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Konjunkturdaten

Trump – Wiederwahl? It´s the economy!

Erstmals seit Trump im Amt ist, sehen die Amerikaner die Wirtschaft merhheitlich negativ – Zollpolitik und die Abwendung weißer Frauen machen dem US-Präsidenten zu schaffen

Markus Fugmann

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Wie stehen die Chancen auf eine Wiederwahl des US-Präsidenten Donald Trump? Bekanntlich finden im November 2020 die US-Präsidentschaftswahlen statt – und bislang schien es, dass Trump diese Wahl eigentlich gar nicht verlieren könnte.

Erstens, weil die US-Wirtschaft sich lange robust zeigte, angefeuert auch durch die US-Steuerreform, die Trump dann doch gegen viele Widerstände hatte durchsetzen können.

Und zweitens, weil die US-Demokraten nur wenig überzeugende Kandidaten ins Feld führen – der derzeit wohl aussichtsreichste Vertreter der US-Demokraten ist Jowe Biden, der vielen Amerikanern jedoch als „Mann von gestern“ gilt.

Nun hat die jüngste Umfrage der Quinnipiac University jedoch Überraschendes zu Tage gefördert: demnach würde Trump gegen die derzeitig in der Wählerzustimmung vier führenden US-Präsidentschaftsbewerber der Demokraten die Wahl recht deutlich verlieren!

„If the 2020 presidential election were held today, 54 percent of registered voters say that they would vote for former Vice President Joe Biden, while only 38 percent would vote for President Trump. Matchups against other top Democrats show:

  • Vermont Sen. Bernie Sanders topping Trump 53 – 39 percent;
  • Massachusetts Sen. Elizabeth Warren ahead of Trump 52 – 40 percent;
  • California Sen. Kamala Harris beating Trump 51 – 40 percent;
  • South Bend Mayor Pete Buttigieg leading with 49 percent to Trump’s 40 percent.“

Für Trump muß das ein klares Warnsignal sein: selbst die eher in der Gesamtbevölkerung wenig bekannten oder eher unbeliebten Präsidentschafts-Aspiranten der US-Demokraten würden ihn nach aktuellem Stand besiegen können.

Einer der zentralen Gründe für die derzeit schwachen Umfrage-Werte von Trump: weiße Frauen, die bei der Wahl 2016 noch überwiegend für ihn gestimmt hatten:

„Looking at all of the matchups, President Trump is stuck between 38 and 40 percent of the vote. These low numbers may partly be explained by a lack of support among white women, a key voting bloc that voted for Trump in the 2016 election. Today, white women go for the Democratic candidate by double digits in every scenario. Though it is a long 14 months until Election Day, Trump’s vulnerability among this important voting group does not bode well for him.“

Daneben spielt jedoch die Lage der US-Wirtschaft eine zentrale Rolle – das erste Mal seit Donald Trump im Amt ist, sehen mehr Amerikaner die Entwicklung der US-Konjunktur negativ als positiv:

„For the first time since President Trump was elected, more voters say that the national economy is getting worse than getting better, with 37 percent saying it is getting worse, 31 percent saying it is getting better, and 30 percent saying it is staying the same. This compares to a June 11, 2019 poll in which 23 percent of voters said that the national economy is getting worse, 39 percent said it is getting better, and 37 percent said it is staying the same.“

Immer mehr Amerikaner fürchten, dass vor allem Trumps Handelskrieg gegen China die US-Wirtschaft nachhaltig belasten werde:

„As trade tensions with China dominate the headlines, confidence in the economy is slipping,“ adds Mary Snow. „The number of people who think the economy is getting worse rose by double digits since June. And roughly 4 in 10 voters blame the President’s policies, saying they are hurting the economy, the highest level since Trump took office.“

Neben der Wirtschaftspolitik von Trump lehnen die Amerikaner aber auch seine Vorgehensweise in praktisch allen Politikfeldern merhheitlich ab:

„Trump’s approval for his handling of the economy is split, with 46 percent approving and 49 percent disapproving. On his handling of other issues, the president is decidedly underwater:

  • 38 – 56 percent approval for his handling of foreign policy;
  • 38 – 59 percent approval for his handling of immigration issues;
  • 38 – 54 percent approval for his handling of trade;
  • 38 – 53 percent approval for his handling of gun policy;
  • 32 – 62 percent approval for his handling of race relations.“

Aber es ist wohl der Zustand der US-Wirtschaft, die über die Wahlchancen von Trump entscheidet – „it´s the economy stupid“, wußte schon Bill Clinton. Und sollte die USA in eine Rezession abgleiten, dürfte der nächste US-Präsident nicht Donald Trump heißen..

Wenn die US-Wirtschaft in eine Rezession abrutscht, hat Trump nicht mehr viel zu lachen

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Henry

    31. August 2019 12:46 at 12:46

    Vielleicht wird der nächste Präsident gerade wegen einer Rezession erneut Trump heißen. Er sollte sich nur beeilen, um die Wirtschaft vor den Wahlen bereits wieder in Aufbruchstimmung gebracht zu haben.

    • Avatar

      tm

      2. September 2019 09:15 at 09:15

      Wie soll das zeitlich klappen? Die Präsidentschaftswahlen sind in 14 Monaten.

      • Avatar

        Henry

        2. September 2019 09:36 at 09:36

        Auch in einer Rezession gibt es eine Talsohle. Die muss ja lediglich bis dahin merklich durchschritten sein. Die durchschnittliche Dauer einer Rezession/Wirtschaftskrise kenne ich nicht – aber sicher, dass sie nicht 14 Monate betragen (kann) bin ich nicht

        • Avatar

          tm

          2. September 2019 10:02 at 10:02

          Ja, stimmt schon, aber in Q3 gab es wohl noch kein sinkendes BIP, also wenn überhaupt ab Q4 2019 und damit es wirklich eine Rezession ist also auf jeden Fall noch in Q1 2020. Das wäre dann aber eine sehr kurze Rezession und eher ungewöhnlich.

          Die Erwartung ist doch eher, dass es ab Q1 2020 ein sinkendes BIP gibt und wenn das dann drei Quartale anhält… und vermutlich reicht ja auch nicht ein positives Quartal, damit alle positiv gestimmt sind.

          Hier mal die Daten vergangener Zyklen:
          https://www.nber.org/cycles.html

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Europa

ifo Index schwächer, erster Rückgang seit sechs Monaten

„Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten“

Markus Fugmann

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Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für Oktober veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 92,7 (Prognose war 93,0; Vormonat August war 93,4) – der erste Rückgang nach fünf Monaten Anstieg in Folge

– aktuelle Lage 90,3 (Prognose war 89,9 ; Vormonat war 89,2)

– Erwartungen: 95,0 (Prognose war 96,5; Vormonat war 97,7)

Dazu ifo in einer Pressemitteilung:

„Die Stimmung unter den Unternehmenslenkern hat sich eingetrübt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Oktober auf 92,7 Punkte gesunken, nach 93,2 Punkten[1] im September. Dies ist der erste Rückgang nach fünf Anstiegen in Folge. Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten. Ihre aktuelle Situation beurteilten sie hingegen etwas besser als im Vormonat. Angesichts steigender Infektionszahlen nehmen die Sorgen der deutschen Wirtschaft zu.

Im Verarbeitenden Gewerbe liegt der Geschäftsklimaindikator erstmals seit Juni 2019 wieder im positiven Bereich. Deutlich mehr Firmen waren mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. Die Unternehmen konnten ihre Kapazitätsauslastung im letzten Quartal deutlich von 75,3 auf 79,8 Prozent steigern. Der zuletzt aufgekommene Optimismus mit Blick auf die kommenden Monate hat aber einen merklichen Rückschlag erhalten.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima hingegen merklich verschlechtert. Die Dienstleister waren weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Lage. Zudem ist der Optimismus der Vormonate zur weiteren Geschäftsentwicklung wieder verschwunden.

Im Handel ist Geschäftsklimaindikator leicht gesunken. Während die Händler pessimistischer auf die kommenden Monate schauen, waren sie mit den laufenden Geschäften zufriedener.

Auch im Bauhauptgewerbe ist die Aufwärtsbewegung des Geschäftsklimas gestoppt. Die Unternehmen korrigierten ihre sehr guten Einschätzungen zur aktuellen Lage deutlich nach unten. Auch ihre Erwartungen fielen etwas pessimistischer aus.“

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Konjunkturdaten

Aktuell: US-Einkaufsmanagerindizes – anders als in Europa! Hoffnung auf Stimulus..

Markus Fugmann

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Soeben wurde die Einkaufsmanagerindizes für die USA (Markit PMI; Oktober) veröffentlicht:

Verarbeitendes Gewerbe: 53,3 (Prognose war 53,4; Vormonat war 53,2)

Dienstleistung: 56,0 (höchster Stand seit 20 Monaten! Prognose war 54,6; Vormonat war 54,6)

Gesamtindex: 55,5 (Vormonat war 53,2)

Damit zeigt sich in den USA ein anderer Trend: Dienstleistung, in Europa ganz schwach und von der Coronakrise schwer getroffen, hat in den USA bislang kaum Probleme. Aber: man hält sich vor den US-Wahlen zurück, der Optimismus gründet vor allem auf Hoffnungen, bald neue Stimulus-Gelder zu erhalten. Dazu schreibt Markit, das die Daten erhebt:

“The US economy looks to have started the fourth quarter on a strong footing, with business activity growing at a rate not seen since early 2019. The
service sector led the expansion as increasing numbers of companies adapted to life with COVID19, while manufacturing continued to report solid
growth amid rising demand from households and businesses.
“A slowdown in hiring and weaker new order inflows were in part attributable to hesitancy in decision making ahead of the presidential election. More encouragingly, business optimism surged higher, indicating that firms have become increasingly positive about prospects for the coming year amid hopes of renewed stimulus, COVID-19 containment measures gradually easing and greater certainty for businesses and households after the presidential elections.”

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Schwache Dienstleister, starkes Gewerbe

„Dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für Oktober) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 54,5 (Prognose war 53,2; Vormonat war 54,7)

Verarbeitendes Gewerbe: 58,0 (Prognose war 55,1; Vormonat war 56,4)

Dienstleistung: 48,9 (Prognose war 49,2; Vormonat war 50,6)

Damit bestätigt sich der Trend der letzten Zeit: Dienstleistung leidet, Gewerbe bleibt robust (noch?)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 47,3 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 48,0)

(Hinweis: das ifo Institut hat soeben mitgeteilt, dass die ifo Umfrage erst am Montag veröffentlicht wird, im Videoausblick hatte ich gesagt, dass die Zahlen heute um 10Uhr veröffentlicht werden).

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt: „dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

„Die deutsche Wirtschaft hält sich angesichts der zweiten Corona-Infektionswelle erfreulicherweise ziemlich wacker, wie der Oktober-Flash zeigt.
Obwohl einige Dienstleistungsunternehmen unter den neuen Restriktionen und der zunehmenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der ‘zweiten Welle’ leiden, hielten sich die Geschäftseinbußen hier insgesamt noch in Grenzen. Gleichzeitig hat die boomende Industrie der Konjunktur ordentlich Auftrieb verliehen. Folglich sieht es zunehmend nach einer Wirtschaft der zwei Geschwindigkeiten aus. Das verarbeitende Gewerbe ist bisher weniger stark von den neuen Restriktionen betroffen als der Servicesektor und hat zudem enorm vom wieder
florierenden Welthandel profitiert. Da sich immer mehr Industrieunternehmen dem Wachstumsniveau von vor der CoronavirusPandemie nähern oder es sogar schon erreicht haben, wird ein dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger. So sind die Erwartungen der Hersteller im Oktober auch erstmals seit siebenMonaten wieder leicht gesunken. Dennoch, Sorgenkind Nummer eins bleibt der Dienstleistungssektor.”

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