagestil. Einfach ausgedrückt, glauben Buy-and-Hold-Investoren, dass „Zeit im Markt“ ein umsichtigerer Anlagestil ist als das „Timing des Marktes“ – und das hat einen wahren Kern. Es ist extrem schwierig, den Markt perfekt zu timen, aber es ist einfach, eine Aktie zu halten.

Die Prediger des Buy-and-Hold-Evangeliums werden durch mehrere gut dokumentierte, akademische Studien unterstützt, die zeigen, dass ein diversifiziertes Aktienportfolio niemals Geld verloren hat, wenn es über zwanzig Jahre oder länger gekauft und gehalten wurde. Sie lehren auch die Idee, dass Buy and Hold-Aktien langfristig besser abschneiden als andere Anlagen wie Anleihen, Immobilien oder Bargeld. So viel ist wahr.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man nicht klar gegen die Buy-and-Hold-Anlagestrategie sein kann. Man sollte stattdessen kritisch hinterfragen, dass sie als Allwetter-Investitionslösung für alle Bedingungen vermarktet wird.

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Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

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Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Aktien

Aktien: Die 2020-er, wieder das Jahrzehnt der Aktie?

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Wolfgang Müller

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Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Derzeit wird viel spekuliert über die Zukunft nach Corona. Ein Jahrzehnt hat begonnen, in dem die Schulden weltweit auf noch nie gesehene Höhen gestiegen sind. Für einen Dollar Wachstum mussten in den USA bisher bereits sieben Dollar neue Schulden aufgenommen werden, um dieses zu generieren – die Demographiefalle schlägt in vielen Industriestaaten unbarmherzig zu. Deshalb sollte es schwierig werden, das Potenzialwachstum der letzten Jahrzehnte überhaupt zu halten. Man kann sich vieles vorstellen und darüber diskutieren, es gibt aber ein paar fundamentale Gesetzmäßigkeiten in neuzeitlichen Gesellschaften. Auch wenn das durch Geldhäuser ausgerufene Jahrzehnt der Aktien recht interpretationsbedürftig ist.

Aktien: Die Wirtschaft ist der Ast, auf dem wir alle sitzen

Bei allen Dikussionen über das FIAT-Geld, über Schulden und einem Auseinanderdriften der Gesellschaften in der Einkommensverteilung, darf man eines nicht übersehen: Ohne eine funktionierende Wirtschaft, ohne Steuereinnahmen funktioniert kein Gemeinwesen. Die Aufwendungen für einen Staat mit seiner Regierung, seiner Verwaltung, seiner Justiz, seiner Polizei, seinem Militär, seinem Gesundheits- und Bildungssystem, können nicht durch die Druckerpresse der Notenbanken produziert werden, zumindest nicht für lange. Die Kosten müssen durch Steuereinnahmen der Unternehmen und bei den Bürgern erwirtschaftet werden.

Was passiert denn in einem Staat, in dem durch Krieg oder Aufstände Polizei und Militär ausgeschaltet werden? Eine erste Reaktion in einem solchen Land (beispielsweise nach den Umstürzen im Irak oder Lybien) sind stets sofort Plünderungen, aber auch Vergewaltigungen und andere Abscheulichkeiten.

Anleihen können auf null gesetzt und entwertet werden, Schulden durch Währungsreformen vernichtet, aber ein Teil der Wirtschaft bleibt immer erhalten und damit auch der Aktienmarkt und die Aktien.

Denn was stellt der Aktienmarkt dar? Die Beteiligung an Unternehmen, an der Volkswirtschaft, bei allen stets immer wieder zu korrigierenden Entgleisungen. Damit wird auch im Jahrzehnt nach Corona höchstwahrscheinlich der Spruch von Warren Buffett, aus den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts weiter gelten:

“Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte. Eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11.497.”

Sondersituation Deutschland

Deutschland wird im Anleihebereich als ein sicherer Hafen angesehen – mit fatalen Folgen für Sparer und Vorsorgesysteme. Denn wie sollen selbst bei leicht steigenden Zinsen Vorsorgeleistungen, Versicherungs- und Pensionsleistungen erwirtschaftet werden? Deutschland sitzt inmitten von Ländern, die sich keine höheren Zinsen leisten können. Der Zinseszinseffekt schafft erst ab einem Zinssatz von drei Prozent in überschau- und erlebbaren Zeiträumen einen Vermögensaufbaueffekt. Aber wie würden die Belastungen für die Staatshaushalte ausfallen, wenn die Renditen für Staatsanleihen in diese Regionen zurückkehren sollten. Die europäische Staatengemeinschaft mit ihrer Zentralbank wird also versuchen über die Zeit aus diesem Dilemma herauszukommen. Die Anleihelaufzeiten auf 30/50 Jahre plus verlängern, wie in Griechenland im Ansatz geschehen.

Die erzielbaren Renditen reichen nicht für das bisherige Vorsorgesystem. Wird man etwa den norwegischen Weg gehen und die Quote an Aktien erhöhen? Das Börsen-Urgestein Gottfried Heller (Partner von André Kostolany) hat auf einem Börsentag schon vor zwei Jahren die Prognose gewagt, dass Versicherer ihre Statuten ändern werden (müssen), um eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften und ihren ständigen Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die langlaufenden Anleihen im Bereich von 10 Jahren und mit ertragreichen Kupons, sind am Auslaufen. Allzu viele 30-jährige hat man sicher nicht in den Portfolios. Also wohin mit den Kundengeldern in Zukunft? In grüne Projekte, Private Equity u.ä.?

Was macht eine Allianz, eine der großen Dividendenzahler (4,8 Prozent aktuell), wenn es nicht einmal mehr am (nicht nutzbaren) Markt für Junk Bonds solche Renditen gibt? Der Zyklus der sinkenden Zinsen seit dem Jahr 1980 ist mit den großen Zinsschritten in den USA im März am Ende angelangt. Bis zuletzt konnte man wegen der Durationseffekte stets Gewinne mit den Anleihen erwirtschaften, so auch noch einmal im Jahr 2020. Aber wenn die Zinsen nicht unter null fallen, gibt es künftig kaum noch etwas – keine Kupons und keine Kursgewinne bei fallenden Zinsen.

Was machen Großfirmen mit ihren Betriebsrenten, Stiftungen mit ihren Anlagegeldern in den nächsten Jahren? Es spricht sehr viel für die Dividendentitel in diesem Jahrzehnt. Mit all ihren Schwankungen und vermutlich sind die jahrelangen Renditen von acht Prozent plus per annum auch bei Weitem nicht mehr realistisch. Aber wo sind die Alternativen?

Fazit

Obwohl ich absolut nichts davon halte, größere Zukunftsprognosen zu stellen – daran verbrennen sich schon ständig ganze Organisationen und Thinktanks die Finger, mit einer Heerschar von Professoren – so bin ich schon davon überzeugt, dass das jetzige Jahrzehnt wieder das Jahrzehnt der Aktien sein wird. Mit großen Schwankungen, Crashs, die Exzesse bereinigen werden, aber auch begründet in der Tatsache, dass man zwar Geldsysteme verändern und vernichten kann, aber nicht die Produktionsanlagen oder die Betriebe in einer Volkswirtschaft, ohne die es kein Überleben gibt, apokalyptische Szenarien einmal ausgenommen.

Es ist aber auch wahrscheinlich, dass es ein wesentlich langsameres Wachstum an den Börsen geben wird, nach Preisexzessen und deren Bereinigung, wie man es in Japan seit 31 Jahren nun schon beobachten kann. Aber selbst wenn Euro oder Kryptowährungen scheitern, wofür hat man nach 250 Staatsbankrotten seit 1800 (sowie 68 internen Pleiten) noch keinen Ersatz gefunden? Für Aktien..

Werden die 2020er-Jahre ein Jahrzehnt für Aktien?

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