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Trump wie im Feudal-Staat: Harley Davidson macht ihn rasend vor Wut!

Redaktion

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Was zeichnet einen Feudal-Herrscher aus? Er ändert je nach Laune seine Meinung, setzt sich über die im eigenen Land herrschenden Gesetze hinweg, brüskiert alles und jeden, beschimpft alles und jeden, nimmt auf niemanden Rücksicht usw. Und warum? Weil er es kann. Gut, Donald Trump ist dank funktionierender Gewaltenteilung in den USA noch lange kein Feudal-Herrscher. Aber wenn man nur seinen Twitter-Account als Presse-Liveticker der US-Regierung wahrnehmen würde, könnte einem beinahe der Gedanke kommen.

Das mit vielleicht Abstand beste Beispiel von Trumps Unbeherrschtheit und Launenhaftigkeit ist Harley Davidson. Trump selbst hat das Problem erst geschaffen mit seinen Zöllen gegen die EU. Dass sie mit Gegenzöllen reagiert, war zu erwarten. Nun hat die EU-Kommission (dort sitzen wohl auch clevere Leute) sich als Zoll-Opfer US-Produzenten ausgesucht hat, die amerikanischer nicht sein könnten, und genau zu dem gehören, was Trump als „Amerika pur“ anpreist.

Tolle Harleys, Erdnussbutter, Jeans, Whiskey. Das ist doch genau das alte Kern-Amerika, wie er es liebt. Harley Davidson verkündete gestern Teile seiner Produktion aus den USA wegverlegen zu wollen um den EU-Zöllen zu entgehen. Das hatte Trump wohl nicht erwartet. Erst heute um Mitternach deutscher Zeit forderte Trump die Firma auf doch zu warten. Er werde die EU schon hinbiegen, so dass Harley Davidson eh keine EU-Zölle zahlen müsse.

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Und jetzt aktuell folgt Trump mit wutentbrannten Tweets gegen Harley Davidson. War die Firma mit ihren coolen Motorrädern doch bislang einer seiner Lieblinge, so wird sie jetzt zum Feind. So warnt er Harley zum Beispiel, dass die Firma bei ausländischer Produktion nicht in die USA re-importieren könne ohne deftige Importsteuer. Trump scheint nicht verstanden zu haben, dass Harley Davidson nur den Teil der Produktion verlagern will, der für die europäischen Konsumenten bestimmt ist.

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Auch verweist er darauf, dass Harley Davidson lange vor diesen Zoll-Streitigkeiten Produktion nach Thailand verlagert habe. Der Firma ginge es aktuell daher nicht um Zölle. Dies sei nur eine Ausrede.

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Den feudalen Unterton von Donald Trump erkennt man im folgenden ganz frischen Tweet am besten. Wer nicht so will wie Trump, der bekommt umgehend seinen Zorn zu spüren. Mit Rechtsstaat oder präsidialem Verhalten hat das wenig zu tun. So tweetet Trump, dass Harley Davidson ausschließlich nur in den USA produzieren solle. Die Aura der Firma gehe durch ausländische Produktion verloren, und Kunden sowie Mitarbeiter seien eh schon sehr verärgert über die Firma. Verließe die Produktion die USA (noch mehr als ohnehin schon), dann werde dies das Ende der Firma sein. Sie habe kapituliert. Und die Firma würde dann höher besteuert werden als jemals zuvor. Bestrafung für eine einzelne Firma, einfach so? Das ist wohl kaum mit allgemeinen Grundsätzen der Gleichbehandlung aller Unternehmen im selben Land zu vereinbaren. Aber Trump grantelt brutal drauf los, denn ihm ist ja eh alles egal.

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Und aktuell hat Trump auch noch einen für die EU übrig. Man beende gerade seine Prüfungen für anstehende Importzölle auf europäische Autos. Die EU habe zu lange durch Handelsschranken und Zölle gegenüber den USA profitiert. Diese Ungerechtigkeit werde man beseitigen – es werde nicht mehr lange dauern.

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Donald Trump
Donald Trump. Foto: Gage Skidmore / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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