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Trump verliert Signal-Wahl – wie reagiert Wall Street?

Trump verliert Gouverneurs-Wahlen in urkonservativen US-Bundeststaaten – die Wall Street muß früher oder später eine mögliche Niederlage Trumps einpreisen

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Donald Trump und die US-Republikaner haben gestern überraschenderweise zwei von drei Gouverneurswahlen in den USA verloren. Vor allem die Wahlen in Kentucky, einem urkonservativen Bundesstaat, hatte Trump als Signal und Stimmungstest bezeichnet und die Wähler der Republikaner aufgefordert, für den GOP-Kandidaten und amtierenden Gouverneur Matt Bevin zu stimmen.

In einem engen Rennen hat sich in Kentucky jedoch der Kandidat der US-Demokraten, Andy Beshear, mit 49,2% zu 48,8% durchgesetzt. Für Trump ist das eine herbe Niederlage, da er Matt Bevin noch am Montag Abend in einer Wahlkampf-Veranstaltung massiv gepusht hatte und die Republikaner Gelder in einer konzertierten Aktion eingetrieben hatten, um den Sieg Bavins zu ermöglichen. Trump hat nun das Problem, die Niederlage nicht auf die Schwäche von Bavin zurück führen zu können, da dieser als strammer Trump-Anhänger gilt. Noch am Montag hatte Trump zu Bavin gesagt, dass eine Niederlage bei den Wahlen in Kentucky auf ihn zurück fallen würde als „größte Niederlage in der Geschichte der Welt für Trump“:

„If you lose, they’re going to say Trump suffered the greatest defeat in the history of the world. This was the greatest. You can’t let that happen to me.“

Bei den Präsidentschaftswahlen 2016 hatte Trump Kentucky noch mit riesigem Vorsprung gewonnen – für den US-Präsidenten muß das ein Alarmsignal sein!

Auch in Virginia, ebenfalls ein traditionell konservativer Staat, erlitten Trump und die Republikaner eine schwere Niederlage: sowohl der Senat als auch das Abgeordnetenhaus des US-Bundesstaates fallen nun an die Demokraten, die damit Virgina erstmals seit 26 Jahren unangefochten regieren können.

Lediglich in Missisippi siegten die US-Republikaner mit ihrem Kandidaten Tate Reeves (52,0%) gegen den demokratischen Kandidaten Jim Hood (46,7%).

Während das Ergebnis dieser Gouverneurs-Wahlen in Deutschland kaum Beachtung findet, ist das in den USA ganz anders: genau in einem Jahr finden die US-Präsidentschaftswahlen statt, und die Niederlage von erklärten Trump-Kandidaten macht eine Niederlage des US-Präsidenten selbst wahrscheinlicher. Wenn Trump nicht in der Lage ist, selbst ausgemacht strukturkonservative Staaten wie Kentucky oder Virginia für sich zu gewinnen, dann sollte es für ihn auch alles andere als einfach werden, jene US-Bundesstaaen zu gewinnen bei den US-Präsidentschaftswahlen, die als „swing states“ gelten – also als Bundesstaaten, die häufige Wechsel von demokratischen und republikanischen Regierungen erleben.

Auch innerhalb der US-Republikaner dürfte Trump damit politisches Kapital verloren haben – mit möglichen Folgen für die Haltung der Partei im anstehenden Impeachment-Verfahren:

 

Wie aber wird die Wall Street auf diese Niederlage Trumps und der US-Republikaner reagieren? Worst case für die Wall Street wäre ein Sieg der US-Demokratin Elisbath Warren, die Aktienrückkäufe unterbinden will und vor allem die 0,1% der reichsten Amerikaner, die 50% der Aktien innerhalb der amerikanischen Bevölkerung besitzen, an die Kandarre nehmen will. Schon alleine die Nominierung von Warren als Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten dürfte daher zu einem herben Abverkauf der US-Aktienmärkte führen, wie zahlreiche Asset Manager betonen:

 

 

So oder so: die Wall Street wird wohl früher oder später, vielleicht ja sogar schon heute, die realistische Möglichkeit einer Niederlage Trumps einpreisen müssen..

Eine sehr ausgewogene Darstellung der Ausgangslage des Amtsinhabers für die Präsidentschafts-Wahlen 2020 finden Sie hier..

Die Wiederwahl von Trump wird fraglicher

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Zimmermann

    6. November 2019 10:44 at 10:44

    Bin gespannt, wann Trumps Parteifreunde nervös werden. Verlieren Gouverneurswahlen, im Impeachmentverfahren kommen immer näher, der Wirtschaftsdeal mit den Chinesen zieht sich immer mehr hin. Jetzt ist wirklich mal ein Befreiungsschlag von Nöten.

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