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Von Main Street wieder zurück zu Wall Street Trump will Aktienmärkte pushen – Anleihemärkte halten mit Zinsen dagegen! Videoausblick

Seit einigen Tagen haben sich die Aussagen von Trump fundamental geändert: reagierte er noch vor einigen Wochen scheinbar desinteressiert auf Fragen nach dem Abverkauf der Aktienmärkte, so betont er nun immer stärker, dass ebendiese Aktienmärkte stark gestiegen seien und noch weiter steigen würden. Das ist eher wie in Zeiten von Trump 1.0, als er die Aktienmärkte als Gradmesser für seinen Erfolg als Präsident wertete. Aber nur wenige Wochen vorher lautete die von US-Finanzminister Bessent formulierte Devise noch: Trump sei weniger fokussiert auf die Aktienmärkte als vielmehr auf die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe – ergo auf die Kapitalmarkt-Zinsen. Diese Kapitalmarkt-Zinsen aber fallen nicht, wie von Bessent prognostiziert und gewünscht – vielmehr erreichte die 10-jährige gestern die symbolisch wichtige Marke von 4,5%. Damit sind die Anleihemärkte gewissermaßen die Opposition gegen Trump und seine Pläne, die Steuern weiter zu senken und damit die ohnehin ausufernden Schulden weiter zu erhöhen..

Hinweise aus Video:

1. Trump setzt Powell unter Druck: Fed soll Zinsen senken

2. S&P 500, Nasdaq 100 im Höhenflug: Geht die V-Erholung weiter?



Markus Fugmann
Über den RedakteurMarkus Fugmann
Historische Analyse und gesellschaftspolitische Expertise mit Blick auf die Finanzmärkte in Wort (Artikel) und Videos – immer mit dem Fokus auf die Frage: „Warum geht uns das etwas an!“
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2 Kommentare

  1. Hallo Hr. Fugmann,

    wie ist Ihre Einschätzung zur 10y US-Yield?
    Glauben Sie die Entwicklung wäre wesentlich anders wenn ein Demokratischer Kandidat Präsident wäre?
    In wie weit ist Trump für die aktuelle Verschuldung verantwortlich, und hätte Biden es einfacher die 7 Billionen dieses Jahr zu refinanzieren?

    1. Es ist wohl der falsche Zeitpunkt, einen Handelskrieg gegen die ganze Welt zu starten – in einem Jahr, in dem man Gläubiger in der Welt braucht, um einen Großteil der eigenen Schulden zu finanzieren.
      Es ist wohl ein Fehler des republikanischen Senats, dem unberechenbaren Präsidenten die Vollmacht zum Handelskrieg zu geben – in einer Zeit, in der man Staatsanleihen verkaufen will an risikoscheue Anleger, die auf Berechenbarkeit und Zuverlässigkeit der USA vertrauen müssen.

      Also Biden hätte wohl mehr Wohlwollen von Anlegern bekommen. Aber Trump hat die Macht bekommen, so etwas Ähnliches wie „Wohlwollen“ zu erzwingen mit dem Erpressungspotential des Handelskriegs.

      Die Schulden sind ein Problem für Beide.

      Biden hätte die Schulden vermehrt und mit weiteren Subventionen die Wirtschaft noch mehr angekurbelt. Das wirkt immer inflationär, und Inflation verringert die Gesamtschulden relativ. Dadurch könnte das Spiel noch eine ganze Weile so weiter gehen. Zumal die Subventionen auch viele Firmen in die USA gelockt haben, die dann dort zusätzlich Steuern zahlen.

      Trump hat auch nicht die Absicht zu sparen und vermehrt die Schulden, weil er den Milliardären Steuererleichterungen versprochen hat. Elon Musk sollte das Geld dafür durch Einsparungen beim Sozialstaat locker machen. Er wird aber dieses Ziel krachend verfehlen und nur minimale Einsparungen bei maximalem Schaden bewirken. Den Schaden haben die Bürger und die Steuererleichterungen müssen am Ende doch durch neue Schulden finanziert werden. Auch Trump will die Schulden durch Inflation und Dollarschwäche abbauen. Dafür erhöht er Zölle und beschädigt das Vertrauen in den Dollar. Ob die Rechnung aufgeht ist abzuwarten. Gelingt es ihm, genug Firmen in seine angestrebte Steueroase zu locken, die dann bei gesenkten Steuern insgesamt mehr Steuereinnahmen bringen, als man ohne die versprochenen, aber noch nicht umgesetzten Steuererleichterungen hätte? Wahrscheinlich nicht, weil es viele Steueroasen gibt, von denen aus weltweiter Handel einfacher wäre. Deshalb wird er mit Zolldrohungen versuchen, Firmen zu zwingen, sich in USA anzusiedeln. Die Zölle gehen aber nicht gegen Firmen, sondern gegen Staaten (was Trump zuweilen verwechselt), die ebenfalls ein Interesse haben, ihre steuerzahlenden Firmen zu behalten und zu beschützen. Diese Staaten müssen mit Gegenzöllen reagieren, so dass sich der Umzug ihrer Firmen in die USA nicht lohnt, wenn sie von dort aus weiterhin weltweit verkaufen wollen. Oder sie senken ihrerseits die Unternehmenssteuern, was zu einem weltweiten Unterbietungswettbewerb führen würde und die Finanzen aller Staaten gefährdet. Daher eher Gegenzölle von denen die stark genug sind, diese durchzusetzen.

      Mit Zöllen reich zu werden ist ohnehin nur ein Traum. Denn je höher die Zölle umso weniger Handel und umso weniger Zolleinnahmen. Es wäre höchstens mit moderaten Zöllen von wenigen Prozent möglich, ein wenig einzunehmen ohne den Handel zu stören. Damit wäre ein etwas höheres Lohnniveau erreichbar bei ausgeglichener Handelsbilanz. Aber nicht das hohe Lohnniveau derzeit, das zu negativer Handelsbilanz führt. Das ausgleichen zu wollen geht nur mit Zöllen, die ein Embargo bewirken.

      Am Ende ist es die Abwägung jeder einzelnen Firma, wo sie mehr wirtschaftlichen Erfolg haben wird. In einer weitgehend globalisierten Welt oder in einer durch Zölle und Gegenzölle abgeschotteten USA, in der die Bürger sich nur mehr 2 Puppen leisten sollen für ihre elfjährigen Töchter. Also werden Firmen sich lieber weltweit orientieren und einige haben das schon getan. Trump schimpft dann über Mattell, aber kann das nicht beeinflussen.

      Wenn das nötige Geld nicht durch Firmenansiedlung hereinkommt, dann können nur noch die reichen Saudis den Eindruck erwecken, sie würden die Staatsschulden der USA finanzieren können. Aber das ist nur Show. Sie kaufen sich Trumps Meinung.

      Die USA hat sich mehrheitlich rückwärts gewandt, träumt von früheren Zeiten. Aber die sind heutzutage nicht mehr konkurrenzfähig. Jedes Land muss das tun, was es besser als Andere kann, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. China hat gut ausgebildete Fabrikarbeiter, die hochwertige Produkte zu günstigem Preis herstellen können. Indien hat englischsprachige Leute, die billiger arbeiten und trotzdem genug davon verstehen. Deutschland hat gute Ingenieure, so dass Fabriken trotz teurer Arbeiter so kostengünstig produzieren können, dass viel exportiert werden kann. Leider verlagert sich die Produktion dann immer wieder woanders hin wegen wechselnder politischer Ziele. USA haben hervorragende Wissenschaftler, die sie technologisch zur weltweit führenden Nation machen. Trump vertreibt diese gerade durch Budgetstreichungen, wodurch sich der technologische Vorsprung bald umkehren wird. Die amerikanische Politik hat es nicht geschafft, den technologischen Vorteil in einen wirtschaftlichen Vorteil zu transferieren. Weil man jeden Vorsprung lieber behält und nicht verkaufen will. Aus militärischer Sicht ist das ja verständlich. Aber bei ziviler Forschung gäbe es schon Käufer. Der Weltraum ist zum Beispiel groß genug, dass auch tausend James-Webb-Teleskope nicht alles fotografieren könnten. Warum wurde nur eines gebaut und keines verkauft? Hat man Angst, dass damit jemand ins Schlafzimmerfenster des weißen Hauses guckt?

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