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Trump wie im Feudal-Staat: Harley Davidson macht ihn rasend vor Wut!

Was zeichnet einen Feudal-Herrscher aus? Er ändert je nach Laune seine Meinung, setzt sich über die im eigenen Land herrschenden Gesetze hinweg, brüskiert alles und jeden, beschimpft alles und jeden, nimmt auf niemanden Rücksicht usw. Und warum? Weil er es kann. Gut, Donald Trump ist dank funktionierender Gewaltenteilung in den USA noch lange kein Feudal-Herrscher. Aber wenn man nur seinen Twitter-Account als Presse-Liveticker der US-Regierung wahrnehmen würde, könnte einem beinahe der Gedanke kommen.

Das mit vielleicht Abstand beste Beispiel von Trumps Unbeherrschtheit und Launenhaftigkeit ist Harley Davidson. Trump selbst hat das Problem erst geschaffen mit seinen Zöllen gegen die EU. Dass sie mit Gegenzöllen reagiert, war zu erwarten. Nun hat die EU-Kommission (dort sitzen wohl auch clevere Leute) sich als Zoll-Opfer US-Produzenten ausgesucht hat, die amerikanischer nicht sein könnten, und genau zu dem gehören, was Trump als „Amerika pur“ anpreist.

Tolle Harleys, Erdnussbutter, Jeans, Whiskey. Das ist doch genau das alte Kern-Amerika, wie er es liebt. Harley Davidson verkündete gestern Teile seiner Produktion aus den USA wegverlegen zu wollen um den EU-Zöllen zu entgehen. Das hatte Trump wohl nicht erwartet. Erst heute um Mitternach deutscher Zeit forderte Trump die Firma auf doch zu warten. Er werde die EU schon hinbiegen, so dass Harley Davidson eh keine EU-Zölle zahlen müsse.

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1011360410648416258

Und jetzt aktuell folgt Trump mit wutentbrannten Tweets gegen Harley Davidson. War die Firma mit ihren coolen Motorrädern doch bislang einer seiner Lieblinge, so wird sie jetzt zum Feind. So warnt er Harley zum Beispiel, dass die Firma bei ausländischer Produktion nicht in die USA re-importieren könne ohne deftige Importsteuer. Trump scheint nicht verstanden zu haben, dass Harley Davidson nur den Teil der Produktion verlagern will, der für die europäischen Konsumenten bestimmt ist.

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1011574256117993472

Auch verweist er darauf, dass Harley Davidson lange vor diesen Zoll-Streitigkeiten Produktion nach Thailand verlagert habe. Der Firma ginge es aktuell daher nicht um Zölle. Dies sei nur eine Ausrede.

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1011568906992017408

Den feudalen Unterton von Donald Trump erkennt man im folgenden ganz frischen Tweet am besten. Wer nicht so will wie Trump, der bekommt umgehend seinen Zorn zu spüren. Mit Rechtsstaat oder präsidialem Verhalten hat das wenig zu tun. So tweetet Trump, dass Harley Davidson ausschließlich nur in den USA produzieren solle. Die Aura der Firma gehe durch ausländische Produktion verloren, und Kunden sowie Mitarbeiter seien eh schon sehr verärgert über die Firma. Verließe die Produktion die USA (noch mehr als ohnehin schon), dann werde dies das Ende der Firma sein. Sie habe kapituliert. Und die Firma würde dann höher besteuert werden als jemals zuvor. Bestrafung für eine einzelne Firma, einfach so? Das ist wohl kaum mit allgemeinen Grundsätzen der Gleichbehandlung aller Unternehmen im selben Land zu vereinbaren. Aber Trump grantelt brutal drauf los, denn ihm ist ja eh alles egal.

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1011584315040419840

Und aktuell hat Trump auch noch einen für die EU übrig. Man beende gerade seine Prüfungen für anstehende Importzölle auf europäische Autos. Die EU habe zu lange durch Handelsschranken und Zölle gegenüber den USA profitiert. Diese Ungerechtigkeit werde man beseitigen – es werde nicht mehr lange dauern.

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1011577303023980544

Donald Trump
Donald Trump. Foto: Gage Skidmore / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)



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