Der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran sorgt für massive Spannungen im Nahen Osten und erschüttert die globalen Energiemärkte. Besonders im Fokus steht die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt. US-Präsident Donald Trump kündigte nun Maßnahmen an, um den freien Ölfluss zu sichern: Die USA wollen Öltanker militärisch eskortieren und eine spezielle Versicherung der DFC für Schiffe anbieten. Ziel ist es, eine globale Energiekrise und weiter steigende Ölpreise zu verhindern.
Trump: US-Schutz für Öltanker im Golf
Laut einem Bericht von Bloomberg erklärte US-Präsident Donald Trump, die Vereinigten Staaten würden Versicherungsgarantien sowie militärische Begleitschutzmaßnahmen bereitstellen, um eine sichere Passage für Öltanker und andere Handelsschiffe durch die Straße von Hormus zu gewährleisten. Damit will Washington verhindern, dass der Krieg mit Iran eine globale Energiekrise auslöst.
Trump sagte am Dienstag, die US International Development Finance Corporation (DFC) werde Versicherungen „zu einem sehr angemessenen Preis“ anbieten. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass Energie und andere Handelsgüter weiterhin durch den Persischen Golf transportiert werden können.
Zusätzlich kündigte der Präsident an, dass die US-Marine im Bedarfsfall Öltanker durch die strategisch wichtige Meerenge eskortieren werde. Konkrete Umsetzungspläne nannte er jedoch nicht. Es stellt sich auch die Frage, wie all die Schiffe und Öltanker in der Straße von Hormus vom US-Militär effektiv geschützt werden sollen. Trotz einer verstärkten Militärpräsenz hätte Iran weiterhin die Möglichkeit, vereinzelt Tanker anzugreifen.
„Egal was passiert – die Vereinigten Staaten werden den FREIEN FLUSS von ENERGIE in die WELT sicherstellen“, schrieb Trump auf Truth Social.
Die Ölpreise gaben nach der Ankündigung zunächst einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Die internationale Referenzsorte Brent wurde nach Börsenschluss weiterhin nahe der Marke von 82 Dollar pro Barrel gehandelt. Trotz der kurzfristigen Entspannung bleiben viele Händler skeptisch, ob der Plan tatsächlich schnell zu einer Normalisierung der Öltransporte führen kann.
Seit den Angriffen der USA und Israels auf Iran am Wochenende sind die Ölpreise um mehr als zehn Prozent gestiegen. Der Konflikt hat den gesamten Nahen Osten destabilisiert und den Öltransport durch die Straße von Hormus praktisch zum Stillstand gebracht. Durch diese Passage fließt normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Energieversorgung.

Funktionsweise der US-Versicherung
In seiner Ankündigung erklärte Trump jedoch nicht im Detail, wie genau der Versicherungsmechanismus der DFC funktionieren soll. Die staatliche Institution hat normalerweise die Aufgabe, private Investitionen in Entwicklungsländern zu fördern und Risiken für Investoren in ärmeren Staaten zu reduzieren.
Politische Risikoversicherungen wie jene der DFC decken Verluste ab, die durch Krieg, Gewalt oder politische Unruhen entstehen können.
In einer späteren Mitteilung erklärte die DFC, sie wolle kommerzielle Schifffahrtsunternehmen, Chartergesellschaften, Reedereien und wichtige maritime Versicherer unterstützen. Ziel sei es, Marktstörungen zu minimieren und den freien Fluss von Waren und Kapital zu gewährleisten.
Die DFC forderte interessierte Unternehmen auf, sich direkt an die Behörde zu wenden. Die US-Regierung nannte zunächst keine weiteren Details zur konkreten Umsetzung.
Der Energieexperte Bob McNally, Präsident der Beratungsfirma Rapidan Energy Group und ehemaliger Mitarbeiter im Weißen Haus, erklärte, die Ankündigung könne die Märkte kurzfristig beruhigen.
Gleichzeitig warnte er jedoch, dass die Umsetzung Zeit brauche. Die US-Streitkräfte müssten zunächst Irans Fähigkeit neutralisieren, Seeminen zu legen oder Schiffe mit Anti-Schiffs-Raketen und Drohnen anzugreifen.
„Wenn Teheran den Kampf fortsetzt, rechnen wir damit, dass eine vollständige Wiederaufnahme der Öltransporte durch die Straße von Hormus Wochen dauern könnte – nicht nur Stunden oder Tage“, sagte McNally.
Risiken für Handel und Schifffahrt
Mehrere Punkte bleiben bei Trumps Plan weiterhin unklar. Beispielsweise ist offen, wie viele Reedereien tatsächlich bereit sein werden, eine solche Versicherung abzuschließen – und zu welchem Preis die DFC diese Policen anbieten wird.
Parallel dazu verschärfte sich die Sicherheitslage im Nahen Osten weiter. Medienberichten zufolge traf eine mutmaßliche iranische Drohne am Montag eine Station des US-Auslandsgeheimdienstes CIA innerhalb der amerikanischen Botschaft in Riad in Saudi-Arabien. Laut Wall Street Journal und Washington Post gab es dabei keine Verletzten.
Die USA und Saudi-Arabien bestätigten am Dienstagmorgen, dass die Botschaft tatsächlich von zwei Drohnen angegriffen wurde.
Saudi-arabische Luftabwehrkräfte erklärten zudem, sie hätten in der Nacht zwei Marschflugkörper abgefangen, die sich einem Gebiet näherten, in dem sich der US-Luftwaffenstützpunkt Prince Sultan außerhalb von Riad befindet. Außerdem seien neun Drohnen zerstört worden, die in den saudischen Luftraum eingedrungen waren.
Das Königreich befand sich in erhöhter Alarmbereitschaft, nachdem die USA vor einer unmittelbar bevorstehenden Raketenbedrohung in Dhahran gewarnt hatten. Dort betreibt Washington ein Konsulat in unmittelbarer Nähe einiger der größten Ölfelder der Welt.
Kosten und Marktreaktionen
Wie hoch die Versicherungsprämien ausfallen werden, könnte ein wichtiger Indikator für das Risiko sein, das die US-Regierung aktuell sieht.
„Die Höhe der Versicherungsprämie könnte zeigen, wie groß das Risiko eingeschätzt wird“, erklärte Salar Ghahramani, Professor an der Penn State University und Gründer der Beratungsfirma Global Policy Advisors. Besonders interessant sei der Vergleich mit Preisen privater Versicherungsanbieter.
Das Programm könnte zudem ein enormer Kraftakt für die DFC werden. Die Behörde hat bislang kaum Projekte dieser Größenordnung umgesetzt.
Der bisher vergleichbarste Schritt war laut Insidern eine politische Risikoversicherung für Projekte in der Ukraine nach Beginn der russischen Invasion. Dabei ging es allerdings um neue Investitionen – nicht um die Absicherung bereits bestehender Vermögenswerte wie Öltanker.
Peter Harrell vom Carnegie Endowment for International Peace erklärte, ein Versicherungsprogramm während eines laufenden Krieges wäre ein ungewöhnlicher Schritt.
Sollte es der DFC gelingen, ein solches Programm aufzubauen, während der Konflikt noch andauert, würden damit vermutlich zahlreiche Öltransporte nach China und andere asiatische Länder abgesichert werden.
Ein hohes Interesse von Unternehmen an der Versicherung könnte zudem ein positives Signal für die Märkte sein.
„Wenn viele Firmen diese Versicherung abschließen, würde das zeigen, dass sie Vertrauen in die Garantien der US-Regierung haben“, sagte Ghahramani. Gleichzeitig könne es darauf hindeuten, dass Unternehmen davon ausgehen, dass die Risiken im Laufe der Zeit sinken werden.
Auswirkungen auf Ölpreise
Trumps Entscheidung, die DFC stärker einzubinden, unterstreicht laut Beobachtern die wachsende Bedeutung der Behörde innerhalb der US-Regierung.
Die Ausgabe von Risikoversicherungen während eines militärischen Konflikts könnte den außenpolitischen Einfluss der Institution deutlich stärken. Einige Experten sehen darin sogar einen Schritt in Richtung eines staatlichen Investmentfonds.
Die Ankündigung erfolgte auch vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über steigende Ölpreise. Brancheninsider berichteten, dass einige Versicherer ihre Risikopolicen für Schiffe im Persischen Golf zurückgezogen hatten – was zusätzlichen Druck auf die Energiemärkte ausübte.
Mehrere der weltweit größten maritimen Versicherungsvereine hatten ihre Kriegsschadensdeckung für Schiffe eingestellt, die in den Persischen Golf einfahren. Hintergrund ist die enorme Unsicherheit darüber, wie hoch das Risiko für Schiffe in diesem Konfliktgebiet tatsächlich ist.
Gleichzeitig versucht die US-Regierung, steigende Treibstoffpreise für Verbraucher zu begrenzen. Die Benzinpreise sind bereits auf den höchsten Stand seit fünf Monaten gestiegen – ein potenzielles politisches Risiko für Trump im Vorfeld der Zwischenwahlen im November.
FMW/Bloomberg
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Ein politischer Wille von seiten des 47. US-Präsidenten Donald John Trump zugunsten der erforderlichen globalen Ölversorgung. Der Konsum besitzt eben in der US-Volkswirtschaft, somit also in einer der beiden weltweit größten Volkswirtschaften, einen entsprechenden Stellenwert. Die Öl-Allianz OPEC+ erhöhte am vergangenen Wochenende die Ölfördermenge unabhängig von der aktuellen Situation im Naher und Mittlerer Osten im Zusammenhang mit der Straße von Hormus, sondern rein aus marktwirtschaftlichen Gründen. Die zurückliegenden Bürgerproteste in Teheran waren auch den Ölsanktionen geschuldet. Ich erinnere mich auch noch zu gerne an den Jubel vieler Iraner, nachdem das JCPOA-Abkommen 2015 auf den Weg gebracht wurde.
Mal sehen, ob dann mehr versenkte US- Marineschiffe die Straßen von Hormus versperren, oder versenkte Öltanker.
Zusätzlich noch die Umweltverschmutzung durch das ausgelaufene Öl.
Seeminen können auch per Rakete verlegt werden und die Fahrerinne ist nur etwa 50 m tief.
Hängt auch davon ab. was die Russen und Chinesen den Iranern für moderne Waffen geliefert haben.
Bald werden wir es wissen.
Ich hatte allerdings gehofft, dass die iranische Bevölkerung (mit der Unterstützung des Militär) die Mullahs stürzen würden.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Klingt als ginge das sogar ohne Brückenköpfe. Trotzdem wäre eine vorgelagerte Luftabwehr denkbar.
Die Zeit spielt für die Angreifer. Durch jeden Abschuss von Raketen wird einerseits das Arsenal verbraucht -die Produktion ist ja offenbar schon gestoppt -, andererseits werden die Stellungen offengelegt, ich gehe davon aus, dass die Lufhoheit bereits besteht. Nach Medienberichten, waren die einzigen, die es geschafft haben Jets abzuschießen, die Kuwaitis.
Meiner Ansicht nach ist die Schlacht militärisch bereits verloren, was kann dieser Luftmacht entgegengestzt werden?
Rheotorische Beruhigung für die Märkte, faktisch aber gar nicht umsetzbar.
Schaut man sich die Houthi Geschichten an, sieht man, dass eine militärische Eskorte trotzdem zum Zusammenbruch der SUEZ/Rotes Meer Transporte geführt hat.
Die US Marine müsste ALLE Schiffe begleiten, was faktisch nicht geht.
Gleichzeitig wären sie ein perfektes Ziel für iranische Angriffe (Drohnen/Raketen/See-Minen/Uboote).
Der Vorschlag ist intellektuell ausgeklügelt, um die Menschen in Sicherheit zu wägen, aber faktisch ist dieses Unterfangen unmöglich umzusetzen. Und die „Übernahme der Versicherung“ führt nicht automatisch zu freiwilliger Lebensgefahr der Schiffsbesatzungen.