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Trump wütet an vier Fronten – Kosten für Verbraucher sollen sinken

Donald Trump will - wohl mit Blick auf die Zwischenwahlen - die Lebenshaltungskosten der Amerikaner senken. Jetzt wird gewütet.

Donald Trump. Foto: Aaron Schwartz/CNP/Bloomberg

Im November stehen in den USA die Zwischenwahlen an. Sind die US-Wähler dann unzufrieden mit der Arbeitsleistung von Donald Trump, könnte seine Mehrheit im US-Kongress verloren gehen. Dies würde seine Handlungsfreiheit einschränken. Von daher ist es gut nachvollziehbar, dass Trump alles dafür tut, um irgendwie die Lebenshaltungskosten der Amerikaner runterzudrücken.


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Trump und die Tankstellenpreise

Zwei Themen waren im Fokus seines Wahlkampfes: Niedrigere Lebenshaltungskosten und Illegale Einwanderung. Seit geraumer Zeit fordert Trump von der US-Notenbank sinkende Zinsen, und er will irgendwie die Tankstellenpreise in den USA fallen lassen. Deswegen hatte er im letzten Jahr mehrfach die OPEC gedrängt, deutlich mehr Öl zu fördern (mehr Angebotsmenge = sinkende Preise). Und was sehen wir jetzt? Jüngst griffen die USA Venezuela an, verbrachten Präsident Maduro in die USA. Und Donald Trump macht dieser Tage klar, dass das Öl in Venezuela unter US-Kontrolle kommt. Sein offensichtliches Ziel, auch in Bezug auf die Forderungen an die US-Konzerne, in Venezuela zu investieren: Die Fördermenge soll kräftig steigen, mehr Öl soll auf den Markt, die Preise sollen fallen. Dies würde auch die Tankstellenpreise in den USA absenken, und vermeintlich Trumps Wähler ein Stück glücklicher machen.

Moratorium für Kreditkartenzinsen

Auch wütet Trump aktuell gegen die Kreditkartenunternehmen in den USA. Kann ein US-Präsident einfach so bestimmen, wie hoch Zinsen sein sollen bei privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen? Nein. Aber Trump glaubt, sich das einfach so rausnehmen zu können. Amerikaner sind auf breiter Front massiv verschuldet und haben pro Haushalt unzählige Kreditkarten. Viele Verbraucher überleben von Kreditkarte zu Kreditkarte. Wo noch was frei ist, wird die Karte belastet. Das Problem: Die Kreditzinsen sind extrem hoch, oft über 20 %. Dagegen anzukommen und als Verbraucher seine Schuldenlast zu senken, ist offensichtlich äußerst schwierig. Auch hier wittert Donald Trump offenbar seine Chance, sich als Retter der US-Verbraucher zu inszenieren. So verkündete er heute Nacht, dass wenn die Kreditkartenunternehmen die Zinssätze bis zum 20. Januar nicht auf 10 % senken, würden sie gegen das Gesetz verstoßen, was sehr schwerwiegende Folgen haben würde. „Sie missbrauchen die Öffentlichkeit wirklich, das werde ich nicht zulassen“, so Trump.

Am Samstag schrieb er auf Truth Social: „Bitte beachten Sie, dass wir nicht länger zulassen werden, dass die amerikanische Öffentlichkeit von Kreditkartenunternehmen „ausgenommen“ wird, die Zinssätze von 20 bis 30 % und sogar noch mehr verlangen, was während der Amtszeit von Sleepy Joe Biden ungehindert weiterging. BEZAHLBARKEIT! Mit Wirkung zum 20. Januar 2026 fordere ich als Präsident der Vereinigten Staaten eine einjährige Obergrenze für Kreditkartenzinsen von 10 %. Zufälligerweise fällt das Datum des 20. Januar mit dem einjährigen Jubiläum der historischen und sehr erfolgreichen Trump-Regierung zusammen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit. MAKE AMERICA GREAT AGAIN! PRÄSIDENT DONALD J. TRUMP“.

Aufkauf von Hypothekenanleihen

Die Hypothekenzinsen in den USA sind am Freitag stark gefallen, einen Tag nachdem Donald Trump in den sozialen Medien erklärt hatte, dass er die Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac angewiesen habe, Hypothekenanleihen im Wert von 200 Milliarden Dollar zu kaufen. „Dies wird die Hypothekenzinsen und die monatlichen Zahlungen senken und die Kosten für den Erwerb eines Eigenheims erschwinglicher machen“, so Trump auf Truth Social. Der Zinssatz für eine 30-jährige Hypothek fiel laut Mortgage News Daily um 22 Basispunkte auf 5,99 % und erreichte damit den Tiefststand vom 2. Februar 2023.

Klare Drohung gegen die Fed

Unzählige Male hatte Donald Trump letztes Jahr regelrecht gegen die US-Notenbank Federal Reserve gepöbelt, und gegen deren Chef Jerome Powell. Der solle massive die Zinsen senken. Im Gegensatz zur EZB tue er nichts, sei viel zu langsam usw. Inzwischen hat die Fed in kleinen Schritten Zinsen gesenkt. Zwischen September und Dezember 2025 waren es drei Zinssenkungen um insgesamt 75 Basispunkte auf aktuell 3,50 bis 3,75 %. Aber der Umfang der Senkung ist für Donald Trump natürlich viel zu gering. Er will die Zinsen so weit runtergedrückt sehen wie nur irgend möglich. Hauptsache die Konjunktur wird durch billiges Geld weiter angeheizt. Dass die Inflation durch zu niedrige Zinsen angefacht werden könnte, scheint Trump nicht zu interessieren. Aber genau wegen dieser Befürchtung ist die Fed zurückhaltend mit zu starken Zinssenkungen!

Heute nun verschärft der US-Präsident seinen Angriff gegen die Fed. Da Trump Notenbankchef Powell nicht entlassen kann und der noch bis Mai im Amt ist, versucht Trump es nun offenbar indirekt über strafrechtliche Ermittlungen. Es geht erneut um die große Renovierung der Fed-Zentrale. Die US-Notenbank ist laut Fed-Chef Jerome Powell vom Justizministerium zur Herausgabe von Unterlagen verpflichtet worden, unter Androhung einer strafrechtlichen Anklage. Jerome Powell sagte heute Nacht in eindeutigen Worten, er werte dies als Angriff der US-Regierung auf die Unabhängigkeit der Fed. Offenkundig ein erneuter Versuch, die Fed zu tieferen Zinsen zu drängen.



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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8 Kommentare

  1. Moratorium für Kreditkartenzinsen…damit würde sofort Entspannung an der Schuldenfront entstehen…klar werden die Kreditkartenfirmen nicht erfreut sein und deren Aktionäre auch nicht, aber sehr viele Verbraucher werden feiern und diesen Erfolg Trump zurechnen…das clevere…er sagt etwas, was ja grds. stimmt…müssen es 20 % sein? oder wären niedrigere Zinsen nicht auch in Ordnung?…alle werden sagen…Trump hat Recht…die gierigen Kreditkartenfirmen sind Schuld…werden die Kreditkartenfirmen sich aus dem Geschäft zurück ziehen?…eher nicht…es ist ja ihr Geschäft mit dem sie Geld verdienen…also lieber etwas weniger verdienen, als gar nichts mehr…wird es Verlierer unter den Kreditkartenfirmen geben…ja, mit Sicherheit…eine Marktbereinigung wird stattfinden…und diejenige die überleben, die können in 3-4 Jahren wieder die normalen 20 % ansetzen…

  2. Die Resilienz des Finazmarkts ist schon echt bewunderswert.

    Seit Monaten werden massig Karten aus dem Haus gezogen, es hält, dank 3-Wetter Taft.
    Ein Sturm bläst, es hält, dank…

  3. Da wäre dann aber zumindest die Schieferöl-/Frackingölindustrie innerhalb der US-Texas-Ölindustrie.

  4. Trump verarscht alle, es gibt genug leichte Opfer

    @ Ranzentier, als Kleinsparer haben sie sich selber betitelt, ich würde ergänzen, Kleinsparer mit Nullwirtschaftskenntnissen. In den USA macht der Konsum ca. 70% der Wirtschaftsleistung. Mit 10% Konsumkrediten gibts keine Kredite mehr und die bestehenden würden den Banken grosse Verluste bescheren. Das wäre die todsichere Wette für einen Aktiencrash. Der höchste Amerikaner als Wirtschaftsbanause macht ja gerade überall was er nicht haben möchte. Er möchte tiefere Zinsen, er möchte tiefere Ölpreise, er möchte weniger Kriege, er bewirkt überall das Gegenteil. Die Träumer und Naiven lieben solche Sektengurus, ihr Traum von immer steigenden Börsen wird jäh enden, bei Sekten gabs oft kollektive Selbstmorde.
    P.S. Hinter den Kreditkartenfirmen stehen oft grosse Banken.

    1. @Trump verarscht alle, es gibt genug leichte Opfer…okay…kein Grund gleich beleidigend zu werden…warum sollte es bei 10 % keine Kredite mehr geben?…die Zahl ist ja die Verhandlungsgrundlage von Trump…wenn es am Ende 12, 13 oder 14 werden ist das niedriger als vorher und er wird sagen das er das geschafft hat…die Banken können dennoch weiterleben…gibt dann vielleicht den ein oder anderen Konsumentenkredit weniger…das kann passieren…und was ist daran falsch zu sagen was man möchte…heißt ja auch nicht das es immer so kommt…da ich kein Träumer bin und mir bewusst bin, dass es nicht ewig steigende Märkte geben kann, bin ich auf den nächsten Rücksetzer vorbereitet…Selbstmord wird es aber keinen geben…so wichtig ist das dann alles doch nicht…vielleicht kommt ja nach dem Verfall wieder etwas mehr Zeit für fallende Kurse…we will see

    2. Theorie und Praxis verwechselt

      Wechselbalg, dein Traum von fallenden Kursen ist seit April 2025 vor allem doch für dich persönlich zum Albtraum geworden.

  5. Erfahrung schützt vor Torheit nicht

    Trump bewegt sich im KI Zeitalter in die Unterwelt von Finanzverständnis. Die Konsumkredite werden bestimmt von Zinsen und Kreditausfällen. Bei nur schon Kreditausfällen von 10% ergäbe ein 10% Zins einen realen Nullzins.
    Für Kreditausfälle haben die Anbieter konkrete Zahlen, was zu den marktgerechten Zinsen führt.
    Entweder es gibt nur noch Kredite für sehr solvente Kunden, die sie gar nicht bräuchten oder das Risiko für die Ausfallrate muss bezahlt werden. Trump als mehrfacher Insolvenzer sollte die Mechanismen der Zinsmärkte aus Erfahrung kennen.

    1. Milchmädchen verzweifelt gesucht

      Wechsler, die Rückgewinnungsquote beträgt circa 40 %. Bei der nächsten Milchlieferung einfach mal das Milchmädchen fragen, wie es geht.

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