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Trump wird bald neuen Fed-Gouverneur und Leiter der Arbeitsstatistik benennen

Eine Fed-Gouverneurin ist vorzeitig zurückgetreten und Trump hat eine Behördenleiterin entlassen, wegen ihm nicht genehmen Daten.

Donald Trump
Donald Trump. Foto: Aaron Schwartz/CNP/Bloomberg

Was für ein Desaster: Donald Trump hatte doch monatelang stolz verkündet, dass seine Zölle in den USA keine höheren Preise verursachen und die Konjunktur nicht abwürgen. Am Freitag sah man durch die Revision der Monate Mai und Juni: In diesen Monaten wurden 258.000 neue stellen weniger geschaffen als man bislang dachte. Also läuft die US-Konjunktur seit Mai deutlich schlechter! Das konnte Trump nicht ertragen, und so entließ er wenige Stunden nach der Datenmeldung am Freitag die Leiterin der Behörde, die die Daten veröffentlicht.

Nun muss ein neuer Behördenleiter her, der Daten präsentiert, die Trump besser gefallen? Auch ist kurzfristig unter den Direktoren der Federal Reserve (Fed) eine Stelle frei geworden, die Trump neu besetzen kann. Trump kündigte an, in den kommenden Tagen einen neuen Gouverneur der US-Notenbank und einen neuen Chef der Arbeitsstatistik zu ernennen. Diese beiden Ernennungen könnten seine Wirtschaftsagenda angesichts der Unsicherheit über die globale Wachstumsentwicklung maßgeblich beeinflussen.

Trump äußerte sich am Sonntag gegenüber Reportern auf dem Rückweg vom Wochenende in Bedminster, New Jersey, zum Weißen Haus. Bloomberg berichtet: Trump steht in der Kritik wegen seiner unerbittlichen Angriffe auf die Fed und wegen der Entlassung der Leiterin des Bureau of Labor Statistics, Erika McEntarfer, nachdem Daten ein schwaches Beschäftigungswachstum gezeigt hatten – Schritte, die als Untergrabung von Institutionen angesehen werden, die normalerweise als frei von politischer Einflussnahme gelten.

Für die Fed sagte der Präsident, er habe „ein paar Leute im Auge“ für die Position, die frei geworden ist, nachdem Adriana Kugler am Freitag bekannt gegeben hatte, dass sie ihren Sitz im Gouverneursrat vorzeitig räumen werde, der eigentlich erst im Januar ausgelaufen wäre. Ihr Ausscheiden verschafft Trump eine früher als erwartete Gelegenheit, einen Gouverneur zu ernennen, der seinen Präferenzen für niedrigere Zinsen näher steht.

Der Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats, Kevin Hassett, der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh, der derzeitige Fed-Gouverneur Christopher Waller und Finanzminister Scott Bessent wurden alle als Kandidaten für die Leitung der Zentralbank ins Spiel gebracht. Trumps Kandidat für den freien Gouverneursposten könnte nach Ablauf der Amtszeit von Jerome Powell im Mai den Vorsitz übernehmen.

Kuglers Rücktritt erfolgt inmitten eines beispiellosen öffentlichen Drucks des Weißen Hauses auf die Zentralbank wegen der Zinsen, wobei Trump regelmäßig persönliche Beleidigungen gegen Powell äußert. Trump hat den Fed-Chef als „ZU WÜTEND, ZU DUMM UND ZU POLITISCH“ bezeichnet, weil er sich beharrlich weigert, für eine Zinssenkung zu stimmen. Trump forderte auch Powells Rücktritt.

Im Bureau of Labor Statistics entließ Trump McEntarfer wenige Stunden nach einem schwachen Arbeitsmarktbericht, der besonders durch die starken Abwärtskorrekturen für Mai und Juni auffiel. Ihre Entlassung wurde von ihrem Vorgänger kritisiert, der sie als unbegründeten Schritt bezeichnete. „Das ist schädlich“, sagte William Beach, den Trump in seiner ersten Amtszeit zum Leiter des Amtes ernannt hatte, am Sonntag in der CNN-Sendung „State of the Union“. „Ich weiß nicht, ob es überhaupt Gründe für diese Entlassung gibt.”

Studien zeigen, dass die Daten der Behörde genauer sind als vor 20 oder 30 Jahren, einschließlich aller Revisionen der ursprünglichen Daten, sagte Beach. Dennoch werde er den künftigen Daten des BLS vertrauen, da die Mitarbeiter der Behörde „zu den loyalsten Amerikanern gehören, die man sich vorstellen kann“ und die Behörde „die beste Statistikbehörde der Welt“ seien.

McEntarfer wurde vom Senat mit 86 zu 8 Stimmen bestätigt. Vizepräsident JD Vance, damals Senator, stimmte für ihre Nominierung. Hassett behauptete in den Sendungen „Fox News Sunday“ und „Meet the Press“ von NBC, dass die umfangreichen Revisionen der Beschäftigungsdaten schlecht erklärt worden seien und Grund genug für einen „frischen Blick“ auf das BLS seien.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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